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  • 2 Sterne

    18 von 28 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Maurice F., 19.07.2018

    Rezension „Fremd“ - Ursula Poznanski/Arno Strobel

    Die Geschichte beginnt mit einer höchst merkwürdig Szenerie: Eine Frau, die in ihrem eigenen Haus plötzlich einem fremden Mann gegenübersteht. Einem Mann, der behauptet ihr Lebensgefährte zu sein….

    Kurzbeschreibung:

    Stell dir vor, du bist allein zu Haus. Plötzlich steht ein Mann vor dir. Er behauptet, dein Lebensgefährte zu sein. Aber du hast keine Ahnung, wer er ist. Und nichts in deinem Zuhause deutet darauf hin, dass jemand bei dir wohnt. Er redet auf dich ein, dass du doch bitte zur Vernunft kommen sollst. Du hast Angst. Und du verspürst diesen unwiderstehlichen Drang, dich zu wehren. Ein Messer zu nehmen. Bist du verrückt geworden?
    Stell dir vor, du kommst nach Hause, und deine Frau erkennt dich nicht. Sie hält dich für einen Einbrecher. Schlimmer noch, für einen Vergewaltiger. Dabei willst du sie doch nur beschützen. Aber sie wehrt sich, sie verbarrikadiert sich. Behauptet, dich niemals zuvor gesehen zu haben. Sie hält dich offensichtlich für verrückt. Bist du es womöglich?

    Eine Frau. Ein Mann. Je mehr sie die Situation zu verstehen versuchen, desto verwirrender wird sie. Bald müssen sie erkennen, dass sie in Gefahr sind. In tödlicher Gefahr. Und es gibt nur eine Rettung: Sie müssen einander vertrauen …

    --------------------------------------

    Der Beginn des Buches ist aufgrund der merkwürdigen Ausgangslage schon mal sehr vielversprechend. Die Story steigt sofort mitten im Geschehen ein; es gibt kaum Vorlaufzeit; man wird sozusagen gleich mal ins kalte Wasser geworfen. Und das ist auch gut so, denn so nimmt die Handlung gleich zu Beginn sehr viel Fahrt auf und startet mit erhöhtem Druck.
    Diese Form der Einleitung erfindet zwar das Rad nicht neu, hat sich aber in der Vergangenheit schon sehr oft bewährt und führte dementsprechend immer wieder zu Erfolg.
    Hat man eine solche Art der Einleitung vor sich liegen, wird man vom Autor – in diesem Fall von den Autoren - quasi gezwungen, sich mit den Figuren auseinanderzusetzen. Schnell wird man für sich entscheiden müssen, wer der Gute, wer der Böse ist. Obwohl diese Sichtweise sich während der Lektüre häufig ändern kann, so nimmt man dennoch diese Anfangs-Grundeinstellung auf den restlichen Teil der Lesereise mit. Plötzlich hat man als Zuschauer die Objektivität verloren. Man ergreift von nun an Partei für einen Protagonisten, verbündet sich insgeheim mit ihm/ihr. Wenn es der Autor nun schafft, die Rollen zwischen Gut und Böse gekonnt zu tauschen, immer wieder zu verwirren, aber logisch/nachvollziehbar zu bleiben, so könnte man von einem gelungenen Thriller sprechen. Mit „Fremd“ von Ursula Poznanski und Arno Strobel hatte ich so meine Probleme. Zwar war hier die Grundidee sehr solide, alles war eigentlich angerichtet für ein tolles Spektakel, jedoch kam es mir so vor, als wollte man einfach nicht zum Punkt kommen, als zögerte man den unausweichlichen Höhepunkt hinaus. Dass man dann auch noch Kapitelweise die Perspektive zwischen Mann und Frau ändert, sprich die Figuren abwechselnd in der „Ich-Person“ sinnieren/erzählen lässt, tat der Geschichte überhaupt nicht gut.

    Er meint: „…Was ist bloß mit meiner Frau los??“

    Sie meint: „Ich kenne den Mann nicht!!“

    Dann meint er: „Was ist bloß los mit ihr??“

    Sie meint: „Was ist nur los mit mir?“

    ***************SPOILER*************

    …klar klingt das jetzt ein wenig übertrieben, aber es ist im Grunde recht einfach: Wenn man beide in der „Ich-Form“ darstellt, so wird schnell klar, wie die Rollenverteilung aussieht bzw. in welche Richtung sich die Chataktere entwickeln werden...

    Beispiel:

    Niemand würde zu sich selbst sagen: "Wieso kann sie sich nicht an mich erinnern? Sie muss doch wissen, dass ich hier wohne?! Meine eigene Frau hält mich für einen Verbrecher, für einen Vergewaltiger,...", wenn er es nicht ernst meinen würde.

    Eine Erzählstimme hingegen, würde dies viel einfacher auf die Reihe bekommen, denn so tritt sie selbst als Beobachter auf und erzählt dem Leser/der Leserin nur jenes, was sie selbst gesehen hat.

    Wenn ich euch jetzt erzählen würde, dass ich gestern ein Auto geklaut habe und damit abgehauen bin, wäre dies weniger spannend und reizvoll, als wenn euch jemand anders erzählt, er hätte mich gestern um ein Auto herumschleichen sehen und bemerkt wie ich versucht habe die Türen aufzukriegen und ins Auto zu gelangen.

    Einzige Möglichkeit daher, um es plausibel darzustellen: Die Figur ist geistig instabil und redet sich diese Dinge bloß ein. Dann hätten wir zwar EIN mögliches, sinnvolles Ende, aber leider keine Überraschung mehr, da es ja schließlich das einzige ist!!

    **********SPOILER ENDE***********

    Es ist also absolut verständlich, wenn man die weibliche Person aus der Ego-Perspektive zeichnet, jedoch muss beim zweiten Part, dem angeblichen Ehemann, in die Erzählperspektive gewechselt werden. Nur so lassen sich Lügen, und vor allem Täuschungen einfacher verstecken, nur so lässt man mehrere Möglichkeiten für die Auslegung des Schlussaktes offen.
    Es besteht demnach ein großer Unterschied zwischen den einzelnen Erzählformen. Leider passen sie hier überhaupt nicht zusammen, sodass die Spannung sehr schnell in Richtung Keller wandert.

    Zur Abrundung muss ich sagen, dass mich auch diese wechselnden Perspektiven (mal erzählt sie, mal erzählt er) mit der Zeit einfach zu sehr gelangweilt/genervt haben. Es kam einfach nichts Neues daher, sodass ich nach ca. 200 Seiten noch immer gleich viel wusste wie zu Beginn, was ich total schade fand, da die Handlung sooo viel Potenzial hatte. Plötzlich hatte ich nicht mehr den Drang zu erfahren, welche Figur hier ein falsches Spiel spielt, denn für mich gab es hier keine rationale Auflösung mehr. Trotz alledem las ich weiter, hoffte auf Besserung, wartete auf die Schlussmomente, auf die Auflösung und wurde leider auch hier etwas enttäuscht. Komplett an den Haaren herbeigezogenes Ende, das wirrer und unlogischer nicht hätte sein können. Wirklich Schade.

    Fazit: Fans der Autoren sollten sich auch „Fremd“ nicht entgehen lassen, denn man bekommt auf ca. 400 Seiten eine packende Anfangsphase, prägnante Figuren, sowie eine tolle Grundthematik präsentiert. Leider verliert sich die Story dann in der Eintönigkeit und gipfelt in einem sehr unglaubwürdigen Ende. Auch die abwechselnden Perspektiven tun der Geschichte gar keinen Gefallen und haben maßgeblich Schuld daran, dass die Handlung sehr schnell einschläft. Fans sollten auf jeden Fall wieder zugreifen, dem Rest würde ich eher empfehlen, sich einen Vorgänger näher anzuschauen.

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  • 5 Sterne

    7 von 15 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Gabi R. - GabisBuecherChaos, 02.11.2016

    Neugierig, verdammt neugierig war ich auf dieses neue Autorenduo, das sich gefunden hatte, als beide fest der Überzeugung waren, niemals mit einem Kollegen zusammen ein Buch zu schreiben. Nach längerem Gespräch entschieden sie sich glücklicherweise doch dazu, miteinander eine Geschichte zu veröffentlichen. Glücklicherweise deswegen, weil wenn zwei Autoren, die alleine so viel Thriller im Kopf haben, so viel echte Thriller, dann kann etwas Kollektives nicht schlecht sein. Nicht schlecht ist allerdings vollkommen untertrieben, ich war fasziniert. Doch zunächst kurz zum Inhalt

    Joanna, reiche Tochter eines australischen Millionärs, flüchtete vor ihrem despotischen Vater und ihrem zukünftigen Ehemann, den logischerweise der Vater bestimmt hatte nach Deutschland, in die Heimat ihrer Mutter, findet dort Arbeit und ein Haus, in dem die sich wohl fühlt. Eines Abends steht ein wildfremder Mann in ihrer Küche, behauptet ihr Verlobter zu sein und seit mindestens einem halben Jahr mit ihr in diesem Haus zu leben. Dumm nur, dass Joanna nicht den kleinsten Hinweis entdecken kann, dass sie nicht allein dort lebt. Am liebsten würde sie eines der scharfen großen Küchenmesser in die Hand nehmen und diesen Typen abstechen.
    Erik kommt nach Hause, stillt seinen Durst und freut sich, als seine Verlobte die Treppe herunterkommt, die Haare noch nass vom Duschen, er strahlt sie an, doch sie behandelt ihn wie einen Fremden, hält ihn für einen Einbrecher und will ihn aus dem Haus werfen.
    Wer liegt nun richtig? Joanna oder Erik? Wird sie ihn tatsächlich umbringen? Und was ist passiert? Was geschieht in der Zukunft? Haben die beiden genügend Vertrauen in sich selbst, in den Anderen?

    Anfangs tat ich mich etwas hart, denn das erste Kapitel ist aus Joannas Sicht geschrieben (ich habe aber keine Ahnung von wem, obwohl ich von beiden Autoren schon einige Bücher gelesen habe *grübel), das zweite aus Eriks Blickwinkel, das zieht sich so durch das ganze Buch, ist auch vollkommen in Ordnung, aber die Wiederholung ganzer Dialoge finde ich etwas überflüssig und störte mich. Es wurde dann im Verlauf der Darstellung auch besser, heißt in den unterschiedlichen Perspektiven wurden die Wiederholungen weniger, hörten ganz auf. So fand ich doch gut in den Ablauf und war vollkommen hin und weg. Dass sowohl Ursula als auch Arno eine mitreißende Schreibe haben ist unbestritten, alles was ich darüber zu sagen habe, kann in den Bewertungen der von mir gelesenen Bücher der beiden nachgelesen werden. Ich finde Repliken langweilig *zwinker Keineswegs abgedroschen dagegen sind meine fünf Chaospunkte, die sich die beiden nun teilen müssen.

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  • 5 Sterne

    2 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Claire, 09.05.2018

    Die Leseprobe hat mich schon total in den Bann gezogen, das Buch konnte der Erwartung dann absolut standhalten.
    Ich habe von beiden Autoren noch nie etwas gelesen und konnte somit ganz unbefangen an das Buch rangehen. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, ich war erstaunt, dass das Buch von einem Duo geschrieben wurde. Das bemerkt man beim lesen überhaupt nicht. Es ließ sich alles sehr flüssig lesen, als wäre es von einer Hand geschrieben worden.

    Die Geschichte wird aus der Sicht der beiden Hauptprotagonisten erzählt, abwechselnd pro Kapitel. Das fand ich besonders gut, da man so einen Einblick in BEIDE Gedankengänge hatte und bei beiden mitfiebern konnte. Diese Erzählart fand ich bei dieser Geschichte auch besonders wichtig, da man so wirklich sehr lange Zeit im Dunkeln gelassen wurde... lügt einer der beiden, ohne das man es erfährt? Oder ist alles eine große Verschwörung? Oder ganz etwas anderes? Wem soll ich glauben, zu wem der beiden soll ich halten?
    Ich fand es einfach super!
    Auch dass sich dadurch die Dialoge teilweise wiederholt haben, fand ich persönlich gar nicht schlimm. Im Gegenteil. So fühlte ich mich einfach nochmal in diese Situation rein versetzt, aus der Sicht des jeweils anderen Charakters.
    Das, was die Figuren empfunden haben, wurde mir in dem Moment aus der jeweils anderen Sicht nochmal verdeutlicht. Das kam für mich sehr gut rüber.

    Der Plot hat mich nicht ganz überzeugt. Der "Showdown" ging mir zu schnell und "glatt". Die Auflösung des Ganzen fand ich nicht gut genug ausgearbeitet.
    Trotzdem hätte ich noch weiterlesen können und war enttäuscht, als das Buch zu Ende war. Und obwohl mich die Auflösung nicht 100% überzeugen konnte, hat mich die restliche Geschichte so in ihren Bann gezogen, dass ich einfach keinen Stern abziehen kann.

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  • 5 Sterne

    1 von 3 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Bea K., 07.12.2019

    Wie immer super spannend.

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