Justiz am Abgrund (eBook / ePub)

Ein Richter klagt an

Patrick Burow

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In Zeiten der Angst und der Unsicherheit verlangt "Volkes Stimme" nach kurzem Prozess und härteren Strafen. Tatsächlich aber, so Strafrichter Patrick Burow, kann die Justiz ihren Beitrag zur inneren Sicherheit gar nicht mehr leisten....

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  • 5 Sterne

    leseratte61, 09.12.2018

    Klappentext:
    In Zeiten der Angst und der Unsicherheit verlangt "Volkes Stimme" nach kurzem Prozess und härteren Strafen. Tatsächlich aber, so Strafrichter Patrick Burow, kann die Justiz ihren Beitrag zur inneren Sicherheit gar nicht mehr leisten. Freigesprochene Mörder, lasche Strafen und verschleppte Prozesse sind Indizien einer Krise des Rechtsstaats. Die Justiz steht im Zentrum aktueller gesellschaftlicher Debatten.
    Der Autor legt mit seiner brisanten Bestandsaufnahme den Finger in zahlreiche Wunden. Er schreibt sehr persönlich über die Kuscheljustiz, krasse Fehlurteile und Deals hinter verschlossenen Türen. Klar und deutlich sagt er, was sich ändern muss, damit die Justiz auch in Zeiten des Terrors ihren Beitrag zur inneren Sicherheit leisten kann.
    Fazit:
    Bitte lasst euch nicht abschrecken, diese Rezension zu lesen, da mir das Thema so wichtig erscheint, habe ich ausführlich geschrieben.
    Immer wieder erfahren wir von den Medien, dass Fehlurteile zur Gefahr für uns alle werden. Der unbedarfte Bürger regt sich erst mal auf und ein Aufschrei geht durch die Massen. Schon wieder ein hochkrimineller Straftäter vorzeitig aus der Haft entlassen? Ein Terrorist aus der Untersuchungshaft entlassen? Asylverfahren, die verschleppt werden? Alltagskriminalität, die nicht strafrechtlich verfolgt wird? Schon wieder ein Deal, der den Täter milde davonkommen lässt? Immer öfter fragen wir uns, ob Justitia behindert ist. Auf welchem Ohr ist die wohl blind?
    In Stammtischrunden werden wir wohl kaum über die Hintergründe solcher vermeintlichen Fehlurteile und vorzeitiger Entlassungen aufgeklärt. Leider bleibt es auch bei dem Aufschrei der Massen, ohne eine Änderung herbei zu führen. Was können wir tun? Ein Schritt in die richtige Richtung ist es, sich die Informationen zu beschaffen, um hinterher sachlich und fachlich argumentieren zu können. Dieses Buch ist der erste Schritt in diese Richtung. Ich empfehle, es unbedingt zu lesen.
    Viele von uns zweifeln immer häufiger die Gerechtigkeit der Justiz an und fragen sich woran das liegt. Patrick Burow hat den Mut, uns viele Fragen zu beantworten. Er riskiert seinen Ruf, seinen Job und seine Zukunft, um die Hintergründe zu erklären und aufzurütteln. Er hat seit 1996, als Staatsanwalt und Richter, Erfahrungen in allen strafrechtlichen Dezernaten gesammelt und lässt uns jetzt an seinen Erfahrungen teilhaben.
    So, jetzt zum Inhalt und Schreibstil des Buches. Zuerst ist mir die tolle Gliederung aufgefallen und nach den ersten Zeilen der tolle Schreibstil ohne Juritenchinesich. Dieses Buch wurde für die Nicht – Juristen geschrieben.
    „Justiz am Limit“ erklärt, warum sich die Justiz am Abgrund befindet. Ich durfte erfahren, wie die Personalpolitik der Justiz aufgebaut ist und welche Herausforderungen vom Personal zu erfüllen sind. Die Überlastung springt den Leser geradezu an und wird anhand von Fallbeispielen deutlich geschildert. Eine Wirtschaftsprüfungsanstalt gibt Bearbeitungszeiten vor, die nicht zu schaffen sind. Für jeden Fall gibt es genaue Minutenvorgaben, inklusive der Recherche und der Urteilsfindung. Richter sind dadurch zu Fabrikarbeitern des Rechts degradiert und ich frage mich, wo die Gerechtigkeit bleibt. Richter haben inzwischen eine bestimmte Zahl an Urteilen zu sprechen, wen wundert es dann, dass sinnigerweise einfache Fälle vorgezogen und schwierige Fälle verschleppt werden? Können so noch Urteile im Namen des Volkes oder nur noch im „Namen der Eile“ gefällt werden? Die Einsparungen in den Gerichten gehen inzwischen so weit, dass Richter mittlerweile sogar Putzfrauen ersetzen müssen. Überstunden sind keine Ausnahme, sondern die Regel, trotzdem müssen Richter noch Nebentätigkeiten ausüben, um sich Träume zu erfüllen. Bei den Sachmitteln zeigen sich dann erst recht die Auswirkungen der „Geiz ist geil“ Mentalität unserer Politik. Veraltete Gesetze, fehlende IT, Aktenschieberei wie vor X Jahren, um nicht auszuufern nenne ich nicht mehr. Wie soll auf dieser Basis vernünftig und gerecht gearbeitet werden? Hat die Politik überhaupt Interesse an einer starken und unabhängigen Justiz? Lest selbst.
    „Kuscheljustiz“ beschreibt eindringlich, warum die Urteile nicht „im Namen des Volkes“ gefällt werden. Packen wir uns doch mal an die eigene Nase und geben zu, dass uns viele Urteile zu mild erscheinen. In den Strafen sollen wir uns wiedererkennen und sie als angemessen empfinden. Brauchen wir härtere Gesetze? Patrick Burow klärt über den vorhandenen Strafrahmen auf und erklärt, ob und wie er im Einzelfall auszuschöpfen ist. Dieses Kapitel hat mir die Augen geöffnet und so manches Vorurteil in den Mülleimer geworfen.
    „Härte nur bei Bußgeldern“ erklärt, warum auch das kleinste Verkehrsdelikt bis zu bitteren Neige verfolgt wird. Wer von uns hat sich nicht schon über die Abzocke der Blitzer aufgeregt? Diese sollen der „Verkehrssicherheit“ dienen? Leider wissen wir alle schon lange, dass Blitzer die reinsten Geldbeschaffungsinstrumente unseres Staates sind. Das erwartete Geld ist schon vor der Einnahme fest im Haushalt eingeplant, so dass es mit der ganzen Härte des Gesetzes eingetrieben wird. Leute haltet euch nicht an die Geschwindigkeitsvorgaben und Parkvorschriften, unser Staat braucht dringend eure hart verdienten Groschen.
    In „Folgen der Überlastung“ konnte ich begreifen, warum so manche Akte Schimmel ansetzt. Viele Prozesse dauern heute sehr viel länger als früher. Woran liegt das? Da greifen viele Rädchen ineinander, um Prozesse zu verschleppen. Nur einige Beispiele: Da gibt es Bürger mit der „Ich-habe-eine-Rechtsschutzversicherung, die will ich auch nutzen, egal wie klein oder unsinnig mein Anliegen ist. Da gibt es gewiefte Anwälte, die Prozesse verschleppen, um die geringstmögliche Strafe für ihre Klienten auszuhandeln. Dazu gibt es noch überlastete Richter. Zu was führt das? Zu Strafverfahren, die sich über viele Jahre hinziehen. Zu Straftätern, die vorzeitig aus der Untersuchungshaft entlassen werden. Zu Existenzvernichtung. Dies sind nur wenige Beispiele. In vielen Fällen müssen diese Prozesse eingestellt werden und der Bürger schüttelt mal wieder ungläubig den Kopf. Ist Justitia nur behindert, oder ist sie auch schon die Dealerin des Rechtes?
    „Wo der Rechtstaat auch nicht mehr funktioniert“ zeigt uns der Autor auch an vielen Fallbeispielen. Wie oft haben wir schon mitbekommen, dass die Kleinen gehängt werden und die Großen lässt man laufen? Es zeigt sich in diesem Kapitel ganz klar, dass die mit Geld eher Chancen haben, das Recht zu biegen. Bei der Jugendkriminalität schütteln wir häufig den Kopf angesichts der Strafen. Ist es angemessen, Jugendlichen einen Abenteuerurlaub auf unsere Kosten zu spendieren? Welche Auswirkungen hat die Flüchtlingskrise auf unsere Justiz? Auch dies wird erklärt und noch mehr.
    Leider hat die Justiz ihren Ruf als gerechte Instanz verloren. Ob sich der Ruf wiederaufbauen lässt? Patrick Burow wagt einen Blick in die Zukunft und zeigt Lösungsmöglichkeiten. Dafür sind die Politiker gefordert, die unter dem Motto „Wir tun was“ mehr tun sollten, als neue Gesetze aus dem Boden zu stampfen. Diese neuen Gesetze sorgen nur für weitere Überlastung unserer Gerichte. Ich hoffe für uns, dass dieses Buch wachrütteln kann.
    Mein Fazit im Fazit: Ich danke für dieses Buch, dass ich mit wachsender Spannung gelesen habe. Durch den locker flockigen Schreibstil und die vielen Fallbeispiele konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. Ein Sachbuch mit so viel Spannung und Humor an den passenden Stellen habe ich bisher noch nicht gelesen. Für mich fast ein Krimi. Für mich steht jetzt fest, dass der Titel passend gewählt wurde. Unsere Justiz befindet sich nicht nur am Abgrund, sie ist schon einen großen Schritt weiter.
    Von mir eine klare Empfehlung, dieses Buch zu lesen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Wollen wir unsere Angst weiter wachsen lassen, oder etwas dagegen tun?
    Schade, dass ich nur fünf Sterne vergeben kann.

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    janein
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