Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen, Margot Lee Shetterly

Hidden Figures - Unerkannte Heldinnen

Das Buch, das den Kinofilm von Twentieth Century Fox inspirierte. Deutsche Erstveröffentlichung

Margot Lee Shetterly

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1943 stellt das Langley Memorial Aeronautical Laboratory der NACA,die später zur NASA wird, erstmalig afroamerikanische Frauen ein. "Menschliche Rechner" - unter ihnen Dorothy Vaughan, die 1953 Vorgesetzte der brillanten afroamerikanischen...

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    Jashrin, 03.02.2017

    Auf der Frankfurter Buchmesse 2016 habe ich den Titel in einer Verlagsvorschau von HarperCollins zum ersten Mal entdeckt. Ich muss gestehen, dass ich mich bis dahin - und eigentlich sogar bis ich das Buch dann endlich in den Händen hielt – noch nie mit der Thematik beschäftigt hatte. Es war mir völlig unbekannt, welche Rolle schwarze Frauen in der Geschichte der NACA/ NASA gespielt haben. Sicherlich ist dies zum Teil der Tatsache geschuldet, dass es eben ein Teil der Geschichte der USA ist und nicht Deutschlands oder Europas, dennoch gab es in dem Buch auch immer wieder Dinge und Sachverhalte, die mir dann doch bekannt waren.

    Margot Lee Shetterley erzählt in „Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen“ die Geschichte vieler schwarzer Frauen, der Fokus liegt jedoch auf drei schwarzen Frauen, die trotz aller Widrigkeiten ihren Weg in das Langley Memorial Aeronautical Laboratory gefunden haben und dort ihre Fähigkeiten weiterentwickeln konnten und mit ihrer Arbeit maßgeblich die Forschungen für die Raumfahrt vorangetrieben haben. Es geht um Dorothy Vaughan, Katherine Johnson, Mary Jackson. Alle drei sind starke Frauen, die mich beim Lesen vor allem dadurch beeindruckt haben, wie sie trotz Diskriminierung und vielerlei Vorurteile ihren Weg gefunden haben.

    Als Dorothy sich beworben hat und tatsächlich als eine der „West-Computer“ im Langley Memorial Aeronautical Laboratory anfing, hat sie sicherlich nicht im Traum daran gedacht, wie sich die Dinge im Laufe der Jahre bzw. Jahrzehnte ändern würden. Während es heute normal ist, wenn Afroamerikaner - ganz gleich ob Männer oder Frauen - als Wissenschaftler oder Ingenieure arbeiten, so sah es für Dorothy erstmal völlig anders aus. Sie und die anderen Frauen haben gewissermaßen versteckt, am westlichen Rand des Geländes gearbeitet und bekamen wenig Anerkennung für ihre Arbeit. Doch nicht nur die schwarzen Frauen, auch den weißen Mathematikerinnen wurde zunächst nicht viel zugetraut:
    „Langleys erstes mit Frauen besetztes Rechenzentrum war 1935 in Betrieb gegangen und hatte die Männer der Forschungsanstalt in Aufruhr versetzt. Wie konnte ein weibliches Gehirn derart analytische und exakte Arbeit wie Mathematik verrichten? Schon der Gedanke, 500 Dollar in eine Rechenmaschine zu investieren, die dann ein Mädchen bedienen sollte!“ (S.26)

    Doch trotz der Vorurteile gegen Frauen und vor allem schwarze Frauen, war für Dorothy und die anderen schwarzen Mädchen das Leben im Labor nicht ganz so beschränkt, wie außerhalb, wo die Rassentrennung ganz klar verfolgt wurde. In Langley verschwammen im beruflichen Miteinander mitunter die Grenzen, selbst wenn auch hier Schilder in der Cafeteria oder an Toilettentüren allgegenwärtig waren. So führte auch die Personalabteilung „eine Kartei mit freien Wohnungen für neue Angestellte, sorgfältig nach Rassen getrennt, um >angemessene Kontakte zu ermöglichen< und >Unannehmlichkeiten zu vermeiden<.“ (Seite 58)

    Es war packend und lehrreich in das Buch einzutauchen. Man merkt jeder Zeile an, dass die Autorin sehr gründlich recherchiert hat. Davon zeugen insbesondere die vielen Zitate und Fußnoten. Allein schon der Anhang umfasst mit seinen Anmerkungen und Quellenangaben etwa 50 Seiten. Er ist übersichtlich gegliedert und somit auch während des Lesens gut zu handhaben. Mit einem guten Gespür für die damalige Zeit lässt Margot Lee Shetterley uns teilhaben an einem Stück amerikanischer Geschichte, dass lange übersehen wurde und im letzten Jahr durch das Buch und wohl mehr noch durch die umgehende Verfilmung in den Fokus der Allgemeinheit gerückt wurde.

    Mein Fazit: „Hidden Figures“ ist eine spannende Lektüre, die den Leistungen der so lange unbekannten schwarzen Mathematikerinnen Tribut zollt. Mir hat es sehr gefallen, wie die vielen Zitate in das Buch eingeflossen sind und so nicht nur das Leben von Dorothy und den anderen greifbarer, sondern auch das damalige Zeitgefühl anschaulich gemacht haben. Leider war mir allerdings gerade die erste Hälfte des Buches stellenweise zu trocken und nüchtern, so dass ich trotz des faszinierenden Inhalts nur recht langsam vorankam. Daher „nur“ vier von fünf Sternen.

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    janein
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