Die Masken aus der Nekropole von Lipari, Agnes Schwarzmaier, Altertum
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Die Masken aus der Nekropole von Lipari

Die Masken aus der Nekropole von Lipari
In der Nekropole von Lipari haben sich große Mengen von Tonmasken aus dem 4. und frühen 3. Jahrhundert v. Chr. gefunden, die eine außergewöhnliche lokale Besonderheit darstellen.
Diese bedeutende Gattung wird als Erzeugnis des lokalen... mehr

2012, 256 Seiten, 2 farbige Abbildungen, 24 Schwarz-Weiß-Abbildungen, Maße: 29 cm, Kartoniert (TB), Deutsch Reichert ISBN-10: 3895007102
ISBN-13: 9783895007101
 

Produkt-Beschreibung zu: Die Masken aus der Nekropole von Lipari

In der Nekropole von Lipari haben sich große Mengen von Tonmasken aus dem 4. und frühen 3. Jahrhundert v. Chr. gefunden, die eine außergewöhnliche lokale Besonderheit darstellen.
Diese bedeutende Gattung wird als Erzeugnis des lokalen Kunsthandwerks betrachtet und nach ihrem Quellenwert für das antike Theaterwesen befragt. Außerdem erlaubt die hier erstmals vorgenommene Untersuchung der Masken in ihrem Kontext in der Nekropole wichtige Rückschlüsse auf ihre Funktion und Bedeutung im Rahmen des Grabrituals sowie mögliche dahinterstehende Vorstellungen vom Umgang mit dem Tod.
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Klappentext zu: Die Masken aus der Nekropole von Lipari

Das Buch Die Masken aus der Nekropole von Lipari beschäftigt sich mit den außergewöhnlich zahlreichen und qualitätvollen Tonmasken von der Insel vor der sizilischen Nordküste, die bisher vor allem als Quellen für das Aussehen der verlorenen, im antiken griechischen Theater getragenen Masken Furore gemacht haben. Sie stammen aus dem 4. und frühen 3. Jahrhundert v. Chr. und werden hier erstmals als Funde aus einer Nekropole und damit als Zeugnisse für Bestattungsritual und Grabkult sowie die damit verbundenen Vorstellungen vom Tod betrachtet.
Ausgangspunkt ist die Gattung der liparischen Masken als Ganzes. Die Stücke werden im ersten Teil des Buches als Erzeugnisse des lokalen Koroplastenhandwerks typologisch und chronologisch geordnet sowie hinsichtlich ihrer ikonographischen Besonderheiten befragt. Auch ihre Polychromie spielt eine Rolle. Zudem wird ihre Aussagekraft für das griechische Theaterwesen kritisch hinterfragt.
Im zweiten Teil des Buches stehen die Masken in ihren Nekropolenkontexten im Blickpunkt. Auf der Grundlage des gegenwärtigen internationalen und fächerübergreifenden methodisch-theoretischen Diskurses zur wissenschaftlichen Auswertung von Nekropolen werden die Fundlage und Vergesellschaftung der Masken betrachtet. Aufgrund der starken Regelmäßigkeit, mit der bestimmte Beigaben in- und außerhalb der Gräber deponiert wurden, lassen sich zahlreiche Rückschlüsse auf den Ablauf des Bestattungsrituals ziehen, die sich mit den einschlägigen literarischen Belegen parallelisieren lassen. Der Vergleich mit anderen Nekropolen in Griechenland und Unteritalien mit ähnlichen Deponierungsregeln offenbart sowohl die zugrundeliegenden gemeinsamen Vorstellungen von der Funktion bestimmter Grabsitten als auch die außergewöhnlichen lokalen Eigenheiten in Lipari. Durch eine kulturanthropologische Perspektive, besonders den Vergleich mit traditionellen Bestattungssitten in ländlichen Gebieten Griechenlands und des Balkans, die bis vor kurzem noch praktiziert wurden, wird die Deutung unterstützt.
Denn es zeigt sich, dass die Masken fast grundsätzlich zusammen mit einem Symposionsgeschirrset für eine Person den Verstorbenen oder die Verstorbene am Kopfende außerhalb der Sarkophage oder Urnen abgelegt wurden. Allerdings ergänzten sie bei nur ca. 5 Prozent der Bestattungen das Geschirrset und konnten durch dionysische Tonstatuetten ( Theaterterrakotten ) ersetzt werden. Daher kann man wahrscheinlich davon ausgehen, dass die Masken nicht unmittelbar auf das Theater zu beziehen sind, sondern als Kultsymbole des Gottes Dionysos auf ein Symposion unter seinem Schutz verweisen, das möglicherweise erst im Jenseits gefeiert werden sollte.

Autoren-Porträt von Agnes Schwarzmaier:

Agnes Schwarzmaier, geb. 1962, hat Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Kunstgeschichte in Freiburg i. Br. und Bonn studiert und wurde 1991 mit einer Arbeit über Griechische Klappspiegel promoviert. Nach dem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts war sie Assistentin am Institut für Klassische Archäologie der Freien Universität Berlin, wo sie sich 2002 mit dem vorliegenden Buch habilitierte. Nach mehreren Stipendien und einer Anstellung beim Corpus Vasorum Antiquorum ...

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