Gustav Knuth

Besonders aus dem deutschen Film der 50er-Jahre ist Gustav Knuth nicht wegzudenken. Als Schmierenkomödiant oder Schieber, als kleiner Mann oder Fabrikant - stets begeisterte er sein Publikum. Seine massige Gestalt kontrastiert mit den pfiffigen kleinen Augen, er wirkt verschmitzt und gutmütig, man nimmt ihm aber auch einen grimmigen, ja rasenden Menschen ab. Knuth gab den Max von Bayern in den Sissi-Filmen sowie den Fuhrunternehmer Karl John in "Die Ratten" (1955). Sehr beliebt war er als "Der eiserne Gustav" in der TV-Adaption von 1978/79 oder als Carlo in der TV-Artisten-Serie "Salto Mortale".

Knuth wurde 1901 in Braunschweig geboren. Als Sohn eines Zugführers schien für ihn nichts ferner als eine Bühnen- und Filmkarriere. Dennoch brach er nach der Volksschule eine Schlosserlehre ab und nahm Schauspielunterricht. Mit 17 bekam er sein erstes Engagement am Heidelberger Stadttheater - er war von zu Hause ausgerissen. Es folgten verschiedene Bühnenauftritte, unter anderem 1937 bis 1944 bei Gründgens in Berlin. Zum Film kam Gustav Knuth 1935 mit einer Rolle als Bauernbursche in "Der Ammenkönig". Nach vielen weiteren Filmrollen folgten in den 60er-Jahren zahlreiche TV-Auftritte, beispielsweise als Tierarzt Dr. Hofer in der Serie "Alle meine Tiere". Knuths Memoiren erschienen 1974 unter dem Titel "Mit einem Lächeln im Knopfloch". Verheiratet war er in erster Ehe mit Gustel Busch, später mit Elisabeth Lennartz, beides Schauspielerinnen. Auch sein Sohn Klaus Knuth ging unter die Darsteller. Zuletzt lebte Gustav Knuth im Schweizerischen Küsnacht, bis er 85-jährig am 1. Februar 1987 an einem Schlaganfall starb.

Zu den bedeutendsten Spielfilmen Gustav Knuths zählen "Große Freiheit Nr. 7" (1943/44) neben Hans Albers, "Unter den Brücken" (1945), "Der Raub der Sabinerinnen" (1953/54) und "Ich denke oft an Piroschka" (1955). 1962 erhielt Knuth den Ernst-Lubitsch-Preis, 1974 das Filmband in Gold und den Goldenen Bambi 1980.

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