Selma Blair

So sieht Ron Perlman die Liebe seines Schauspielerlebens: den 160-Zentimeter-Filmfloh, der als feurige Pyromanin in zwei "Hellboy"-Filmen sein Herz wärmte.

Zumindest äußerlich geht die brünette Beauty, die auch ohne alpinen Vorbau Hollywood eroberte, noch als Schülerin durch. Jünger spielen als sie war: Damit etablierte sich die Tochter einer Richterin, die mit drei Schwestern in einem Vorort von Detroit aufwuchs, vor der Kamera.

Ursprünglich suchte Selma einen Platz dahinter, widmete sich im Kunststudium vor allem der Fotografie, wollte sie in New York zum Beruf machen. Stattdessen landete sie am Stella Adler Conservatory, zu einem Zeitpunkt allerdings, als die legendäre Schauspiellehrerin bereits verstorben war. "Ich bin schauspielerisch nicht wirklich gut ausgebildet", kritisiert Blair ihre Anfänge, als Hollywood im Teenrausch Frischfleisch ohne Erfahrung auf den Markt warf.

Selma gehörte dazu, kämpfte sich nach dem Filmdebüt in der Komödie "The Broccoli Theory" in kleinen Rollen durch, lebte als Lolita im Krimi "Brown's Reqiem" mit einem 65-Jährigen, war Dominique Swains Freundin, die in "Cool Girl" nur flachgelegt werden wollte. Ein Wunsch, den erst "Eiskalte Engel" erfüllten. 26 war Blair damals, aber als naives 14-jähriges Bambi, das von Ryan Phillippe erlegt und von Sarah Michelle Gellars Zunge erkundet wurde, trotzdem glaubwürdig.

Für Gellars "Buffy"-Rolle war sie in der engeren Wahl, beim Casting von "Dawson's Creek" sogar unter den letzten Drei, doch jetzt hatte sie die Stupsnase vorn, gewann für den Engelskuss einen MTV Movie Award. "Lesben baggern mich immer wieder an", berichtet Blair, die auch im Drama "Zauber der Liebe" und im neuen Film "Driving Lessons" Frauen sehr nahe kommt.

Privat liebt sie traditionell, ging drei Jahre mit Francis Ford Coppolas Neffe Jason Schwartzman, heiratete Frank Zappas Sohn Ahmet (noch heute ein Freund), hatte nach zwei Jahren Ehe und Scheidung eine Affäre mit Johnny Messner, Partner aus "Super süß und super sexy", und schließlich auch mit dem blonden Beau Matthew Felker, der im Video "Toxic" heftig mit Stewardess Britney Spears knutschte.

Auch vor der Kamera fand sie bis "Hellboy" kein romantisches Glück. In "Natürlich blond!" spannte sie Reese Witherspoon als versnobbte Zicke kurzfristig den Freund aus, wurde in "Gelegenheit macht Liebe" von Jason Lee betrogen, verließ Topher Grace in "Reine Chefsache", war allein erziehende Mutter und überdies von "The Fog - Nebel des Grauens" verfolgt.

"Wenn ich charmant zu sein versuche, geht das meist schief", erteilt sie stereotypen Rollen in Lovestorys und Komödien eine Absage. Lieber gibt sie sich albern, wie als Tänzerin mit künstlichen XXL-Brüsten in "A Dirty Shame", oder erforscht Abgründe, wie als vergewaltigte, gefolterte Seele, die im Thriller "WAZ - Welche Qualen erträgst du?" blutige Rache nimmt.

"Etwas verrückt, eine Mischung aus Göre und Engel", nannte sie Jason Schwartzman. "Manisch-depressiv" beschreibt Mutter Molly sie, weil Selma so schnell die Stimmungen wechselte. Übertrieben ernst ist das nicht zu nehmen, schließlich ist Moms harter Humor aktenkundig. Als Selma sie vor "Storytelling" und ihrer brutalen, kontrovers diskutierten Sex-Szene mit einem Dozenten warnte, blieb die Mutter provokativ gelassen: "Vergewaltigung - das ist wie Samstagabend für mich. Als ich noch aufs College ging..." Blair beinhart, da dürfte sogar Hellboy zucken.

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