WIR

Die Zivilgesellschaft von morgen. Mit einem Vorwort von Udo Di Fabio
 
 
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"Mit zunehmender Geschwindigkeit läuft es auf den Kollaps der Gesellschaft zu." (Wolfgang Picken)

"Es stimmt etwas nicht" - das Gefühl teilen viele. Aus der Nähe betrachtet zeigt sich: Nicht und nicht genügend wahrgenommene Problemfelder bergen für die...
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"Mit zunehmender Geschwindigkeit läuft es auf den Kollaps der Gesellschaft zu." (Wolfgang Picken)

"Es stimmt etwas nicht" - das Gefühl teilen viele. Aus der Nähe betrachtet zeigt sich: Nicht und nicht genügend wahrgenommene Problemfelder bergen für die...

Kommentar zu "WIR"

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  • 2 Sterne

    2 von 2 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    dcbp, 20.12.2018

    Der Zweck heiligt nicht alle Mittel – Fazit eines vermessenen Versuchs

    Dr. Wolfgang Pickens Buch „WIR - Die Zivilgesellschaft von morgen“ liest sich flüssig, enttäuscht jedoch durch seinen unwissenschaftlichen Stil (kein Anhang etc.), Behauptungen ohne Belege (z. B. Scheidungsstatistik), sachliche Fehler bzw. Ungenauigkeiten (z. B. vermeintliche Definition einer Burka; unlogische Verwendung des Begriffs „Individualismus“), schwammige Ausdrücke (z. B. „nicht wenige“; „vermutlich“), argumentative Widersprüche und Inkonsequenz (z. B. scharfe Kritik am System von Staat/Kirche einerseits, deren Struktur der Autor dann aber andererseits doch nutzen möchte). Formal hätte ich von einem promovierten Politologen mehr erwartet; inhaltlich entpuppt sich das Buch letztlich als Meinungsäußerung des Autors.

    Wie auch die extrem gegensätzlichen Amazon-Rezensionen zeigen, polarisiert Picken. Ob eine solche Person geeignet ist, echte Gemeinschaft unter Menschen über Grenzen hinweg zu schaffen, darf hinterfragt werden.

    Dass sich Ex-Bundesverfassungsrichter und Mitbegründer der Bürgerstiftung Rheinviertel Udo Di Fabio in seinem Vorwort ein Stück weit von Dr. Picken distanziert, spricht Bände: Picken schießt gefährlich übers Ziel hinaus.

    Ja, der Mann kann Positives für sich verbuchen; er hat Kindergärten vor der Schließung bewahrt und kümmert sich um Sterbende. Seine Projekte haben jedoch ihren Preis und wären ohne Reiche und Einflussreiche nicht zu realisieren. Diese werden daher hofiert und genießen VIP-Behandlung in der Kirche, das „Fußvolk“ wird von seinem Pfarrer eher gemieden; benutzt werden letztlich aber alle für Pickens Vision einer schönen neuen Welt. Christlich leben geht meiner Meinung nach anders.

    Wolfgang Picken schreibt und ist widersprüchlich. Wie sonst vertragen sich Predigten über Stress und Burnout in unserer Gesellschaft (laut Picken nötiger Kontrapunkt: der Gottesdienst) mit der Behauptung, keine Generation habe so viel Freizeit gehabt wie die heutige?

    In seinem Buch beschreibt Picken offen verschiedene Steuermechanismen (z. B. Vereinnahmung von Firmanden oder „Ehe-Controlling“), die zumindest grenzwertig sind und in übergriffige Einflussnahme übergehen können. Pfarrer Picken nutzt die Macht seines Amtes bewusst (s. a. Buch) und unbewusst (eigene Erfahrung mit ihm). Cave!

    Wolfgang Pickens „WIR“ hat ein großes Problem: Er schafft durch Expansion und Entlohnung „ehrenamtlicher“ Tätigkeit letztlich ein kommerziell orientiertes Wirtschaftsunternehmen mit Geringverdienern unter dem schützenden Dach der Kirche. Den Status eines gemeinnützigen Vereins müsste seine Bürgerstiftung als Folge dann verlieren und steuerpflichtig werden. Picken mag effektive Ansätze aufzeigen, er durchdenkt die Konsequenzen aber nicht bis zum Ende. Sein Erfolgskonzept lässt sich nicht beliebig steigern – auch nicht durch Druck – oder auf andere Gegebenheiten übertragen.

    Ehrenamtliches Engagement auf Sozialleistungen im Alter anrechnen zu lassen (Umkehrschluss: Rentenminderung), ein neues Ministerium für diese Belange zu schaffen, Arbeitnehmer auf ihr Potenzial für die Gesellschaft hin durchleuchten und vor Eintritt in den Ruhestand diesbezüglich aufsuchen zu lassen... Solche Fantasien sorgen fürs Gruseln beim Leser, der (den Seelsorgebereich) Bad Godesberg als Picken’sches Versuchsfeld kennengelernt hat. Es wird klar, wo die Reise hingehen soll. Man wird unweigerlich ans chinesische Sozialkredit-System erinnert. Freiheit und Demokratie ade!

    Ohne eine solche Gesinnung zu befürworten: Pfarrer Picken scheint nicht zu bemerken, wie er selbst auf einem rechten (nicht: richtigen) Pfad wandelt, den er bei anderen vehement verteufelt. Auch er hat - so wie er den Untergang der Systeme beschreit - Angst vor drastischen Veränderungen, die sich seiner Kontrolle entziehen; auch er argumentiert teils irrational. Auf diesem Auge ist Priester und Politologe Picken gefährlich blind. Mitunter ist der Weg zur Hölle auch mit guten Vorsätzen gepflastert!

    Pfarrer Picken zeigt für Lebensbereiche von der Wiege bis zur Bahre gesellschaftliche Probleme und mögliche Abhilfe für Missstände auf – aus seiner subjektiven Sicht, die einer kritischen Prüfung nicht standhalten kann. Widersprüche in der Argumentation und der Absolutheitsanspruch des Autors sorgen für gesunde Skepsis. Der Autor nimmt seine Umwelt zwar detailliert wahr, zieht aber nicht unbedingt die richtigen Schlüsse daraus. Nein, Herr Dr. Picken, der Zweck heiligt eben nicht alle Mittel, die Sie einsetzen!

    Demagoge Dr. Picken hat mit „WIR“ eine Selbstoffenbarung vorgelegt, die tief blicken lässt; dafür gelten ihm mein persönlicher Dank und ein zweiter Amazon-Stern. Ich zweifle an, dass der Autor seine Einsichten zur kritischen Selbstreflexion nutzt. Zu wünschen wäre es.

    Für die Kirche haben Pickens Verhalten und die auf seiner Gemeinde-Homepage angepriesene Gemeindedynamik übrigens weniger positive Auswirkungen als sein Buch suggeriert. Gläubige bleiben religiösen Festen, die zur politischen Demonstration mutieren, fern; Testamente werden entgegen der Forderung des Pfarrers auch zum Nachteil der Kirche/Stiftung geändert; Kirchenaustritt und Konversion sind durchaus Alternativen zum unfreiwilligen Unterstützen einer Parallelgesellschaft von Pickens Gnaden.

    Durch positive Medienpräsenz des profilierungssüchtigen Priesters sollte sich niemand blenden lassen. Auf das Vorbild Jesu Christi und unsere Mitmenschen kommt es nämlich an, nicht auf kalte Erfolgsquoten!

    dcbp
    (11.12.2018)

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    janein

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