Rainer Basedow

Der Schauspieler und spätere Kabarettist Rainer Basedow gehörte zu den bekannten Nebendarstellern der 60er-Jahre, der zwanglos zwischen den Serienprodukten des Unterhaltungsfilms und Produktionen des Neuen Deutschen Films pendelte. In der Mimik seines rundlichen Gesichts paarten sich Schlitzohrigkeit mit Verstocktheit, Unschuldsblick mit Kumpelhaftigkeit. Auf Grund seiner Vielseitigkeit war er in allen Genres zu Hause. Eine seiner ersten Rollen war der Handlanger Whitey in "Wilder Reiter GmbH" (1966), der seinen "Chef" Herbert Fux überflügeln will. Unvergessen sein fassungsloses Gesicht als Polizist, als er in "Zur Sache, Schätzchen" (1967) auf dem Polizeirevier Uschi Glas' Striptease verhindern will und später Werner Enke mit einem Streifschuss verletzt: "Da haben Sie aber noch mal Schwein gehabt!"

Basedow wurde 1938 in Mühlhausen in Thüringen geboren und driftete in die neue Münchner und Berliner Filmszene, wo er in "Jet Generation", "Mit Eichenlaub und Feigenblatt", "Quartett im Bett" und "Kuckucksei im Gangsternest" der ideale Mann für komisch vertrackte Nebenrollen wurde. Im Genrekino war er Kleingauner, Handwerker, Beamter und Werbefritze, Polizist und Manager und in "Kommissar X"-Actionkrimis ebenso zu finden wie bei Jerry Cotton ("Dynamit in grüner Seide"), in "Lümmel"-Komödien ("Unsere Pauker gehen in die Luft") oder Klamauk ("Piratensender Powerplay"). Er tobte sich im Nachbarschaftskrieg als Ehemann von Katharina Thalbach ("Caipiranha") ebenso aus wie bei "Tante Trude aus Buxtehude" oder in Simmel-Verfilmungen ("Der Stoff, aus dem die Träume sind").

Eine zweite Karriere gelang Basedow, als er 1976 unter dem alten Namen die "Münchner Lach- und Schießgesellschaft" wiederbelebte, deren Mitglieder, unter ihnen Jochen Busse und Bruno Jonas, bis auf ihn ständig wechselten.

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