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  • 3 Sterne

    Nina W., 11.06.2017

    Zum Inhalt:

    Posy Morland hatte es immer schwer im Leben. Als sie einen kleinen, heruntergekommenen Buchladen in Bloomsbury erbt, scheint sich ihr Glück endlich zu wenden. Sie plant, den Laden neu zu eröffnen und dort nur Liebesromane mit Happy Ends zu verkaufen. Denn traurige Geschichten gibt es im wahren Leben ja genug. Doch Sebastian, der Enkel der verstorbenen Besitzerin, hat andere Pläne für den Laden und legt Posy Steine in den Weg, wo er nur kann. Dummerweise ist Sebastian auch schrecklich attraktiv – und der unverschämteste Kerl in ganz London. Findet zumindest Posy. Und rächt sich auf ihre Weise: Sie schreibt selbst einen Roman namens Der Wüstling, der mein Herz stahl – mit Sebastian als Held zum Verlieben ...



    Über die Autorin:

    Annie Darling lebt in einer winzigen Londoner Wohnung, in der man vor lauter Bücherstapeln kaum treten kann. Ihre großen Leidenschaften sind Liebesromane und ihre Katze. "Der kleine Laden der einsamen Herzen" ist Annie Darlings Debüt in deutscher Sprache und der Beginn einer Reihe um einen wunderbaren kleinen Laden in Bloomsbury.



    Mein Fazit und meine Rezension:

    Posy Morland hat kein leichtes Leben. Sie verliert ihre Eltern bei einem tragischen Verkehrsunfall und steht auf einmal mit ihrem jüngeren Bruder Sam alleine da. Gott sei Dank gibt es die nette alte Damen namens Lavinia, die sie nicht nur in ihre Familie aufnimmt, sondern auch in der Wohnung über ihrem Buchladen wohnen und im Laden selbst arbeiten lässt. Als Lavinia plötzlich stirbt, zerbricht für Posy erneut alles und ihre Welt gerät aus den Fugen. Doch Lavinia hat auch aus dem Jenseits vorgesorgt: so vermacht sie ihr nicht nur die Buchhandlung "Bookends", sondern schickt ihr auch ihren Enkel Sebastian als besonderen Begleiter und Freund. Doch Posy ist mit anderen Sorgen beschäftigt: sie möchte Bookends mit einem neuen Charme versehen und es als auf Liebesromane spezialisierte Buchhandlung eröffnen - Sebastian schwebt eher ein "Blutiger Dolch" einer Krimibuchhandlung vor. Hier sind Reibereien vorprogrammiert.

    Ich bin auf das Buch aufgrund der vielen Werbung aufmerksam geworden. Das Cover hat mich einfach direkt angesprochen. Es war nicht wie jedes Cover, verrät nicht zu viel, doch man kann sich schon einiges dazu denken. Der Klappentext klang auch verlockend und auch die ersten Kapitel haben mich in ihren Bann gezogen. Doch irgendwann war eben dieser Zauber der Seiten verflogen und die Geschichte selbst konnte ich nicht mehr mit sich reißen.

    Posy ist eine Figur, die nicht nur Probleme aufgrund ihrer schweren Vergangenheit hat (plötzlich steht sie alleine mit jüngerem Bruder da und ersetzt ihm die Eltern), sondern auch mit ihrer Figur und ihrem Selbstbewusstsein. Daran mangelt es ihr wirklich. Das einzige, in dem Posy so richtig aufgeht, ist die Buchhandlung 'Bookends' und ihrer Arbeit darin. Doch die sieht sie auch gefährdet, als Lavinia stirbt. Mit dem Vermächtnis von Lavinia hat sie nicht gerechnet und wird nicht nur von ihr, sondern auch von ihrem vorlauten und frechen Enkel Sebastian überrumpelt. Da ist natürlich schon Streit vorprogrammiert, denn Posy kann auch anders. Leidenschaftlich setzt sie sich dafür ein, die Buchhandlung umzugestalten und nach einem Genrewechsel (bzw. einer Spezialisierung auf ein bestimmtes Genre) wieder neu zu eröffnen. Leider gerät sie da mit Sebastian aneinander. Nur merkt der Leser nicht viel davon, da Posy nicht wirklich den Mut hat, ihrem Jugendfreund die Meinung zu sagen und ihre eigene Meinung zu vertreten.

    So stolpert der Leser mit ihr von einem Fettnäpfchen und von einer Lüge zur nächsten. Das Ganze wäre vielleicht etwas interessanter und spannender, wenn es sich nicht ewig hinziehen würde. Ab und an liegt in der Kürze wirklich die Würze!

    Lustig hingegen, war der verbale Schlagabtausch von Posy und Sebastian, der allerdings meist damit begonnen hat, dass er ihre Kurven betrachtet oder aber einen bissigen Kommentar über ihre Arbeitsmoral fallen gelassen hat. Zunächst mag das lustig sein und für Spannung sorgen, doch irgendwann war ich dieser Dialoge doch etwas müde.

    Was mir allerdings gut gefallen hat, war die Bezugnahme auf den wunderbaren Roman (auch einer meiner Lieblingsromane) von Jane Austen "Stolz und Vorurteil". Posy selbst liebt ihre Bücher über alles, insbesondere auch Jane Austen und so kommt der Leser ein ums andere Mal in den Genuss von Zitaten aus ihrem Buch oder aber einer Adaption, die Posy selbst geschrieben hat. Nur wurde auch hier mehr Wert auf das Äußerliche und Sexuelle gelegt als bei Jane Austen selbst.

    Alles in einem kann ich sagen, dass mich die Geschichte unterhalten, aber nicht gefesselt hat. In meinen Augen kamen der Laden und die Geschichte dahinter etwas zu kurz, die Entwicklung zwischen Posy und Sebastian war zwar schön anzusehen bzw. zu lesen, aber oftmals zu langatmig, sodass man erst mal eine Verschnaufpause brauchte.

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    janein
  • 3 Sterne

    Franziska R., 11.06.2017

    Das Cover:
    Der Hintergrund dieses süßen Covers ist es Blau-Weiß gestreift. Unten ist eine Lichterkette zu sehen. Dann kommt auch schon der hervorstechende Titel, zwei Reihen in Pink, zwei in Lila. Oben ist die Silhouette einer Frau in Kleid und Highheels zu sehen, unten die eines Mannes, der zur Frau hinaufschaut. Es niedliches, passendes Cover.

    Die Geschichte:
    Die Geschichte beginnt mit einem Nachruf auf Lavinia Thorndyke, der Buchhändlerin von ‚Bookends‘ in London, bei der die 28-jährige Posy Morland gearbeitet hat. Nun erbt sie den kleinen Buchladen inklusive ihrer Wohnung über dem Laden, was Lavinias Enkel Sebastian nicht sonderlich gefällt. Kein Wunder, denn er und Posy kennen sich schon seit vielen Jahren, so wirklich mögen tun sie sich jedoch nicht. Posy ist jedoch froh, mit ihrem kleinen Bruder Sam nicht auf die Straße gesetzt zu werden, denn ihre Eltern sind vor mehreren Jahren gestorben. Also nimmt sie sich des Buchladens an und plant, in ihm nur romantische Literatur anzubieten. Doch Sebastian, der Enkel von Lavinia, ist von dieser Idee ganz und gar nicht begeistert und versucht alles, um das zu verhindern…

    Meine Meinung:
    Als ich den Klapptext des Buches las, war ich sehr gespannt auf die kleine Liebesgeschichte mit Witz, Charme und Wortgefechten. Als Hauptfigur lernen wir Posy kennen, eine junge Frau in den späten Zwanzigern mit einem sehr außergewöhnlichen Namen. Vor mehreren Jahren sind ihre Eltern gestorben und nun ist Posy mit ihrem kleinen Bruder Sam auf sich allein gestellt. Sie erbt nach Lavinias Tod, die für sie wie eine Mutter war, ‚Bookends‘ und wird Chefin des Buchladens, was sie schon etwas überfordert, denn nun sind ihre Kollegen ihre Angestellten, und sie hat das Sagen. Alles erinnert sie an ihre Eltern, die auch einmal bei ‚Bookends‘ gearbeitet haben.

    Dann taucht Sebastian auf der Bildfläche auf, der ‚bekannt und berüchtigt als unverschämtester Kerl Londons‘ ist. Schnell habe ich gemerkt, dass er ein echter Ekel ist. Beide kabbeln sich häufig, es gibt viele witzige Dialoge zwischen ihnen, doch manchmal geht es bei Sebastian auch unter die Gürtellinie. Er will aus dem Buchladen eine Krimibuchhandlung machen, was Posy wiederum gar nicht gefällt. Aus Frust beginnt sie, eine Geschichte namens ‚Der Wüstling, der mein Herz stahl…‘ über ihn zu schreiben, die jedoch nicht so war, wie ich es erwartet hatte.

    Im Allgemeinen finde ich, dass der Klapptext mehr verspricht, als das Buch hält. Ich habe mir eine süße kleine Liebesgeschichte mit viel Wortwitz und Charme vorgestellt, doch meiner Meinung nach etwas anderes bekommen. Es geht in dem Buch nur um die Veränderung von'Bookends', die das Lädchen zum 'kleinen Laden der einsamen Herzen' macht. Es geht um die Vorbereitungen mit ihren Kollegen, die Auseinandersetzungen mit Sebastian und die Probleme, die Posy bewältigen muss. Ich habe etwas anderes erwartet, doch das Ende ist wirklich gut geschrieben, klärt vieles auf und hat ein paar Dinge wieder wettgemacht. Der zweite Band heißt im Original 'True Love at the Lonely Hearts Bookshop', also 'Wahre Liebe in dem Buchladen der einsamen Herzen'. In ihm soll es diesmal um Verity gehen, eine von Posys Freunden/Angestellten. Wann das Buch bei uns erscheinen wird, ist bisher noch unklar.

    Meine Bewertung:
    ‚Der kleine Laden der einsamen Herzen‘ ist nicht das, was ich von dem Buch erwartet habe. Mit seiner liebevollen Protagonistin Posy und den vielen witzigen Dialogen hat das Buch jedoch etwas, das sich zu lesen lohnt, auch wenn es nachher teilweise ziemlich vorhersehbare Ereignisse gab. Teilweise geht es schleppend voran, doch zum Ende hin kam für mich der große Aha-Moment und erklärt vieles. Ich vergebe drei Sterne für die kleine Geschichte des Buchladens der einsamen Herzen.

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    janein