Das Haus meiner Eltern hat viele Räume (eBook / ePub)

Vom Loslassen, Ausräumen und Bewahren

Ursula Ott

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Das Elternhaus. Es ist zu groß geworden für die alten Eltern. Es steht vielleicht sogar weit weg vom Leben, Lieben und Arbeiten der Kinder, die in der Mitte des Lebens genug mit sich selbst zu tun haben – und jetzt doch entscheiden müssen: Was...

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  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Angelika T., 25.03.2019

    Als Buch bewertet

    Ursula Ott erzählt in „Das Haus meiner Eltern hat viele Räume“ sehr offen und berührend, wie sich ihre betagte Mutter, auch auf anraten ihrer Töchter, entscheidet, den Weg in ein betreutes Wohnen zu wagen.
    Ich denke, dieses Buch wird im Moment wahrscheinlich alle Jahrgänge so um 1959 bis 1965 ins Herz treffen, aber auf jeden Fall alle Leser, die sich mit dem Tod der Eltern schon auseinandersetzen mussten. Es ist eine sehr erschütternde Erfahrung, man muss mit Trauer und Verlust fertig werden und wenn man dann noch ein Haus oder eine Wohnung auflösen muss, in der man seine glückliche Kindheit verbracht hat, jeder Gegenstand daran erinnert, verdoppelt sich der Schmerz.
    Ursula Ott beschreibt sehr liebevoll und einfühlsam, wie es gelingen kann, von den Dingen Abschied zu nehmen. Beispielsweise macht sie humorvoll darauf aufmerksam, dass Haushaltsartikel wie auch Möbel und Wohnaccessoires in der Zeit des Wirtschaftsbooms nach dem Krieg den Markt überschwemmten. Jeder war bemüht, sein Heim so schön wie möglich zu machen. Was man als Kind liebte, waren also keine Unikate… mit diesem Wissen kann man vielleicht eher loslassen. Mir hat das Buch im Nachhinein noch geholfen; es enthält viele, sanfte Ratschläge und Erklärungen, die nachdenklich machen, aber völlig einleuchtend sind. Mit dem psychologischen Hintergrund vor Augen versteht man sich selber besser.
    Ursula Ott erzählt sozusagen meine eigene Geschichte und ich habe viel lehrreiches daraus mitgenommen. Ein Buch, das ich sicher noch einmal lesen werde und welches ich jedem, der sich in dieser Situation befindet, wärmstens empfehlen kann!

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    janein
  • 5 Sterne

    dear_fearn, 20.03.2019

    Als Buch bewertet

    Ursula Ott erzählt von ihrer 87-jährigen Mutter, die ihr Haus in Ravensburg verkauft und in eine Wohnung nach Stuttgart, näher zu ihren beiden Töchtern, zieht. Der Vater ist viele Jahre tot, die Mutter allein, nach einigen Unfällen steht der Beschluss fest. Einfach ist dieser Entschluss für keine der Frauen, es fließen viele Tränen. Die Trauer über den Abschied vom Zuhause ist groß - jetzt heißt es, erwachsen zu werden. Der schützende Unterschlupf ist endgültig weg.

    Ursula Ott beschreibt sehr gelassen und mit Witz die Entscheidungen und Herangehensweisen an das Ausräumen des Hauses. Dinge wegzuwerfen fühlt sich falsch an, aber niemand braucht zwei Bowleschüsseln mit je einem Dutzend Gläsern dazu oder riesengroße Eichenholzschrankwände, wo die Wohnungen doch immer flexibler und kleiner werden. Wohin also mit all den Sachen?
    Beim Aussortieren beobachtet sie sehr genau, wie sich manche Dinge anfühlen. Es gibt warme und kalte Dinge. Warme Dinge, die man liebt und die ein positives Gefühl vermitteln, werden aufgehoben. Kalte Dinge, an denen schlechte Erinnerungen hängen oder die negative Gefühle hervorrufen, kommen weg. Und "weg", das bedeutet Sachspenden an Kirche, Sozialkaufhaus und Geflüchtete. Sie nimmt sich viel Zeit, ihrer Mutter zu manchen Dingen Fragen zu stellen, mehr über fragwürdige Fundstücke herauszufinden und sie noch einmal neu und besser kennenzulernen. So wird das Haus nach und nach leergeräumt und nach einem Jahr schließlich verkauft.

    Die Autorin hat keinen Ratgeber/kein Sachbuch geschrieben, sondern in einer Erzählung aus privater Sicht, mit Rückhalt aus anderer Literatur und Gesprächen mit Psychologen und Anwälten das Thema liebevoll und warmherzig aufgearbeitet. Es ist eine kurze, trotz schwerem Thema leichte Lektüre, die jeder gelesen haben sollte, um vorbereitet zu sein oder - wie in meinem Fall - die Dinge mit neuer Perspektive anzupacken.

    Trotzdem:
    "Es ist schön, immer wieder in die Erinnerungen einzutauchen, um zu verstehen, woher man kommt und wer man ist."

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    janein
  • 5 Sterne

    buchleserin, 31.03.2019

    Als Buch bewertet

    Ursula Ott schreibt hier über ein sehr emotionales Thema. Das Haus ihrer Eltern soll verkauft werden. Alle in der Familie wissen, der Hausverkauf ist besser für die Mutter, doch alle hängen an dem Haus. Auch für die Kinder ist es sehr schwer, diese alte Heimat aufzugeben. Ein Jahr lang wurde aufgeräumt. Frau Ott und ihre Schwester haben der Mutter beim Umzug und beim Aussortieren geholfen. Einiges aus der Beschreibung der Einrichtung kam mir doch sehr bekannt vor. Einige Sachen stehen auch im Haus meiner Eltern.
    In unserer Familie wird auch nach und nach schon aussortiert und sich bereits schon von einigen Dingen verabschiedet. Was kann man loslassen und ausräumen und was sollte man aufbewahren?
    Mein Mann hat das Ganze schon mitgemacht. Ihm ist alles sehr schwer gefallen. Auf mich wird das Thema wohl auch noch zukommen. Loslassen, ausräumen, behalten, das ist ja nicht für jeden so einfach. Ein paar Tipps fand ich ganz hilfreich.
    Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es sammelt sich wirklich viel zu viel Zeug an im Leben und man sollte immer mal etwas aussortieren. Oft fehlt jedoch die Zeit, Sachen in Ruhe durchzusehen. Man will ja nicht alles einfach wegschmeißen. Das sorgfältige Sortieren, manches verkaufen, spenden, wegwerfen und von Dingen Abschied nehmen, nimmt viel Zeit in Anspruch. Man sollte sich jedoch immer mal die Zeit nehmen, nach und nach etwas auszusortieren, damit die Kinder sich später nicht mit so viel Krempel befassen müssen.
    Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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    janein
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