Philip Gröning

Deutscher Regisseur, Drehbuchautor, Cutter und Produzent. Als "Der Selbermacher" nimmt Philip Gröning im deutschen Film eine Sonderstellung ein. Spielfilme und dokumentarische Arbeiten, die aus persönlichen Bedürf- nissen entsprangen, prägen ein Werk, das so verschieden wie faszinierend und provokant die unter- schiedlichsten Themen wie Terrorismus, amour fou, die Großstadt und das Leben weltabgeschiedener Mönche behandelt. Sein größter Erfolg wurde der dreistündige Dokumentarfilm "Die große Stille" (2005), den er im Alleingang im Mutterkloster des Kartäuserordens in den Alpen als sein eigener Kameramann aufnahm, während er in der Einsamkeit an den Ritualen und täglichen Arbeiten der Mönche teilnahm. Der Film um Meditation, Sinn des Glaubens und die Schönheit des Schweigens wurde mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Spezialpreis der Jury in Sundance ausgezeichnet, war für den Deutschen Filmpreis 2006 nominiert und erhielt 2006 den Europäischen Filmpreis als Bester Dokumentarfilm.

Philip Gröning wurde 1959 in Düsseldorf geboren und unternahm nach dem Abitur Reisen durch Südamerika. Ab 1978 arbeitet er im technischen Bereich von Film- und TV-Produktionen, studiert von 1979 - 1981 Psychologie und Medizin, wird Regieassistent von Peter Keglevic und nimmt 1982 sein Filmstudium an der HFF München auf, wo 1983 sein erster Kurzfilm "Der Trockenschwimmer" entsteht. Das Spielfilmdebüt "Sommer" (1986) erhält den Kodak Award in Amsterdam.

Auf einen Schlag bekannt wird Gröning mit der Groteske "Die Terroristen", die 1992 Schlagzeilen macht, weil Bundeskanzler Helmut Kohl, dessen Ermordung die drei Protagonisten planen, den Film (erfolglos) verbieten lassen will. In Locarno wird der Skandalfilm mit dem Bronzenen Leoparden ausgezeichnet. Sieben Jahre später entsteht 2000 mit "L'amour, l'argent, l'amour" ein im Stil der Experimentalfilme der 70-er Jahre gefilmtes Road Movie um eine Hure und einen Hilfsarbeiter. Der Film bringt Gröning den Hessischen Filmpreis als Bester Regisseur, Hauptdarstellerin Sabine Timoteo den Bronzenen Leoparden in Locarno und Hauptdarsteller Florian Stetter den Max Ophüls Preis ein.

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