Verbrechen, Ferdinand von Schirach, Politik & Soziologie
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Verbrechen

Verbrechen

Stories

ausgezeichnet
Steckt in jedem ein Verbrecher?

Elf ebenso spannende wie tragische Fälle, die die deutsche Justiz beschäftigten: Strafverteidiger von Schirach zeigt, dass Verbrecher nicht einfach ''böse'' sind. Eindrucksvoll schildert er, wie aus angesehenen, freundlichen Menschen plötzlich eiskalte Täter werden können.

2010, 208 Seiten, Maße: 12 x 19 cm, Taschenbuch, Deutsch Piper ISBN-10: 3492259669
ISBN-13: 9783492259668
 
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Rezension zu: Verbrechen

"Ein erfolgreicher Berliner Strafverteidiger erweist sich als bestürzend scharfsichtiger Erzähler, der in schlaglichtartigen Geschichten zeigt, wie sich die Parallelwelt des Verbrechens in der bürgerlichen Welt einnistet." (Literarische Welt)"Wunderbar, fesselnd von der ersten Seite an und ohne jeden falschen Ton." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)"Eine faszinierende Auseinandersetzung mit dem Thema Schuld. Und, nebenbei bemerkt, auch noch eine sehr gut geschriebene." (titel, thesen, temperamente)"Von ...

Leseprobe: Verbrechen

Verbrechen von Ferdinand von Schirach

Friedhelm Fähner war sein Leben lang praktischer Arzt in Rottweil gewesen, 2800 Krankenscheine pro Jahr, Praxis an der Hauptstraße, Vorsitzender des Kulturkreises Ägypten, Mitglied im Lionsclub, keine Straftaten, nicht einmal Ordnungswidrigkeiten. Neben seinem Haus besaß er zwei Mietshäuser, einen drei Jahre alten Mercedes E-Klasse mit Lederausstattung und Klimaautomatik, etwa 750000 Euro
...

Autoren-Porträt von Ferdinand von Schirach:

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt.

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ausgezeichnet
, Horhausen, 29.09.2010
Wie der Titel schon sagt, geht es in dem vorliegenden Buch um Verbrechen. Allerdings nicht um fiktive, ausgedachte, sondern um reale Gewalttaten und ihr Folgen. Geschildert werden die unterschiedlichsten Taten und Motive, nur eins haben die meisten gemeinsam: sie enden tödlich. Ferdinand von Schirach schildert die Verbrechen völlig wertfrei und emotionslos. Nur eine meist zynischen Ironie konnte er sich anscheinend nicht verkneifen, was dem Buch eine besondere Würze verleiht. Der Schreibstil ist kurz und knapp gehalten, erhält dadurch aber eine eigentümliche Eindringlichkeit und als Leser sieht man sich gezwungen, einen Fall nach dem nächsten zu lesen. Raum für Spekulationen nach dem Warum lässt der Autor nicht, da er die Motive klar schildert. Trotzdem grübelt man unwillkürlich nach. Man versucht sich in den Täter hineinzuversetzen und überlegt, ob man nicht selber so gehandelt hätte.
16 von 16


ausgezeichnet
, NRW, 09.03.2011
Verbrechen von Ferdinand von Schirach ist erstaunlich, spannend, eine ganz andere Sicht der Verbrechen und ihrer Urteile durch die Justiz. Wie das Leben so spielt oder Gerechtigkeit anders definiert. Denn Strafe erfolgt nicht immer durch die Justiz bzw eine angemessene Strafe ist genauso unterschiedlich wie Tat und Täter. Der Fall Fähner, 3 Jahre im offenen Vollzug, in der Ehe durch Schwur gefangen. Die Strafe durch Verurteilung wäre lächerlich im Vergleich zu dem was Fähner während seiner Ehe erleiden musste. Aber rechtfertigt das Mord?
Was ist Strafe? Was ist Gerechtigkeit? Strafe soll Täter abschrecken, soll Unrecht aufwiegen und Gerechtigkeit wiederherstellen. Aber was ist wenn die Strafe Erlösung ist?
Das Buch in einem unterhaltsamen Berichtstil geschrieben, lässt in Gedanken Recht mit Unrecht kämpfen und versucht Gerechtigkeit neu zu definieren.
2 von 2


ausgezeichnet
, Berlin, 02.06.2011
Kurzerzählungen nach wahren Fällen des Berliner Strafverteidigers von Schirach. In jeweils ca. 20-seitigen Erzählungen werden Einzelschicksale nacherzählt, die meist etwas mit Mord, Totschlag oder Notwehr zu tun haben. Hinter jedem verbirgt sich eine eigene Geschichte, ein eigenes Schicksal. Es sind Schicksale, die berühren, fesseln, faszinieren. Der Erzählstil ist äußerst literarisch und spannend. Manchmal kaum fassbar, dass es um wahre Geschichten geht. Ich habe es in einem Zug ausgelesen.
3 von 3


ausgezeichnet
, Greifswald, 15.03.2011
An dieser Geschichte zeigt sich sehr deutlich wie eingeschränkt wir sind in unserem Streben nach Macht, Intelligenz und Schönheit, dass wir alle die „anders“ sind verachten und ihnen kaum Chancen einräumen mit und nicht am Rande der Gesellschaft zu leben.

Die zweite Story die mich ebenfalls sehr nachdenklich stimmte war „Liebe“. Hier zeigt sich, das die anwaltliche Schweigepflicht auch sehr viele Nachteile in sich birgt.



Fazit: Ein sehr gelungenes Buch von einem begnadeten Erzähler. Kurz und knackig vermittelt Schirach seine Geschichten und würzt sie mit etwas Zynismus. Sie sind absolut lesens- und empfehlenswert.
1 von 1


ausgezeichnet
, Dresden, 14.10.2010
Der Autor erzählt über Opfer und Menschen, die Verbrechen begingen und den Umständen, wie es dazu kommen konnte. Öfter als einmal denkt man, dass eigentlich der Täter das Opfer ist. Die Geschichten sind klar und flüssig zu lesen. Ein ausgezeichnetes Buch.
8 von 10


ausgezeichnet
, Vlotho, 26.11.2011
Habe selten so spannende und einfühlende Geschichten über menschliche Abründe gelesen.
Ich meine zu merken, dass Ferdinand von Schirach trotz der Einblicke in die "Verbrecherseelen" sich eine tiefe verständnisvolle Sympathie zum Individuum bewahrt hat.
1 von 1


weniger gut
, Münster, 20.12.2010
Reale strafrechtliche Fälle will der Autor uns in diesem Buch nahebringen. Dabei schreckt er nicht vor realistischen Beschreibungen zurück, sind sie noch so grausam. Wir hören von Mördern, Dieben, Drogendealern. Alle elf Fälle, die der Autor in kurze, prägnante Geschichten gepackt hat, sind kurios, aber wohl so tatsächlich passiert.
Dabei ist die gute Sprache des Autors anzumerken. Mit der notwendigen Distanz betrachtet er die Täter und das Tatgeschehen. Es wird in vielen Rezensionen dieses Buches oft bemängelt, dass der nüchterne Schreibstil den Leser nicht fesseln kann. Da frage ich mich aber, wollte der Autor nicht gerade diese Objektivität auch beim Leser bezwecken? Wohl nicht.
Wissen wir nicht alle schon aus Funk und Fernsehen, wie grausam die Welt sein kann? Das Buch wird in alle Himmel gelobt, aber ist es das wert?
2 von 7


ausgezeichnet
, Frankfurt(oder), 18.02.2012
Das Buch ist wirklich sehr gut geschrieben einfach zulesen spannend und mit einer gewissen irnonie .Mann kann es nur weiter empfelen! Ich bin jetzt auf den geschamk gekommen und werde mir noch weitere Bücher von Ferdinand von Schirach bestellen.


ausgezeichnet
, Bayreuth, 31.03.2012
Besonders bewegend fand ich die letzte Geschichte. Es sind ja nicht nur die Handlungen in den Geschichten, sondern was dahinter steht.
Gerade weil es sich um wahre Begebenheiten handelt, ist es F. von Schirach sehr gut gelungen, nicht auszuschweifen, sondern anschaulich und trotzdem mit einem Spannungsbogen in jeder Geschichte zu fesseln.
Sehr empfehlenswert.

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