Udo Samel

Sein rundlich freundliches, eigentlich nur lächelnd vorstellbares Gesicht strahlt die gelassene Weisheit eines optimistischen Philosophen aus, der über den Dingen steht. Andererseits spiegelt es oft einen kochenden inneren Aufruhr, der überdeckt, welche Obsessionen ihn in seinen Rollen plagen. Udo Samel kann Gnom und wild gewordenes Männlein, tragischer Liebhaber und Besserwisser, lakonischer Schelm und in sich ruhender Rabbi sein, aber auch der hat ziemlich weltliche Rache- und Fleischeslustgedanken.

Udo Samel wurde 1953 in Eitelsbach bei Trier geboren, studierte Philosophie und Slawistik und wechselte 1976 an die Schauspielschule Frankfurt. Von 1978 bis 1992 gehörte er zum legendären Ensemble der Berliner Schaubühne. Er gilt als Brecht-Experte und gestaltet entsprechende literarische Abende. 1991 wurde er von den Lesern der Zeitschrift "Theater heute" zum Schauspieler des Jahres gewählt.

Im Neuen Deutschen Film wurde Samel mit seiner zweiten Rolle, der des jungen Polizisten, der Bruno Ganz in Reinhard Hauffs "Messer im Kopf" anschießt, bekannt. Seitdem war er in Film und TV in rund 70 Rollen unterschiedlichster Art zu sehen, vom Kripomann Luigi Makkeroni in der Comic-Verfilmung "Kondom des Grauens" über den vor den Nazis nach Paris geflohenen Professor Abel in der Klaus-Mann-Verfilmung "Der Vulkan" bis zum Musikprofessor in "Die Klavierspielerin" von Michael Haneke, für den er von "Das Schloss" bis zu "71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls" mehrmals spielte. Seine bekannteste TV-Rolle, die ihn 1986 ins öffentliche Bewusstsein brachte, war der Franz Schubert im ZDF-Dreiteiler "Mit meinen heißen Tränen". Er gehörte zum Ensemble von "Die Manns" und war Michail Gorbatschow im "Deutschlandspiel".

2005 wurde Samel in "Alles auf Zucker!" mit der Rolle des Rabbi Zucker, eines orthodoxen Juden, der zum Begräbnis der Mutter nach Deutschland kommt und unter anderem in die Hände einer palästinensischen Bauchtänzerin gerät, für den Deutschen Filmpreis nominiert.

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