Leonardo DiCaprio

Sein Jubelruf "Ich bin der König der Welt" in "Titanic", dem bis "Avatar" erfolgreichsten Film aller Zeiten, erwies sich als prophetisch.

Leonardo DiCaprio wurde zu einem der männlichen Superstars der Filmbranche, weltweitem Teenager-Idol und Kassenmagnet, soweit er jugendliche romantische Rebellen in der Nachfolge James Deans verkörperte und in dieses Rollenmuster den Drive und die Ruhelosigkeit der MTV-Generation übertrug: definitiv in der Rap-Version von Shakespeares "Romeo & Julia", deren Geschichte in den Gangsterkrieg von Verona Beach verlegt wurde.

DiCaprios ungestüme unkontrollierte Kraft als Romeo hat den Mythos des archetypischen Liebhabers erfolgreich in die Postmoderne zwischen Gefühl und Medienwelt übertragen. Das ist seine große Leistung, die in den ersten Filmen des 1974 in Los Angeles geborenen DiCaprio schon angelegt war, ob als geistig Behinderter mit Freiheitsdrang in "Gilbert Grape", als Revolvermann, der in "Schneller als der Tod" vom eigenen Vater (Gene Hackman) im Duell getötet wird, oder als französischer "poète maudit" Arthur Rimbaud in dem wenig bekannten "Total Eclipse".

Eher ungewöhnlich war die Doppelrolle des französischen Königs und seines eingekerkerten Zwillingbruders in "Der Mann in der eisernen Maske", und sein Aussteiger-Tourist Richard in "The Beach" war einer, der Kinovorstellungen vom Dschungel in die Realität der Wildnis überträgt.

DiCaprios Dilemma zwischen Massenhysterie der Fans und den Schwierigkeiten, einen eigenen Weg zu gehen, ohne dem Zwang des Erfolges zu unterliegen, war in Woody Allens "Celebrity" zu beobachten.

In der Wirklichkeit arbeitet DiCaprio mittlerweile mit den wichtigsten Regisseuren zusammen: So stand er als charmanter junger Schwindler, der sich als Flugzeugpilot ausgibt, für Steven Spielbergs "Catch Me If You Can" vor der Kamera und sann in Martin Scorseses Blutreigen "Gangs of New York" auf Rache an Bandenchef Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis), der seinen Vater auf dem Gewissen hat.

In Scorseses "Aviator" spielte DiCaprio den im Mittelpunkt stehenden Filmmogul, Flugpionier und Frauenhelden Howard Hughes, wofür er 2005 mit dem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Unzählige Nominierungen (Oscar und Golden Globe) und Filmpreise brachte ihm ein Jahr später sein Engagement in Martin Scorseses Thriller "Departed - Unter Feinden". Als Polizeikadett Billy Costigan wird er in eine Mafiaorganisation eingeschleust und schlussendlich entdeckt.

2006 war ein sehr erfolgreiches Jahr für den Schauspieler, denn auch seine Rolle als Diamantenschmuggler in "Blood Diamond" bescherte ihm eine Oscar-Nominierung. Ridley Scott nahm DiCaprio 2008 für seinen Thriller "Der Mann, der niemals lebte" für die Titelrolle unter Vertrag. Als CIA-Agent soll er einen Terroristen in Jordanien zur Rede stellen.

Einmal mehr für Martin Scorsese spielt DiCaprio im vielschichtigen Thriller "Shutter Island". Nach der gleichnamigen Romanvorlage von Dennis Lehane ("Mystic River") ermittelt er auf einer Gefängnisinsel für psychische gestörte Schwerverbrecher.

Im SciFi-Thriller "Inception" von "Dark Knight"-Macher Christopher Nolan soll DiCaprio Menschen im Traum ihre wertvollsten Geheimnisse entlocken. Die verwinkelte Story und großartige Bildsprache machten den Schauspieler dabei einmal mehr zum Mittelpunkt eines Films, der die Sehgewohnheiten nachhaltig verändert.

Endgültig als Charaktermime geadelt wurde DiCaprio mit der Hauptrolle in Clint Eastwoods "J. Edgar" über den umstrittenen FBI-Gründer Hoover.

Erneut eine enorm düstere Rolle spielte DiCaprio für Quentin Tarantino im Neo-Western "Django Unchained" als brutaler und gnadenloser Plantagenbesitzer, dem ein ehemaliger Sklave (Jamie Foxx) Rache geschworen hat. Sein Image aus "Titanic" greift DiCaprio zur Eröffnung des Filmfests in Cannes in Baz Luhrmanns opulenter Verfilmung des Kultromans "Der große Gatsby" wieder auf - doch die lebensfrohe Titelfigur hat anders als Jack auch eine sehr dunkle Seite...

Das gilt erst Recht für DiCaprios fulminanten Auftritt als selbstverliebter Aktienbetrüger in der skandalumwitterten Bestseller-Verfilmung "The Wolf of Wall Street", die fünfte Zusammenarbeit mit Martin Scorsese.

Privat war der Amerikaner, dessen Mutter aus Deutschland stammt, sechs Jahre mit Top-Model Gisèle Bündchen zusammen. Nach der Trennung 2005 war DiCaprio mit dem israelischen Model Bar Rafaeli befreundet.

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