Die Demontage von Hans Bellmers Puppe, Otto K. Werckmeister, Malerei & Bildende Kunst
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Die Demontage von Hans Bellmers Puppe

Die Demontage von Hans Bellmers Puppe
1936 baute Hans Bellmer seine berühmte zweite Puppe, die heute im Pariser Centre Pompidou aufbewahrt wird. Die Figur diente der fotografischen Inszenierung der Unterwerfung, Verletzung, vielleicht sogar Ermordung eines lüsternen... mehr

2012, 75 Seiten, 30 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Maße: 12,6 x 21,5 cm, Kartoniert (TB), Deutsch DEUTSCHER KUNSTVERLAG ISBN-10: 3422070257
ISBN-13: 9783422070257
 

Produkt-Beschreibung zu: Die Demontage von Hans Bellmers Puppe

1936 baute Hans Bellmer seine berühmte zweite Puppe, die heute im Pariser Centre Pompidou aufbewahrt wird. Die Figur diente der fotografischen Inszenierung der Unterwerfung, Verletzung, vielleicht sogar Ermordung eines lüsternen halbwüchsigen Mädchens. Im Zuge der sexuellen Emanzipation der heutigen Gesellschaft sind diese Fotografien aus dem Reservat einer obszönen Kunst für Eingeweihte in die öffentliche künstlerische Kultur hervorgetreten, die keine erotischen Tabus mehr gelten lässt. Zwei Künstler haben Bellmers Puppe einer kritischen Demontage unterzogen, die dieser Enttabuisierung Rechnung trägt. 2004 stellte sie Mamoru Oshii in seinem Film "Innocence" als Prototyp massenfabrizierter Sexroboter dar, den ein Polizeiagent zerstört. 2006 zeigte die Puppenspielerin Antje Töpfer in ihrem Stück "Die Pandora-Frequenz" eine technische Demontage der Puppe in den Händen einer Frau, die sie als dysfunktional erweist. So setzten beide Künstler Bellmers Ikone für gewaltsame Aufschwünge und Agonien männlicher Sexualität auf ihre Weise außer Kurs.
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Klappentext zu: Die Demontage von Hans Bellmers Puppe

1936 baute Hans Bellmer seine berühmte zweite Puppe, die heute im Pariser Centre Pompidou aufbewahrt wird. Die Figur diente der fotografischen Inszenierung der Unterwerfung, Verletzung, vielleicht sogar Ermordung eines lüsternen halbwüchsigen Mädchens. Im Zuge der sexuellen Emanzipation der heutigen Gesellschaft sind diese Fotografien aus dem Reservat einer obszönen Kunst für Eingeweihte in die öffentliche künstlerische Kultur hervorgetreten, die keine erotischen Tabus mehr gelten lässt. Zwei Künstler haben Bellmers Puppe einer kritischen Demontage unterzogen, die dieser Enttabuisierung Rechnung trägt. 2004 stellte sie Mamoru Oshii in seinem Film "Innocence" als Prototyp massenfabrizierter Sexroboter dar, den ein Polizeiagent zerstört. 2006 zeigte die Puppenspielerin Antje Töpfer in ihrem Stück "Die Pandora-Frequenz" eine technische Demontage der Puppe in den Händen einer Frau, die sie als dysfunktional erweist. So setzten beide Künstler Bellmers Ikone für gewaltsame Aufschwünge und Agonien männlicher Sexualität auf ihre Weise außer Kurs.

Autoren-Porträt von Otto K. Werckmeister:

Otto Karl Werckmeister, geboren 1934, lebt nach langjähriger Lehrtätigkeit an der University of California in Los Angeles, California, und an der Northwestern University in Evanston, Illinois, seit 2001 wieder in Berlin. Ein Schwerpunkt seines Arbeitens ist die zeitgenössische Kunst.

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