In Zeiten des abnehmenden Lichts (DVD)

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Eugen Ruge

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Wilhelm und seine Frau Charlotte (Hildegard Schmahl), einander in inniger Verbitterung verbunden, rüsten sich für Wilhelms Ehrentag. Nachbarn, Genossen und singende Pioniere treten an, um dem Genossen Powileit zu gratulieren, Blumen zu...

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    MaRe, 11.12.2017

    Ostberlin im Herbst 1989: Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) feiert seinen 90. Geburtstag. Seit 70 Jahren ist er Mitglied der Kommunistischen Partei und überzeugter Stalinist. Wie jedes Jahr erwartet er ungeduldig seine Gäste aus der Familie und der Nachbarschaft, insbesondere aber die Abordnung von Repräsentaten der Partei- und Staatsorgane der DDR, die vor ihrem 40. Geburtstag steht und an deren Aufbau er sich maßgeblich beteiligt fühlt. In diesem Jahr ist jedoch vieles anders: Die bevorstehende politische Zeitenwende ist so deutlich spürbar, dass sie sich nicht länger ignorieren lässt und auch innerhalb der Familie rumort es deutlicher als zuvor.

    Es scheint also die Zeit gekommen, eine Lebensbilanz zu ziehen. Und zwar nicht nur für Wilhelm, sondern auch für seine Frau Charlotte (Hildegard Schmahl), die sich ein anderes Leben gewünscht hätte, ihren Sohn Kurt Umnitzer (Sylvester Groth), der Wilhelms Stiefsohn ist, sowie für dessen russische Frau Irina (Evgenia Dodina). Besonders bedrückend für Irina und Kurt ist, dass ihr auf der Feier sehnlichst erwarteter Sohn Sascha (Alexander Fehling), gerade eben erst die DDR in Richtung Westdeutschland verlassen hat, da er „nicht sein Leben lang lügen“ wolle und dass der Großvater hiervon nichts erfahren darf.

    Der Titel verweist auf die Zeit nach der Kartoffelernte, wenn die abgeernteten Felder in Slawa im Ural brannten, denn die Einheimischen nannten den Frühherbst, den Vorboten eines langen, kalten Winters, „Die Zeit des abnehmenden Lichts“. Die Vorlage bildete der 2011 erschienene, gleichnamige Roman mit autobiografischem Hintergrund von Eugen Ruge, der 2009 (noch als Manuskript) mit dem Alfred-Döblin-Preis sowie 2011 mit dem Aspekte-Literaturpreis und dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet worden ist.

    Wolfgang Kohlhaase (Jahrgang 1931, „Sommer vorm Balkon“, 2005 oder „Als wir träumten“, 2015) verfasste das Drehbuch, Matti Geschonnek (Jahrgang 1952, „Boxhagener Platz“, 2010) führte Regie.

    Hauptperson und Erzähler ist Kurt Umnitzer. Von 1989 aus wird zum einen ein Blick in die Vergangenheit bis ins russische Slawa in den 1950er-Jahren geworfen, zum anderen bis ins Jahr 1991 hinein erzählt. Das Buch umfasst dagegen einen viel weiteren Erzählbogen, der von 1952 bis 2001 reicht. Erkennbar ist, dass die Montagetechnik des Romans in den Film überführt werden sollte, weshalb die Kamera vor allem zu Beginn oft zwischen den Personen hin- und herspringt, um sie zu beobachten und ihren Charakter und ihre Lebensumstände einzufangen. Nach und nach wird die Inszenierung ruhiger und eindringllicher, wenn sich ihre Lebensläufe und ihre Sicht auf das Leben entfalten.

    „In Zeiten abnehmenden Lichts“ beleuchtet einmal das Scheitern der DDR als Utopie, vor allem aber befasst sich dieses „Drama mit komödiantischen Elementen“ mit den enttäuschten Erwartungen, Versäumnissen und zerronnenen Träumen seiner Figuren, mit der Brüchigkeit von Beziehungen, die oft genug auf Lügen -wenn auch teils weichzeichnenden Notlügen- oder auf Verschweigen basieren. Es thematisiert den Verlust von Idealen, von Halt, Heimat, der Zukunft und die damit einhergehende Angst. Die melancholisch-lakonische Atmosphäre der Inszenierung, die Passagen in russischer Sprache, die Musik und der Gesang, die teils absurde, schmerzliche, der Realität abgeschaute Tragikomik erinnerten mich an Theaterstücke von Tschwechow kombiniert mit Beckett’schen Elementen.

    Die schauspielerische Leistung ist durchweg hervorragend. Allen voran glänzt Bruno Ganz als einerseits knorriger, streitbarer, bissiger und verbitterter alter Wilhelm Powileit, der das Überreichen der Blumensträuße mit: „Bring das Gemüse zum Friedhof“ quittiert oder brachial in einen alten „Nazi-Tisch“ Nägel hineinschlägt, damit dieser fest stehen bleibe, und andererseits doch anrührend und sogar stellenweise charmant Nähe und Anerkennung sucht, sodass man sich fragt, ob er nun tatsächlich wie behauptet dement ist oder nicht.

    Hildegard Schmahl brilliert als von ihrem Mann Wilhelm und dem Leben gedemütigte Gattin Charlotte.

    Sylvester Groth stellt Kurt Umnitzer differenziert als zurückhaltend, umsichtig, geduldig, aber unterkühlt sowie darum bemüht dar, die eigentlich emotional gegeneinander abgestumpfte Familie zusammenzuhalten, obwohl er sich selbst schon anders orientiert hat, und Evgenia Dodina gibt Kurts Frau eine selbstzerstörerische und gleichzeitig energische Präsenz.

    Resümee: „In Zeiten abnehmenden Lichts“ ist eine vielschichtige Umsetzung und Ergänzung zum gleichnamigen Roman und wegen seiner zugleich zarten wie bitteren, zutiefst ernsten wie tragisch-komischen Note ein gelungener, sehenswerter Film über Umbrüche, Unsicherheiten und Verluste, der wegen seiner Machart vielleicht "Theatergänger" ganz besonders anspricht.

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    janein

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