Olga, Bernhard Schlink

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  • 5 Sterne

    22 von 33 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    MrsAmy, 21.12.2017

    Als Buch bewertet

    Olga – ein Mädchen, das lieber schauen will, als herumzurennen und zu toben. Früh verliert sie ihre Eltern und wird von der preußischen Großmutter ohne Liebe großgezogen. Trost findet sie in der Schule. Bildung, das erkennt sie schnell, ist ihr wichtigstes Gut. So kämpft sie verbissen um ihr Recht zu lernen, kein einfaches Unterfangen im Deutschland der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts. Sie bleibt Außenseiterin und lernt bald Herbert kennen und lieben. Er ist der Sohn des Gutshofbesitzers und gehört wie sie ebenfalls nicht dazu. Doch im Gegensatz zu Olga ist Herbert rastlos – egal wie alt er wird. Immerzu muss er rennen und träumt von der endlosen Weite. Ein Paar, wie es gegensätzlicher nicht sein kann und dessen Liebe nur im Verborgenen, zwischen Herberts Expeditionen und Kriegseinsätzen stattfindet. Kann so das Glück aussehen?

    „Olga“ ist der neue große Roman Bernhard Schlinks. Er verwebt darin meisterhaft Erdachtes mit der Realität, denn Herbert hat es wirklich gegeben – sein historisches Vorbild ist Herbert Schröder Stranz, der seinerzeit die Nordostpassage in der Arktis erkunden wollte und sein tollkühnes Unterfangen letztlich mit dem Leben bezahlen musste. Und so wird Olga zum Warten verdammt. Ihr Leben zieht weiter, während Herberts stillsteht. Doch immer wieder kehrt sie in Gedanken zu ihm zurück. Ist ihm verbunden und bleibt ihm treu.

    Der Roman ist in insgesamt drei Teile gegliedert. Der erste Teil ist wie ein Film, er zeigt uns Olgas Leben bis ins hohe Alter. Der Stil ist schmucklos und doch tief berührend, fast so, wie Olga selbst. Der zweite Teil wird aus der Ich-Perspektive einer männlichen Figur erzählt, dessen junges und mittleres Leben stark von der älteren Olga geprägt wird. Als er sich selbst auf die Spur der Liebe von Olga und Herbert begibt, ist auch er schon in einem höheren Alter. Er beginnt die Suche nach Briefen und Postkarten, die Olga immer wieder postlagernd nach Tromsø geschickt hat, auf das sie Herbert erreichen, auf welche Art und Weise auch immer. Der dritte Teil ist gefüllt mit eben jenen Briefen, sie geben noch einmal einen anderen Blick, einen nahezu intimen Blick auf die Beziehung der beiden frei.

    Doch „Olga“ ist nicht nur eine außergewöhnliche Liebes- und Lebensgeschichte. Es ist auch eine Geschichte darüber, dass uns (überzogene) Träume das Leben stehlen und Bildung ein extrem wichtiges Gut ist, um das es sich zu kämpfen lohnt. Eine gute Botschaft in unserer Zeit, in der Letzteres oftmals als Belastung und nur noch selten als Privileg empfunden wird.

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    janein
  • 5 Sterne

    15 von 24 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Michaela E., 14.01.2018

    Als Buch bewertet

    Olga hatte ein langes und facettenreiches Leben. Als Kind verlor sie viel zu früh ihre Eltern und mit ihnen auch ihre Heimat. Ihre Oma holt sie zu sich nach Deutschland, aber sie interessiert sich nicht für sie. Sie braucht nur Olgas helfende Hände auf dem Feld.

    Olga ist äußerst wissbegierig und will unbedingt lernen. Da sie ihre Großmutter nicht überzeugen kann, sie auf eine höhere Schule zu schicken, lernt sie selbständig und schafft die Aufnahme am staatlichen Lehrerinnenseminar.

    Sie ist eine Außenseiterin und das sind auch Herbert und Viktoria, die Kinder des reichsten Mannes im Dorf.

    Sie freunden sich an und werden langsam erwachsen. Viktoria besucht ein Internat für höhere Töchter und kehrt verändert wieder und Olga und Herbert entdecken eine wachsende Liebe. Doch Herbert liebt auch die Freiheit und das Abenteuer. Er bereist die unwirtlichsten Ecken der Erde um sich schlussendlich zwischen Schnee und Eis zu verlieren.



    "Er wollte in der Wüste nichts machen, er wollte sich in ihr verlieren. Aber die Weite ist nichts. Er wollte sich im Nichts verlieren." (S. 134)



    Olga will lange nicht wahrhaben, dass Herbert nicht wiederkommt. Sie war die langen Trennungen ja gewohnt. Sie schreibt ihm postlagernd Briefe. Auch dann noch, als die Hoffnung längst verloren ist.

    Sie erlebt die beiden Weltkriege, eine Flucht, einen Verlust und findet sich schließlich -alt und gehörlos, aber wach im Kopf - als Wahloma bei einer neuen Familie. Ihr neuer Enkel ist es, der uns die Geschichte erzählt und er findet auch die Brief, die Olga an ihren Herbert geschrieben hat. Sie sind wunderschön - voller Liebe, voller Vergebung, aber auch voller Sehnsucht.

    Olgas Leben war ihrer Zeit voraus. Sie war freigeistig und selbstbestimmt zu einer Zeit, in der Frauen nicht viel Spielraum blieb. Olga ging ihren Weg recht zielstrebig und wurde mit einem reichen Leben belohnt. Der Autor lässt sie immer wieder schmunzelnden Auges zurückblicken. Aber sie hat auch einiges zu tragen.



    Ich mag Olga sehr. Sie ist mir richtig ans Herz gewachsen. Ich mag ihre Zielstrebigkeit, ihre Großzügigkeit und ihr großes Herz.

    Bernhard Schlink hat hier ein großartiges Frauenschicksal zum Leben erweckt. Ich habe dieses facettenreiche Buch unendlich gerne gelesen und werde es sicher noch öfter zur Hand nehmen. Es ist wunderschön, emotional, interessant und manchmal sogar spannend.

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    janein
  • 3 Sterne

    14 von 23 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    buchleserin, 08.01.2018

    Als Buch bewertet

    Olga wuchs als braves, neugieriges und intelligentes kleines Mädchen auf. und in Armut auf. Später lebte sie bei ihrer Großmutter. In der Schule war sie stets unterfordert und eine Außenseiterin, hat sich jedoch mit den Geschwistern Herbert und Viktoria angefreundet. Herbert wird ihre große Liebe.
    Das Cover ist wieder typisch für den Diogenes Verlag. Der Schreibstil des Autors gefällt mir ganz gut, das Buch ließ sich zügig und flüssig lesen. Die Handlung fängt sachte, aber ganz interessant an. „Olga“ ist die Geschichte einer starken und bemerkenswerten Frau. Erzählt wird über ihr Leben, ihre Zeit als Lehrerin und von ihrer großen Liebe Herbert, einem Abenteurer, den es hinauszog in die weite Welt. Olga schreibt ihm Briefe und dadurch erfährt man noch so einiges über ihre Gedanken und das Geschehen.
    Anfangs fand ich den Roman ganz interessant, den Mittelteil fand ich jedoch etwas langatmig und etwas langweilig. Durch die Briefe ist der Roman dann doch wieder interessanter geworden, so hat noch mehr über Olga erfahren, über ihre Gedanken und Gefühle und ihre Liebe zu Herbert. Eine sehr berührende Geschichte.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    marosch, 15.01.2018

    Als Buch bewertet

    Was für eine Frau!

    Schon mit dem ersten Satz ist man mitten im Leben von Olga. Detailliert und dennoch zügig beschreibt Bernhard Schlink die Umstände, unter denen Olga aufwächst: die Eltern, die wenig mit Olga sprechen, die Nachbarin, die sich um Olga kümmert und von der Olga vieles lernt, die Armut. Nach dem Tod der Eltern muss Olga von Breslau zu ihrer Großmutter nach Pommern ziehen. Hier erfährt Olga wenig Herzenswärme und Unterstützung und lernt früh, dass sie für sich selbst sorgen muss. Im Dorf lernt sie Herbert und seine Schwester Viktoria kennen, die Kinder des Gutsbesitzers. Herbert ist das genaue Gegenteil von Olga: während Olga oft steht und schaut, bewegt sich Herbert laufend durchs Leben. Trotz ihrer Verschiedenheit verlieben sich Herbert und Olga ineinander und werden ein Paar. Nach der Schule ist es Olgas größter Wunsch Lehrerin zu werden und dank ihres Fleißes und ihrer Hartnäckigkeit schafft die das auch. Herbert reist hingegen durch die Welt, immer auf der Suche nach neuen Abenteuern und Herausforderungen. Die beiden sehen sich nur selten und genießen die raren gemeinsamen Momente. Von einer Expedition kehrt Herbert dann nicht mehr zurück. Olga glaubt immer an die Rückkehr Ihres „Mannes“, führt aber dennoch ihr Leben so gut wie möglich weiter. Als sie ihr Gehör verliert und nicht länger als Lehrerin arbeiten kann, beginnt die als Näherin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. So kommt sie auch in die Familie des Erzählers Ferdinand. Über ihn und seine Beziehung zu Olga erfährt der Leser im zweiten Teil des Buchs. Für Ferdinand ist Olga eine wichtige Bezugsperson, die fürsorglich und liebevoll in seiner Kindheit für ihn da ist und im Verlauf seines Lebens eine wichtige Freundin für ihn wird, mit der er viel gemeinsam unternimmt. Für Ferdinand ist es ein Schock, als Olga an den Verletzungen, die sie bei einer Explosion erleidet, stirbt. Im Nachlass von Olga stößt Ferdinand auf einen Stapel Briefe, die Olga Herbert jahrelang postlagernd nach Norwegen geschickt hat.
    Der dritte Teil des Buchs gibt den Inhalt dieser persönlichen Briefe wieder und der Leser erfährt, warum Olga Zeit ihres Lebens mit Herbert verbunden war.

    Der Roman ist gekennzeichnet durch die verschiedenen Erzählweisen in den drei Teilen: detailliert und nüchtern im ersten Teil, so dass der Leser eine gewisse Distanz zu Olga und ihrer Geschichte erfährt. Durch die persönliche Sichtweise des Erzählers im zweiten Teil wird Olga einem vertrauter, was im dritten Teil durch die Schilderung der Ereignisse aus Olgas Sicht noch verstärkt wird.

    Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich mag Olga, die von Anfang an sehr zielstrebig ihr Leben führt und sich nie unterkriegen lässt - egal welche Schwierigkeiten sich ihr in den Weg stellen. Sie macht immer das beste aus allem.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Miss.mesmerized, 18.02.2018

    Als Buch bewertet

    Früh schon hat Olga ihre Eltern verloren und wächst bei der Großmutter auf. Dort lernt sie Herbert kennen, Sohn eines Gutsbesitzers. Die kindliche Freundschaft wird geduldet, eine Liebesbeziehung lehnen Herberts Eltern und seine Schwester jedoch ab, Olga ist nicht standesgemäß. Doch die beiden lieben sich und zwischen seinen Welterkundungsexpeditionen trifft sich Herbert immer wieder mit Olga, die ihrerseits ihren Weg gegen alle Widerstände geht. Sie wird Lehrerin und bestreitet ihr Leben eigenständig. Als Herbert bei einer seiner Touren im arktischen Norden verschallt, bleibt Olga nur noch ihm Briefe postlagernd nach Norwegen zu schicken und zu hoffen, dass er sie irgendwann nach seiner Rückkehr wird lesen können.

    Olgas Leben wird von Bernhard Schlink zunächst chronologisch angelegt, man erfährt vom Tod ihrer Eltern, der Kindheit und Jugend mit Herbert und dessen Schwester, ebenso wie die Zeit als junge Erwachsene, als Herbert bereits allerlei Erkundungen über alle Kontinente hinweg unternimmt. Bisweilen habe ich mich hier gefragt, weshalb der Roman nach der weiblichen Protagonistin benannt ist, zu sehr ist man mit Herberts Erlebnissen beschäftigt. Schlinks narrativer Kniff kommt später, als er zu Olga zurückkehrt und von ihrem weiteren Leben, nachdem ihr Geliebter in die Arktis aufgebrochen ist, berichtet. Eine interessante Konstruktion hat Schlink gefunden auch nach dem Tod Olgas noch bei ihr zu sein, Lücken zu füllen und manches in einem anderen Licht erscheinen zu lassen.

    Natürlich geht es um das Schicksal einer Frau, noch dazu einer, der im Leben nichts geschenkt wird, die eisern an ihren Idealen festhält, sich immer wieder auf neue Situationen und Gegebenheiten einstellen muss und sich tapfer durchbeißt, egal wie widrig die Umstände sind. Es entsteht so auch eine Chronik der deutschen Geschichte vom Ende des Kaiserreichs bis in die Gegenwart, die exemplarisch an Olga erzählt wird.

    Bernhard Schlink ist ohne Frage einer der bedeutendsten deutschsprachigen Gegenwartsautoren, der aus dem schlichten und gewöhnlichen Leben eine besondere Geschichte zu stricken vermag. Einmal mehr verwebt er im aktuellen Roman die reale Geschichte mit der fiktiven und belegt, dass kein Leben im luftleeren Raum stattfindet, sondern immer auch durch Zeit und Ort geprägt ist. Bemerkenswert wie er den Bogen zwischen öffentlich und privat, über die Jahrzehnte und Generationen hinweg zu spinnen vermag und den Leser in die fremden leben eintauchen lässt, so dass man Ende den Eindruck hat, die Figuren tatsächlich gekannt zu haben. Ein rundum gelungener Roman, den man am Ende zufrieden und mit etwas Wehmut zuschlägt.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Rory, 03.01.2018

    Als Buch bewertet

    Nach “Der Vorleser” war “Olga” erst der zweite Roman, den ich aus Bernhard Schlinks Feder gelesen habe - begeistert hat er mich aber ebenso. Es handelt sich bei diesem Roman um eine ungewöhnliche Lebensgeschichte, die in ihrem schnörkellosen Stil und ihrer Traurigkeit, aber auch in ihren Hoffnungsschimmern so zart berührt, dass man sie nicht aus der Hand legen mag.

    Die titelgebende Olga ist eine faszinierende und starke Frau, die so einigen Widrigkeiten trotzdem muss; die Erzählung ihres Lebens in den verschiedenen Abschnitten ist nicht nur in ihrer Sprache und ihrer Geschichte, sondern auch in ihrer unterschiedlichen Ausgestaltung in drei Teile (Erzählungen und Briefe) unglaublich fesselnd und emotional mitreißend. Auch Herbert, zu dem Olga eine besondere Verbindung hat, obwohl sie sich zu Anfang des Romans, in ihrer frühen Kindheit, doch so sehr zu unterscheiden scheinen, ist eine interessante Figur - ein Abenteurer, während Olga eine Beobachterin ist. Dies wird vor allem im dritten und persönlichsten Teil der Geschichte deutlich.

    Bernhard Schlink geleitet den Leser bzw. die Leserin über große Zeiträume hinweg, lässt sie am Leben von Olga teilhaben und schlussendlich auch geschickt an ihren tiefsten Gedanken und Gefühlen, so dass man hinterher zwar ein wenig traurig, aber vor allem berührt ist. Berührt von einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte, berührt von Olga, ihrem Leben und von den unterschiedlichen Wegen, die jeder Mensch bestreitet. Eine klare Leseempfehlung.

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    janein
  • 4 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Kaffeeelse, 26.04.2018

    Als Buch bewertet

    Ein leise und schlicht geschriebener Roman über ein Mädchen/eine Frau, über ihr Leben und vor allem ihre überbordende Stärke, wenn man bedenkt in welcher Zeit dieses Buch angesiedelt ist. Dieser Roman besteht aus recht kurzen und ruhig erzählten Kapiteln und ist in drei Teile geordnet. Bernhard Schlink erzeugt aber trotzdem, oder gerade deshalb eine starke Anziehungskraft. Im ersten Teil wird Olgas Leben bis zu ihrer Ankunft in der Stadt am Neckar geschildert. Im zweiten Teil schildert Ferdinand, der Sohn der Familie bei der Olga zuletzt nähte, ihr Leben bis zu ihrem Tode. Und im dritten Teil erfährt man den Rest über Briefe, die Olga ihrem Herbert schrieb.




    Das Buch befasst sich mit der namensgebenden Olga Rinke. Eine starke Frau aus einer Zeit, in der es für Frauen nicht so leicht war, ihr Leben selbst bestimmt zu leben. Die aber einiges schafft, was sicher nicht jede hingekriegt hätte. Es geht um ihr Leben und ihre große Liebe, ihren Herbert. Beide sind Charaktere die anders sind, nicht dazugehören. Olga lebt in ärmlichen Verhältnissen in Breslau, verliert früh ihre Eltern und muss zur lieblosen Großmutter nach Pommern in ein kleines Dorf ziehen. Dort lernt sie dann Herbert kennen, den Sohn des reichsten Mannes im Dorf. Die Beiden machen viel zusammen, treffen sich oft, und nach und nach entsteht eine Liebe und sie kommen sich schließlich näher. Durch ihre Standesunterschiede und die Zeit in der sie leben, wird ihnen aber ein Zusammenkommen erschwert. Olga lernt viel und geht in ein Lehrerinnenseminar und wird auch Lehrerin. Herbert geht zur Armee, hat den Drang nach der Ferne/der Weite/dem Unendlichen, ist sehr rastlos. Geht als erstes nach Deutsch-Südwest, in den Krieg mit den Herero, später noch an viele andere Orte, ist der Getriebene. Zwischenzeitlich treffen sich die Beiden immer wieder, aber zwischen Ihnen fehlt auch etwas, und beide spüren das.


    "Olga mochte, wenn Herbert etwas nicht verstand, nicht erklären, nicht ausdrücken konnte. Er war stark, ließ sich nicht einschüchtern und nicht unterkriegen, und so einen Mann wollte sie. Zugleich wollte sie zu ihrem Mann nicht nur aufschauen, sondern hatte ihm gerne etwas voraus. Aber er musste es nicht wissen und erst recht nicht sich darüber ärgern."


    "Unsere Liebe ist eine Wald-und-Wiesen-Liebe, lachten sie."


    "Sie sah das die Rolle, die sie in Herberts Leben spielte, an die Rolle der Geliebten im Leben eines verheirateten Mannes erinnerte. Der verheiratete Mann lebt in seiner Welt und geht seinen Dingen nach, und gelegentlich spart er aus seinem Leben ein Stück aus und verbringt es mit der Geliebten, die an seiner Welt und seinen Dingen keinen Anteil hat. Aber Herbert war kein verheirateter Mann, es gab keine Frau und keine Kinder, zu denen er zurückgekehrt wäre. Olga wusste, dass er sie liebte und ihr so nahe war, wie er einem anderen Menschen nur sein konnte."


    Herbert geht schlussendlich auf eine Arktisexpedition. Olga schreibt ihm noch eine lange Zeit postlagernde Briefe hinterher, weil sie ihn nicht vergessen kann/will.




    Olga, die Hauptperson des Romans ist für mich eine sehr starke Persönlichkeit, die die Widrigkeiten des Lebens tapfer erträgt. Aber auch oft das Ruder selbst übernimmt, was in dieser Zeit damals nicht unbedingt einfach gewesen sein wird. Der Autor schreibt mit wenig Emotion, aber trotzdem entstand diese bei mir beim Lesen doch recht stark. Dieser Roman hat noch einen langen Nachhall.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    RES, 28.12.2017

    Als Buch bewertet

    Absolut Empfehlenswert


    Die Geschichte geht rasant voran, man startet in Olgas Kindheit - die nicht einer normalen Kindheit entspricht. Recht bald kommt dann auch schon Herbert ins Spiel.
    Dank des flüssigen Schreibstils fliegt man nur so über die Seiten.
    Mir hat besonders gut gefallen, dass der Autor die damalige Zeit wirklich gut in seinem Schreibstil eingefangen hat - beim Lesen geht dieses melancholiche Gefühl total auf den Leser über.
    Ich finde die Geschichte absolut Lebenswert.

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    janein
  • 4 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Inge H., 16.01.2018

    Als eBook bewertet

    Ein Frauenleben

    Olga ist eine Frau, die immer kämpfen musste. Sie entspricht dem Bild einer starken Frau. Mit jungen Jahren verliert sie ihre Eltern und kommt zur Großmutter nach Pommern. Da gibt es zwar Kost und Unterkunft, aber keine Liebe. Olga freundet sich mit den Gutskindern Victoria und Herbert an, aber das geht nur bis Victoria in die Höhere Töchterschule kommt, da ist Olga nicht mehr standesgemäß.
    Olga ist ehrgeizig und sie schafft es Lehrerin zu werden.
    In diesem Roman geht es um Olgas Liebe zu Herbert. Eine Liebe ohne Zukunft.
    Herber zieht es nach Afrika und die Arktis.
    Dann geht es mit Riesenschritten durch Olgas Leben. Sie überlebt zwei Kriege und die Flucht. Für Olga war Bismark an allem Schuld.
    Sie arbeitet jetzt als Näherin bei einer Familie. Der kleine Ferdinand sitzt oft bei ihr und lernt viel von ihr, sie erzählt ihm auch von Herbert. Olga wird fast so etwas wie seine zweite Mutter, er hält Kontakt mit ihr, auch als er schon studiert.
    Bernhard Schlink lässt Ferdinand in genialer Art Olgas Geschichte erzählen. Wieder vergehen viele Jahre und Ferdinand ist schon Witwer und Pensionär und er hat Olga noch nicht vergessen und so erfährt er aus Briefen noch einiges über sie.
    Dies ist ein brillant geschriebener Roman. Mich konnte er fesseln und berühren.

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    janein
  • 3 Sterne

    5 von 9 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Maya W., 14.01.2018

    Als Buch bewertet

    Olga ist wohl das was man im auslaufenden 19. Jahrhundert eine außergewöhnliche Frau nennt. Ihr wird Bildung verweigert, also verschafft sie sich diese in Eigenregie.
    Vielleicht könnte sie auch ein materiell unbesorgtes Leben führen nachdem sie in Armut aufgewachsen ist, denn es verbindet sie eine Liebesbeziehung zu Herbert, dem Sohn reicher Eltern.
    Doch nicht nur Herberts Eltern sind gegen eine Beziehung von Olga und Herbert, auch Olgas unangpasster Lebensstil und eine doch gegensätzliche Lebenseinstellung ermöglichen keine Heirat.

    Der Roman gliedert sich in drei Teile:
    Im ersten Teil wird uns im Wesentlichen von Olga erzählt. Von ihrer kargen Kindheit, ihrem Drang nach Bildung, ihrem Heranwachsen und ihrer Beziehung zu Herbert.
    Hier lernen wir Olga recht gut, wenn auch aus einer gewissen Distanz kennen, Herbert jedoch blieb für mich immer eine sehr diffuse Person. Völlig unklar blieb für mich, was das für eine Liebe ist, die Olga und Herbert verbindet.


    Olgas Leben als Erwachsene nach dem Krieg aus der Sicht eines junngen Mannes: Hier schreitet die Geschichte im Lauftempo voran, (historische) Ereignisse überschlagen sich teilweise, dieser Teil des Romans war schlicht und ergreifend zu kurz.

    Olgas Briefe an Herbert: Hier nun endlich lese ich das, was in den ersten beiden Teilen so schmerzlich von mir vermisst wurde. Mir kommt Olga nahe, das was sie umtreibt, was sie empfindet.
    In diesem Teil fügen sich die Olga aus dem ersten Teil und die Olga aus dem zweiten Teil zusammen, so dass Fragen, die im ersten und zweiten Teil offen geblieben sind beantwortet werden.

    Ich bin sehr gespalten, was meine Meinung zu diesem Buch angeht. Der Roman spielt während eines ganzen Jahrhunderts, in widrigen Zeiten, während zweier Weltkriege. Es wird von unterschiedlichen politischen Ansichten berichtet.
    Dann haben haben es mit einer interessanten Frauenfigur zu tun, deren Leben und Gedanken es zu entschlüsseln gilt.
    Und es ist auch noch eine außergewöhnliche Liebesgeschichte. Das alles auf knapp 300 Seiten?

    So gut das Buch auch geschrieben ist, aber hier wollte Schlink zu viel.

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    janein
  • 3 Sterne

    3 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Lilli33, 04.06.2018

    Als Buch bewertet

    Das war mir zu wenig

    Bernhard Schlink hat seinen neuen Roman in drei Teile geteilt. Im ersten Teil wird über Olgas Kindheit und Jugend berichtet und darüber, wie ihre Liebe zu Herbert beginnt. Eine Liebe, die nicht sein darf und die immer wieder getrennt wird. Olga arbeitet schließlich für eine Familie, mit deren Sohn Ferdinand sie eine Art Freundschaft verbindet. Ihm erzählt sie von ihrem Leben, von Herbert und seinen Abenteuern. Und er berichtet uns über Olgas zweite Lebenshälfte. Schließlich gelangt er in den Besitz von Briefen, die Olga an Herbert geschrieben hat. Diese Briefe bilden Teil drei des Romans.

    Die Handlung erstreckt sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. An Olgas Seite reisen wir Leser durch die deutsche Geschichte. Kolonialkriege, 1. und 2. Weltkrieg werden kurz gestreift. Auch die Entwicklung der Gesellschaft wird deutlich, Klassengegensätze, Machtlosigkeit der Frau und vieles mehr.

    Olga erweist sich als stark und unbeugsam trotz aller Widrigkeiten. Nur leider kam ich ihr nicht nahe. Die Erzählung ist einfach zu distanziert und zu trocken. Erst die Briefe im letzten Teil des Romans bergen Gefühle. Auch der Ich-Erzähler Ferdinand blieb mir fremd. Er wirkt ziemlich blass, mein Bild von ihm ist schemenhaft.

    Die Sprache empfand ich als sehr schön und zur Zeit passend. Aber die Erzählweise war mir einfach zu minimalistisch, zu distanziert und zu emotionslos. Fast wirkte das Buch auf mich wie das Grundgerüst eines Romans, der noch ausgeschmückt werden muss. Das war mir einfach zu wenig.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Inge W., 20.01.2018

    Als Buch bewertet

    Eine lebensstarke Frau. Die Geschichte einer bedingungslosen Liebe. "Sie macht keine Mühe, am liebsten steht sie und schaut." Mit diesem einfachen Satz beginnt der Roman, die Schilderung von Hauptfigur Olga, die - als Kind früh verwaist - Ende des 19. Jahrhunderts ungeliebt bei der Großmutter in Pommern aufwächst. Gegen alle Widerstände erkämpft sie sich eine Ausbildung als Lehrerin und lebt, ihrer Zeit weit voraus, ein selbstbestimmtes Frauenleben. Ihre Liebe zu dem ebenso einsamen Nachbarsjungen Herbert bleibt zeitlebens eine Sehnsuchtsbeziehung. Herberts Eltern lehnen als reiche Gutsherren die Liaison mit dem armen Dorfmädchen ab. Und der Geliebte selbst flüchtet zunächst mit kruden Ideen von Macht und Größe in den Kolonialkrieg in Afrika, später will er in einer waghalsigen Aktion die Arktis für Deutschland erobern. Erst im Scheitern wird er mit der Realität konfrontiert – wie viele seines Volks und seiner Zeit. Olga bleibt ihm trotzdem ihr Leben lang verbunden, in Gedanken, Briefen und einem großen Aufbegehren. Mehr muß man von der Geschichte kaum erzählen, denn sie gewinnt ihre eigentliche Kraft aus ihrer raffinierten Konstruktion und aus überraschend neuen Wendungen. Die Idee für seine "Olga", so lässt der Autor an einer Stelle durchblicken, gab ihm eine Frau, die nach dem Krieg immer wieder als Näherin in den Professorenhaushalt seiner eigenen Familie in Heidelberg kam. Da ist sie also wieder, die ältere, erfahrene Frau mit dem jungen wissbegierigen Mann, die schon das Erfolgsrezept für den "Vorleser" war. Zwar fehlt die erotische Komponente, dennoch darf auch Olga die schrecklichsten Verbrechen des 20. Jahrhunderts auf sträflich einfache Formeln bringen. Der Völkermord an den Herero, der Erste Weltkrieg und die Nazizeit, all das ist ihr schlicht und unterschiedlos der Ausdruck deutscher Großmannssucht. Ein wahres historisches Vorbild hat der Geliebte Herbert. Hinter ihm verbirgt sich der deutsche Offizier und Abenteurer Herbert Schröder-Stranz, der 1912 im Spitzbergen-Archipel verschollen ist. Und dennoch: Allein um der Liebesbriefe willen, die Olga dem Geliebten postlagernd ins nördlichste Norwegen nachsendet lohnt die Lektüre des Romans. Sie geben ihrer Figur dann doch noch Tiefe und Nachdenklichkeit. Da geht es, fast poetisch, immer wieder um die existentielle Frage, was Liebe eigentlich erwarten, was Liebe fordern darf. "Ich halte Dich nicht fest", schreibt Olga schließlich in einem ihrer Briefe, "Ich weiß dass Du aufbrechen musst. Ich vermisse Dich nur." In seinem Roman beweist sich der Autor wieder einmal mehr als brillanter Erzähler einer berührenden, süffig geschriebenen Liebesgeschichte, auch wenn es ein bisschen viel moralischen Zeigefinger und ein bisschen wenig historischen Tiefgang gibt. Sensible Seelen sollten sich vorsichtshalber einen Packen Taschentücher bereitlegen. Bernhard Schlinks "Olga" stellt existenzielle Fragen mit überraschenden Wendungen. Tiefsinnige Reise in die Vergangenheit von Olga, Herbert und Viktoria, eine Auseinandersetzung mit Schuld, Sühne und dem Sinn des Lebens. Eine intensive Lektüre...die an die Nieren und ans Herz geht. Und ganz nebenbei auch nachdenklich stimmt - über Chancen im Leben, die man vielleicht verpasst hat - oder eben auch nicht. Und über Loyalität und Freundschaft. Ein bemerkenswertes Stück Literatur. Ich liebe diesen Schreibstil, wunderbare Geschichte - empfehlenswert!

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Scherzkeks, 13.01.2018

    Als Buch bewertet

    Bernhard Schlink ist wohl den meisten seit „Der Vorleser“ ein Begriff. Und wie auch damals schon entführt uns der Autor in eine längst vergangene Zeit...

    Olga Rinke wächst Anfang des 20. Jahrhunderts bei ihrer Großmutter auf, nachdem ihre Eltern früh verstorben sind. Viel haben die beiden nicht, und ihr Verhältnis ist unterkühlt. Olga wird geduldet, aber nicht von der Großmutter geliebt. Diese hat zudem auch kein Verständnis für Olgas Bestrebungen, auf die höhere Mädchenschule zu gehen und später einmal als Lehrerin arbeiten zu können.
    Ihre Kindheit ist alles andere als glücklich, jedoch freundet sie sich alsbald mit Herbert, dem Erben eines Landguts.
    Als die beiden älter werden wird aus der Freundschaft langsam Liebe; allerdings ist aufgrund des Standesdünkels eine Heirat der beiden undenkbar. So muss ihre Beziehung im Stillen stattfinden.

    Während Olga in ihrer Heimat als Lehrerin arbeitet, zieht es Herbert immer weiter in die Ferne: zunächst nach Deutsch Südwest, später nach Südamerika und Sibirien. Ihre Liebe aber bleibt, und so treffen sich die beiden immer wieder. Herbert aber will immer weiter, und so setzt er sich in den Kopf, die Arktis bei einer Expedition zu erforschen. 1913 bricht er auf, kommt aber nicht mehr zurück.

    Hier endet der erste von drei Teilen des Romans. Im zweiten Teil erfährt der Leser durch Ferdinand, für dessen Familie Olga nach dem zweiten Weltkrieg arbeitet, wie es in ihrem Leben weiterging. Sie nimmt sich Ferdinands an, der zu Beginn noch ein Kind ist, und verliert auch nicht den Kontakt zu ihm, als dieser in einer anderen Stadt studiert.

    Der dritte Teil besteht aus Briefen Olgas an Herbert, die sie während seiner Expedition postlagernd nach Tromsö schickte. Hier werden viele offene Fragen aus Olgas Leben geklärt.

    Bernhard Schlinks Schreibstil ist schnörkellos, kein Wort ist überflüssig – ich liebe es. Anhand von Olgas Leben wird der Leser durch fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte geführt. Wer sich also für Zeitgeschichte interessiert und gute, anspruchsvollere Literatur schätzt, Sollte Olga auf jeden Fall lesen.

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    janein
  • 5 Sterne

    3 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Beate V., 12.01.2018

    Als Buch bewertet

    Bernhard Schlink hat endlich wieder ein neues Buch geschrieben. Über eine Frau, die es nicht leicht in ihrem langen Leben hatte, die aber immer ihren Prinzipien treu blieb. Die im kleinen glücklich war, das Grosse und Weite verabscheute. Vielleicht weil ihr geliebten Herbert das Weite und Unendliche liebte und sich danach verzehrte. Das Gut seiner Eltern sollte er mal übernehmen. Ihm war nicht danach und wenn, dann nur mit Olga, die er schon immer liebte. Seine Eltern wollten Olga nicht als Schwiegertochter, die Bürgerliche. Wie sehr ihnen das mal leid tun würde, merken sie erst zu spät.

    Olgas Leben war ein einfaches, ein bescheidenes Leben, behaftet mit sich begnügen, warten, hoffen und sich verzehren nach Herbert. Dieser bereiste die weite Welt und sie schrieben sich Briefe. Im späten 19. Jahrhundert war auch nur das möglich. Olga bleibt bodenständig, unterrichtet ihre Schüler und Schülerinnen, versucht mit dem wenigen Geld aus zukommen, welches sie verdient und erfreut sich über die Zeit, die sie mit Herbert verbringt. Sie ist eine intelligente Frau. Während Herbert im Schützengraben liegt und später viel auf Reisen ist um die unendliche Weite zu ergründen, geht es dennoch um das Thema Lieben und geliebt werden.

    Im letzten Teil ihres Lebens gab es einen Jungen Namens Ferdinand, der Olga am Leben erhalten wollte, der Olgas Briefe ausfindig machte und der sie dann dem Leser zur Verfügung stellte. Olga wächst dem Leser ans Herz und Bernhard Schlink hat es geschafft auch über den Tod der Protagonistin hinaus die Geschichte ein weiteres Mal aufleben zu lassen und gefühlvoll abzurunden.

    Auch der Leser wartet, bangt und hofft auf das Wunder. Es war eine Freude dieses Buch zu lesen. Eine Leseempfehlung.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    büchernarr, 04.03.2018

    Als Buch bewertet

    Olga ist ein Frauenporträt des 20. Jahrhunderts und beschreibt das Leben einer starken Frau mit ebenso starkem Willen. Nach dem frühen Tod ihrer Eltern, zieht sie zu ihrer Grossmutter nach Pommern. Dort freundet sie sich mit den Geschwistern Viktoria und Herbert an, beide Kinder eines Gutherrn und somit automatisch in einer hlheren gesselschaftlichen Range, die sie später trotz Freundschaft aussernanderbringt. Doch Olga kann Herbert nicht vergessen. Gleichzeitig überlebt sie zwei Kriege, wird Lehrerin, hilft und lebt und wartet auf Herbert, der durch die Welt reist und nach Abenteuern sucht. Als er nach einer Expedition nicht mehr zurückkommt, hofft Olga immer noch und versucht stark und optimistisch zu bleiben. Zielstrebig verfolgt sie ihre Ziele und versucht mit all den Schwierigkeiten fertigzuwerden. Als sie ihr Gehör verliert, beginnt sie als Näherin zu arbeiten. So lernt sie Ferdinand kennen, den Sohn einer Familie in der sie arbeitet und die beiden freunden sich an. Olga erzählt ihm vieles aus ihrem Leben und nach ihrem Tod erfährt er umso weiteres aus ihren hinterlassenen Briefen, welche für Herbert galten.
    Der Autor schafft mit Olga eine aussergewöhnliche Persönlichkeit die viele verschiedene Charakterzüge verbindet und der nicht zuletzt meine Bewunderung galt. Ein lesenswerter Roman.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Anna-Lena I., 05.02.2018

    Als Buch bewertet

    Historisches Werk mit starken Figuren

    Eine anspruchsvolle Liebesgeschichte die berührt, Sehnsucht weckt und einen tieferen Sinn aufweist. Gewohnt stilsicher zeichnet Bernhard Schlink seine Hauptfiguren sehr detailliert – eine Frau, die kämpft und sich findet und ein Mann, der träumt und sich verliert. Die Liebesbeziehung des ungleichen Paares beginnt am Abend vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Obwohl von der Familie nicht geschätzt, halten die beiden aneinander fest und verteidigen ihre Beziehung gegen Zweifel. Es kommen jedoch Schwierigkeiten und auf, da Herbert, den es in die Weite zieht, Olgas Wunsch nach Nähe nur schwer nachkommen kann und eine geplante Expedition in die Arktis die Beziehung auf die Probe stellt.
    Die Dreiteilung des Buches (der erste Teil beschreibt Olgas Werdegang, der zweite Teil erzählt von der Zeit nach der Expedition aus Sicht einer dritten Person, der dritte Teil besteht aus Briefen) ist klug und abwechslungsreich, wenn auch gewöhnungsbedürftig. Insgesamt fehlt es mir an Leidenschaft und Emotionen, die Auseinandersetzung ist sehr sachlich und intellektuell. Erst im letzten Teil erfahren wir mehr über Olgas Inneres, ihre Beweggründe und Sehnsüchte. Hier werde ich fast wieder versöhnt – aber eben nur fast.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Denise, 10.01.2018

    Als eBook bewertet

    Das Buch Olga von Bernhard Schlink ist in drei Teile und viele kurze Kapitel unterteilt. Es handelt vom Leben von Olga und dem Wunsch geliebt zu werden. Zunächst ist es die Großmutter, die ihr nicht die gewünscht Liebe geben kann. Dann versuch die Schwester ihres Freundes Herbert sowie seine Eltern die junge Liebe auseinander zu bringen. Auch die Sehnsucht von Herbert nach Freiheit und Raum wirken sich negativ auf Olgas Leben aus. Olga trotz der zwei Klassengesellschaft und tut alles für Ihre Wünsche. Leider stehen ihr auch gesellschaftliche Zwänge im Weg. Sie überlebt zwei Kriege, allerdings hat sie mit den Männern und ihrer Familie wenig Glück.

    Das Buch ist sehr einfühlsam geschrieben, die verschiedenen Charaktere werden sehr gut dargestellt und der Leser erhält einen tiefen Einblick in das Leben und die Gefühlswelt von Olga. Mir hat der Roman sehr gut gefallen, allerding liegt mir die teilweise verwendete ältere Ausdrucksweise nicht, so dass ich dem Buch vier gute Sterne gebe.

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    janein
  • 3 Sterne

    4 von 8 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    ele, 18.02.2018

    Als Buch bewertet

    Olga, Roman von Bernhard Schlink, 320 Seiten, erschienen im Diogenes Verlag.
    Die Geschichte der Liebe von Herbert und Olga, im Hintergrund von annähernd 100 Jahren deutscher Geschichte.
    Die Waise Olga kommt Ende des 19. Jahrhunderts zu ihrer Großmutter nach Pommern. Dort verliebt sie sich in Herbert, den Sohn eines Gutsbesitzers. Doch ihre Liebe trifft auf Widerstand von Herberts Schwester und seinen Eltern. Olga will im Leben etwas erreichen und wird Lehrerin. Herbert sucht währenddessen Abenteuer, fremde Länder und Heldentum. Für Deutschland will er die Arktis erobern, aber seine Expedition scheitert. Wird Olga Herbert jemals wiedersehen?
    Das Buch ist aufgeteilt in 3 Teile. Kindheit und Jugend bis zum Ende des 2. Weltkriegs beinhaltet den ersten Teil. Die Geschichte beginnt wenig spannend und der Spannungsbogen bleibt flach. Hölzern und emotionslos beschreibt Schlinck, Olgas Streben nach Wissen, Herberts Suche nach der Weite und wie er sich von der Großmannssucht des Kaiserreiches anstecken lässt. Nichts was er geben konnte versagte er ihr. Was sie vermisste, war er zu geben nicht fähig.
    Im Hauptteil erlebt der Leser Olga als ertaubte ältere Frau, weshalb sie als Lehrerin nicht mehr arbeiten kann. Die nach den Kriegen, im Westen bei einer Familie als Näherin unterkommt. Dort befreundet sie sich mit Ferdinand dem jüngsten Sohn der Familie. Diese Freundschaft und Verbundenheit bleibt bis zum Tod Olgas und darüber hinaus bestehen. Dieser Teil, war für mich eher langweilig und ich habe das Buch immer wieder zur Seite gelegt. Auch die Liebesgeschichte fand ich nicht besonders romantisch.
    Der 3. Teil, m. M. nach der beste, zeigt wie Olga wirklich war. Bis dahin dachte ich Olga ist „nur“ eine starke Frau, die alle Schicksalsschläge, Enttäuschungen und Verluste stoisch über sich ergehen lässt. Erst durch ihre Briefe erfährt der Leser von ihrem Leid und über ihr Unglück. Dieser Teil versöhnte mich durch überraschende Wendungen wieder etwas mit der Geschichte.
    Die Protagonistin war meine Lieblingsfigur in der Erzählung. Ihre Entwicklung von Kind bis zur reifen Frau faszinierte mich. Olga eine beeindruckende starke Frau, die immer wusste was sie will und sich von Nichts und Niemand selbst von ihrer Krankheit nicht aus der Bahn werfen lässt. Ferdinands Verhalten konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Der, nur um an die verschollene Briefe einer „guten Bekannten“ zu kommen, nach Norwegen reist und auch noch Unsummen dafür ausgibt. Allen anderen Figuren fehlte es an Charaktertiefe, sie blieben stets blass für mich, selbst Herberts Beweggründe konnte ich nicht nachvollziehen, es hätten mich z.B. auch Viktorias Intrigen brennend interessiert.
    Insgesamt ein mäßig unterhaltsamer Schicksalsroman mit historischem Hintergrund, Schlink konnte damit an sein Werk „der Vorleser“ m.E. nicht anknüpfen. Geeignet für Leser die sich für Schlinks Werke, bzw. Romane dieses Genres begeistern können. Von mir dafür 3 Sterne.

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    janein
  • 4 Sterne

    2 von 4 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    XYZ, 06.01.2018

    Als Buch bewertet

    Empfehlenswert

    Ich finde die Geschichte Empfehlenswert. Bernhard Schlink hat einen wunderbaren Erzählstil den ich sehr mag, schlicht und ohne überflüssige Worte.
    Es geht von Anfang an sehr rasch voran ohne kurzweilige Stellen, die Geschichte startet mit Olgas Kindheit - diese Kindheit ist alles andere wie eine "normale" oder "typische Kindheit. Recht bald kommt dann auch schon der Mann Herbert ins Spiel.
    Dank des flüssigen Schreibstils fliegt man nur so über die Seiten.
    Ein toller Roman voller Melancholie, der die damalige Zeit vermittelt.

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    janein
  • 3 Sterne

    3 von 6 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    eleisou, 03.02.2018

    Als Buch bewertet

    Bernhard Schlink erzählt in diesem Buch die Geschichte von Olga, einer Frau mit revolutionärem Geist, welche mit wenigen finanziellen Mitteln versucht ihr Leben inmitten zweier Kriege Anfang des 20. Jahrhunderts selbstbewusst zu bewältigen. Das Buch wird in drei Teilen geteilt. Teil eins erzählt von Olgas Kindheit und Jugend, wie sie als Waise in einem kleinen Ort in Pommern aufwächst , Teil zwei berichtet über ihr Erwachsenenleben, das ihr Mentor Ferdinand über sie schreibt und erzählt und Teil drei, der Briefe an ihrer einstig grossen Liebe enthält, dem Arktisforscher Herbert Schröder, der in einer seiner abenteuerlichen Reisen als vermisst gemeldet wird. 
    Der Erzählt Stil von Schlink ist ehrlich gesagt etwas fad und obwohl Olgas Leben viele Turbulenzen und Schwierigkeiten mit sich birgt, konnte ich mit der Story nicht so recht warm werden. Deshalb vergebe ich hier 3 von fünf Sternen

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    janein
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