Zeitkritische Medien
Digitale Medientechnologien sind heute vor allem "Zeit-Maschinen", die immer größere Datenmengen in immer kürzeren Intervallen prozessieren. Im Laufe der Medienevolution sind jedoch auch die Zeitkonzepte und der operative Umgang... mehr
2009, 398 Seiten, mit Schwarz-Weiß-Abbildungen, Maße: 15,2 x 23,4 cm, Kartoniert (TB), Deutsch
Kulturverlag Kadmos
ISBN-10: 3865990649
ISBN-13: 9783865990648
Kulturverlag Kadmos
ISBN-10: 3865990649ISBN-13: 9783865990648
Produkt-Beschreibung zu: Zeitkritische Medien
Digitale Medientechnologien sind heute vor allem "Zeit-Maschinen", die immer größere Datenmengen in immer kürzeren Intervallen prozessieren. Im Laufe der Medienevolution sind jedoch auch die Zeitkonzepte und der operative Umgang mit medialen Prozess zunehmend komplexer geworden.
Beim zeilen- und spaltenweisen Aufbau digitaler Bildlichkeit spielt der Faktor Zeit eine ebenso kritische Rolle wie bei der Realisierung von E-Mail-Kommunikation, Kompressionsalgorithmen, Global Positioning, RFID oder Echtzeit-Systemen. Die Frage nach der "Chronologistik der Medien" bildet daher einen essenziellen Schlüssel zum Verständnis der digitalen Kultur.
Der Band "Zeitkritische Medien" versammelt Beiträge, die die Mikrotemporalität der Medien anhand historische und aktueller Fallbeispiele im Kontext von Wahrnehmung, Kommunikation und Medienästhetik analysieren.
Klappentext zu: Zeitkritische Medien
Mediale Wirklichkeiten werden gewöhnlich von ihren Phänomenen und denWeisen ihrer Hervorbringung her analysiert. Diese hängen jedoch wesentlich von dem Unterlaufen von Wahrnehmungsschwellen und der Koordination zeitlicher Intervalle ab und sind in ständiger Transition begriffen. Zeitkritische Medien etablieren temporale Architekturen, mit denen sie Übertragungen kanalisieren, domestizieren und koordinieren. Ihre Gegenstände und Artefakte sind entscheidend durch zeitliche Ordnungen bestimmt und also, so der Vorschlag des vorliegenden Bandes, zeitkritisch verfasst. Seitdem technische Medialität unter dem Schlagwort vom Computer als Medium durch ihre Auflösung in die Schrift des alphanumerischen Binärcodes bestimmt worden ist, ist viel Zeit vergangen. Angesichts der grundlegenden Veränderungen der rezenten Medienkultur vernachlässigt das Insistieren auf der Schriftgewordenheit medialer Artefakte die Dynamik der sie konstituierenden Datenströme. Neben den medialen Oberflächen, ihren Bewegungsflüssen und Spezialeffekten stellen sich die Übertragungskanäle elektrischer bzw. digitaler Kommunikation ebenso als zeitkritisch dar wie das Kontingenzmanagement globaler Vernetzung, die konjekturalen Simulationstechnologien Die Beiträge des hier vorgestellten Ansatzes einer Zeitkritik der Medien zeichnen die Entwicklung dieser gegenwärtigen, zeitkritischen Medienkultur in exemplarischen Studien des Zusammenspiels von Operativität und Prozessualität der Medien, zwischen Übertragen und Übertragenem in einem Zeitraum von etwa 1800 bis in die Gegenwart nach.
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