The Big Eden (DVD)

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Peter Dörfler

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Rolf Eden ist Deutschlands letzter Playboy. Als Diskothekenkönig hat er die ersten Misswahlen ins Leben gerufen und machte im prüden Westdeutschland DJ's und den Striptease populär. Er hat mit den Rolling Stones gefeiert, mit Ella...
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    Peter Waldbauer (Autor), 29.08.2017

    Gefangener seines Playboy-Images

    Rolf Eden, der sieben Kinder von sieben Frauen hat, folgt dem Playboy-Image solange er denken kann. Immer gebräunt, immer Anzug mit Einstecktuch und Seidenhemd, immer mit Rolls Royce und immer schon reich.

    Der gebürtige Berliner kehrt nach dem Zweiten Weltkrieg aus Israel zurück, jobbte ohne Schulabschluss in Paris und Berlin als Kellner, Sänger und Jazz-Pianist. 1957 eröffnete er in der Nähe des Berliner Kurfürstendamm sein erstes Lokal, den "Eden-Saloon" (später "Old Eden" genannt), der zur Nightlife-Attraktion wurde in West-Berlin. Die Idee des Striptease brachte Eden aus Paris mit. Neu kam hinzu, dass er in seinen Bars Filme zeigte. Im sperrstundenfreien Berlin folgten das "New-Eden" (1961), der "Eden-Playboy-Club" (1966), das "Kabarett Schlüsselloch" (später "Blue Tattoo") und 1967 das "Big Eden".
    Für kurze Zeit auch noch das "Eden Theater". 1978, auf dem Höhepunkt des Discofiebers kopierte Eden das New Yorker "Studio 54" und eröffnete die Megadisco "Discomania", welche zwei Jahre später wieder geschlossen wurde.

    „Was soll`n wir reden - gehen wir ins Eden.“, warb Sascha Hehn in einem Fernsehwerbespot für das Big Eden auf dem Ku`damm. „Berlins Discothek Nummer 1“ nannte sie sich in den Achtzigern ganz unbescheiden. Es existiert noch heute, auch wenn Eden die mittlerweile zur Touristenabsteige heruntergekommene Disco 2002 verkaufte und sich geschäftlich ganz seinen 26 Mietshäusern widmet.

    Die meisten seiner Nachtlokale benannte Eden nach sich. Schon damals sah er sich als Werbeträger von Etablishements, deren Betriebsart nicht immer eindeutig zu bestimmen war. Der Begriff „Tanzbar“ mag für vieles stehen: für klassische Discotheken, in denen getanzt wird (Big Eden), genauso wie für Striplokale (New Eden), wo Eden manchmal im Überschwang der Gefühle zu seinen Tanz-Girls auf die Bühne stürzte. Oder er ließ eine Striptease-Tänzerin von einem Pferd mit dem Maul ausziehen.
    Nachtlokal, Discothek, Tanzbar, Bar, Cabaret. Die Grenzen waren fließend und in den 50er und 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts galt Eden als Nachtclub-König von Berlin. Zu den Gästen seiner Clubs zählten internationale Stars wie die Rolling Stones, Paul McCartney, Shirley MacLaine, Telly Savalas („Kojak“) oder Leonard Bernstein. Später Arnold Schwarzenegger und Brigitte Nielsen.

    Dabei scheint Eden seine Nachtclubs mehr für sich privat gebraucht zu haben, denn zum Geldverdienen. Sie schienen ihm die leichteste Art, Frauen kennenzulernen, zumindest jene Sorte Frau, die Eden bevorzugt. Oft landete die Gewinnerin seiner Mißwahlen (Miss Berlin, Miss Germany, Miss Filmfestspiele, Miss Busen) erst in seinem Bett und dann in seinem Harem.

    Zwei Jahre nachdem Eden seine erste Bar eröffnet hatte, begann er eine Karriere als Schauspieler. Er wirkte in etwa dreißig Filmen mit, darunter so künstlerisch-wertvolle wie "Schamlos", "Drei Lederhosen in St. Tropez", "Ich, ein Groupie" (mit Ingrid Steeger), "St. Pauli Nachrichten", "Josephine, das liebestolle Kätzchen" oder "Der Mann mit dem goldenen Pinsel".
    Den Oscar gewann Eden nicht, doch dafür galt er bald als Spezialist fürs „Abschleppen“. Gerne gibt er zum Besten, dass er jenen Begriff überhaupt erst erfunden habe.

    Irgendwann in den siebziger Jahren erwarb Eden seine Junggesellenbude in Berlin-Grunewald, einen 280 Quadratmeter großen Bungalow, dessen Schlaf- (oder sollen wir besser sagen „Arbeitszimmer“?) ganz im Zeichen von Edens Hobby und Beruf steht: Im Eingangsbereich ein zentraler Schalter für Licht und Musik, die Einrichtung im Sexfilm-Stil der Siebziger, schwarz-goldene Hausbar überdimensionales Bett als Spielwiese, Spannteppiche und Sofas, die Wände aus getrübtem Spiegelglas und natürlich eine verspiegelte Decke.

    Dort will Eden viele seiner dreitausend Frauen verführt haben. Wieviele genau kann wohl nur Eden sagen, denn der führt über seine Affären Buch. Trotz dieser Buchführung kommt es in der Familie Eden manchmal zu Verwirrungen. Rolf, der meist fünf bis sieben Freundinnen gleichzeitig hat, teilte sich zweitweise eine Berliner Maklerin mit seinem Sohn Alexander. Damit Eden mit seinen ganzen Nummern nicht durcheinander gerät, nennt er seine Freundinnen nicht mit Namen, sondern verpasst allen das gleiche Kosewort „Cherie“.

    2007 wurde Rolf Eden noch einmal rückfällig als Schauspieler und übernahm in der US-Fernsehproduktion des Women Channels eine Rolle als Frauenarzt. Praktischerweise stellte er für die Produktion sein Privathaus zur Verfügung inklusive Schlafzimmer und dem geschichtsträchtigen Bett.

    Wie lässt sich das Image von Rolf Eden, dem „Sexprotz“ (Die Süddeutsche) auf den Punkt bringen? Vielleicht mit einem jüdischen Witz, der, leicht abgewandelt, auf Eden zutreffen mag:
    Ein 80-jähriger Berliner sucht die Praxis eines Urologen auf und klagt über Potenzprobleme. „Aber in ihrem Alter ist das doch völlig normal.“, beruhigt ihn der Arzt. „Ja schon“, antwortet der 80-jährige, „aber mein Freund, Rolf Eden, ist genauso alt als ich und sagt, er habe noch drei Mal Sex pro Woche“. „Nun“, meint der Arzt lakonisch, „dann sagen Sie es doch auch!“

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    janein

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