Brunnenleich, Ilona Schmidt

Brunnenleich

Franken-Krimi

Ilona Schmidt

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Während des Coburger Schlossplatzfestes wird in einem Brunnen eine Frauenleiche entdeckt. Eigentlich ein Routinefall, wäre die Frau nicht schon vor Jahren von ihrem Ehemann ermordet worden. Der vorgetäuschte Mord zerstörte nicht nur ihn, sondern...

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Kommentare zu "Brunnenleich"

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  • 5 Sterne

    Lesezeichenfee, 10.07.2018

    aktualisiert am 22.07.2018

    „Die Großen lässt man laufen.“ Vorsicht Spoiler!!!

    Fee erzählt vom Inhalt

    Melinda und Walter machen Urlaub in der dominikanischen Republik. Mit Felix auf dessen Boot, dass er von Fielbrecht billig gekauft hat. Melinda verschwindet und Walter muss 15 Jahre wegen Mordes im Gefängnis sitzen.

    Fee`s Meinung

    Was für ein dramatisches Buch! Ich bin ganz und gar nicht einverstanden mit der Geschichte, aber wie sagt man so schön: Dann müsst ich das Buch ja selber schreiben! Und ehrlich? Da bleib ich doch lieber Leserin!

    Die Kapitel haben immer eine von drei Überschriften: Walter, Richard und Maxi. Es wird also immer aus der Sicht von Walter, der der angeblich seine Frau umgebracht hat, Richard, der bei der Polizei arbeitet und Maxi seine Vorgesetzte, geschrieben. Wären sich Richard und Maxi im normalen Leben begegnet, wären sie schon ein Liebespaar, so sind sie sich erst mal näher gekommen. Wegen den beruflichen Verwicklungen. Es gibt auch viele Missverständnisse zwischen den Beiden.

    Also erst dachte ich, das ganze Buch ist durchsichtig und vieles wusste ich ja auch ganz fix. Die Brunnenleich da war ich sofort sicher, dass das Melinda ist.

    Ja, und mit Walter hab ich so mitgelitten, bis auch ich bemerkt hab, dass er schon tot ist. Im Prinzip war er eine lebende Leiche. Denn das Gefängnis hat ihn schon getötet und so wirklich ist er in den zwei Jahren Deutschland auch nicht angekommen. Glücklicherweise haben Ulla (die Schwester von Melinda) und sein Vater ihm geholfen. Alle anderen wollten nicht wirklich was von ihm wissen. Und die anderen des „Dorfes“ haben ihn dann akzeptiert, weil es wichtigeres gab, z. B. die Flüchtlingskrise. Dazu war er auch noch todkrank, weil das Rauchen war ja das einzige, was er im Gefängnis hatte. Und das hat er danach auch noch ausführlich zelebriert. Mir tat er trotzdem leid und ich hätte mir gewünscht, dass „sein Leben wieder in Ordnung gebracht wird“.

    Ulla tat mir auch leid. Ihr blieb im Prinzip auch nichts anderes übrig, als das zu tun, was sie getan hat. (um es möglichst ohne Spoiler zu schreiben). Sie war die andere tragische Verliererin.

    Die Eltern von Ulla und Melinda hingegen taten mir nicht wirklich leid. Sie wurden zu Recht „bestraft“, weil halt jeder seine Lieblinge hat, genau wie die Mutter von Felix und Walter.

    Na ja, da ich an der Geschichte nix ändern kann, Nürnberg samt seiner Würsten ist mir lieber, da ist der Dialekt auch noch so richtig schön fränkisch. Während die Coburger haben irgendwas gesprochen, das mir total suspekt war. Also von daher gab’s auch ein wenig Lokalkolorit und es wurden dann noch einige schöne Gebäude angesprochen von Coburg. Somit würde sich ein Städtebesuch dahin mal lohnen.

    Teil 1 fand ich dann ein wenig langatmig, weil ja immer die Erzählstränge unterbrochen wurden. In Teil 2 (ab S. 21) nahm das ganze dann Fahrt auf, bis zum finalen Ende.

    Das Buch war auch sehr gut geschrieben und toll lektoriert, wie bei Gmeiner üblich. Super! Das Cover ist wie immer, schön passend und Titel und Buchrückseitentext sind so, wie sie sein sollten. Einfach Gmeiner-Perfekt. Bei diesem Verlag wurde ich noch nie enttäuscht und so auch bei diesem Buch.

    Fees Fazit

    Klar, dass es von mir eine Empfehlung gibt, Erzählstil, Spannung, Lokalkolorit sind bei diesem Gmeiner wirklich toll. 5 Sterne.

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    janein
  • 4 Sterne

    Bibliomarie, 23.07.2018

    Sommer in Coburg, unbeschwert und voller Leichtigkeit findet das Schlossbergfest statt. Doch dann wird in einem Brunnen eine Frauenleiche gefunden. Es wird kein Routinefall für die ermittelnden Beamten. Bald stellt sich heraus, dass die Papiere der Toten eine Fälschung sind und es sich um eine Coburgerin handelt, die vor 17 Jahren angeblich in der Dominikanischen Republik von ihrem Ehemann ermordet wurde. 15 Jahre lang saß Walter Hauptmann dafür in karibischem Knast, verurteilt hauptsächlich durch die Zeugenaussage seines Bruders, seinen Unschuldsbeteuerungen hat niemand geglaubt. Inzwischen lebt er wieder in Deutschland, aber so recht Fuß fassen konnte er nicht mehr.
    Für die Dienststellenleiterin Maxie Frohn und ihren Mitarbeiter Richard Levin eine besondere Ermittlung. Nicht nur wegen der vielen Facetten des Falls, die mehr als einen Rachemord vermuten lassen, sondern hauptsächlich wegen der vielen atmosphärischen Störungen zwischen den beiden Beamten. Maxie kam als Vorgesetzte aus Nürnberg und hat sich offensichtlich noch nicht richtig in den Kollegenkreis integrieren können. Was dadurch aus auch an Levin liegen könnte, er mit ihr nicht so recht klar kommt. Jedenfalls fühlen sich beide in ihrer Haut nicht sehr wohl und mehr als einmal sprühen die Funken.
    Oberfranken ist ja eine wunderschöne Location und die sommerliche Altstadt von Coburg als Hintergrund für diesen spannenden Regionalkrimi hat mir sehr gefallen. Die Geschichte, die nicht nur Krimi sondern auch ein Familiendrama ist, ist sehr gut aufgebaut. Die Spannung ist hoch und je weiter der Leser hinter die Geheimnisse der damaligen karibischen Geschehnisse kommt, desto spannender wird es.
    Die ganz unterschiedlichen Charaktere der Ermittler, die sich zumindest anfangs, eher behindern als an einem Strang zu ziehen, bringt noch einen weiteren Handlungsstrang in die Geschichte. Wobei ich, dass kann ich nicht verhehlen, eher auf Maxie Frohns Seite stand und Richard Levin mit seinen machohaften Allüren und Empfindlichkeiten keine ungeteilte Sympathie entgegenbringen konnte.
    Mit der Auflösung der Geschichte ist Ilona Schmidt noch ein besonderer Coup gelungen.
    Wieder einmal ein toller Regionalkrimi aus dem Gmeiner Verlag.

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    janein

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