Gillian Flynn

Die Thriller von Gillian Flynn sind alle sehr verstörend, undurchschaubar und wirklich atemberaubend spannend. Falls Sie noch keinen Roman von Gillian Flynn gelesen haben, wird es jetzt höchste Zeit! Bestellen Sie Bücher, eBooks und Hörbücher von Gillian Flynn sowie ihren Megaseller Gone Girl - Das perfekte Opfer in unserem Online-Shop!

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Autoren-Porträt und Interview mit Gillian Flynn

Gillian Flynn gehört momentan zu den meist-diskutierten Autorinnen der Welt. Mit ihrem Bestseller Gone Girl - Das perfekte Opfer katapultierte sie sich an die Spitze der internationalen Verkaufscharts und Bestsellerlisten. Gillian Flynn hat aber vor Gone Girl schon zwei weitere Thriller verfasst: Sharp Objects und Finstere Orte/Dark Places, mit denen sie ebenfalls ihr schriftstellerisches Können unter Beweis gestellt hat.

Die Thriller von Gillian Flynn sind alle sehr verstörend, undurchschaubar und wirklich atemberaubend spannend. Gerade in Gone Girl - Das perfekte Opfer schafft sie es, den Leser die ganze Zeit in die Irre zu führen und die tiefen Abgründe der menschlichen Psyche zu offenbaren. Falls Sie noch keinen Roman von Gillian Flynn gelesen haben, wird es jetzt höchste Zeit!

Interview mit Gillian Flynn

Ich war kein nettes kleines Mädchen. Im Sommer bestand mein Lieblingszeitvertreib darin, Ameisen zu fangen und an Spinnen zu verfüttern. Im Haus war meine liebste Beschäftigung ein Spiel namens „Fiese Tante Rosie", in dem ich die hunds-gemeine Gouvernante war und meine Cousinen mir zu entkommen versuchten. Unser Grundrequisit war eins dieser knallpinken Plastiktelefone, die in den 80ern der Traum aller Mädchen waren. (Hübsche Mädchen lieben es, zu telefonieren!) Leider Gottes wurde das Telefon den Verfolgten stets entrissen, ehe sie Hilfe herbeirufen konnten. (Muahaha) In meiner freien Zeit sah ich mir auch gern mal einen der Softpornos auf den verschlüsselten Kabelkanälen an. (Titten, Po, Rauschen, Flimmern, Titten!) Und wenn eine meiner Puppen aufmuckte, säbelte ich ihr die Haare ab.

Ich will nicht darauf hinaus, dass ich ein seltsames Kind war (obwohl ich mir jetzt, wo ich die Tatsachen schwarz auf weiß vor mir sehe, schon so meine Gedanken mache). Auch nicht, dass ich ein böses Kind war (hier möchte ich - meinen liebevollen Eltern zuliebe - anmerken, dass ich wundervolle glückliche Kinderjahre im guten alten Kansas City erleben durfte). Aber über diese kindlichen Initiationsriten - die spielerischen Kämpfchen, die frühreife Sexualität, das erste Aufflammen von Machtspielen - erzählen Frauen so gut wie nie, während Männer gerne und liebevoll über diese seltsamen Ausbrüche kindlicher Aggression und ihre katastrophal unreife Sexualität plaudern. Männer besitzen ein Vokabular für Sex und Gewalt, über das die Frauen einfach nicht verfügen. Nicht einmal als Erwachsene. Ich kann mich an keine einzige Frau erinnern, die sich mit ehrlichem Vergnügen über Masturbation oder Orgasmen unterhalten hätte, bevor Sex and the City den bienchensüßen Dreh für uns entdeckte und die entsprechenden Sätze in einem Päckchen mit Tupfenschleife präsentierte. Und noch immer diskutieren wir nicht über unsere eigene Gewalt. Wir verschlingen die Nachrichten über Susan Smith oder Andrea Yates - Frauen, die ihre Kinder ertränkt haben -, aber wir wollen, dass uns diese Geschichten schmackhaft gemacht werden. Wir legen Wert auf düstere Zusatzinformationen über Wochenbettdepressionen oder Männer, die sie zu diesen Verbrechen getrieben haben.

Aber es gibt da eine Resonanz, die schlicht ignoriert wird. Ich glaube nämlich, dass wir Frauen gerne Geschichten über mörderische Mütter und verlorene kleine Mädchen lesen, weil das unser einziges reguläres Ventil ist, um wenigstens auf persönlicher Ebene einen Ansatz zu haben, über weibliche Gewalt zu sprechen. Weibliche Gewalt ist eine sehr spezifische Art von Grausamkeit. Sie ist invasiv. Bei einer Schlägerei unter Frauen geht es mit Haaren und Zähnen, mit Spucke und Fingernägeln zur Sache - eine wesentlich grausigere Angelegenheit als eine Prügelei unter Kerlen. Ganz zu schweigen von der psychischen Komponente. Frauen verbeißen sich regelrecht ineinander. Einige der schrecklichsten, kranksten Beziehungen, die ich kenne, bestehen zwischen langjährigen Freundinnen und vor allem zwischen Müttern und Töchtern. Anspielungen, tendenziöse Halbwahrheiten, verlogene Unterstützung, Liebesentzug, sexuelle und alle anderen Arten von Eifersucht - Frauen zu beobachten, wie sie einander aufs Korn nehmen, ist ein wahrhaft grusliges Schauspiel, das sich über viele Jahre hinziehen kann.

Geschichten über Generationen von brutalen, in einem Teufelskreis der Aggression gefangener Männer, füllen unsere Bibliotheken und Bücherregale. Aber ich wollte über weibliche Gewalt schreiben.

Genau das habe ich getan. Ich habe mittlerweile drei Bücher geschrieben, in denen es weibliche Gewalt gibt. Denn es gibt einen Mangel an weiblichen Bösewichten - guten, starken weiblichen Bösewichten. Ich wünsche mir keine übellaunigen Frauen, denen es nur darum geht, Pläne auszuhecken, wie sie gute Männer und noch bessere Schuhe an Land ziehen können (als hätten wir nichts Interessanteres, um das es sich zu kämpfen lohnt), keine unterkühlten WASP-Mütter (obwohl emotionale Distanz nicht per se schlecht ist), nein, ich wünsche mir gewalttätige, böse Frauen. Frauen, die einem Angst machen. Sagt mir jetzt nicht, dass ihr keine solchen Frauen kennt. Der Punkt ist, wir Frauen haben so viele Jahre damit verbracht, uns mit Girlpower aufzupeppen - bis hart an die Grenze der Parodie -, dass wir keinen Raum mehr haben, auch unsere dunklen Seiten zur Kenntnis zu nehmen. Aber dunkle Seiten sind wichtig. Sie wollten genährt werden wie garstige schwarze Orchideen.

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