Kiefer Sutherland

Taff musste Shirley Douglas, Schauspielerin und Tochter eines kanadischen Politikers, auch sein. Filmstar Donald Sutherland ließ sie nach vier Ehejahren sitzen, Sohn Kiefer war anfangs nur ein begabter Kiffer. Mit Zwillingsschwester Rachel zog der Junge, benannt nach Regisseur Warren Kiefer, vom Geburtsort London nach L.A., dann nach Toronto und durch viele Schulen.

Ohne Abschluss versuchte er sich in zwei Filmen seines Vaters, debütierte unauffällig in "Max Dugans Moneten", brillierte als Titelfigur im Drama "The Bay Boy". Mit der Gage, 22.000 Dollar, ging Kiefer nach New York, ein Jahr später nach Los Angeles, wohnte im Auto, dann über zwei Jahre in einer WG mit Billy Zane, Robert Downey jr. und Sarah Jessica Parker.

Auf den Spuren seines Idols Sean Penn zeigte Sutherland Charisma als giftiger Halbstarker ("Stand By Me") - und als Vampirleader in "The Lost Boys", wie cool das Leben als Toter sein konnte.

Seitdem kam er oft aus der Hölle, wenn er in einen Dreh ging, verfolgte Reese Witherspoon als "Freeway"-Psychopath, vergewaltigte und tötete Sally Fields Tochter ("Eye for an Eye"), liebte den Ku-Klux-Klan ("Die Jury"), terrorisierte als Scharfschütze ("Nicht auflegen!").

Sanft gab sich Kiefer privat als Babysitter der jungen Gwyneth Paltrow, selten auch im Kino, wie als Lover einer Gehörlosen in "Verrückter Mond". Komisch war er als FBI-Agent in "Flashback", musikalisch schon immer. Über 50 alte Gitarren gehören ihm, genau wie ein Plattenlabel, das er mit Freund Jude Cole führt.

Heroisch steht ihm auch gut, dann lässt er das fiese Grinsen pausieren - in der Clique von Billy the Kid ("Young Guns"), auf der Suche nach der verschleppten Freundin ("Spurlos"), als CIA-Agent in "The Sentinel". Seine Rolle als Jack Bauer im TV-Hit "24" ist der Höhepunkt seines oft gebrochenen Heldentums. Der Amok laufende Anti-Terror-Agent holte Kiefer aus einem Rollentief, stoppte seine Ende der 90er Jahre eingeschlagene Zweitkarriere als Rinderfarmer und Rodeoreiter.

Das Bauer-Gen schlägt auch in "Mirrors" durch, im Kampf gegen böse Geister, die in Spiegeln leben. Die Glasgucker hasst Kiefer auch privat, hatte nur zwei in seinem riesigen Haus. Hier wohnte er lange, in einem berüchtigten Viertel, mit Latinos und Ukrainern, und nicht nur deswegen meist allein. Camelia Kath, Mutter von Tochter Sarah, verließ ihn 1990 nach drei Ehejahren, Ex-Model Kelly Winn ebenfalls, wurde aber erst neun Jahre später (2008) geschieden.

Julia Roberts, die er beim Dreh von "Flatliners" eroberte, flüchtete sogar drei Tage vor der Hochzeit, mit Kiefers Kumpel Jason Patric. Ihr hat er vergeben: "Hochachtung vor Julia, weil sie erkannte, wie jung und dumm wir waren, auch wenn es schwierig und schmerzlich war."

Der Ordnungsfanatiker und derzeit bestbezahlte TV-Star, der mit 13 schon Sex hatte, lebt heute nur mit seinem größten Laster: dem Alkohol. Zweimal wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt, saß Kiefer 2007 sogar 48 Tage im Knast. Einmal prügelte er einen Mann in einer Bar krankenhausreif, hasste sich danach dafür. Feiern und Trinken ist ein Stressventil, zu dem er sich offen bekennt.

Meist verläuft das friedlich, wie 2005 in London, als er sich mit Genehmigung des Hotelpersonals in einen dekorierten Weihnachtsbaum warf. Als Spaßvogel erwies sich Kiefer auch, als er hörte, wie College-Kids sich bei jedem Bauer-Fluch einen Drink genehmigten. Beim nächsten "24"-Dreh brachte er 14 "Verdammt" in einer Folge unter: "Ich konnte es vor mir sehen, wie diese Kids sagten 'Oh, fuck!' "

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