Hans Brenner

Vom Wilderer und Räuberhauptmann bis zum Arbeitgeberpräsidenten hat Hans Brenner (1938-1998) zahlreiche Charakterstudien geliefert, die ihn als kraftvollen Mimen mit großer Bandbreite und so intuitiver wie nachdenklicher Rollenauffassung ausweisen. Brenner bringt zwar massive Körperlichkeit ein, aber er spielte zunehmend mehr mit den spitzbübischen Augen, die er zusammenkniff oder halb geschlossen hielt.

Brenner wurde in Innsbruck geboren und nahm privaten Schauspielunterricht. Er trat auf den Bühnen von Bregenz, Heidelberg, Göttingen, München und Zürich auf und seit 1983 im Volkstheater in München. Er arbeitete auf dieser Bühne mit seiner Lebensgefährtin Ruth Drexel zusammen. Seit dem Ende der 60er-Jahre war er im Fernsehen in Serien ("Tatort", "Derrick", "Alpensaga") zu sehen. Mit der Rolle des urigen Räubers "Matthias Kneißl" (Regie: Reinhard Hauff) wird der Name Brenner zum Markenzeichen. Er bleibt dem Neuen Deutschen Film verbunden und spielt in Filmen von Norbert Kückelmann ("Die Sachverständigen") und Manfred Stelzer ("Die Chinesen kommen"). In Hauffs "Messer im Kopf" übernimmt Brenner 1978 die Rolle des Kommissars, der Bruno Ganz, der durch eine Pistolenkugel das Gedächtnis verlor, für einen Simulanten hält. Kurz vor seinem Tod spielte Brenner in "Todesspiel" (TV) beeindruckend den 1977 von der RAF entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer.

Hans Brenner ist Vater des Schauspielers Moritz Bleibtreu (aus der Beziehung mit Monica Bleibtreu). 1983 erhielt er mit Ruth Drexel gemeinsam die Ludwig-Thoma-Medaille der Stadt München. 1998 erlag Hans Brenner einem Krebsleiden.

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