Michael Clarke Duncan

Mit beeindruckender Statur von 1,95 m und Lebendgewicht von 140 kg war Michael Clarke Duncan der ideale Mann für Kämpfer, Hünen und Bodyguards. Aber seinen Durchbruch schaffte er als der gutmütige Gefangene, Heiler und scheinbare Kindsmörder John Coffey, der von Tom Hanks in "The Green Mile" (1999) auf seinem letzten Weg begleitet wird. Duncan war von Bruce Willis, zu dessen Ölbohr- und Astronautenteam er in "Armageddon" gehört hatte, für die Rolle empfohlen worden. Die Apotheose seiner Über-Physis erlangte er in Robert Rodriguez' und Frank Millers Meilenstein "Sin City" als Bodyguard Manute, gleichzeitig rätselhaft und tödlich, ein Mann mit dem Punch eines Güterzugs und ein moderner Mythos, den Duncan selbst beschreibt: "Er wird aufgeschlitzt und erschossen, aber kommt immer zurück. Er ist wie ein Fabelwesen, das niemand ganz versteht. Er steht aus der Asche auf und kann nicht besiegt werden." Ein Hemingway-Charakter.

Michael "Big Mike" Clarke Duncan wurde 1957 in Chicagos South Side geboren, von seiner alleinstehenden Mutter erzogen, widerstand den Versuchungen von Drogen und Alkohol und konzentrierte sich auf die Schule, weil er Footballer werden wollte. Weil die Mutter fürchtete, er würde sich verletzen, gab er den Wunsch auf und studierte an der Alcorn State University in Mississippi Kommunikationswissenschaften. Nach der Rückkehr arbeitete er für Chicagos Gaswerke und als Rausschmeißer in Clubs. Er war als Sicherheitsmann für die Wanderaufführungen einer Theatergruppe tätig, deren Tournee durch 56 Städte in Los Angeles endete. Mit 20 Dollar in der Tasche fand er erneut Arbeit als Sicherheitsmann und wurde Bodyguard von Will Smith, Martin Lawrence, Jamie Foxx und LL Cool J. Weil er an dem Tag, als Rapper Notorious B.I.G. erschossen wurde, seinen Dienst getauscht hatte, gab Duncan den Job auf. Er spielte Bodyguards, Türsteher und Rausschmeißer in "Bulworth", "Eine Nacht im Roxbury" und "The Players Club".

Duncan fand Arbeit in der Werbung und war u. a. als Drill Sergeant in einem Spot für Bier zu sehen. Seinen ersten Filmpart (ohne Namensnennung) absolvierte er in F. Gary Grays "Friday" (1995) als Hütchenspieler. Duncan kämpfte als Wüstenstammesfürst Balthazar mit The Rock in "The Scorpion King", war in Tim Burtons "Planet der Affen" der Gorilla-Colonel Attar und Gangster Frankie Figs in der schwarzen Komödie "Keine halben Sachen", die ihn erneut mit Bruce Willis zusammenbrachte. In der Comic-Adaption "Daredevil" (nach Frank "Sin City" Miller) brachte er als krimineller Mastermind Ben Affleck in Bedrängnis und gehörte zum Ensemble von Michael Bays SF-Film "Die Insel".

Wegen seines sonoren Bass-Baritons wird Duncan gern als Sprecher eingesetzt, als Hund Sam in "Cats & Dogs", Bär Tug in den beiden "Bärenbrüder"-Disney-Animationsfilmen und Wolf in "Air Buddies" (2006). Duncan ist Erzähler des 2005 Major League Baseball World Series Films.

Gerüchten zufolge schenkte Duncan jedem, der ihn auf der Straße erkennt und seinen vollen Namen weiß, fünf Dollar.

Im Alter von 54 Jahren starb Michael Clarke Duncan 2012 an den Folgen eines Herzinfarktes.