Schuld, Ferdinand von Schirach, Politik & Soziologie
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Schuld

Schuld

Stories

ausgezeichnet
Gut und Böse, Schuld und Unschuld

Strafverteidiger von Schirach stellt hier neue, bewegende Geschichten aus seiner Praxis vor: ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne, neun Biedermänner zerstören das Leben eines Mädchens und keiner muss büßen.

Der Blick in menschliche Abgründe.

2010, 199 Seiten, Maße: 13,6 x 21 cm, Gebunden, Deutsch Piper ISBN-10: 3492054226
ISBN-13: 9783492054225
 
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Klappentext zu: Schuld

Ein Mann bekommt zu Weihnachten statt Gefängnis neue Zähne. Ein Junge wird im Namen der Illuminaten fast zu Tode gefoltert. Die neun Biedermänner einer Blaskapelle zerstören das Leben eines Mädchens und keiner von ihnen muss dafür büßen Neue Fälle aus der Praxis des Strafverteidigers von Schirach die der Autor von Schirach in große Literatur verwandelt hat. Mit bohrender Intensität und in seiner unvergleichlichen lyrisch-knappen Sprache stellt er leise, aber bestimmt die Frage nach Gut und Böse, Schuld und Unschuld und nach der moralischen Verantwortung eines jeden Einzelnen von uns.

Rezension zu: Schuld

"Schuld ist ein großes Buch." (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)"Es sind kleine Meisterwerke darunter von enormer sprachlicher Präzision und Darstellungskraft. [...] Sie lesen sich, als würde man den Schritten eines Unheils lauschen, das unaufhaltsam vorwärts drängt." (Die Welt)

Leseprobe: Schuld

Schuld von Ferdinand von Schirach       DNA   Für M.R.  

Nina war siebzehn. Sie saß vor dem Bahnhof Zoo, vor ihr ein Pappbecher mit ein paar Münzen. Es war kalt, der Schnee blieb schon liegen. Sie hatte sich das nicht so vorgestellt, aber es war besser als alles andere. Sie hatte ihre Mutter das letzte Mal vor zwei Monaten angerufen, ihr Stiefvater war ans Telefon gegangen. Er hatte geweint,
...

Autoren-Porträt von Ferdinand von Schirach:

Ferdinand von Schirach, geboren 1964 in München, arbeitet seit 1994 als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin. Zu seinen Mandanten gehörten das frühere Politbüro-Mitglied Günter Schabowski, der ehemalige BND-Spion Norbert Juretzko, Industrielle, Prominente und Angehörige der Unterwelt.

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ausgezeichnet
, Vellmar, 22.08.2010
Von Schirach erzählt nicht einfach nur kuriose und absurde, in irgendeiner Form spektakuläre Fälle, sondern all seine Geschichten führen uns etwas vor Augen: den oftmals unauflösbaren Widerspruch zwischen Recht und Gerechtigkeit. Von Schirachs Geschichten führen uns an die Grenzen und in die Grenzbereiche unseres Rechtssystems, dorthin, wo moralisch-sittliches Empfinden und im Gesetz verankerte Verbote und Regeln sich konträr gegenüber stehen; dorthin, wo sich die Unzulänglichkeiten unseres Rechtssystems in aller Deutlichkeit offenbaren - und davon ausgehend stellt sich unwillkürlich die Frage nach der Schuld.
Sein Stil ist leicht und flüssig zu lesen, allerdings keineswegs simpel.
Im Gegenteil, sein raffinierter Lakonismus und seine Schnörkellosigkeit erinnern an keinen Geringeren als Ernest Hemingway, den Meister des sprachlichen Understatements.
16 von 16


ausgezeichnet
, Berlin, 24.08.2010
Beeindruckend, lesenswert!
Für alle, die es nicht mögen, durch endlose Sprachbilder gequält zu werden, sehr zu empfehlen. Schirach ist ein excellenter Erzähler. Seine Stories fesseln von Anfang bis Ende. Mit Sarkasmus und Humor stellt er in ihnen die Frage nach Schuld oder Unschuld. Einziger Minuspunkt ist sein frostig-spröder Stil. Etwas mehr sprachliche Flüssigkeit, etwa wie bei Klaus Köhlers witzigem Schelmenroman "Aus dem Leben eines geilen, kleinen Arschlochs" (!), würden für erheblich mehr Lesespaß sorgen. Trotzdem u. uneingeschränkt FÜNF Punkte! (Für -ZWEI- talentierte Autoren!)
16 von 17


ausgezeichnet
, Gifhorn, 07.12.2010
Ergreifend, mitfühlend, nachdenklich, aufwühlend ...
Soviele verschiedene Gefühle in einem Buch. Mal leidet man mit, mal kann man Angst vor der "Realität" bekommen. Es handelt sich ohne Frage um ein aussergewöhnliches Buch mit den verschiedensten Lebensgeschichten. Ob alle der Wahrheit entsprechen muss man glaube ich für sich entscheiden. Zumindest ist es kein Buch für Schwache Nerven. Herr von Schirnach erzählt ohne eigene Gefühle ohne Gedanken, reine Fakten, die vorstellbaren Gefühle in den Situationen kommen von jedem Leser selbst.
Ich bin auf die Nachfolgenden Werke gespannt.
5 von 5

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