Gott hat hohe Nebenkosten

Wer wirklich für die Kirchen zahlt
 
 
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Seit neun Jahren leitet Bernadette Knecht einen katholischen Kindergarten bei Bonn. Sie ist kompetent, engagiert und beliebt. Aber als ihre Ehe zerbricht und sie sich neu verliebt, wird sie entlassen. Sie hat gegen die Moralvorstellungen der katholischen...
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Seit neun Jahren leitet Bernadette Knecht einen katholischen Kindergarten bei Bonn. Sie ist kompetent, engagiert und beliebt. Aber als ihre Ehe zerbricht und sie sich neu verliebt, wird sie entlassen. Sie hat gegen die Moralvorstellungen der katholischen...

Kommentar zu "Gott hat hohe Nebenkosten"

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    peedee, 17.01.2017

    Sehr interessante Einblicke

    Die Autorin lässt den Leser hinter die Kulissen des zweitgrössten Arbeitgebers Deutschlands blicken. Sie erzählt u.a. von Bernadette Knecht, die einen katholischen Kindergarten leitet und sich scheiden lässt. Das wäre noch gerade eben akzeptabel gewesen, aber da sie sich neu verliebt und zu ihrem Freund zieht, wird sie zum „schädlichen Ärgernis“ (!) und somit entlassen. All dies im Jahr 2011 in Deutschland…

    Erster Eindruck: Mir gefällt das klare Cover mit dem etwas lustig anmutenden Titel.

    Einleitend möchte ich sagen, dass für mich der Glaube sehr wichtig ist, ich aber nicht bibelfest bin und auch nicht jede Woche in die Kirche gehe. Mit der Institution „Kirche“, insbesondere der katholischen Kirche, tue ich mich nämlich manchmal etwas schwer. Ich kann u.a. nicht nachvollziehen, wie einzelne Menschen mit Vorbildfunktionen (z.B. Priester) Dinge vertuschen, verleugnen. Eines der 10 Gebote ist doch „Du sollst nicht lügen“ – das passt für mich dann überhaupt nicht.

    Das Buch hat mir sehr interessante Einblicke hinter die Kulissen der beiden grossen Kirchen gewährt (wo ca. 1,3 Millionen Menschen arbeiten). Mir war z.B. nicht bewusst, dass für Angestellte der Kirche nicht das „normale“ Arbeitsrecht gilt, sondern eben das Kirchenrecht. Und das hat z.B. etwas gegen Menschen, die sich scheiden lassen, wie Bernadette Knecht. Wenn sie alleine geblieben wäre, obwohl man wusste, dass sie einen neuen Partner hat, hätte sie ihren Job behalten können. Aber da sie doch tatsächlich mit ihm zusammenziehen musste, ist das ein K.O.-Kriterium: Nun ist für alle sichtbar, dass sie nicht vollumfänglich den Regeln der Kirche folgt. Das macht mich traurig und auch wütend, denn für mich ist der Entscheid der Kirche verlogen (ja, ich weiss, es ist ein hartes Wort). Ist diese Frau ein schlechterer Mensch, weil sie eine neue Partnerschaft eingeht? Und dadurch unfähig, Kinder zu betreuen? Man will ihr einen neuen Arbeitsplatz in einer anderen Stadt anbieten, wo die Leute nichts über ihre Lebensverhältnisse wissen! Ist das ehrlich?

    Menschen, die z.B. in einem katholischen Krankenhaus arbeiten wollen, haben die besten Voraussetzungen, wenn sie katholisch und in ordentlichen Lebensverhältnissen sind. Geschieden? Nicht katholisch? Äusserungen über Abtreibungen oder künstliche Befruchtungen? Oder etwa gar homosexuell? Alles gar nicht gut… Ich verstehe zwar, dass die Kirche ihre Werte hat und diese auch vertreten muss, aber es macht meiner Meinung nach keinen Unterschied, ob die Sekretärin evangelisch ist, der Pfleger homosexuell oder der Oberarzt geschieden. Die berufliche Qualifikation muss doch ausschlaggebend sein, nicht die Lebensverhältnisse.

    Die katholische Kirche ist Träger von vielen Einrichtungen, trägt aber finanziell wenig bis gar nichts bei: Im vorliegenden Fall zahlen das Land, die Kommune und die Eltern selbst (und zwar zu einhundert Prozent, plus zwei Prozent Verwaltungspauschale = einhundertzwei Prozent)!

    Sehr beeindruckend, wie sich die Eltern der Rauschendorfer Kindergartenkinder für ihre beliebte Leiterin einsetzen. Es muss für Frau Knecht eine unwahrscheinlich belastende Zeit gewesen sein, die ich niemandem wünsche. Wie die ganze Geschichte ausgeht, verrate ich hier nicht. Ein sehr gutes Buch – absolute Leseempfehlung von mir.

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    janein

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