Peter Keglevic

Er gehört zu den produktivsten, vielseitigsten und handwerklich perfekten deutschsprachigen Film- und Fernsehregisseuren und Drehbuchautoren. Der Österreicher Peter Keglevic hat seit 1976 über vierzig Kino- und TV-Arbeiten inszeniert, die drei Schwerpunkte aufweisen: Thriller-Stoffe, Historiendramen und Psycho-Kämpfe, in denen eigensinnige Hauptpersonen gegen die Gesellschaft rebellieren und oft am Konflikt mit sich selbst zu Grunde gehen, so der Sänger Roy Black, die Entführer von Richard Oetker oder die meist von Jürgen Prochnow und Christoph Waltz gespielten Kino- und TV-Figuren.

Peter Keglevic wurde 1950 in Salzburg geboren, arbeitete nach dem Schulabschluss vier Jahre als Buchverkäufer und schrieb sich 1968 im Studienfach Regie am Salzburger Mozarteum für Musik und darstellende Kunst ein. In diesen Jahren entstanden Kurzgeschichten, Hörspiele für den ORF und erste Drehbücher. Keglevic spielte auf dem Theater (als Beatle George Harrison 1974 in Bochum), führte Regie und inszenierte 1976 seinen ersten TV-Film "Im Zossener Land". In den 1980er-Jahren brachte Keglevic vier teils stark diskutierte Filme ins Kino: die Liebesgeschichte "Bella Donna" (mit Andrzej-Wajda-Star Krystyna Janda), den Thriller "Der Bulle und das Mädchen" (mit Jürgen Prochnow), den Thriller "Der Skipper" (mit Prochnow und Patsy Kensit) und "Magic Sticks", Fantasy um einen Musiker, dessen Trommelstöcke New York zum Tanzen bringen.

Keglevic inszenerte für private wie öffentlich-rechtliche TV-Sender. Mit seinen Fernsehfilmen machte er Darsteller wie Ulrich Tukur und Barbara Auer (Zweiteiler "Das Milliardenspiel", ARD 1988) und vor allem Christoph Waltz bekannt, der in fünf seiner Arbeiten spielte: Als Sänger Roy Black in "Du bist nicht allein - Die Roy Black Story" (RTL, 1997), in den Thrillern "Vickys Alptraum" (RTL, 1997), "Falling Rocks" (RTL, 1998, drei Paare auf Abenteuerurlaub in Südafrika) und "Betty - Schön wie der Tod" (RTL, 2001) sowie als Entführer im Mehrteiler "Tanz mit dem Teufel - Die Entführung des Richard Oetker" (2001, mit Sebastian Koch). Für Keglevic ist wichtig, dass Filme mit realem historischen Hintergrund und düsterer Kulisse "um die Tatsachen herum sich Fiktion leisten müssen". So wurde Keglevic mit Heinrich Breloer und Roland Suso Richter zum wichtigsten Regisseur des Doku-Drama-Formats, mit dem er seit 1994 ("Tag der Abrechnung - Der Amokläufer von Euskirchen") arbeitet, 2002 mit "Zwei Tage Hoffnung" (WDR, Familien im Umkreis des DDR-Aufstands vom 17. Juni 1953) einen weiteren Höhepunkt vorlegte und 2006 vor dem Dreh von "Tarrragona" (das Tanklastwagenunglück auf dem spanischen Campingplatz) steht.

Keglevic ist ebenso in Serien versiert. Er inszenierte 1980 für den SFB zwei "Tatort"-Folgen, für RTL zwei Folgen um "Kommissar Beck" und mehrere Folgen von "Doppelter Einsatz" (1993/95, mit Despina Pajanou und Silvia Haider), für Sat.1 zwei Folgen von "Der Elephant" (2004), zwei Folgen von "Das Kanzleramt" (2005) und vier Folgen von "Blackout" (2005) und wird 2006/07 für die ZDF-Freitagskrimi-Reihe "Stolberg" (Rudolf Kowalski und Christian Berkel Ermittler in Düsseldorf und Berlin) hinter der Kamera stehen.

Keglevic wurde 1997 für "Die Roy Black Story" mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet und erhielt 2001/2002 für "Tanz mit dem Teufel" den Adolf-Grimme-Preis, den Deutschen Fernsehpreis und den Bayerischen Fernsehpreis.

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