Georg Friedrich

Österreichischer Schauspieler. Georg Friedrich gilt als Kult-Mime, der für alle wichtigen österreichischen Regisseure gearbeitet hat. Als Kleinkrimineller, Schläger, Zuhälter, Gauner, Maulheld, Duckmäuser, Hehler, Taxifahrer und Strizzi hat er zahlreiche Facetten zerrissener Proleten verkörpert und ist in seiner Heimat "unser Mann fürs Grobe". Mit der an den jungen Robert De Niro oder Gérard Depardieu erinnernden, aber kantigeren Physiognomie, ist Friedrich in vielfältigen Rollen unverwechselbar als Typ und Charakter, häufig nervös und hyperaktiv, oft jähzornig und leicht reizbar. Friedrich wurde als an der Eiger-Nordwand scheiternder Bergsteiger im Drama "Nordwand" (2008) und als schräger Gauner Schorsch in der Road-Movie-Komödie "Contact High" ein Name, spielte den Freund der Stewardess Ellen (Jeanne Balibar) in "Im Alter von Ellen" und den Geschichtsdozent Florian, neuer Lebenspartner von Sandra Hüller, im Drama "Über uns das All". Auf der Berlinale 2011 wurde er als Hauptdarsteller von Wolfgang Murnbergers Nazi-Satire "Mein bester Feind" gefeiert. Er spielt Rudi Smekal, Sohn der Putzfrau, SS-Mann und bester Freund des jüdischen Kunsthändlers (Moritz Bleibtreu), mit dem er die Identität tauscht.

Georg Friedrich wurde 1966 in Wien geboren und kam mit vierzehn Jahren mit dem Film in Berührung, als man Kinderdarsteller suchte. Er studierte an der Schauspielschule Krauss in Wien und wusste, dass er beim Film arbeiten würde, auch wenn er zunächst für Frank Castorff an der Volksbühne Berlin und bei den Sommer Festspielen in Perchtoldsdorf auf der Bühne stand. Während der ersten Filmengagements ("A.D.A.M.", "Müllers Büro", "Kinder der Landstraße") jobbte er als Taxifahrer, weshalb er erzählt, dass ihm oft schon das Sitzen in einem alten Auto reicht, um in eine Figur zu schlüpfen. Friedrich war in Nebenrollen in zahlreichen Fernsehfilmen ("Tatort"-Reihe", die Krimis um Polt: "Polt muss weinen", "Blumen für Polt") und in Kinofilmen von Michael Haneke ("Die Klavierspielerin") zu sehen. Er war in Ulrich Seidls "Hundstage" (2000) der betrunkene Freund und Krankenpfleger Andi in Seidls "Import/Export" (2005). Für Pia Marais ("... Ellen") hatte er 2007 in "Die Unerzogenen" einen Hippie verkörpert. Als aufbrausender Freund von Nina Proll in "Nordrand" (1999), Manager des Multiplex-Kinos in "Böse Zellen" (2002) und Boutiquenbesitzer und Bräutigam in "Fallen" (2006) prägte er die Filme von Barbara Albert. Nach der Rolle als Zuhälter im Drama "Hurensohn" (2003), war Friedrich in "Nacktschnecken" (2003) der Strizzi mit der Löwenmähne, der in einen Amateurpornodreh gerät.

In Murnbergers schwarzer Krimikomödie "Silentium" (2003), Adaption des Romans von Wolf Haas um Wachtmeister Brenner (Josef Hader), war Friedrich der merkwürdige Hausmeister und Faktotum Josef. In der Verfilmung des Lebens der 60er-Jahre-Ikone Uschi Obermaier (Natalia Avelon) spielte Friedrich in "Das wilde Leben" (2008) die Hamburger Kiez-Größe Lurchi, bester Freund von Uschis Partner Dieter. 2011 steht er in Karl Markovic' Regiedebüt "Atmen", in Rainer Kaufmanns "Föhnlage. Ein Alpenkrimi" (TV) als Kleinkrimineller Karel Swoboda und als Sannyasin Siddharta aus einer Kommune im Bayerischen Wald, in Markus H. Rosenmüllers "Orange", vor den Kameras.

Auf der Berlinale 2004 wurde Friedrich als European Shooting Star (mit "Hurensohn" und "Nacktschnecken") vorgestellt

Georg Friedrich liebt Motor- und Skisport, spielt Tennis und Billard und boxt.

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