Sei mir ein Vater, Anne Gesthuysen

Sei mir ein Vater

Roman

Anne Gesthuysen

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Ein Roman über die Bedeutung von Familie, über die Liebe und über das Glamour-Paar der Pariser Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts: Georgette Agutte und Marcel Sembat
Als Lilie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hanna schwer erkrankt ist,...

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Kommentare zu "Sei mir ein Vater"

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  • 4 Sterne

    2 von 7 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Schnuck 5., 01.12.2015

    Die Autorin Anne Gesthuysen beschreibt in ihrem Roman „Sei mir ein Vater“ die Spurensuche rund um ein geheimnisvolles Gemälde. Wie in „Wir sind doch Schwestern“ verwebt sie hier Gegenwart und Vergangenheit.
    Nach einem Einbruch in ihrer Pariser Wohnung findet Lilie im Bilderrahmen des alten Bildes, das man dort stehlen wollte, einen Brief von Geortette Agutte. Da ihr früherer Gastvater Hermann schwer erkrankt ist fährt sie zu ihm und seiner Tochter Hanna an den Niederrhein und nimmt das Bild mit. In Frankreich und auf den Antillen versuchen die drei dann hinter das Geheimnis von Bild und Brief zu kommen und erfahren so mehr über das Leben der Malerin Georgette Agutte, die Lilies Ururgroßtante war. Dies ist dann auch die Verbindung der beiden Erzählstränge in verschiedenen Zeitebenen. In der Gegenwart spielen die Verbindung und Liebe zur Gastfamilie, aber auch die schwere Erkrankung von Gastvater Hermann eine Rolle. In der Vergangenheit geht es um das Leben der Malerin und um ihre Liebe zum sozialistischen Minister Marcel Sembat im Paris der Belle Époque.
    Die Zeitebenen sind durch die Kapiteleinteilungen und die Zeitangaben in der Vergangenheit klar voneinander abgesetzt. Der Schreibstil ist flüssig und verbindet die Ebenen gut und schlüssig miteinander. Die Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet. Die Bedeutung von Freundschaft und Liebe wird auch durch die Beziehung zur Gastfamilie deutlich. Hier gibt es auch einen emotionalen Abschied. Weiterhin ist in diesem Roman der Zeitgeist der Pariser Kunstszene Anfang des 20. Jahrhunderts spürbar. Hier werden gerade im Mittelteil viele Künstler angesprochen. Dies möge für Kunstfreunde interessant sein, finde ich teilweise etwas viel.
    Anne Gesthuysen hat die reale Geschichte rund um Georgette Agutte und Marcel Sembat gut recherchiert und eigene Erfahrungen rund um eine französische Gastschülerin in diese interessante Geschichte einfließen lassen. Insgesamt gefällt mir der Stil mit den unterschiedlichen Zeitebenen gut.

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    janein
  • 3 Sterne

    1 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    orfe 1., 18.01.2016

    Auf den Spuren einer Malerin

    Cover und Aufmachung:
    ----------------------------------------
    Das Cover ist sehr altmodisch gehalten. Der Titel in Tönen von Alt-Rosa und
    Grau umrahmt eine Schwarz-Weiß-Fotografie von 2 Frauen im Paris zu Zeiten der
    Belle Époque. Es stimmt optimal auf die historische Geschichte ein.
    Das Buch selbst ist als Hardcover mit Lesebändchen gestaltet und wirkt sehr
    edel.

    Inhalt:
    ----------------------------------------
    Lilie wohnt in Paris. Als sie erfährt, dass der Vater ihrer Freundin Hannah am
    Niederrhein schwer krank ist, beschließt sie, ihn zu besuchen. Kurz zuvor
    wird sie in ihrer Wohnung von Einbrechern überrascht, die ein Bild stehlen
    wollten, dem sie zuvor keine Beachtung schenkte. Im Rahmen findet sie einen
    geheimnisvollen Brief einer Frau namens Georgette Agutte. Kurz entschlossen,
    nimmt sie Bild und Brief mit auf die Reise. Im weiteren Verlauf starten
    Lilie, Hannah und ihr Vater Hermann einen Roadtrip bis nach Frankreich und
    schließlich bis auf die Antillen, um dem Geheimnis des Bildes und der Frau,
    die sich als Urahnin Lilies herausstellt, auf die Spur zu kommen.

    Mein Eindruck:
    ----------------------------------------
    Nachdem ich den Vorgängerroman der Autorin "Wir sind doch Schwestern" (die
    Covergestaltung ist in den gleichen Farben gehalten) mit Begeisterung
    verschlungen habe, konnte ich das Erscheinen dieses Buches kaum abwarten.
    Der Seitenumfang ist etwa der gleiche wie im ersten Buch, im Vergleich dazu
    bin ich jedoch diesmal kaum voran gekommen bzw. es gab lange Strecken, auf
    denen man das Gefühl hatte, dass Nichts bis kaum etwas passiert.

    Die Geschichte wird in 2 Handlungssträngen erzählt:
    Da ist einmal die Geschichte um Lilie, deren Vater schon früh die Familie
    verlassen und sich seitdem kaum gemeldet hat. Sie sehnt sich nach einem Vater
    und hat daher Hermann, den Vater von Hannah, den sie bei ihrem Austauschjahr
    in Deutschland ins Herz geschlossen hat, zu ihrem Wahlvater ernannt. Der
    Roadtrip der drei auf der Suche nach dem Geheimnis des Bildes auf den Spuren
    ihrer Urahnin wirkte auf mich sehr konstruiert, oberflächlich und wenig
    glaubwürdig. Ich hatte erwartet, dass mich das Buch/die Geschichte ergreift,
    aber da ich mich mit diesen Personen so gar nicht identifizieren konnte, hat
    mich die Geschichte nicht mitgerissen. Die Handlung ist einfach zu flach.

    Dafür hat mich der zweite Erzählstrang, in dem das Leben der Malerin Georgette
    Agutte und ihres späteren Ehemannes Marcel Sembat erzählt wird, sehr
    begeistert. Hier hat man viel über die Künstlerszene der damaligen Zeit
    erfahren, da Frau Agutte nicht nur selbst gemalt, sondern sie und ihr Mann
    auch gute Kontakte zu damals angehenden, heute großen Künstlern wie bspw.
    Henri Matisse hatten. Und nicht zuletzt wird die Liebe der beiden zueinander
    so eindringlich beschrieben, dass ich sie nachempfinden und mitfühlen konnte.

    Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass der geschichtliche Handlungsstrang für
    mich auch alleine funktioniert hätte, der konstruierte Rahmen in der
    Gegenwart hätte gerne weg gelassen werden können. Zudem fand ich den Titel
    nicht ganz passend, denn um die Vater-Tochter-Geschichte geht es hier nur
    sehr hintergründig.

    Ich halte es der Autorin zugute, dass sie hier wieder einen spannenden Teil
    ihrer eigenen Familiengeschichte aufgearbeitet hat wie bereits in ihrem
    ersten Roman. Leider diesmal nicht so gut gelungen, sehr schade.

    Fazit:
    ----------------------------------------
    Das Leben der Malerin Georgette Agutte und ihres Zeitalters eingewoben in eine
    Familiengeschichte in zwei Handlungssträngen, von denen leider nur einer
    überzeugen konnte.

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    janein
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