
Exklusiv für Weltbild-Kunden: Werkstattbericht von Sabine Ebert zu „Blut und Silber“
„Um es vorweg zu sagen: Für die Recherchen zu meinen Romanen benötige ich mehr Zeit als für das eigentliche Schreiben, und bei
„Blut und Silber“ wurden sie besonders aufwendig und kompliziert. Es war wie ein riesiges Geschichtspuzzle. Die Zusammenhänge um das geplante riesige Königsland in Mitteldeutschland, um das es eigentlich geht, sind kaum bekannt (...)“ mehr
„Blut und Silber“ wurden sie besonders aufwendig und kompliziert. Es war wie ein riesiges Geschichtspuzzle. Die Zusammenhänge um das geplante riesige Königsland in Mitteldeutschland, um das es eigentlich geht, sind kaum bekannt (...)“ mehr
Blut und Silber
Der neue Mittelalterroman von Sabine Ebert
Deutschland, anno 1296: die reiche Silberstadt Freiberg wird belagert von der Armee von König Adolf von Nassau.In den Reihen der Bürger, die ihre Stadt verteidigen, kämpfen auch Änne, eine Nachfahrin der Hebamme Marthe und die Gauklerin Sibylla. Entsetzt müssen sie miterleben, wie ihre Stadt blutig erobert
wird - durch Verrat!
wird - durch Verrat!
Sehnsüchtig haben die Fans von historischen Romanen auf das neue Buch von Sabine Ebert gewartet. Nach den Bestsellern "Das Geheimnis der Hebamme", "Die Spur der Hebamme" und
"Entscheidung der Hebamme" erzählt Sabine Ebert wieder eine farbenprächtige Geschichte um Krieg, Verrat und eine starke Frau.
"Entscheidung der Hebamme" erzählt Sabine Ebert wieder eine farbenprächtige Geschichte um Krieg, Verrat und eine starke Frau.
Neuerscheinung
19.95 EUR
700 Seiten, Maße: 14 x 22 cm, geb., SU
19.95 EUR
700 Seiten, Maße: 14 x 22 cm, geb., SU
Autorenporträt von Sabine Ebert
Sabine Ebert wurde in Aschersleben geboren und ist in Berlin aufgewachsen. Sie hat in Rostock Sprach- und Lateinamerika-Wissen-
schaften studiert. In ihrer Wahlheimat arbeitete Sabine Ebert als Journalistin für Presse, Funk und Fernsehen. Sabine Ebert schrieb einige Sachbücher zur Freiberger Regionalgeschichte, doch berühmt wurde sie mit ihren historischen Romanen, die alle zu Bestsellern wurden.
schaften studiert. In ihrer Wahlheimat arbeitete Sabine Ebert als Journalistin für Presse, Funk und Fernsehen. Sabine Ebert schrieb einige Sachbücher zur Freiberger Regionalgeschichte, doch berühmt wurde sie mit ihren historischen Romanen, die alle zu Bestsellern wurden.
Sabine Ebert: Bücher und Hörbücher
Sabine Ebert zählt zu den bekanntesten deutschen Autoren von historischen Romanen. Neben ihrem neuen Buch "Blut und Silber" finden Sie hier noch mehr ihrer spannenden Bestseller.
Artikel 1 - 7
19.95 EUR
Autorisierte Lesefassung. 446 Min.
Sabine Ebert
Der neue Mittelalterroman der Bestsellerautorin. Eine farbenprächtige... mehr
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Weltbild-Ausgabe
9.95 EUR
Gelesen von Elke Schützhold
Sabine Ebert
Magdeburg im Jahre 1179: Auf dem Hoftag wirft Kaiser Barbarossa Heinrich dem... mehr
19.90 EUR
Deutsche Erstausgabe
von Weltbild
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9.95 EUR
8.95 EUR
Artikel 1 - 7
Werkstattbericht von Sabine Ebert zu "Blut und Silber"
Recherchen zu "Blut und Silber"
Um es vorweg zu sagen: Für die Recherchen zu meinen Romanen benötige ich mehr Zeit als für das eigentliche Schreiben, und bei "Blut und Silber" wurden sie besonders aufwendig und kompliziert. Es war wie ein riesiges Geschichtspuzzle.
Die Zusammenhänge um das geplante riesige Königsland in Mitteldeutschland, um das es eigentlich geht, sind kaum bekannt, obwohl dies ein Wendepunkt für das künftige Deutschland vom Patrikularstaat zur Zentralgewalt hätte sein können. Die ausführlichste Abhandlung dazu stammt aus dem Jahr 1870. Umfassende jüngere Arbeiten zum Thema gibt es nur wenige, abgesehen von einem vierzigseitigen Aufsatz von Dr. André Thieme vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde der Universität Dresden, der mir in vielen Fragen sachkundiger Berater war.
Wie auch bei meinen vorangegangenen Romanen vertiefte ich mich zunächst nicht nur in die historischen Abläufe - soweit überliefert - und Biografien der historischen Persönlichkeiten, sondern ebenso in die Begleitumstände jener Zeit. Kleidung, Rüstung, Kampftechnik um 1300 waren schließlich deutlich verschieden von denen reichlich hundert Jahre früher, als meine "Hebammen"-Romane spielten.
Gekämpft wurde nun mit dem "Schwert zu anderthalb Händen", die Damen trugen nicht mehr Kleider mit langen, weiten Ärmeln, sondern einen ärmellosen Surkot über der Kotte - auch Manessekleid genannt nach der berühmten Liederhandschrift, die etwa zur Zeit meines Romans entstand und in der sogar einige der handelnden Personen abgebildet sind, zum Beispiel der böhmische König Wenzel II. Hier gibt es also authentisches Bildmaterial!
Liegen zum heutigen Sachsen für die Zeit um 1200 kaum Angaben vor, so sieht das einhundert Jahre später ganz anders aus. In Sächsischen Urkundenbuch sind als Zeugen für diverse Schenkungen und andere Rechtsakte der Jahre um 1295 und später nicht nur die Namen der Ritter im Umfeld des Meißner Markgrafen überliefert, sondern selbst die der Freiberger Ratsherren. Bei einem ist sogar der Beruf mit "Apotheker" angegeben. Auch wenn wir sonst kaum etwas wissen über diese Menschen, kann ich Figuren agieren lassen, die tatsächlich gelebt haben.
Eine weitere wichtige Quelle für Freiberg ist die 1635 erschienene Stadtgeschichte des Chronisten Andreas Möller. Auf viele seiner Angaben ist auch heute noch Verlass, andere sind von der modernen Forschung überholt. So ist in älteren Chroniken die Belagerung Freibergs durch das Heer König Adolfs von Nassau mit einem Dreivierteljahr oder mehr angegeben. Doch da der König im Januar 1296 noch in Chemnitz urkundete und Ende Februar in Freiberg, grenzt uns das Sächsische Urkundenbuch die Belagerungszeit ein. Der König wird wohl kaum im Schnee im Feldlager vor der Stadt Urkunden ausgestellt haben.
Die Möller-Chronik nennt auch in wenigen Sätzen Einzelheiten, wie die Stadt 1296 durch das königliche Heer eingenommen wurde. Um dies zu überprüfen und eine plausible, logische Darstellung zu erreichen, habe ich das militärische Vorgehen im Detail mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft "Mark Meißen 1200" diskutiert, die sich in ihrer Freizeit der Darstellung mittelalterlichen Lebens und Kämpfens verschrieben haben. Sie haben mir dann eine jener Zeit entsprechende Vorgehensweise angesichts der Freiberger Wehranlagen ausgearbeitet - und es passte zu den alten Angaben!
Die Männer der Schule für historische Fechtkunst "Pax et Codex" in Landsberg bei Halle berieten mich zu den Zweikämpfen. Gute Hinweise für Reiterformationen im Mittelalter und die Schlacht aus der Sicht des Kämpfers im Sattel - sofern er überhaupt etwas sieht! - verdanke ich den "Freien von der Karlshöhe", einer weiteren Reenactmentgruppe aus Sachsen.
Hilfreich für mich war auch, dass 2007 mehr als 250 gerüstete und zum Teil berittene Kämpfer die Schlacht von Lucka anlässlich ihres 700. Jahrestages nachgespielt hatten und sich zuvor ausgiebig mit den wahrscheinlichen Formationen der aufeinander treffenden Heere auseinandergesetzt hatten.
So umfangreich die alten Quellen zu den Ereignissen jener Zeit auch sein mögen - leider sind sie sehr oft auch widersprüchlich, zum Beispiel bei den Zeitangaben, oder sie werfen mehr Fragen als Antworten auf.
Ein Beispiel: Auf dem Hoftag in Fulda im Juli 1306 wurde der Wettiner Albrecht der Entartete, der alte Landgraf von Thüringen, vom König zu dem Eid aufgefordert, ihm die Wartburg - und damit Thüringen - nach seinem Tode zu übergeben. Damit sich der durchtriebene Landgraf nicht herauswinden konnte, schickte der König zwei Deutschordenskomture mit nach Eisenach, die ausdrücklichen Befehl hatten, die Wartburg binnen acht Tagen (!) zu übernehmen.
Diese beiden ranghohen Deutschordensritter sind nachweislich auch in Eisenach eingetroffen. Doch die Wartburg ist nie übergeben worden. Wie war das möglich? Den Zutritt verweigert konnte ihnen der Landgraf unmöglich haben. Ich habe lange darüber nachgegrübelt und kam nur auf eine Erklärung: "Handsalbung", wie man im Mittelalter Korruption sehr freundlich umschrieb. Als ich das mit einem Eisenacher Geschichtskundigen diskutierte, der mir auch viel Material, Wappenrollen, Biografien usw. zu thüringischen Adligen bereitstellte, die im Roman vorkommen, suchte er gezielt. Und siehe da, er fand zwei Urkunden, in denen dem Abt von Fulda und einer der Komtureien vom alten Landgrafen ein Wegerecht und ein Teich zuschrieben wurden.
Ja, und dann stößt man beim Schreiben immer noch auf viele Details, die es durch Recherchen - ob nun in Büchern oder bei Fachleuten - zu klären gibt: Wie sah es auf der Prager Burg um 1300 aus? Wie regelte die Apothekerverordnung Friedrich II. das Mit- bzw. Nebeneinander von Apothekern und Ärzten? Wie groß war die Pfeilschussreichweite der damals üblichen Bögen und Armbrüste? Welche Münzen waren in Umlauf? Wie viel Vortrieb schaffte ein Bergmann damals pro Woche?
Ich habe versucht, die Ereignisse so genau wie möglich zu rekonstruieren, wie uns das heute und in einem Roman möglich ist. Wenn man etwas auf 750 Seiten so Stück für Stück auseinandernimmt und zu beschreiben versucht, dann merkt man schon, ob es rein aus der Logik und dem Zeitverständnis heraus funktioniert.
Niemand kann genau wissen, wie es damals im Einzelnen abgelaufen ist. Aber wenn der Leser sagt: So könnte es gewesen sein!, und sich bei all dem auch noch gut unterhalten fühlt, dann habe ich mein Ziel erreicht.
Um es vorweg zu sagen: Für die Recherchen zu meinen Romanen benötige ich mehr Zeit als für das eigentliche Schreiben, und bei "Blut und Silber" wurden sie besonders aufwendig und kompliziert. Es war wie ein riesiges Geschichtspuzzle.
Die Zusammenhänge um das geplante riesige Königsland in Mitteldeutschland, um das es eigentlich geht, sind kaum bekannt, obwohl dies ein Wendepunkt für das künftige Deutschland vom Patrikularstaat zur Zentralgewalt hätte sein können. Die ausführlichste Abhandlung dazu stammt aus dem Jahr 1870. Umfassende jüngere Arbeiten zum Thema gibt es nur wenige, abgesehen von einem vierzigseitigen Aufsatz von Dr. André Thieme vom Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde der Universität Dresden, der mir in vielen Fragen sachkundiger Berater war.
Wie auch bei meinen vorangegangenen Romanen vertiefte ich mich zunächst nicht nur in die historischen Abläufe - soweit überliefert - und Biografien der historischen Persönlichkeiten, sondern ebenso in die Begleitumstände jener Zeit. Kleidung, Rüstung, Kampftechnik um 1300 waren schließlich deutlich verschieden von denen reichlich hundert Jahre früher, als meine "Hebammen"-Romane spielten.
Gekämpft wurde nun mit dem "Schwert zu anderthalb Händen", die Damen trugen nicht mehr Kleider mit langen, weiten Ärmeln, sondern einen ärmellosen Surkot über der Kotte - auch Manessekleid genannt nach der berühmten Liederhandschrift, die etwa zur Zeit meines Romans entstand und in der sogar einige der handelnden Personen abgebildet sind, zum Beispiel der böhmische König Wenzel II. Hier gibt es also authentisches Bildmaterial!
Liegen zum heutigen Sachsen für die Zeit um 1200 kaum Angaben vor, so sieht das einhundert Jahre später ganz anders aus. In Sächsischen Urkundenbuch sind als Zeugen für diverse Schenkungen und andere Rechtsakte der Jahre um 1295 und später nicht nur die Namen der Ritter im Umfeld des Meißner Markgrafen überliefert, sondern selbst die der Freiberger Ratsherren. Bei einem ist sogar der Beruf mit "Apotheker" angegeben. Auch wenn wir sonst kaum etwas wissen über diese Menschen, kann ich Figuren agieren lassen, die tatsächlich gelebt haben.
Eine weitere wichtige Quelle für Freiberg ist die 1635 erschienene Stadtgeschichte des Chronisten Andreas Möller. Auf viele seiner Angaben ist auch heute noch Verlass, andere sind von der modernen Forschung überholt. So ist in älteren Chroniken die Belagerung Freibergs durch das Heer König Adolfs von Nassau mit einem Dreivierteljahr oder mehr angegeben. Doch da der König im Januar 1296 noch in Chemnitz urkundete und Ende Februar in Freiberg, grenzt uns das Sächsische Urkundenbuch die Belagerungszeit ein. Der König wird wohl kaum im Schnee im Feldlager vor der Stadt Urkunden ausgestellt haben.
Die Möller-Chronik nennt auch in wenigen Sätzen Einzelheiten, wie die Stadt 1296 durch das königliche Heer eingenommen wurde. Um dies zu überprüfen und eine plausible, logische Darstellung zu erreichen, habe ich das militärische Vorgehen im Detail mit Mitgliedern der Interessengemeinschaft "Mark Meißen 1200" diskutiert, die sich in ihrer Freizeit der Darstellung mittelalterlichen Lebens und Kämpfens verschrieben haben. Sie haben mir dann eine jener Zeit entsprechende Vorgehensweise angesichts der Freiberger Wehranlagen ausgearbeitet - und es passte zu den alten Angaben!
Die Männer der Schule für historische Fechtkunst "Pax et Codex" in Landsberg bei Halle berieten mich zu den Zweikämpfen. Gute Hinweise für Reiterformationen im Mittelalter und die Schlacht aus der Sicht des Kämpfers im Sattel - sofern er überhaupt etwas sieht! - verdanke ich den "Freien von der Karlshöhe", einer weiteren Reenactmentgruppe aus Sachsen.
Hilfreich für mich war auch, dass 2007 mehr als 250 gerüstete und zum Teil berittene Kämpfer die Schlacht von Lucka anlässlich ihres 700. Jahrestages nachgespielt hatten und sich zuvor ausgiebig mit den wahrscheinlichen Formationen der aufeinander treffenden Heere auseinandergesetzt hatten.
So umfangreich die alten Quellen zu den Ereignissen jener Zeit auch sein mögen - leider sind sie sehr oft auch widersprüchlich, zum Beispiel bei den Zeitangaben, oder sie werfen mehr Fragen als Antworten auf.
Ein Beispiel: Auf dem Hoftag in Fulda im Juli 1306 wurde der Wettiner Albrecht der Entartete, der alte Landgraf von Thüringen, vom König zu dem Eid aufgefordert, ihm die Wartburg - und damit Thüringen - nach seinem Tode zu übergeben. Damit sich der durchtriebene Landgraf nicht herauswinden konnte, schickte der König zwei Deutschordenskomture mit nach Eisenach, die ausdrücklichen Befehl hatten, die Wartburg binnen acht Tagen (!) zu übernehmen.
Diese beiden ranghohen Deutschordensritter sind nachweislich auch in Eisenach eingetroffen. Doch die Wartburg ist nie übergeben worden. Wie war das möglich? Den Zutritt verweigert konnte ihnen der Landgraf unmöglich haben. Ich habe lange darüber nachgegrübelt und kam nur auf eine Erklärung: "Handsalbung", wie man im Mittelalter Korruption sehr freundlich umschrieb. Als ich das mit einem Eisenacher Geschichtskundigen diskutierte, der mir auch viel Material, Wappenrollen, Biografien usw. zu thüringischen Adligen bereitstellte, die im Roman vorkommen, suchte er gezielt. Und siehe da, er fand zwei Urkunden, in denen dem Abt von Fulda und einer der Komtureien vom alten Landgrafen ein Wegerecht und ein Teich zuschrieben wurden.
Ja, und dann stößt man beim Schreiben immer noch auf viele Details, die es durch Recherchen - ob nun in Büchern oder bei Fachleuten - zu klären gibt: Wie sah es auf der Prager Burg um 1300 aus? Wie regelte die Apothekerverordnung Friedrich II. das Mit- bzw. Nebeneinander von Apothekern und Ärzten? Wie groß war die Pfeilschussreichweite der damals üblichen Bögen und Armbrüste? Welche Münzen waren in Umlauf? Wie viel Vortrieb schaffte ein Bergmann damals pro Woche?
Ich habe versucht, die Ereignisse so genau wie möglich zu rekonstruieren, wie uns das heute und in einem Roman möglich ist. Wenn man etwas auf 750 Seiten so Stück für Stück auseinandernimmt und zu beschreiben versucht, dann merkt man schon, ob es rein aus der Logik und dem Zeitverständnis heraus funktioniert.
Niemand kann genau wissen, wie es damals im Einzelnen abgelaufen ist. Aber wenn der Leser sagt: So könnte es gewesen sein!, und sich bei all dem auch noch gut unterhalten fühlt, dann habe ich mein Ziel erreicht.




















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