QualityLand

Roman. Ausgezeichnet mit dem Deutschen Science-Fiction-Preis (DSFP) 2018

Marc-Uwe Kling

Durchschnittliche Bewertung
4.5Sterne
15 Kommentare
Kommentare lesen (15)

Schreiben Sie einen Kommentar zu "QualityLand".

Kommentar verfassen
"Das ist der Algorithmus, wo man mit muss!" - Der neue Roman von Marc-Uwe Kling

Produkt empfehlen

2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Facebook senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
2 Klicks für mehr Datenschutz: Erst wenn Sie hier klicken, wird der Button aktiv und Sie können Ihre Empfehlung an Google+ senden. Schon beim Aktivieren werden Daten an Dritte übertragen – siehe i.
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie durch einen Klick auf das i.


Buch18.00 €

In den Warenkorb

lieferbar

Bestellnummer: 87207483

Auf meinen Merkzettel
Versandkostenfrei
Bestellungen mit diesem Artikel sind versandkostenfrei!
Ihre weiteren Vorteile
  • Selbstverständlich 14 Tage Widerrufsrecht
  • Per Rechnung zahlen
  • Kostenlose Filialabholung

Das könnte Ihnen auch gefallen

Kommentare zu "QualityLand"

Sortiert nach:relevanteste Bewertung zuerst
Filtern nach:alle
Alle Kommentare
  • 5 Sterne

    2 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    jule921, 21.09.2017

    »Wenn man über die Zukunft schreibt, läuft man Gefahr, dass einen die Gegenwart überholt.« — Marc-Uwe Kling.

    Kling hat sich eine interessante aber auch erschreckende Zukunftsvision ausgedacht. Die Story erinnert ein wenig an Lego Movie.

    Nach zwei ökonomischen Krisen entschied die Regierung mithilfe von Unternehmensberatern von Big Business Consulting (BBC) und den Kreativen von WeltWeiteWerbung (WWW) einen neuen Anstrich zu verpassen. QualityLand war geboren. Mit neuem Image, neuen Helden und einer neuen Kultur. Mit seiner Gründung begann auch eine neue Zeitrechnung: QualityTime. Die Hauptstadt wurde zu QualityCity umbenannt und auch die Einwohner sollten keine Standardmenschen mehr sein, sondern Qualitätsmenschen.

    Alles wird von Algorithmen optimiert. Kinder erhalten als Nachname den Beruf ihrer Eltern zugeteilt. So auch Peter Arbeitsloser. Persönliche digitale Assistenten übernehmen das Denken der Menschen. Peters Assistent heißt Niemand. Er hat für Peter Freunde ausgesucht, die anhand Interessen und Vorlieben am besten zu ihm passen. Reserviert automatisch Restaurants für gemeinsame Treffen für den Freundeskreis, bestellt den passenden Burger. Bezahlt wird mit einem Kuss auf das QualityPad (viel fälschungssicherer als der Fingerabdruck). Selbstfahrende Autos wissen, wo er wohnt. Das QualityPad warnt vor Personen mit Vorstrafenregister und empfiehlt Peter einen Sicheren nach Hause weg. TheShop weiß ganz genau was er sich wünscht und liefert per Drohne direkt an die Haustüre.

    Trotzdem perfekter Organisation beschleicht den nicht gerade sympathischen Protagonisten, Maschinenverschrotter Peter, immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt.
    „Peter mag seine Freunde. Aber manchmal, er weiß nicht warum, da kriegt er einfach schlechte Laune, wenn er mit ihnen abhängt.“ ( S. 11)
    „Es hat Peter trotzdem nicht geschmeckt.“ (S. 10)
    „Ohne weitere Fragen nach Weg oder Adresse fährt das Auto los. Man kennt sich. Oder zumindest kennt das Auto Peter.“ ( S. 12)
    „Peter hätte nicht gedacht, dass er sich ein neues QualityPad gewünscht hat. Muss ein unbewusster Wunsch gewesen sein.“ (S. 16)
    Als er auch noch einen rosaroten Delfinvibrator erhält, beginnt er gegen das System anzukämpfen.

    Klings Zukunftsprojektion basiert klar auf den aktuellen Entwicklungen unserer Zeit, die er auf die Spitze treibt und mit typischen trockenen Humor präsentiert.
    Der Schreibstil ist sarkastisch, ironisch, völlig überspitzt – allerdings ist so eine Zukunft durchaus realistisch. Die Geschichte ist sehr lustig, regt aber auch zum Nachdenken an. Sieht so wirklich unsere Zukunft aus? Anfangs bin ich etwas über die ungewöhnliche Namensgebung (vor allem über den Assistenten namens Niemand) gestolpert, was sich aber schnell gelegt hat. Der Text wird immer wieder durch informative Reisehinweise und Werbetafeln unterbrochen, was die Geschichte etwas auflockert. Mir gefällt Klings lockere und lustige Art, auf gesellschaftskritische Themen hinzuweisen.

    Das Cover ist schlicht, gefällt mir aber dennoch sehr gut. Es gibt zwei Versionen: dunkel und für Optimisten eine helle Variante. Wobei mir das dunkle Cover ein bisschen besser gefällt. Die inhaltlichen Unterschiede der beiden Bücher, kann man im Internet nachlesen.

    Klings Stil mag man, oder eben nicht. Daher wird wohl nicht jeder meiner Rezension zustimmen. Klare Kauf- und Leseempfehlung auf jeden Fall für Fans der Känguru-Reihe, sowie Leser, die gerne in ausgefallener Literatur schmökern.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
  • 5 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    HS, 22.11.2017

    Come to where the QUALITY ist – triefende Ironie und rabenschwarze Gesellschaftskritik

    Meine Meinung:
    „Qualityland“ ist der neue Roman von Bestsellerautor Marc-Uwe Kling, der Vielen sicherlich schon von seinen „Känguru-Chroniken“ bekannt sein dürfte. Während des Lesens habe ich in diesem Roman Höhen und Tiefen erlebt. Zunächst war er wie ein leckerer Schokopudding, von dem man einfach nicht genug bekommen kann: fluffig, schokoladig und mit genau der richtigen Süße. Dieser Roman sprüht regelrecht vor aberwitzigen und gleichzeitig größtenteils erschreckenden (Nahzukunfts-)Visionen: Hier fahren alle Autos von selbst (bei Wunsch inklusive Realitäts-Modus mit Beschimpfung der anderen Verkehrsteilnehmer), die Lieferdrohnen bringen ungefragt die neusten Produkte von „TheShop“ (noch bevor der Konsument sich selbst bewusst wurde, dass er sich genau dieses Produkt gewünscht hat), die Presse schafft sich ihre „Wahrheiten“ selbst und alle Menschen finden sich in einem Score-basiertem Ratingsystem wieder, das ihre Attraktivität und ihren Erfolg widerspiegelt. Wer hier durchs Raster fällt (d.h. einen Punktwert von unter 10 hat), gilt allgemeinhin als „Nutzloser“. Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von psychisch kranken Maschinen: wie etwa Drohnen mit Flugangst oder Kampfroboter mit posttraumatischen Belastungsstörungen. All dies und noch viel mehr bringt Marc-Uwe Kling extrem witzig und zugleich gesellschaftskritisch rüber. Denn bei allem Humor fällt einem während des Lesens immer wieder auf, dass unsere heutige Gesellschaft vielleicht gar nicht mehr so weit von diesen Zuständen entfernt ist…

    Mittendrin hatte ich bei diesem Buch allerdings eine richtige „Durststrecke“: der Pudding wurde langsam doch zu süß und ich hatte Sorge, dass mir auf Dauer doch der Appetit bis zum Ende abhanden kommen könnte. Der Hauptgrund hierfür waren die unterschiedlichen Handlungsstränge, von denen ich das Gefühl hatte, dass sie nicht mehr zueinander finden würden. Doch die Sorge war unberechtigt: Am Ende verknüpft Kling alle Stränge und schafft einen runden und in sich schlüssigen Plot – und ich war ehrlich gesagt begeistert!

    Ein weiterer großer Pluspunkt sind für mich die wahren Helden dieser Geschichte: Auf der einen Seite „Peter Arbeitsloser“ (die Nachnamen der Menschen bestimmten sich nach dem Beruf der Eltern!), der als „Level-9-Maschinenverschrotter“ zeitweise zu den „Nutzlosen“ gehört. Dieser unscheinbare, kleine Mann, der ungeliebten und menschelnden Maschinen heimlich eine neue Heimat gibt, will es nicht mehr hinnehmen, dass andere über sein Leben bestimmen und ist alles andere als ein Nutzloser! Auf der andern Seite haben wir den Androiden und Präsidentschaftskandidaten „John of us“, der menschlicher und liebenswerter ist als die allermeisten Menschen, die man in diesem Buch antreffen wird.

    Wer sich auf diesen Roman einlässt wird ohne Zweifel viele Stellen zum Lachen finden – und vielleicht noch mehr Stellen zum Nachdenken. Auf jeden Fall darf man weder vor derber Sprache (hier wird geflucht und offen über Sex geredet – der by the way auch jedes mal bewertet wird) noch vor rabenschwarzer Ironie und bitterbösem Sarkasmus zurückschrecken („Ist der tote Künstler noch Kunst oder kann der weg?“ – S. 152).

    FAZIT:
    Triefende Ironie, rabenschwarzer Sarkasmus und (leider) hochaktuelle Gesellschaftskritik: Marc-Uwe Kling hält der modernen Gesellschaft schonungslos einen Spiegel vor.

    War dieser Kommentar für Sie hilfreich?

    janein
mehr KommentareAlle Kommentare

Mehr Bücher des Autors

Weitere Empfehlungen zu „QualityLand “

Ähnliche Artikel finden

0 Gebrauchte Artikel zu „QualityLand“

ZustandPreisPortoZahlungVerkäuferRating