Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010
Stories

Ferdinand von Schirach hat es in seinem Beruf alltäglich mit Menschen zu tun, die Extremes getan oder erlebt haben. Das Ungeheuerliche ist bei ihm der Normalfall. Er vertritt Unschuldige, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten, ebenso wie Schwerstkriminelle. Deren Geschichten erzählt er ...
2009, 2. Aufl., 205 Seiten, Maße: 13,4 x 21 cm, Gebunden, Deutsch
Piper
ISBN-10: 3492053629
ISBN-13: 9783492053624
Erscheinungsdatum: 12.08.2009
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Klappentext zu: Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010
Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach vierzig Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie förmlich, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe. Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: er hat seine Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der deutschen Justiz an Leib und Seele gerettet. Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe. Lauter unglaubliche Geschichten, doch sie sind wahr.
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Was einen Menschen bewegen mag eine schlimme Tat zu begehen, das kann man sich nur schwer vorstellen. Dem Autor gelingt es aber, aus langjähriger Berufserfahrung als Jurist heraus, die absurdesten Motive packend zu schildern.
Die besten Geschichten schreibt wohl doch das Leben? Ja wahrscheinlich, aber auch die seltsamsten...
Morde wegen einer antiken Teeschale? Schafe, die das Böse verkörpern und deshalb abgeschlachtet werden müssen? Prostitution aus Liebe?
Die Abgründe in den Seelen der Betroffenen werden gekonnt ausgelotet und fast gelingt es einem sie zu verstehen oder wenigstens mit ihnen zu fühlen!
Fazit: Ganz großes Kopf-Kino! Nicht nur beim Lesen unterhaltend sondern regt auch zum Nachdenken und Debattieren an. -> LESEN!
Es geht um Mörder, Bankräuber, Folterer, Kleinkriminelle usw..
Faszinierend sind alle Geschichten, man kann eigentlich keine einzige besonders herausheben.
Ob es nun die Geschwister sind, wo die Schwester ihren Bruder aus Liebe tötet, Frank, der alles versucht, um wieder zu seiner Familie nach Afrika zu kommen oder auch der junge Türke, der sich sein Leben lang dümmer stellen musste, als er in Wirklichkeit ist.
Ferdinand von Schirach versteht es, den Leser mit seinen Geschichten in den Bann zu ziehen. Das Buch lässt sich flüssig lesen und man giert nach mehr.
Ich hoffe, dass das nicht das letzte Buch dieser Art von dem Autor ist.
In Kurzgeschichten wird das Leid und die Liebe vieler seiner Mandaten geschildert. Manchmal hatten sie einfach Glück, das andere mal war der Richter auf ihrer Seite. Beeindruckende Storys über das Leben auf Abwegen und deren nicht immer positiven Ende.
Ein negatives Beispiel scheint mir der Fall „Liebe“ zu sein, in dem es um Kanibalismus geht. Die Justiz kann nicht weiterhelfen und ist in ihren Händen so gebunden, das daraufhin nachweislich Morde geschehen. Wie kann man damit Leben, und trotzdem ein guter Mensch zu sein???
Spannend, teils auch lustig zu lesen und wahnsinnig schicksalsergreifend. Ein Bestseller!!!