Das Verschwinden des Josef Mengele

Roman. Ausgezeichnet mit dem Prix Renaudot 2017

Olivier Guez

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1949 flüchtet Josef Mengele, der bestialische Lagerarzt von Auschwitz, nach Argentinien. In Buenos Aires trifft er auf ein dichtes Netzwerk aus Unterstützern, unter ihnen...

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    13 von 16 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Elke S., 14.08.2018

    fesselnde Romanbiografie, die auf Tatsachen, die man nie vergessen darf, beruht

    „Mengele ist der Fürst der europäischen Finsternis. Der stolze Arzt hat Kinder seziert, gefoltert und verbrannt. Der Sohn aus gutem Hause hat fröhlich pfeifend vierhunderttausend Menschen in die Gaskammer geschickt.“

    Oliver Guez hat seinen fesselnden Tatsachenroman ist in zwei Teile gegliedert, „Der Pascha“ und „Die Ratte“. Schon alleine der Titel verrät, worum es in dem ersten Teil geht. Um nicht wegen Kriegsverbrechen angeklagt zu werden, flüchtet Josef Mengele unter falschen Namen über die sogenannte „Rattenlinie“ von Deutschland über Südtirol und Italien nach Südamerika. „Perón öffnet sein Land Abertausenden von Nazis, Faschisten und ..., die eingeladen sind, Argentinien mit Staudämmern, Raketen und Atomkraftwerken auszurüsten und in eine Supermacht zu verwandeln.“, so ist er dort vom Staatsoberhaupt beschützt erst einmal sicher. Nicht nur durch die finanzielle Unterstützung durch die Familie, die sich in Günzburg, meiner Nachbarstadt, mit Mengele Landmaschinen einen Namen gemacht und großen Erfolg hat, gilt für Josef Mengele in Argentinien schnell „Er hat sich das Ansehen seiner Kollegen erworben, seine kleinen Geschäfte laufen gut. Gregor hat Spaß und scheffelt Geld.“. Mengele der Pascha, lässt sich bedienen, feiern, hält sich immer noch für einen Halbgott, eine Selbsteinschätzung, die er wohl auch sein Leben lang nicht verliert, und genießt das Leben mit seiner verwitweten Schwägerin, die nach seiner Scheidung seine zweite Ehefrau wird, in vollen Zügen. Erste Risse bekommt diese Sicherheit, das beschützte Luxusleben nach dem Putsch gegen Perón und mit der Machtübernahme durch Aramburu. Weiter geht es deshalb nach Paraguay, was solange einen sicheren Zufluchtsort bietet, bis die ersten Nachforschungen beginnen. Die Mossad sucht nach Kriegsverbrechern, kann Eichmann entführen und lässt ihn später hinrichten, Journalisten sind auf der Suche nach Mengele und ein Kopfgeld ist ebenfalls auf ihn ausgesetzt, was Neugierige anlockt. Die Wohnorte wechseln, seinen Verfolgern immer einen Schritt voraus gelingt es Mengele in letzter Sekunde im brasilianischen Urwald unterzutauchen, und damit beginnt eine Zeit, mit der sich dann der zweite Teil beschäftigt. Verfolgungswahn, Delirium, Festungsbau, ständige Angst. Von nun an gilt „Mengele, der Musterangestellte der Todesfabriken, glaubte seiner Strafe zu entkommen. Nun aber ist er sich selbst ausgeliefert, seinem Dasein unterworfen, in Brasilien in die Enge getrieben, ein moderner, rastloser Kain. Jetzt beginnt Mengeles Höllenfahrt. Er wird sich selbst zerfleischen und in der Nacht verirren.“ Hier wird lediglich unterbrochen von einigen Phasen des Aufbäumens, in denen er versucht die Macht über die Familien, die ihn verstecken, zu erlangen, ein völlig anderes Bild des selbstverliebten Todesengels von Ausschwitz gezeichnet. „Er ergeht sich, wie immer ohne Reue oder Gewissensbisse, in Selbstmitleid und lässt seine Wut an seinen Vierbeinern und Boaboas im Urwald aus.“, und ein weinerlicher, depressiver Mann mit Verfolgungswahn, der ihm das Leben schwer macht.

    Als Leser begleitet man die Flucht Mengeles, lernt Unterstützer und Freunde kennen, erfährt wer Jagd auf ihn gemacht hat, wie, und warum es nicht geklappt hat ihn vor das Kriegsverbrechergericht zu stellen und auch wie ihn seine Familie unterstützt hat. Zeitgleich verfolgt man mit Mengele, was die Presse über ihn schreibt, wie die Suche nach ihm beginnt. In Rückblicken erfährt man auch von seiner Kindheit, von seinem Konkurrenzkampf mit dem Bruder, seiner Leidenschaft für die Biologie und das Experimentieren, seiner Ausbildung und auch von den Schrecken, die in Ausschwitz an der Tagesordnung standen. Ebenfalls wird mit so manchen Phantasiegeschichten über ihn aufgeräumt.

    Der Autor hat hier einen Tatsachenroman geschaffen, den ich geradezu verschlungen habe. Die kurzen Kapitel verschaffen der Geschichte unheimlich viel Fahrt und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Josef Mengele stirbt 1979 an einem Schlaganfall und wird als „Wolfgang Gerhard“ in Embu, Brasilien begraben, seit 1992 ist zudem eindeutig bewiesen, dass es sich um sein Skelett handelt. Ungeachtet der Tatsache, dass ich wusste, dass es nicht gelungen ist, ihn für seine Taten zur Verantwortung zu ziehen, habe ich gefesselt gelesen, dachte jetzt muss es doch klappen, ihn zu fassen. Obwohl ich den Erzählstil eher als distanziert, nüchtern betrachtet habe, war ich emotional total in der Geschichte gefangen, konnte kaum fassen, dass es nicht auch nur die Spur von Einsehen bei ihm gibt.

    Schon allein der Rat den er seinem Sohn Rolf gibt, der sehr darunter leidet, dass sein Vater als Todesengel gilt und bei einem Besuch kurz vor dem Tod zumindest Reue, lieber noch die Gewissheit, dass es nicht so war, haben möchte, ist bezeichnend „Und lass es dir gesagt sein, Rolf, das Gewissen ist eine widernatürliche, von kranken Menschen erfundene Instanz, um die Tatkraft zu unterbinden und die Tatkräftigen zu lähmen.“

    Immer wieder, wenn ich mich mit dieser Zeit beschäftige, will mir nicht in den Kopf, wie solch grausames Unrecht geschehen konnte, wie es möglich ist, dass es Menschen gibt, wie diesen Kriegsverbrecher Josef Mengele, denen jegliches Gewissen und Unrechtsbewusstsein völlig fehlt. Alles in allem eine großartige Romanbiografie, die auf Tatsachen beruht und die ich jedem geschichtsinteressierten Leser nur wärmstens empfehlen kann.

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    janein
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