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  • 5 Sterne

    30 von 51 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    leseratte1310, 17.12.2016

    Ein toter SA-Mann wird 1934 unter einer Eisenbahnbrücke in Berlin aufgefunden. Es sieht aus, als sei er erschlagen worden. Als Gereon Rath am Tatort ankommt, muss er feststellen, dass auch die Geheime Staatspolizei an dem Fall interessiert ist. So muss er wieder mit seinem früheren Kollegen Reinhold Gräf zusammenarbeiten, der ihm inzwischen rangmäßig gleichgestellt ist. Während Gräf felsenfest überzeugt ist, dass es sich um einen politischen Mord handelt, den die Roten verübt haben, hat Gereon da seine Zweifel. Bei der Obduktion stellt sich heraus, dass der Tote in Wirklichkeit an einem Glasauge erstickt ist. Rath beginnt zu ermitteln ohne die Staatspolizei zu informieren und findet Spuren, die in die Vergangenheit weisen.
    In Berlin ändert sich vieles, aber Gereon bleibt wie er ist. Er verdrängt die Situation und hofft, dass alles schon nicht so schlimm wird und der Spuk bald eine Ende hat. Noch kommt er mit seiner höchst eigenen Version des Hitler-Grußes durch. Wir wissen natürlich, wie alles wirklich weiterging. Es ist sehr bedrückend zu lesen, wie die Menschen drangsaliert wurden und wie die Angst umgeht. Man flüchtet von der Straße sobald schwarze Uniformen auftauchen, denn man weiß nicht, ob man solch eine Begegnung heil übersteht. Wer verhaftet wird, den erwarten harte Verhöre und Folterung, und wer allzu widerspenstig ist, der landet auch schon mal im Konzentrationslager.
    Auch in der Familie Rath macht sich die politische Situation unangenehm bemerkbar. Charly geht offenen Auges durch die Welt und sieht die drohende Gefahr. Gereons mangelndes politisches Interesse regt sie auf und der Haussegen hängt öfter mal schief. Dass ihr Pflegesohn Fritze dann auch noch der HJ beitreten will, macht sie nur noch wütender. Diese Unzufriedenheit bringt sie dazu, leichtsinnig zu handeln und einer jungen Frau zu helfen. Fritze dagegen fühlt sich in der Gruppe anderer Jungen wohl und nimmt begierig auf, was ihm dort vermittelt wird.
    Gräf hat die Zeichen der Zeit für seine Karriere zu nutzen gewusst. Er weiß, dass ihm alle Wege offen stehen. Mich hat aber überrascht, wie kaltblütig er die Chance nutzt, dunkle Flecken in seinem Leben verschwinden zu lassen.
    Es gibt weitere tote SA-Männer und Gereon hat schon bald einen Verdacht, wer hinter den Morden steckt. Er will den Täter natürlich festnehmen, aber Dr. Marlow hat auch ein Interesse daran, dass dieser von der Bildfläche verschwindet – aber das bitte tot. Gereon spürt nun sehr heftig, dass die Nähe zu dem Gangsterboss für ihn gefährlich ist. Da er Charly aber immer aus solchen Geschichten rausgehalten hat, kann er nun auch nicht offen mit ihr reden. Er verhält sich wieder einmal wie immer, wenn’s schwierig wird: Er duckt sich weg. Aber das Problem ist da und muss gelöst werden.
    Wieder einmal gelingt es Volker Kutscher perfekt, uns diese bedrückende Zeit nahe zu bringen. Von Buch zu Buch wird es bedrückender und mit dem Wissen von heute geht es einem beim Lesen besonders nah. Trotzdem fesselt diese Geschichte und versetzt einen in ein Wechselbad der Gefühle. Dennoch bin ich schon sehr auf den nächsten Band gespannt.
    Ein packender Krimi in einer dunklen Zeit.

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  • 4 Sterne

    23 von 41 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Isabel R., 16.01.2018

    Nach Genuss von Volker Kutschers Lektüre habe ich stets das Gefühl, lange Internetrecherchen durchführen zu wollen. Mit viel Talent verwebt der Autor, der mit „Lunapark“ bereits den sechsten Teil der hochinteressanten Reihe um Kommissar Gereon Rath veröffentlicht hat, viel Wahres mit der fiktiven Geschichte um Kommissar Gereon und seine Frau Charlotte Rath. Kein anderer mir bekannter Autor tut dies mit so viel Liebe zum Detail wie Volker Kutscher. Er schafft es, die angespannte Stimmung, die 1934 in Deutschland herrscht, absolut authentisch zu vermitteln. Die Veränderung, die der gesamte Polizeiapparat erlebt, ist erschreckend. Immer tiefer untergraben die nazitreuen braunen Truppen seine Autorität. Gereon fühlt sich hin und her gerissen zwischen der politischen Abteilung und seiner eigenen Mordkommission was dazu führt, dass er anfängt auf eigene Faust zu ermitteln. Eine Tatsache, die nicht nur für ihn allein lebensgefährlich wird.
    Das Privatleben des Ehepaar Raths kommt mir in diesem Band leider ein wenig zu kurz und die Ermittlungen weisen zwischendurch immer mal wieder ein paar Längen auf, deshalb hat es für mich nicht ganz zur Bestnote gereicht. Meiner Vorfreude auf den Nachfolgerband tut dies jedoch keinen Abbruch. Wie schon bei den Vorgängern, nimmt Volker Kutscher immer wieder Bezug auf vorangegangene Ereignisse, die das Leben der beiden Protagonisten geprägt haben. Deshalb würde ich empfehlen, diese hochinteressante Reihe mit Teil eins zu beginnen um sich dann genüsslich bis Teil sechs durchzulesen.

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  • 5 Sterne

    5 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    gagamaus, 12.12.2016 bei bewertet

    Am Anfang des neuen Kutscher-Krimis „Lunapark“ steht ein toter SA-Mann. Da in der Nähe der Leiche kommunistische Parolen gefunden werden, wird auch die Geheime Staatspolizei auf den Fall aufmerksam und Rath muss widerwillig mit seinem ehemaligen Kollegen Gräf zusammenarbeiten, der jetzt dort als Kommissär den gleichen Rang wie Geron bekleidet. Aber Rath zweifelt an den politischen Motiven für diesen Mord. Er beginnt im Geheimen und auf eigene Faust zu ermitteln und findet schnell eine heiße Spur, die ihn auch in die eigene Vergangenheit führt.

    Schnell ist man wieder drinnen im Berlin der 30er Jahre. Die Nazis sind seit einem Jahr an der Macht und es ist erschreckend, wie sie die politische Stimmung in Deutschland nach ihren Wünschen bereits verändert haben. SA und SS führen ein hartes Regime. Politisch Andersdenkende werden ebenso rigide verfolgt wie Juden und Homosexuelle. Es wird gedroht und gefoltert, bei Verhaftungen kommt es schon mal zu Verletzten und Toten und nur allzu schnell kann man im KL landen.

    Gereon Rath versucht diese Zustände noch immer auf seine eigene Art zu verdrängen. Er hofft darauf, dass die Nazis nur eine kurze Episode in Deutschland sind und dass er und seine Familie das Ganze schon aussitzen könnten, wenn sie sich nur unauffällig verhalten. Während weitere SA-Männer erschlagen werden muss er erkennen, dass der mutmaßliche Mörder ein alter Bekannter ist, den die Polizei auf keinen Fall verhaften darf, da er sonst auch Rath mit ins Verderben reißen könnte. Auch der Gangsterboß Marlow hat ein gesteigertes Interesse daran, dass der Täter verschwindet und er versucht deshalb Rath unter Druck zu setzen. Von all dem weiß Charly wenig. Sie ist auf der Suche nach einem jungen Kommunisten, der irgendwo im Berliner Untergrund leben soll und den seine Schwester unbedingt treffen möchte. Ihrem Mann erzählt Charly wohlweislich nichts von ihren eigenen Ermittlungen und bringt sich damit in große Gefahr.

    Volker Kutscher hat diesmal den Kriminalfall etwas mehr in den Hintergrund treten lassen, um die politische Situation Deutschlands unter den Nazis und die persönliche Entwicklung der Protagonisten noch intensiver erzählen zu können. Gereon ist kein strahlender Held sondern einer mit Ecken und Kanten, der manchmal mehr Glück als Verstand hat, während er versucht ohne Wissen von Gräf und der SA den Mörder zu fassen. Charly ist eine liebenswerte für ihre Zeit erfrischend selbstständige Frau, die ihre eigene Meinung mit Vehemenz vertreten kann. Und der junge Fritze wird zum Leidwesen seiner Pflegeeltern und zum Schrecken des Lesers von der Propaganda der Nazis eingelullt und hinterfragt die Handlungen der Erwachsenen mit wachsendem Interesse. Die historisch belegten Ereignisse sind eng mit der Geschichte um diese Hauptpersonen verknüpft. Alle drei werden in einen Strudel der Ereignisse gezogen und unterschätzen mehr als einmal die Brisanz und die Bedrohung für ihre kleine Familie. Nebenbei gibt es auch kleine Gastspiele historischer Prominenz wie z.B. Adenauer und Heydrich, die dem Ganzen noch mehr Authentizität geben.

    Das Buch ist unglaublich spannend und auch wenn die Stimmung eine bedrückende ist, so macht es doch Spaß „Lunapark“ zu lesen. Bei zwei, drei Stellen hat der Zufall die Hand im Spiel aber ich kann das dem Autor nachsehen, denn ansonsten ist es ein kluger historischer Krimi und eine hervorragende Fortsetzung dieser Reihe. Ich freue mich schon auf das nächste Buch - und auf die Verfilmung, die bereits im nächsten Jahr zu sehen sein wird.

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  • 5 Sterne

    9 von 19 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Karin W., 31.12.2016

    Gereon Rath in seinem neuesten Fall

    Berlin, Ende Mai 1934: unter einer Eisenbahnbrücke findet die Polizei die Leiche eines SA-Mannes. Der Tote ist ziemlich übel zugerichtet, herausstechend ist jedoch das Glasauge, welches sich im Rachen des Mannes befindet. Gereon Rath von der Mordkommission wird angewiesen, mit der Geheimen Staatspolizei zusammenzuarbeiten und trifft dabei auf seinen früheren Kollegen Reinhold Gräf. Dieser geht davon aus, dass es sich bei dem Mord um einen kommunistischen Anschlag handelt, während Rath auch in andere Richtungen ermittelt. Bald führt eine Spur in die Berliner Unterwelt.

    Der neueste Fall von Gereon Rath siedelt zeitlich ein Jahr nach der Machtergreifung Hitlers an: die Begeisterung für die Regierung schwindet in der Bevölkerung, was auch an den unberechenbaren und brutalen Übergriffen der SA liegt. Rath, der im Gegensatz zu seiner Frau Charly sehr blauäugig ist, was die politische Situation angeht, glaubt immer noch an ein baldiges Ende der Nazis.

    Charly Rath sieht das dagegen deutlich realistischer: ihre Abneigung und ihr Widerstand gegenüber der Hitler-Regierung nimmt permanent zu, was nicht nur immer wieder zu Streit mit ihrem Mann führt, sondern auch zu gefährlichen Alleingängen. Die familiäre Situation spitzt sich aber noch weiter zu: Fritze, der Pflegesohn der Raths, gerät immer mehr unter den Einfluss der Hitlerjugend.

    Typisch für Gereon waren und sind schon immer seine Alleingänge, was die Ermittlungen angeht – während ich mich in den letzten Bänden immer wieder darüber aufgeregt habe, war ich diesmal froh, dass er entgegen aller Anweisungen seiner Spürnase folgt, da sich die offiziellen Ermittlungen hauptsächlich nur noch an politischen Belangen orientieren. Allerdings wird es immer enger für Rath, vor allem, als ein alter Bekannter eine gefährliche Gefälligkeit einfordert. Ich muss gestehen, dass ich diese Szene ziemlich unterschätzt habe.

    Durch den zunehmenden Druck, der auf Gereon Rath lastet, baut der Autor zunehmend Spannung in dem Buch auf und ich muss gestehen, dass ich im letzten Teil des Buches beinahe Angst vor dem Weiterlesen hatte.

    Ich finde den sechsten Teil der Krimiserie wieder sehr gelungen und das Ende des Buches macht neugierig, wie es in Zukunft weitergehen wird, auch wenn die Aussichten nicht besonders rosig sind.

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  • 4 Sterne

    15 von 32 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Susanne B., 02.02.2017

    Spannend wie immer, der Autor fängt viel von der Zeit ein, allerdings hat man den Eindruck, dass dies der Abschied der Leser von Kommissar Rath ist

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