Niels Arestrup

Französischer Schauspieler, Regisseur und César-Preisträger. Gleichermaßen als Film- und Theaterschauspieler, sowie seit 1988 als Leiter der Theaterschule in Ménilmontant tätig, ist die Filmographie von Niels Arestrup durch eine atypische Karriere in Nebenrollen von Gaunern, Ganoven und zwielichtigen Personen geprägt. In den 80er-Jahren wurde er in den Hauptrollen des Liebhabers von Hanna Schygulla und Ornella Muti in Marco Ferreris "Die Zukunft heißt Frau" (1984) und als ungarischer Stardirigent an der Pariser Oper in Istvan Szabós Künstlerdrama "Zauber der Venus" (1989) ein Name.

Eine Würdigung seines Schaffens erfuhr Arestrup, als er in zwei Filmen von Thriller-Meister Jacques Audiard spielte, die ihm jeweils den César für die Beste Nebenrolle einbrachten. In "Der wilde Schlag meines Herzens" (2006) ist er der in undurchsichtige Geschäfte verwickelte, alkoholkranke, von Schuldnern verfolgte Immobilienhai und Vater des Titelhelden und Pianisten (Romain Duris) und in "Ein Prophet" (2009) der schreckenerregende Mafiaboss Cesar Luciano, der im Gefängnis den Neuling Malik (Tahar Rahim) für die Korsenmafia einspannt.

2007 war Arestrup rigider Unternehmer im Drama "La part animale" und 2009 französischer Doppelagent in der Spionagestory "L'affaire Farewell" (mit Emir Kusturica, Guillaume Canet und Alexandra Maria Lara). 2010 spielte er in "Small World" (mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle des Villenverwalters und mit Alexandra Maria Lara), Verfilmung des gleichnamigen Debütromans (1997) des Schweizers Martin Suter.

Niels Arestrup wurde 1948 in Montreuil, Seine Saint-Denis, Ile de France als Sohn eines dänischen Einwanderers und einer Französin geboren, die in bescheidenen Verhältnissen lebten. Nach Abschluss des Gymnasiums besuchte er die Schauspielschule von Tania Balachova, schaffte den Sprung zur Bühne und debütierte 1973 im Spielfilm "Miss 0'Gynie et les hommes fleurs". Zu Arestrups Filmen gehören der Cop-Thriller "Die Polizistin" (als Fotograf; 1980, mit Miou-Miou), der Action-Thriller "Unter Wölfen" (1984, von José Giovanni) und der Krimi "La Rumba" (1985, von Alexandre Arcady). 1999 war er der berühmte, alternde und unglückliche Cellist in "Le pique-nique de Lulu Kreutz", 2002 spielte er in Sophie Marceaus Regiedebüt "Parlez-moi d'amour" einen alternden Ehemann, der sich von seiner Frau trennt, und im Mystery-Thriller "Une affaire privée" (mit Thierry Lhermitte und Marion Cotillard). 2007 war Arestrup in Julian Schnabels Drama "Schmetterling und Taucherglocke" (2007) der entführte Freund des am In-Locked-Syndrom leidenden Chefredakteurs Bauby (Mathieu Amalric).

2007 inszenierte Arestrup das Politdrama "Le Candidat" mit Yvan Attal in der Hauptrolle des von Parteigenossen manipulierten Präsidentschaftskandidaten. 1980 schrieb er das Drehbuch für Hervé Paluds Horrorthriller "Du blues plein la tete a.k.a. Bloody Blues" (mit Christine Boisson).

2006 und 2010 wurde Arestrup mit dem César für die Beste Nebenrolle ("Der wilde Schlag meines Herzens" und "Ein Prophet") ausgezeichnet.

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