Mordsg'schicht, Julia Wallner

Mordsg'schicht

Ein Fall für Ahnenforscherin Juliana Kallberger

Julia Wallner

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Schlafende Hunde soll man nicht wecken

Juliana Kallberger ist froh, in das gemütliche Dörfchen Zwirnbach gezogen zu sein. Hier, in der Heimat ihres Mannes, kann sie in Ruhe ihrem Lieblingshobby nachgehen: Der Ahnenforschung. Doch als sie einen...

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  • 5 Sterne

    Anett H., 22.05.2018

    Als eBook bewertet

    Mords’Gschicht Julia Wallner
    169 Seiten
    17 Kapitel
    Midnight-Verlag

    Gleich zu Beginn muss ich sagen, dass mir das Buch ausnehmend gut gefallen hat. Zu diesem Thema habe ich noch nie in dieser Ausführlichkeit etwas gelesen und es ist sehr interessant.

    Juliana Kallberger und ihr Mann Georg haben sich als Unternehmensberater selbstständig gemacht und sind nach Zwirnbach in Niederösterreich gezogen, der Heimat ihres Mannes. Juliana‘s Hobby ist die Ahnenforschung und sie hat auch einen entsprechenden Genealogie-Blog, um andere Menschen dafür zu begeistern.
    Dank des Internets ist da auch eine Menge zu holen. Beim Recherchieren zu ihrem neuesten Plot findet sie in der Datenbank der Kirchenbücher einen Eintrag aus Zwirnbach über das Erhängen des Bauern Mayerhofer im Jahr 1902 und sie stolpert auf Ungereimtheiten. Damit war ihr Interesse geweckt und sie beginnt ihre Nachforschungen. Dabei ergeben sich immer mehr Fragen. Über diesen Fall schreibt sie auch fleißig in ihrem Blog und bekommt auch rege Zuschriften unterschiedlicher Art. Außerdem versucht sie, Nachfahren des Bauern zu finden, um zu erfahren, was damals passiert ist. Dabei werden auch ein altes Foto der Familie Mayerhofer und sogar der Abschiedsbrief des Bauern gefunden.

    Als dann merkwürdige Dinge geschehen, merkt sie, dass sie mit ihren Ermittlungen in ein Wespennest gestochen hat. Aber wer könnte nach so vielen Jahren noch Interesse an der Aufklärung des Falles haben? Vielleicht geht es um einen Erbschaftsstreit? Der alte Bauer hatte keine Erbschaftsverfügung hinterlassen und die beiden Söhne sowie eine Tochter wollten den Hof erben. Dann taucht auch noch ein unehelicher Sohn der kurz vorher verstorbenen Bäuerin auf.

    In der Gegenwart sind Annie und ihre Mutter schon ein bösartiges Gespann und wittern überall Erbschleicher, denn sie kümmern sich um einen Nachfolger des alten Mayerhofer.
    Ob die beide evtl. hinter den Anschlägen stecken könnten?
    Das sind eine Menge spannender Fragen, auf die Juliana Antworten finden will.

    Ich war beim Lesen wirklich erstaunt, wie viel man noch erfahren kann, wie viel die Nachfahren in 3. Generation noch darüber wissen und auch, was an Papieren, Fotos und Familiengeschichten über die Generationen hinweg immer weiter gegeben wurde. Das ist faszinierend.

    Zwischendurch habe ich immer selbst mal gegoogelt und mir die ANNO-Seite angesehen. Dort sind sehr viele alte Zeitungen digitalisiert.

    Beim Lesen muss man aufpassen, dass man durch die vielen Namen die Zusammenhänge nicht aus den Augen verliert. Dass die Jungen damals oft die Namen der Väter erhielten, macht die Sache nicht einfacher.
    Da waren die Einträge in Juliana‘s Blog zwischendurch auch für mich eine gute Zusammenfassung der Nachforschungen, um noch einmal den Überblick zu bekommen.

    Sehr gut fand ich auch einige Begriffe, Redewendungen und Gericht aus der Gegend. Da habe ich richtig Appetit bekommen.

    Am Ende des Buches findet man sogar den Stammbaum der Familie Mayerhofer und auch Genealogie-Links.

    Das Cover finde ich sehr schön mit dem alleinstehenden Haus und dem nebeligen Wald im Hintergrund.

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    janein
  • 4 Sterne

    jiskett, 20.05.2018

    Als eBook bewertet

    In "Mordsg'schicht" stößt Juliana Kallberger, die sich in ihrer Freizeit leidenschaftlich gerne mit Ahnenforschung beschäftigt, auf einen Eintrag, der sie neugierig macht. Dem Sterbebuch zufolge ist Joseph Mayerhofer 1902 nur wenige Tage nach dem Tod seiner Frau erhängt aufgefunden worden; da ein Selbstmord damals ein Skandal gewesen wäre, möchte sie mehr darüber herausfinde, doch bei ihren Recherchen kommen ihr Zweifel daran, dass es sich wirklich so zugetragen hat, und sie sucht weiter nach Anhaltspunkten. Dabei fand ich sehr interessant, dass diese 'Ermittlungen' als eine Art Ahnenforschung aufgezogen wurden; die Protagonistin versucht, mehr über die Familie Mayerhofer und ihre Nachfahren herauszufinden, um diese dann zu befragen und es war faszinierend, welcher Quellen und Datenbanken sie sich bedienen konnte, um an diese Daten heranzukommen.

    In der Geschichte selbst wird ihr mehrfach die Frage gestellt, ob sie wirklich glaubt, einen Vorfall, der vor so langer Zeit passierte, aufklären zu können, und es scheint tatsächlich schwer vorstellbar. Die Autorin hat es aber meiner Meinung nach recht realistisch dargestellt und ich fand es toll, welche Methoden eingesetzt wurden, um an Informationen zu kommen. Es gibt zwar ein paar Zufälle und glückliche Fügungen und ich habe mich manchmal gewundert, dass fast alle so gesprächsbereit zu sein schienen, doch das lässt sich damit erklären, dass die Angehörigen gerne mehr über ihre Vorfahren wissen wollten und deshalb hat es mich nicht gestört.

    Durch die Nachforschungen der Protagonistin entsteht mit der Zeit ein immer klareres Bild von der Familie und ich fand es toll, nach und nach mehr über die verschiedenen Zweige des Stammbaums und ein paar der lange gehüteten Geheimnisse zu erfahren. Im Laufe der Handlung fallen sehr viele verschiedene Namen, da Juliana ja unter anderem versucht, einen vollständigen Stammbaum zu erstellen, doch der Autorin ist es gelungen, dies übersichtlich darzustellen. Die Einblicke in das Leben der Vorfahren und die geschichtlichen Hintergründe haben mir ebenfalls gefallen, obwohl diese eher am Rande eine Rolle spielen, und die Spekulationen darüber, wer ein Motiv gehabt haben könnte, waren interessant. Ein bisschen schade fand ich aber, dass Juliana so sehr in diesem Hobby und ihren Nachforschungen aufgeht, dass die anderen Aspekte ihres Lebens fast vollständig dahinter zurücktraten, da ich gerne mehr darüber gelesen hätte. Trotzdem war sie mir sympathisch und ich könnte mir vorstellen, weitere Bücher über sie zu lesen, obwohl es da natürlich darauf ankommt, ob glaubwürdig gemacht werden kann, wieso sie erneut ermittelt.

    "Mordsg'schicht" ist ein insgesamt eher ruhiger Krimi, der den Fokus klar auf die Recherchen um die Todesumstände von Mayerhofer und die daraus entstehenden Erkenntnisse und Spuren legt, doch das Buch konnte mich definitiv fesseln. Zudem kann man durchaus neugierig darauf werden, seine eigene Familiengeschichte genauer zu untersuchen, und dazu gibt es hilfreiche Informationen im Anhang. Das hat mir sehr gefallen.

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    janein
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