Danny DeVito

Danny DeVito wurde als letztes von fünf Kindern einer italienischstämmigen Familie im US-Bundesstaat New Jersey geboren. Er war der kleine Nachzügler. Nach seinem Abschluss an einer katholischen Highschool begann er erst einmal eine Ausbildung zum Friseur und arbeitete mit 18 Jahren im Salon seiner Schwester. "Mr. Danny", wie er dort genannt wurde, hielt es dort aber nur ein Jahr aus.

Ihn zog es nach New York, wo er sich an der American Academy of Dramatic Arts einschrieb, in der u.a. auch so berühmte Schüler wie , oder unterrichtet worden waren. Hier wollte er eigentlich Stylisten-Kurse belegen. Aber es kam anders, als gedacht: Alle Kurse waren bereits belegt, also nahm Danny DeVito kurzum am Schauspielunterricht teil.

Unter seinen Klassenkameraden findet sich kein geringerer als , mit dem er sich später auch ein Apartment teilte. Zu dieser Zeit lernte er seine zukünftige Frau, die Schauspielerin Rhea Perlman, kennen, mit der er auch später häufig zusammen arbeitete (z.B. '96 in '''').

Nachdem Danny DeVito seine Ausbildung beendet hatte, ereilte ihn das Schicksal, das wahrscheinlich fast jedem Schauspieler am Anfang seiner Karriere widerfährt. Hollywood hatte nicht gerade auf den kleinen Mann gewartet. Also musste er sich eine ganze Zeit mit kleineren Theaterproduktionen durchschlagen und so ziemlich jede Rolle spielen, die er bekommen konnte.

Seine erste beachtenswerte Filmrolle erhielt er 1975 in ''''. Unter der Regie des Tschechen und an der Seite von spielte er den netten Irren Martini. Produzent von ''Einer flog über das Kuckucksnest'' war Dannys ehemaliger Wohnkollege Michael Douglas, der DeVito die Rolle angeboten hatte.

Bereits ein paar Jahre zuvor hatte DeVito den Part des übergeschnappten Martini in einer Bühnenversion des Films übernommen. Trotz mehrfacher Oscarauszeichnungen und viel Lob für DeVito und die gesamte Besetzung, kam seine Karriere durch das "Kuckucksnest" noch nicht richtig in Fahrt.

Eigentlich war es die Rolle des Louie De Palma, die seinen Erfolg als Schauspieler begründete: Danny DeVito als bösartiger Chef eines Taxiunternehmens in der erfolgreichen US-Sitcom Taxi. Angeblich hatte er den Part nur bekommen, weil er ins Vorsprechen marschierte und die überraschten Produzenten fragte: "Wer hat diesen Scheiß geschrieben?" Die Bosse vom Fernsehsender ABC waren scheinbar so angetan von DeVitos Abgebrühtheit und Coolness, dass er gleich fünf Jahre den unausstehlichen Louie De Palma mimen durfte.

Als Krönung seines Erfolges mit "Taxi" konnte er 1980 den Golden Globe und im darauffolgendem Jahr auch noch den Emmy als bester Fernsehdarsteller mit nach Hause nehmen.

Mitte der 80er Jahre konnte Danny DeVito sein Talent als Komiker dann auch auf der Kinoleinwand beweisen. Fast alle seiner Arbeiten in diesem Zeitraum waren Komödien und DeVito war meistens in recht ähnlichen Charakteren zu sehen. Kategorie kleiner boshafter Kauz. Ob als Gegenspieler von Kathleen Turner und Michael Douglas in '''' oder als Bette Midlers Ehemann, der in '''' seine Gattin lieber ihren Kidnappern überlässt, als einen einzigen Pfennig für ihre Freilassung zu bezahlen.

Auch in '''', der Fortsetzung zu ''Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten'', übernahm er wieder den Part des kleinen Schurken. Aber DeVito schaffte es eigentlich immer wieder, für seine boshaften, schmierigen Charaktere Sympathie bei den Zuschauern zu wecken. Fast schien es schon, als hätte er sich inzwischen auf derartige Rollen spezialisiert. Er verkörperte neben in '''' einen fiesen Finanzhai, oder übernahm den Part von Batmans grellgeschminktem Kontrahent Pinguin in s ''''.

Inzwischen hatte DeVito auch begonnen, hinter der Kamera zu arbeiten - als Regisseur und Produzent... wir erinnern uns, anfangs wollte er nicht vor die Kamera. Nach mehreren Folgen für "Taxi" und ein paar Fernsehfilmen führte er erstmals bei einem Kinofilm Regie: '''' mit brachte ihm schon einige Beachtung ein, also wagte er sich zwei Jahre später wieder auf den Regiestuhl.

In '''' zeigte DeVito wieder seine Vorliebe für schwarzen Humor. Zusammen mit seinem altbewährten Team Michael Douglas und , die sich als Ehepaar Rose bis aufs Blut bekriegen. DeVito hatte inzwischen großen Gefallen an der Regiearbeit gefunden.

"Wenn du ein kreativer Künstler bist, gibt es nichts besseres, als Regisseur zu sein. Es ist eine gemeinschaftliche Arbeit. Keine andere Kunst ist so. Maler malen nur, Musiker können nur spielen. Eine Regisseur braucht viele andere Künstler, um seine Arbeit zu machen - Autoren, Kameraleute, Schauspieler. Sie alle bringen verschiedene Vorschläge ein und der Regisseur muss dann entscheiden, welche Anregungen er verarbeitet und vor allem, wie er sie umsetzen will. Und wenn du schon anfängst zu denken, dass es nie fertig werden wird, hast du endlich das Ergebnis. Es ist dein kleines Werk. Es ist als ob eine ganze Künstlerfamilie zusammen gearbeitet hätte."

Aber nach all den Komödien war es für Mr. DeVito Zeit für etwas anderes. Mit '''' beschäftigte er sich seit langem wieder mit einem ernsthaften Stoff: Dem spurlosen Verschwinden des amerikanischen Gewerkschaftsführer Jimmy Hoffa. Aber von Publikum und Kritikern verschmäht, fiel mit ''Jimmy Hoffa'' Danny DeVitos Debüt als Produzent nicht so erfolgreich aus, wie das als Regisseur.

''Jimmy Hoffa'' war auch die erste Produktion seiner Firma Jersey Films. Zusammen mit seinem Partner Michael Shambert hatte er die Firma 1992 gegründet. In den vergangenen Jahren war Jersey Films an der Produktion solcher Klassenschlager, wie ''Pulp Fiction'', ''Gattaca'', ''Out of Sight'' oder ''Erin Brockovich'' beteiligt.

1997 schlüpfte DeVito wieder in die Rolle des kleinen schmierigen Sonderlings. In '''', einem mehrfach ausgezeichnetem Drama über Intrigen und Machtgier im Los Angeles der 50er Jahre, stellt er den sensationslüsternen Klatschreporter Sid Hudgeons dar, der selbst immer tiefer in den Korruptionssumpf hineinrutscht. Es folgten u.a. s '''' und '''' von Coppolas Tochter Sophia.

2001 kehrte Danny DeVito wieder in sein Metier zurück - die Komödie. In '''' spielt er eine liebenswerten Polizeichef, der den Mord an der meist gehassten Frau in seiner Stadt untersuchen muss. Wieder an der Seite von Bette Midler. Aber in ''Der Fall Mona'' darf er ausnahmsweise ein Netter sein, was ihn schon selbst zu wundern scheint. "Es war eine Überraschung, oder? Ich hab eine netten Kerl gespielt."

mk (II/2001)

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