Isabelle Carré

Französische Schauspielerin. Wie ihre Generationskolleginnen Marion Cotillard ("La vie en rose"), Jeanne Balibar ("Va savoir") und Audrey Tautou ("Da Vinci Code") gehört Isabelle Carré zu den Workaholics des französischen Films und hat seit ihrem Debüt 1989 in rund 50 Produktionen gespielt. Carré ist die Leise unter den jungen Frauen mit ungeahnten Abgründen. Für ihre Rolle in "Claire - Eine kurze Geschichte vom Vergessen" (2001), wo sie gegen den durch Alzheimer bedingten kompletten Gedächtnisschwund kämpft, erhielt Carré den César.

Typischer für Carré sind jedoch die Frauen, die mit sanfter Unbeirrbarkeit Unheil auslösen. In "Die verbotene Frau" (1997) betrügt sie als laszive Schöne ihren Ehemann, in "Feelings/Les Sentiments" (2004) verführt sie Nathalie Bayes Gatten Jean-Pierre Bacri, in "Entre ses mains" (2005) geht sie eine Liaison mit einem möglichen Serienmörder (Benoit Poelvoorde) ein, in Alain Resnais' "Herzen" (2006) gibt sie heimlich Kontaktanzeigen auf und glaubt, im trunksüchtigen Dan (Lambert Wilson) den Mann fürs Leben gefunden zu haben, in "Anna M. (2007) ist sie überzeugt, ein Arzt (Gilbert Melki) sei in sie verliebt und verfolgt ihn.

Isabelle Carré wurde 1971 in Paris als Tochter eines Designers und einer Sekretärin geboren, wollte Tänzerin werden, entschied sich während der Ausbildug für die Schauspielerei und nahm Kurse im Cours Florent, Studio Pygmalion und an der Ecole Supérieure des Arts du Théatre in Paris. Sie debütierte als Tochter von Daniel Auteuil in "Milch und Schokolade" (1989), war die Tochter von Catherine Deneuve in "Die schöne Lili" (1991), im Quartett der Medizinstudentinnen in der Sommerkomödie "Beau fixe" (1992), trat in Familienfilmen (Danièle Thompsons "La Buche", 1999; Jean Beckers "Ein Sommer auf dem Lande", 1998) und Kostümfilmen ("Der Husar auf dem Dach", 1995; "Beaumarchais", 1996; "Das Liebesdrama von Venedig", 1998) auf. Carré eiferte ihrem Vorbild Romy Schneider nach und gewann 1997 den Prix Romy Schneider für "Die verbotene Frau", der zu hundert Prozent aus Großaufnahmen Carrés besteht.

Neben ihren sanften Gefühlsterroristinnen spielte Carré junge Mütter, so die drogenabhängige depressive Mutter in "Mercredi, folle journèe - Day off!" (2002), die schwangere Ehefrau des von Audrey Tautou verfolgten Arztes Samuel Le Bihan in "Wahnsinnig verliebt" (2001), die mit ihrem Mann (Jacques Gamblin) in Kambodscha nach einem Adoptivkind suchende Frau in Bertrand Taverniers "Holy Lola" (2004) und die junge Witwe, für deren kleinen Sohn in Cédric Kahns "Das Zauberflugzeug" (2005) ein Fahrrad zum magischen Objekt wird.

Isabelle Carré wurde für "Claire" 2003 mit dem César, dem Prix Lumière und als Beste Schauspielerin auf dem Festival von St. Jean de Luz ausgezeichnet. Sie war sechs Mal für den César nominiert und wurde für ihre Theaterrollen zwei Mal (1995 und 2004) mit dem Prix Molière ausgezeichnet.

Isabelle Carré ist seit 1999 Botschafterin der Aktion "Un enfant par la main" und trat 2006 im TV-Werbespot "Die Muskovizidose-Krankheit besiegen!" auf.

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