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Fred Zinnemann

Seine Filme kreisen um Menschen in Bewährungsproben, die den wahren Charakter herausbringen, um Versagen und um Kreuzwege des Schicksals. Dabei spielte Sozialkritik, etwa am Militär oder am Bürgertum, eine wesentliche Rolle. Mit 19 Kurz- und 21 Langfilmen zwischen 1938 und 1982 ist sein Werk zwar relativ schmal, aber es enthält in seinem erzählerischen Reichtum Filme von hohem Rang. Der ausschließlich in Hollywood arbeitende Regisseur Fred Zinnermann (1907 - 1997) wurde in Wien geboren, studierte Jura, ging nach Zwischenaufenthalten in Paris und Berlin 1929 in die Staaten und begann als Assistent des Dokumentarfilmregisseurs Robert Flaherty. Zwei seiner Kurzfilme erhielten "Oscars" (1938 und 1951), und er selbst erhielt zwei Mal den Regie-"Oscar": für den Militärfilm "Verdammt in alle Ewigkeit" (acht "Oscars"; mit Burt Lancaster und Deborah Kerr in der berühmten Strand-Szene) und das Historiendrama "Ein Mann zu jeder Jahreszeit" (sechs "Oscars") um den an seinen Idealen bis in den Tod festhaltenden Lordkanzler Heinrichs VIII., Thomas Morus (Paul Scofield). Viele Mitglieder von Zinnemanns jüdischer Familie wurden Opfer des Holocaust, und er war einer der ersten, der mit der Anna-Seghers-Verfilmung "Das siebte Kreuz" (1944, mit Spencer Tracy) und der Geschichte KZ-geschädigter Kinder in "Die Gezeichneten" (1948) das Thema im Spielfilm behandelte. Zinnemann porträtierte Außenseiter und Einzelgänger, die sich gegen den Strom stellen, so den Sheriff (Gary Cooper) in dem Western-Klassiker "12 Uhr mittags" (1952) oder den Attentäter (Edward Fox) in dem Thriller "Der Schakal" (1972). In den 50er Jahren hatte er Erfolg mit dem Cowboy-Musical "Oklahoma!" und "Geschichte einer Nonne" (mit Audrey Hepburn). In dem australischen Schafzüchterfilm "Der endlose Horizont" (mit Robert Mitchum, Deborah Kerr und Peter Ustinov) zeigen sich Einflüsse seiner dokumentarischen Arbeiten. Zinnemanns letzter Film war das mit einer Dreiecksgeschichte verbundene Bergsteigerdrama "Am Rande des Abgrunds" (1982, mit Sean Connery). Zinnemann lebte seit 1963 im Londoner Stadtteil Mayfair. Wegen seiner Mischung aus beruflicher Integrität und Wiener Charme galt er als "Gentleman" des klassischen Hollywood-Systems.

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