Der Volksduden von BILD - so schreiben wir richtig!

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Top 10 der kuriosesten Daten rund um die deutsche Sprache

  1. Umfang des Wortschatzes der deutschen Gegenwartssprache: 300 000 bis 500 000 Wörter (Grundformen)
  2. Der aktive Wortschatz eines deutschen Durchschnittssprechers: 12 000 bis 16 000 Wörter
  3. Die häufigsten Wörter in deutschen Texten: der, die, das
  4. Der häufigste Buchstabe in deutschen Wörtern: e
  5. Das längste Wort im Rechtschreibduden: Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung (36 Buchstaben)
  6. Das längste Wort im Dudenkorpus*: Grundstücksverkehrsgenehmigungszuständigkeitsübertragungsverordnung (67 Buchstaben)
  7. Die durchschnittliche Länge eines Stichwortes im Rechtschreibduden: 10,6 Buchstaben
  8. Die durchschnittliche Wortlänge im Dudenkorpus*: 5,7 Buchstaben
  9. Das nicht zusammengesetzte Wort mit den meisten aufeinanderfolgenden Konsonanten: Borschtsch
  10. Die Wörter mit den meisten aufeinanderfolgenden Vokalen: zweieiig, Donauauen od. Donau-Auen, Treueeid

* Das Dudenkorpus enthält ca. 1,4 Milliarden Wortformen.

Quelle: Duden-Die deutsche Rechtschreibung, 25., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage 2009, ISBN 978-3-411-04015-5

Interview mit Herrn Dr. Scholze-Stubenrecht, Leiter der DUDEN-Redaktion.

Herr Dr. Scholze-Stubenrecht, mit rund 135 000 Stichwörtern präsentiert die Jubiläumsausgabe den aktuellen Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache so umfassend wie nie zuvor. Nimmt der Wortschatz ständig zu?
Das ist in der Tat so. Je komplexer die Lebensumstände auf allen Ebenen werden, desto stärker muss die Sprache reagieren.  mehr
Herr Dr. Scholze-Stubenrecht
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Artikel 11-20

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Artikel 11-20

"Je komplexer die Lebensumstände auf allen Ebenen werden, desto stärker muss die Sprache reagieren"


Die aktuelle, 25. Auflage des Rechtschreibdudens - ein Interview mit dem Chefredakteur Werner Scholze-Stubenrecht

Was 1880 als recht schmales Bändchen mit einem Umfang von nicht viel mehr als 200 Seiten und 27 000 Stichwörtern erstmals erschien, liegt mittlerweile in der 25. Auflage vor: das millionenfach bewährte Standardwerk "Duden - Die deutsche Rechtschreibung".


Herr Dr. Scholze-Stubenrecht, mit rund 135 000 Stichwörtern präsentiert die Jubiläumsausgabe den aktuellen Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache so umfassend wie nie zuvor. Nimmt der Wortschatz ständig zu?

Das ist in der Tat so. Je komplexer die Lebensumstände auf allen Ebenen werden, desto stärker muss die Sprache reagieren. Das betrifft in erster Linie den Wortschatz. Als 2006 der letzte Duden erschienen ist, waren "Bodyscreening" und "Schadstoffplaketten" noch kein öffentliches Thema. Mittlerweile sind sie es. Ein anderes Beispiel ist der Internetservice "Twitter", der erst im März 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt und danach sehr schnell erfolgreich wurde. Mit der immer stärker werdenden Nutzung hat sich auch das Wort schnell verbreitet. Immer mehr Menschen "twittern" heute - auch in Deutschland.
Aber es ist noch etwas anderes entscheidend: In den letzten Jahren haben sich die technischen Hilfsmittel für unsere Sprachbeobachtung erheblich verbessert. Eine Datenbank wie das ständig aktualisierte Dudenkorpus mit seinen heute rund 2 Milliarden Wörtern und Wortformen liefert uns in Sekundenschnelle eine breite Palette von Informationen und gibt uns die Möglichkeit, viel sicherer und schneller als früher Veränderungen im Wortschatz und im Wortgebrauch zu erkennen und zu dokumentieren.


"Abwrackprämie", "fremdschämen", "Hybridauto", "twittern" und "Zwergplanet" zählen zu den mehr als 5 000 Wörtern, die neu in den Duden aufgenommen worden sind. Wann und wie kommt ein Wort in den Duden?

Wesentliches Kriterium ist, dass die in den Duden aufzunehmenden Wörter sich als fester Bestandteil der deutschen Allgemeinsprache etabliert haben. Das haben sie in unseren Augen genau dann, wenn sie in Texten unterschiedlichster Art, die vom Zeitungstext bis hin zum literarischen Text reichen, in großer Zahl nachweisbar sind. Sprachliche Eintagsfliegen haben im Duden keinen Platz.


Der Duden druckt in der aktuellen Auflage das amtliche Regelwerk nicht mehr im vollen Wortlaut ab. Warum?

Wir bieten eine übersichtlichere, auf die Bedürfnisse der Dudenbenutzerinnen und -benutzer abgestimmte Darstellung der Rechtschreibregeln. Der genaue amtliche Text ist seit vier Jahren im Internet für jedermann frei und kostenlos zugänglich. Die so eingesparten 50 Druckseiten haben wir für die Erweiterung des Wörterverzeichnisses genutzt.


Schaut man in das Wörterbuch, fällt auf, dass die Farbe Rot verschwunden ist. In allen Dudenauflagen seit 1996 hatte sie die Funktion, alle neuen Schreibweisen, Wortrennungen und Regeln hervorzuheben. Was bedeutet das bzw. warum kommt Rot in der aktuellen,
25. Auflage nicht mehr vor?

Seit 1996 wird die neue Rechtschreibung in den Schulen unterrichtet. Schülerinnen und Schüler, die heute von der Schule abgehen, haben nur nach ihren Regeln zu schreiben gelernt. Nahezu alle Zeitungen und Zeitschriften haben sich mittlerweile umgestellt, und dasselbe gilt auch für die Geschäftskorrespondenz der Firmen und für Veröffentlichungen von Behörden. Die Neuregelung ist also längst im Schreiballtag angekommen. Von daher hält es die Dudenredaktion für gerechtfertigt, alle Schreibungen, die dem geltenden amtlichen Regelwerk entsprechen, jetzt grafisch gleich zu behandeln.


In allen Fällen, in denen für ein Wort mehrere Schreibweisen zulässig sind, führt der Jubiläumsduden - wie schon seine Vorgängerauflage - alle zulässigen Varianten auf und empfiehlt eine davon. Haben sich die gelb unterlegten Dudenempfehlungen seit ihrer Einführung bewährt?

Eindeutig ja. Dass der Duden Schreibempfehlungen gibt, ist nicht nur von professionell Schreibenden, von Lehrerinnen und Lehrern und vielen anderen positiv gewürdigt worden. Sogar aus den Reihen der Kultusminister wurden sie ausdrücklich begrüßt.


Welche dem Jubiläumsanlass entsprechenden Neuerungen gibt es?

Die Jubiläumsausgabe des Dudens hat die Dudenredaktion insgesamt dazu genutzt, Bewährtes wie die allgemein verständliche Darstellung der Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung weiter zu optimieren, aus heutiger Sicht Überflüssiges zu streichen und durch zeitgemäß Neues zu ersetzen. Hierzu gehört zum Beispiel die Zusammenfassung der wichtigsten Regeländerungen seit 1996, die Übersicht zu wichtigen Stationen aus der Geschichte der deutschen Orthografie oder das Kapitel "Sprache in Zahlen", ein Thema, das auch die Duden-Sprachberatung immer wieder beschäftigt. Viele Menschen interessieren sich dafür, welches die häufigsten Wörter in deutschsprachigen Texten sind, wie sich die Wörter auf die Wortarten verteilen oder welche Buchstaben durchschnittlich wie oft vorkommen.


Der Duden hat sich immer stark gemacht für eine einheitliche deutsche Rechtschreibung und in dem Zusammenhang spielen die bereits erwähnten Dudenempfehlungen eine besondere Rolle. Werden diese auch von der Korrektursoftware berücksichtigt?

Selbstverständlich. Wer die Korrektursoftware "Duden Korrektor 7.0" einsetzt, folgt generell den von der Dudenredaktion empfohlenen Schreibungen.


Lieber Herr Scholze-Stubenrecht, vielen Dank für das Gespräch!

Die Fragen stellte Angelika Böhm, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Juni 2010