Elke Sommer

Wie Senta Berger gehörte Elke Sommer zu den gut gebauten "Fräuleinwundern", von denen die Amerikaner begeistert waren, die sie eine Zeitlang als zweite Marilyn Monroe handelten. Als die schmucke blonde Pfarrerstochter aus Erlangen Mitte der 50er Jahre mit den Eltern Urlaub in Italien machte, kürte man sie zur "Miss Viareggio". Vittorio De Sica sah ihr Gesicht in einer Zeitung und förderte ihre Karriere. Bevor Elke Schletz, wie das entzückende Fräulein wirklich hieß, in Deutschland vor die Kamera trat, hatte sie bereits in vier italienischen Filmen gespielt.

Ihre ersten deutschen Filme "Das Totenschiff", "Am Tag, als der Regen kam" und "Das Mädchen und der Staatsanwalt" fallen aus der heimischen Produktion jener Jahre heraus, weil sie wagen, rebellische Jugendliche, Sexbomben und Lolitas zu porträtieren. In Italien und Frankreich wurde weiter auf den Sex-Faktor Elke Sommers gesetzt: "Zarte Haut in schwarzer Seide", "Sie nennen es Liebe".

Doch dann klopften die Amerikaner an und Elke Sommer trat als Schwedin an der Seite von Paul Newman im Agentenfilm "Der Preis" und als Hausmädchen unter Mordverdacht in Blake Edwards' "Ein Schuss im Dunkeln" auf, wo sie neben Peter Sellers als Inspektor Clouseau ihr vor allem komödiantisches Talent bewies. Sie heiratete den Journalisten Peter Hyams (ein Bogart-Biograph) und kaufte sich Häuser in Hollywood, Kanada und Spanien. Legendär wurde ihr Auftritt in "Heiße Katzen" an der Seite von Sylva Koscina: Als Vorläuferinnen von "Charlies Angels" tauchten beide 1966 mit den damals knappsten Bikinis der Filmgeschichte und Harpunen im Arm aus dem Wasser auf.

Sommer spielte vorwiegend in Genrefilmen: Komödien ("Völlig falsch verbunden"), Krimis ("An einem Freitag in Las Vegas", "Mitternacht Canale Grande", "Ein Unbekannter rechnet ab"), Agentenparodien ("Rollkommando") und Kriegsfilmen ("Die schmutzigen Helden von Yucca", "Zeppelin"). In Deutschland war sie unter anderem als Prostituierte in Wolfgang Petersens "Einer von und beiden" und 1973 als fesche Provinzlerin in Edgar Reitz' "Die Reise nach Wien" (mit Hannelore Elsner) zu sehen, wo ihre Bidet-Szene für Aufregung sorgte. Später trat sie nur sporadisch in deutschen Filmen auf ("Himmelsheim", "Alles nur Tarnung", "Flashback"), war im Fernsehen zu sehen ("Columbo", "Inside the Third Reich") und spielt Theater. 1973 wurde sie in Chicago als jahresbeste Theaterschauspielerin ausgezeichnet.

Unter dem Pseudonym E. Schwartz baute sich Elke Sommer eine Karriere als Malerin auf und kommt nur noch zu Besuch nach Deutschland, wo sie im fränkischen Heimatort bei ihrer geliebten "Mutti" Erholung fand. 1989 erschien ihre Autobiografie "Unter uns Pfarrerstöchtern - oder?", mit der sie auf Lesereise ging: "Affären, Skandale und Skandälchen habe ich nicht breitgetreten. Was soll ich machen - ich hatte keine." 2000 wurde die Schauspielerin, deren herzhaft breites gutturales Lachen ihre Bodenhaftung belegt, mit dem Deutschen Video Award für ihre Karriere ausgezeichnet: "Ich sitze auch auf dem Boden, wenn kein Stuhl da ist."

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