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Kundenkommentare zu: Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010

23 Kundenkommentare (Durchschnitt: 4 sehr gut)
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ausgezeichnet
Karin M., Hilpoltstein, 09.09.2009
Besonders beeindruckt hat mich bei diesem Buch, dass es nicht so einfach in gut-böse unterteilt. Es ist eben nicht immer so einfach.

Was einen Menschen bewegen mag eine schlimme Tat zu begehen, das kann man sich nur schwer vorstellen. Dem Autor gelingt es aber, aus langjähriger Berufserfahrung als Jurist heraus, die absurdesten Motive packend zu schildern.

Die besten Geschichten schreibt wohl doch das Leben? Ja wahrscheinlich, aber auch die seltsamsten...

Morde wegen einer antiken Teeschale? Schafe, die das Böse verkörpern und deshalb abgeschlachtet werden müssen? Prostitution aus Liebe?

Die Abgründe in den Seelen der Betroffenen werden gekonnt ausgelotet und fast gelingt es einem sie zu verstehen oder wenigstens mit ihnen zu fühlen!

Fazit: Ganz großes Kopf-Kino! Nicht nur beim Lesen unterhaltend sondern regt auch zum Nachdenken und Debattieren an. -> LESEN!
16 von 16

ausgezeichnet
Josie0412, Niedersachsen, 23.08.2009
Strafverteidiger Ferdinand von Schirach berichtet in elf spannend, tragischen, nachdenklichen oder auch unheimlichen Geschichten von Menschen, die zu Verbrechern aller Art wurden.
Es geht um Mörder, Bankräuber, Folterer, Kleinkriminelle usw..
Faszinierend sind alle Geschichten, man kann eigentlich keine einzige besonders herausheben.
Ob es nun die Geschwister sind, wo die Schwester ihren Bruder aus Liebe tötet, Frank, der alles versucht, um wieder zu seiner Familie nach Afrika zu kommen oder auch der junge Türke, der sich sein Leben lang dümmer stellen musste, als er in Wirklichkeit ist.
Ferdinand von Schirach versteht es, den Leser mit seinen Geschichten in den Bann zu ziehen. Das Buch lässt sich flüssig lesen und man giert nach mehr.
Ich hoffe, dass das nicht das letzte Buch dieser Art von dem Autor ist.
13 von 13

ausgezeichnet
Tina b., essingen, 30.08.2009
Herr von Schirach erzählt uns in seinen Geschichten, wie es im Leben läuft, wenn es erst richtig den Bach herunter geht. Wie man ausversehen in die Fänge der Justiz gelangen kann, ob verschuldet oder nicht. Seine Mandanten sind schuldig, manchmal aber auch nicht.

In Kurzgeschichten wird das Leid und die Liebe vieler seiner Mandaten geschildert. Manchmal hatten sie einfach Glück, das andere mal war der Richter auf ihrer Seite. Beeindruckende Storys über das Leben auf Abwegen und deren nicht immer positiven Ende.

Ein negatives Beispiel scheint mir der Fall „Liebe“ zu sein, in dem es um Kanibalismus geht. Die Justiz kann nicht weiterhelfen und ist in ihren Händen so gebunden, das daraufhin nachweislich Morde geschehen. Wie kann man damit Leben, und trotzdem ein guter Mensch zu sein???

Spannend, teils auch lustig zu lesen und wahnsinnig schicksalsergreifend. Ein Bestseller!!!
7 von 7

ausgezeichnet
Rockabella, Essen, 23.08.2009
Ferdinand von Schirach,der als Anwalt und Strafverteidiger in Berlin arbeitet,erzählt in diesem Buch von wahren Begebenheiten.Fälle,die er selbst übernommen hatte.Die völlig verschiedenen Straftaten beschreibt er kurz und treffend,fast emotionslos.Und überraschenderweise begreift man die Handlungsweise vieler Straftäter.Mal empfindet man Mitleid,mal fragt man sich warum der Täter sich nicht helfen ließ.Es passiert etwas,das man sich vorher nicht vorstellen konnte.Man sympathisiert mit dem einen oder anderen Verbrecher.Mit diesem Buch lernt man,nicht kopflos zu verurteilen.Man lernt die Geschichten der Straftäter zu verstehen.Aber man lernt auch,dass sich einige Personen gar nicht helfen lassen wollen.Mir hat das Buch sehr gut gefallen.Ich finde es toll mit welcher Einfachheit der Autor hier von den Verbrechen erzählt und uns mit in die geheimsten Gedanken der Täter nimmt.Sehr kurzweilig!
7 von 7

ausgezeichnet
Andrea, Siegburg, 23.08.2009
Dieses Buch besteht aus vielen einzelnen Geschichten aus dem Lebens eines Anwalts. Die Geschichten lassen sich zusammenfassen als bunten Mix aus Missverständnissen, psychischen Krankheiten und Menschen, die man einfach nicht versteht. Abschließend kann ich zu diesem Buch nur sagen: Wow! Ich finde es wirklich genial, wenn auch an einigen stellen ziemlich eklig. Aber alles in allem ist es wirklich etwas ganz besonderes. Wann wird man schließlich schon so oft überrascht und sieht am Ende die Welt ganz anders? Was man aus diesem Buch mit nimmt ist letzten Endes die Gewissheit, dass Menschen nicht immer so sind wie man es von ihnen erwartet. Verbrecher sind nicht immer böse, Opfer nicht immer nur gut. Man lernt die Grautöne zu sehen und nicht immer alles nur schwarz oder weiß zu sehen. Ich kann das Buch nur empfehlen, es ist wirklich etwas ganz besonderes.
8 von 8

ausgezeichnet
C. Jordan (Everett), Barsinghausen, 24.08.2009
Stories steht auf der ersten Seite, es fehlt noch der Zusatz true, denn diese Stories sind so unglaublich, dass es einfach nur faszinierend war. Der Autor hat die Geschichten einiger seiner Mandanten ohne Partei-, und Stellungnahme aufgeschrieben. Er erzählt die ihm beaknnten Falten ohne Ausschmückungen, wodurch schon der Beruf des Autors ohne Erklärungen zu erahnen ist. Gerade deshalb war ich als Leser gefesselt und wünschte mir am Ende mehr Stories dieser Art. Es sind spektakuläre und auch stille Geschichten, von psychologischen und existenziellen Problemen, die durch Tod, Gewalt ihre Auflösung finden, oder auch Leben rettet. Auf jeden Fall unheimlich interessant hinter die geschilderten Verbrechen zu gucken. Die besten Geschichten schreibt das Leben selbst und diese sind durch die schon lakonische Art besonders eindrucksvoll geschrieben.
6 von 6

sehr gut
Jazzy, Bremen, 05.09.2009
Brutal und traurig - diese Geschichten zeigen jeweils ein Ausschnitt eines Lebens, das skurriler nicht sein könnte - einfach anders. Und das macht meiner Meinung nach das Besondere dieses Buches aus.

Ferdinand von Schirach erzählt Geschichten aus dem alltäglichen Leben, aus seinem ganz persönlichen alltäglichen Leben, für ihn zum Teil sicherlich Realität und doch so unglaublich, dass man kaum zu glauben mag, dass solche Verbrechen wirklich passiert sind.

Die Knappheit der Geschichten macht es dem Leser möglich, dieses Buch sehr schnell zu verschlingen. Manche sind dadurch allerdings etwas unverständlich und lassen mich mit einem Fragezeichen zurück. Hat man jedoch die eine Story ausgelesen, ist man sofort begierig auf die Nächste, mit dem Gefühl der Faszination und Schockiertheit zugleich.

Ein lesenswertes Buch voller unalltäglicher alltäglicher Geschichten.
4 von 4

ausgezeichnet
Anne, Westphal, 14.09.2009
Mich hat jede einzelne Geschichte bewegt und erschreckt. Ich habe sowohl mit den Opfern als auch mit den Tätern gefühlt. Die einzelnen Stories sind in einem passenden Stil geschrieben. Nicht zu ausgeschmückt, dass man die Wahrheit der Geschichte anzweifelt. Der Berichtcharakter der Rechtssprache bleibt, ist aber in eine Allgemeinsprache gehalten, die jeder versteht. Die Texte bekommen durch diese romanartige Realitätsbeschreibung ihre eigene Klangfarbe.
Elf Stories die uns über unsere Mitmenschen nachdenken lassen. Denn Schuld ist nicht gleich Schuld.
4 von 4

sehr gut
Isiera, Mannweiler-Cölln, 24.08.2009
Das Buch enthält 11 Geschichten, die verschiedene Aspekte aus dem Berufsleben von Schirach beleuchten. Auffallend ist dabei der nüchtern-sachlich, distanzierte Schreibstil des Autors. Durch die meist emotionslose berichtähnliche Art kann man sich als Leser gut eine eigene Meinung bilden. Die Geschichten hinter den eigentlichen Taten lassen einen diese oft mit anderen Augen sehen, so dass man Verständnis und manchmal auch Mitgefühl mit den Tätern bekommt.
Bei einigen Fällen hätte ich mir gewünscht, dass Schirach noch mehr Details erzählt, besonders bei dem Mann am Bahnhof. Auch wenn er schreibt er wüsste selbst nicht mehr, fand ich es schade, dass die Geschichte einen sehr rätselnd zurücklässt. Da wäre meiner Meinung nach eine andere Geschichte in dem Fall die bessere Wahl gewesen.
4 von 4

sehr gut
Tintenherz, Kiel, 13.09.2009
In diesem Buch werden Geschichten von Menschen erzählt, die Verbrechen verüben und wie sie vom Gericht dafür verurteilt werden. Geschichten, die ungewöhnliche Einblicke in die Psyche der verschiedenen Personen geben. Es geht um Mord aus Verzweiflung, aus Liebe, Intrigen und Raub. Wahre unglaubliche Begebenheiten, die dem Autor in seiner Funktion als Strafverteidiger begegnet sind.
Die einzelnen Geschichten sind vom Autor gut durchstrukturiert und er erzählt die Ausnahmeschicksale, die brutal und ergreifend sind, ungeschminkt und nüchtern in kurzen prägnanten Sätzen. Die Realität vor Gericht wird von Ferdinand von Schirach anschaulich beschrieben.
Fazit:
Dieses Buch zeigt ziemlich wirkungsvoll, dass es in unserer Gesellschaft keine Tabus mehr gibt. Beim Lesen der einzelnen Geschichten bekam ich so manches Mal Gänsehaut. Es ist keine leichte Kost, aber unbedingt lesenswert.
2 von 2

sehr gut
vöglein, B-W, 20.09.2009
Ja, da bekommt das Verbrechen als solches nochmals eine ganz andere Dimension.
Erschreckend nah ist die Grenze von der "Normalität" zur Kriminalität und es wird einem mehr als deutlich, das jeder jederzeit betroffen sein kann.
Auf gut lesbare Art erzählt Schirach aus seiner Praxis und läßt uns teilhaben an seinen "Fällen". Ergreifend, spannend, nachdrücklich aber auch stelleweise schmunzelnd läßt sich dieses Büchlein lesen. Einzig beim vorletzten Fall hätte ich mir gewünscht, dass die Schweigepflicht evtl. Ausnahmen zuläßt.....dann hätte es ja vielleicht einen Mord weniger gegeben.
Ach ja, Michalka hats geschafft und ich freue mich für ihn.......
Von Gefallen möchte ich bei diesem Buch aufgrund der Tatsachenberichte eigentlich nicht sprechen, empfehle es aber unbedingt an alle kriminalistisch Begeisterten weiter.
2 von 2

sehr gut
blues-sister, Verden, 18.09.2009
Man muss sich auf diesen Stil einlassen und ihn mögen. Es ist kein Thriller-Stil, es gibt keine Special effects. Trotzdem sind die Geschichten ungeheuer spannend - gerade deshalb wirken sie so "echt". An ihnen ist kein Wort zuviel und keins zu wenig.

Ob sie, tatsächlich so "wahr" sind, wie Autor und Verlag behaupten, ist überhaupt nicht wichtig, schließlich handelt es sich um Geschichten, und da hat der Autor eine künstlerische Freiheit. Besser als diese Geschichten, die das Leben schreibt, hätte man sich Romanstoffe auch gar nicht ausdenken können.

Auf jeden Fall wünscht man sich eine Fortsetzung. Herr von Schirach hat doch sicher noch mehr interessante Geschichten erlebt?

Besonders die Geschichten "Glück" und "Der Äthiopier" sind mir im Gedächtnis geblieben - und werden dort auch noch lange Zeit bleiben.
2 von 2

sehr gut
D.Wallat, Herrnburg, 22.09.2009
Prädikat : Lesenswert!

Der Autor erzählt elf spannende, aber komplett unterschiedliche Schicksale;und gibt uns so einen kurzen Blick hinter die Kulissen. Gerade die Tatsache, das diese Geschichten der Wahrheit entsprechen,macht das ganze um so interessanter! Man gerät unweigerlich ins Grübeln; macht sich Gedanken... Der kühle,Emotionslose schreibstil tut sein übriges...

Jeder einzelne Fall berührt einen;aber immer auf völlig unterschiedliche Weise! Wir werden uns bewußt darüber,das jedes Verbrechen immer mehrere Blickwinkel hat - und haben muß! Wir erfahren hier auch etwas über die Täter,was das ganze ganz besonders Interessant macht. Denn manchmal,ist eben auch der Täter ein Opfer... Ein Opfer der Gesellschaft,wenn man so will...

Fazit: Ein sehr gelungendes Buch, welches einem auch nach dem lesen nur schwer loslässt!
7 von 8

sehr gut
Steffi, Wuppertal, 17.09.2009
Direkt mit der ersten Geschichte stimmt uns der Autor in seine Kurzgeschichten ein. Man merkt, es wird keine leichte Kost.
Das Buch Verbrechen von Ferdinand von Schirach erzählt in 11 Kurzgeschichten den Hintergrund der Täter und wieso sie so gehandelt haben.
In seinem Buch erzählt er von den Hintergründen der Täter und zeigt auch warum ein Mörder nicht immer der Skrupellose Mensch ist für den wir ihn halten.
Besonders die Geschichten Das Chello und Äthiopier haben es mir sehr angetan. Denn so wie die beiden "Täter" hätte ich auch gehandelt. Manche Verbrechen geschehen halt aus Liebe und auch wenn es falsch ist sollte man auch immer mal hinter die Fassade schauen.
Die Geschichten waren gut und flüssig zu lesen, sodass ich das Buch leider schon nach 1 Tag aushatte.
2 von 2

sehr gut
Solifera, WÜ, 18.09.2009
In 11 "stories" gibt uns der Anwalt und Strafverteidiger Ferdinand von Schirach Einblicke in die von ihm anvertrauten Fälle. Nüchtern u. sachlich wird jeder einzelne davon geschildert. Man bleibt nicht an der Oberfläche der Geschichte, sondern erfährt Hintergründe und mögliche Beweggründe der "Täter" für ihre Taten. Doch ist es in der heutigen Zeit nicht so einfach ein Urteil zu finden. Tatbestände wie Mord, Diebstahl oder Banküberfall mögen eindeutig sein. Doch gehts auch um das wieso, warum, weshalb? Die Fälle sind teils so verzwickt, dass man sich denkt, eigentlich versteh ich diesen Menschen nur zu gut; entwickelt gar Sympathie für die "Schuldigen". Wo man sich in manch "frei erfundenen" Krimis schon dachte, sie seien gut u. spannend, so trifft man hier auf reale Fälle, in denen Mörder nicht immer “nur“ Mörder sind. Absolut empfehlenswert. Super zum immer mal wieder drin schmöckern.
1 von 1

weniger gut
sabatayn76, Deutschland, 26.09.2009
„Verbrechen“ beginnt mit einer interessanten Geschichte, dem Fall von Friedhelm Fähner, der ein unauffälliges Leben führt und plötzlich seine Ehefrau zerhackt. Diese Story klang vielversprechend, und ich glaubte (und hoffte), dass dem Leser in den folgenden Geschichten weitere Einblicke ins deutsche Strafsystem geboten werden. Leider war dem nicht so, und die nachfolgenden Fallberichte waren teils langweilig, teils grenzüberschreitend detailverliebt und zeigten weder psychologischen noch juristischen Tiefgang.
„Verbrechen“ ist meiner Meinung nach ein Buch, das nur an der Oberfläche kratzt, delinquentes Verhalten und Strafbemessung nicht ausreichend erklärt und somit kein Wissen und keine Erkenntnis vermitteln kann.
4 von 7

ausgezeichnet
mary r., Essen, 04.07.2010
In dem Buch „Verbrechen“ von dem Autoren Ferdinand von Schirach erfährt man von lauter unglaublichen Geschichten, die dennoch wahr sind.

Schon das erste Kapitel aus dem Buch reicht aus, um auf den kompletten Band neugierig zu machen! In der ersten Geschichte „Fähner“ geht es zum Beispiel um den Arzt Friedhelm Fähner und seine Frau Ingrid, welche sich schon auf der Hochzeitsreise als wahre Tyrannin entpuppt und welche im Laufe Ihrer Ehe Ihrem Mann gegenüber immer brutaler und aggressiver wird – bis er im hohen Rentenalter und nach 48 Jahren mit dieser Frau an seiner Seite den einzigen Ausweg sieht wieder frei zu sein, indem er sich seiner Frau auf makabere weise entledigt....

Auch die anderen 10 Stories sind schaurig-gut und auf insgesamt 205 Seiten ist somit Spannung und echte Kurzweile garantiert.

ausgezeichnet
mary r., Essen, 04.07.2010
In dem Buch „Verbrechen“ von dem Autoren Ferdinand von Schirach erfährt man von lauter unglaublichen Geschichten, die dennoch wahr sind.

Schon das erste Kapitel aus dem Buch reicht aus, um auf den kompletten Band neugierig zu machen! In der ersten Geschichte „Fähner“ geht es zum Beispiel um den Arzt Friedhelm Fähner und seine Frau Ingrid, welche sich schon auf der Hochzeitsreise als wahre Tyrannin entpuppt und welche im Laufe Ihrer Ehe Ihrem Mann gegenüber immer brutaler und aggressiver wird – bis er im hohen Rentenalter und nach 48 Jahren mit dieser Frau an seiner Seite den einzigen Ausweg sieht wieder frei zu sein, indem er sich seiner Frau auf makabere weise entledigt....

Auch die anderen 10 Stories sind schaurig-gut und auf insgesamt 205 Seiten ist somit Spannung und echte Kurzweile garantiert.

ausgezeichnet
Silke B., NRW, 16.07.2010
"Verbrechen" von Ferdinand von Schirach hat mir sehr gut gefallen. In der Form einer Sammlung von Kurzgeschichten hat der Autor hier außergewöhnliche Geschichten zusammengetragen, die alle in Verbindung zu einem Verbrechen stehen. Dabei steht jedoch nicht das Verbrechen an sich im Vordergrund, sondern die Menschen, ihre Beweggründe oder ihre Lebensgeschichte.
Besonders gefallen hat mir dabei, dass der Autor immer sachlich bleibt und auf Effekthascherei verzichtet. Juristische Abläufe oder Begriffe werden kurz erläutert, so dass auch das Verhalten des Anwalts verständlich ist.
Insgesamt bietet "Verbrechen" für den Laien einen interessanten Einblick in die kuriosen Fälle eines Anwalts, wobei jedoch jedem Leser klar sein sollte, dass diese nicht die Regelfälle sind, die einem vor deutschen Gerichten begegnen. Leider ist das Buch sehr dünn, so dass es nur ein kurzes Lesevergnügen bot.

ausgezeichnet
Nadine, Berlin, 20.04.2010
In Dtl. wurde das im Mittelalter vorherschende System eine Tat mit immer gleicher Strafe zu belegen abgeschaft - warum sich dies als notwendig erweist zeigt der Autor anhand v. 11 Fällen.
Klar ist, bei jeder der aufgezeigten Taten kann man sich in die Geschichte des Verbrechens einfühlen. Man erfährt die Hintergründe u. bekommt somit einen anderen Bezug zum Täter, als das aus den Medien der Fall wäre.
Mit unerschrockener Sachlichkeit zeigt Schirach mit welchen Problemen sich Gerichte beschäftigen. Dabei steht immer wieder die Frage nach dem Sinn d. Strafe im Mittelpkt. Natürlich soll sie abschrecken, andererseits dürfen die Beweggründe eines Täters für eine Tat nicht außer Acht gelassen werden. Eine Gradwanderung, die nicht immer alle zufrieden stellen kann.
Ich war total gefesselt und nicht selten schockiert. Es ist erschreckend, wie nahe manch fiktive Krimis an der Realität liegen.

ausgezeichnet
sueorange, NRW, 14.10.2009
Unglaublich- aber wahr! Mit seinen 11 "Stories" aus dem Berufsalltag eines Strafverteidigers hat Ferdinand von Schirach eine Sammlung von ungewöhnlichen und absurden Verbrechen geschaffen, die den Leser fesseln, nachdenklich stimmen und bewegen. Im Grunde bin ich kein großer Fan von Kurzgeschichten, aber diese wiedergegebenen Fälle, die auf wahren Begebenheiten beruhen, haben mich sofort fasziniert. Weshalb wird aus einem unbescholtenen Bürger ein Mörder, der seine Frau mit der Axt zerteilt und weshalb kann ein Mörder, der eine solche gruselige Tat begangen hat, dennoch ein mildes Urteil erhalten? Der Autor gewährt dem Leser einen Blick über seine Schulter und mit den Hintergrundinformationen erscheint so mancher Täter und so manche Tat in einem neuen Licht. Sehr empfehlenswert !!!

sehr gut
Edda, Hamburg, 22.10.2009
Sehr unterhaltsam! Es ist der zurückhaltende, nicht bewertende Schreibstil von Schirachs, der den Leser aktiv beteiligt und somit niemals langweilt. Die Knappheit und Schnörkellosigkeit der Geschichten lassen die Distanziertheit auch des Lesers zu. Der Erzählstil führt durch ausgewählte Hinweise auf einen roten Faden.Man kann sich innerlich menschlich beteiligen an dem Geschehen, oder es als absurd für das eigene Vorstellungsvermögen sein lassen.Man bekommt Einblicke in ungewöhnliche Schicksale und kann sich darüber erstaunen, wie vielfältig und bunt gestrickt die Ausschnitte anderer Leben sein können, die erst dadurch öffentlich wurden, weil sie mit dem Gesetz in Konflikt gerieten. Doch inwieweit ist der Täter nicht das Opfer? Unsere Sicht der Dinge wird in Frage gestellt und das Bekannte wird schmunzelnd ad absurdum geführt. Ein gelungenes Buch: Empfehlenswert!

sehr gut
Solifera, Wü, 20.09.2009
In 11 Geschichten, "stories" gibt uns Anwalt u. Strafverteidiger Ferdinand von Schirach Einblicke in die von ihm anvertrauten Fälle. Nüchtern u. sachlich wird jeder einzelne davon geschildert. Man bleibt nicht an der Oberfläche, sondern erfährt Hintergründe u. mögliche Beweggründe der "Täter". Tatbestände wie Mord, Diebstahl oder Banküberfall mögen zwar eindeutig sein. Doch geht’s auch um das wieso, warum, weshalb? Die Fälle sind teils so verzwickt, dass man sich denken könnte, eigentlich versteh ich diesen Menschen nur zu gut. Man entwickelt gar Sympathie für die "Schuldigen". Wo man sich in manch "frei erfundenen" Krimis schon dachte, sie seien gut und spannend, so trifft man hier auf reale Fälle, in denen ein Strafmaß nicht so einfach zu finden ist, weil Mörder nicht immer nur Mörder sind. Absolut empfehlenswert. Super geeignet zum immer mal wieder drin schmöckern.
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Informationen zu diesem Artikel:
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Verbrechen. Ausgezeichnet mit dem Kleist-Preis 2010, Ferdinand von Schirach, Biografien
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