Leon: Glück trägt einen roten Pony

C. M. Spoerri

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Ich bin Leon, dreiundzwanzig. Alles andere geht euch nichts an. Ihr wollt meine Geschichte lesen? Nun, wer einen Fantasyroman erwartet, den muss ich enttäuschen. Mein Leben ist definitiv kein Roman - auch mit noch so viel Fantasie nicht. Und...

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  • 4 Sterne

    Aus dem Leben einer Büchersüchtigen., 30.01.2018

    Meinung:

    Ich will euch meinen ersten Gedanken beim Beenden des Buches nicht vorenthalten: „Wenn das Glück aufs Schicksals trifft, krachts gewaltig.“
    Der zweite Gedanke war:
    Wie „zur Hölle“ soll ich das rezensieren?
    Muss ich Abstriche auf meinem Glücksbarometer machen, wenn ich nur vier statt fünf Sterne vergebe?
    Mir Sorgen machen, dass mich das in einen Strudel aus Negativität reißt?
    Die Antwort auf beide Fragen lautet Nein.
    (Auch wenn das schon leicht an den Sarakasmus des Protagonisten grenzt.)

    Denn Leon ist nicht einfach nur eine Figur in einem Roman.
    Diese Geschichte ist viel mehr ein Schlag ins Gesicht für alle Hater/Antimenschen da draußen, auch wenn die Autorin das vermutlich nicht damit bezwecken wollte.
    Dennoch habe ich das im Endeffekt ein bisschen so gesehen.

    Leon ist das genaue Gegenteil von dem perfekten Schwiegersohn.
    Er ist laut, er ist knurrig, er hasst alles und jeden und zieht seine Kraft aus dem Zurechtstutzen anderer Leute.
    Es bereitet ihm kurzweilige Freude, andere runterzuputzen, zu deprimieren und zu verletzen. Über Konsequenzen denkt er nicht nach, wozu auch?
    Die wenigen richtigen Freunde, die es interessieren würde, kann er an einer Hand abzählen.

    Bis Feli auftaucht.
    Feli ist der sinnbildliche Eimer mit Eiswasser, der über ihm ausgekippt wird.
    Sie ist ein wahrer Sonnenschein, sieht immer das Positive und versucht aus Leon einen besseren Menschen zu machen.
    Leon macht es ihr allerdings nicht sehr einfach.

    Ich habe von Fr. Spoerri schon viele Geschichten gelesen.
    Fantasy, sowohl als auch Romance und diese ist keins von beidem.
    Für mich ist es das, was es sein soll (laut Schlusswort der Autorin) - ein Roman, der uns den Spiegel vorhalten soll.
    Ein Roman über das Leben, verpackt in einen hübschen Umschlag.
    Mit viel Witz, Sarkasmus und der mir bereits bekannten Lockerheit.

    Das Bedürfnis etwas zum Schreibstil zu sagen habe ich nicht, denn ich finde, dass die Wirkung der Geschichte eine viel größere Rolle spielt.
    Und so sitze ich hier und stelle mir die Fragen:
    Bin ich glücklich?
    Bin ich immer glücklich?
    Sollte man immer glücklich sein?
    Ja, nein und nein.

    Denn die Botschaft des Buches ist bei mir angekommen.
    Für mich lautet sie:
    Schätze jeden Moment deines Lebens.
    Such das Glück, denn es steht nicht hinter der nächsten Ecke und winkt dir zu.
    Es ist okay auch mal unglücklich zu sein, solange man keine negativen Vibes verbreitet.

    Fazit:

    Mit Leon hat die Autorin nicht nur eine unterhaltsame Geschichte geschaffen, sondern auch gesellschaftskritisch für mich einen Standpunkt bezogen, den ich voll und ganz nachvollziehen kann.
    Themen wie Cybermobbing, Selbstfindung und Einsamkeit werden hier verarbeitet. Ich kann nicht sagen für welche Art von Lesern dieses Buch geeignet ist, das müsst ihr selbst herausfinden.
    Wer wissen will, welche Rolle Feli und auch Stella in der Geschichte spielen, der sollte sich auf die Suche nach seinem Glück machen (sprich lesen ;)).

    Und obwohl Leon auf seine charmante Hals-über-Kopf Art und Weise mein Herz erobert hat, vergebe ich „nur“ 4 von 5 Sterne.
    Denn diese Geschichte reflektiert das Leben und das Leben ist nun mal nicht perfekt.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein

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