Die Schönheit der Nacht, Nina George

Die Schönheit der Nacht (eBook / ePub)

Roman

Nina George

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  • 5 Sterne

    15 von 16 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Donna Vivi, 30.05.2018

    Als Buch bewertet

    Eine sinnliche Reise in die Bretagne

    Die wahre Schönheit der Nacht zu erkennen ist nur eine Episode im Leben der Protagonistin, Claire. Die Schönheit der Worte zu entdecken ist dafür allgegenwärtig für die Leser. Die besondere Anziehungskraft üben in diesem Roman nicht etwa die stürmischen Ereignisse aus, sondern die atemberaubende Ausdrucksweise, die verzaubert und süchtig macht: Man möchte immer mehr von der natürlich wirkenden, ausdrucksvollen Geschichte erfahren. Die Leser sinnlich und emotional zu fesseln, schafft die Autorin bereits in den ersten Sätzen mit Leichtigkeit.

    Von Anfang an fordert die außergewöhnliche, moderne Sprache von Nina George alle Sinne: Sie schafft eine stimmungsvolle Kulisse mit Geräuschen, visuellen Eindrücken, Gerüchen und Geschmack.

    „Er hatte nach Milch und Zucker, nach Kaffee und Lust geschmeckt.“ Ein Seitensprung, betörend, unverbindlich, oberflächlich und er ist voller Sehnsucht. Eine kleine Flucht, doch kein Entkommen für die Hauptfigur: Der gewohnte Alltag erwartet Claire wieder. Man fühlt ihre lähmende Verzweiflung zwischen Lüge und Realität, und dennoch verliert man sich in der wundervollen Lyrik mitten im Gedankenstrom. Das Thema und die gut gewählten Stilmittel ergeben eine harmonische Einheit.

    Der Grundton des Romans ist ruhig und ausgeglichen, doch die Charaktere haben etwas Beunruhigendes. Die Realität der Figuren kommt dem Leser erschreckend nah und lässt die Einsamkeit und das Unglück der Hauptperson, Claire, nachempfinden. Die Einsamkeit und das Unglück in einer scheinbar glücklichen Ehe.

    Die Autorin geht analytisch und wissenschaftlich vor, sie schildert Theorien zum menschlichen Verhalten und stellt schmerzhafte Erkenntnisse in den Vordergrund, über Kindheitsträume, Selbstverwirklichung, das Streben nach Glück, und natürlich auch über die Unglücksfallen, in die man häufiger hineintappt, als man erwarten würde. Offen bleibt nur bis zu den letzten Seiten, ob ihre Figuren einen Ausweg finden. Die Erzählung erlaubt dabei einen ehrlichen Einblick in die Gefühlswelt der heutigen Frauengeneration zwischen Alltag, Karriere und sehnsüchtigen Träumen. Eine authentische Darstellung moderner Weiblichkeit.

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    janein
  • 4 Sterne

    5 von 5 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Lilli33, 28.05.2018

    Als Buch bewertet

    Wer bin ich - wer will ich sein?

    Inhalt:
    Claire Cousteau ist Mitte vierzig, angesehene Verhaltensbiologin, Ehefrau eines mal mehr, mal weniger erfolgreichen Musikers und Mutter eines erwachsenen Sohnes. Claire musste zeitlebens funktionieren, und das beherrscht sie auch gut - aber glücklich ist sie nicht. Wie jeden Sommer verbringt die Familie die Ferien in der Bretagne. Doch diesmal ist Julie dabei, die Freundin von Claires Sohn Nicolas. Zwischen den beiden Frauen entsteht schon bald eine tiefe Verbindung. Beide sind auf der Suche nach sich selbst.

    Meine Meinung:
    Herausragend ist schon der wunderbar poetische Schreibstil von Nina George, mit dem sie so viele Gefühle ausdrücken und zur Leserin (ja, der Roman ist eher für Frauen als für Männer geeignet) transportieren kann. Oft liegt ein Hauch von Melancholie über dem Erzählten. Die Handlung ist auf ein Mindestmaß reduziert, es passiert eigentlich nicht allzu viel und doch stürzen Welten ein. Lange Zeit unterdrückte Gefühle brechen durch eine verkrustete oder versteinerte Oberfläche und verändern alles.

    Als Verhaltensbiologin kennt Claire sich natürlich sehr gut mit Mimik und Gestik aus. So analysiert sie immer wieder ihr Gegenüber. Ich fand das größtenteils sehr interessant, wenngleich der wissenschaftliche Charakter manchmal etwas überhand nimmt.

    Nebenbei betätigt sich der Roman auch ein wenig als Reiseführer durch die Bretagne. Die Beschreibungen machen große Lust, sofort die Koffer zu packen und die Gegend dort zu erkunden. Das Meer hat seine eigene Kraft, die es auch auf uns Menschen überträgt, die dafür sorgt, dass Dinge sich entwickeln können.

    Fazit:
    „Die Schönheit der Nacht“ ist ein sanfter und doch gewaltiger Roman, der frau nachdenklich macht und noch lange nachwirkt. Er ist unterhaltsam und trotzdem fordernd.

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    janein
  • 5 Sterne

    1 von 1 Kunden fanden diese Bewertung hilfreich

    Inge W., 14.07.2018

    Als Buch bewertet

    Auf der Suche nach einem Sinn im Dasein. Nina George porträtiert zwei Frauen, Claire und Julie, es sind zwei Frauen unterschiedlichen Alters, mit gänzlich verschiedenem Hintergrund und anderen Zukunftsbildern. Die Autorin beschreibt in ihrem Roman "Die Schönheit der Nacht" die Bemühungen der beiden Frauen, sich selbst und einen Sinn in ihrem Dasein zu finden. Claire fühlt sich ertappt, als sie das Hotelzimmer verlässt, in dem sie gerade ein amouröses Abenteuer erlebt hat und nun dem wissenden Blick eines Zimmermädchens begegnet. Ausgerechnet diese junge Frau namens Julie bringt ihr Sohn Nicolas am Abend mit nach Hause, um sie als seine Freundin vorzustellen. In stillem Einvernehmen schweigen beide Frauen über das, was wenige Stunden zuvor geschehen war. Für Claire eine mehr als unangenehme Situation, zumal Nicolas vorschlägt, dass Julie mit ihm und seinen Eltern den Sommer in ihrem Haus in der Bretagne verbringen solle. Diese Aussicht verhagelt Claire die Vorfreude auf die Reise, die für sie auch ein Trip in die Vergangenheit ist. Denn in dem Haus ihrer Großmutter haben Claire und ihre Geschwister die Kindheit verbracht. Dass der Aufenthalt in der Küstenidylle stattdessen eine Reise ins ich werden soll, ahnen beide Frauen zu dem Zeitpunkt noch nicht. Und auch für den Leser von "Die Schönheit der Nacht" erschließt sich erst nach und nach, welchen Weg Claire und Julie einschlagen und wie sie die Mauer der Peinlichkeit und Ablehnung zwischen sich einreißen. Es wird ein heißer Sommer buchstäblich und metaphorisch. Wie überhaupt Nina George nicht mit Bildern spart, die einerseits den Zauber der französischen Landschaft transportieren, zum anderen als Mittel zum Zweck dienen, um den Selbstfindungstrip der distanzierten Frauen spürbar werden zu lassen. Und der wird lang und schwierig. Was bringt eine Frau wie Claire dazu, ihren Mann zu betrügen? Nein, Revanche ist es nicht, auch wenn es ihr natürlich nicht gefällt, dass er immer wieder Affären hat. Sie ist nicht eifersüchtig und überzeugt davon, dass er sie liebt. Aber sie vermisst das Große in ihrer Verbindung, auch im Liebesspiel. Sie möchte gesehen, von ihm wahrgenommen werden in ihrer komplexen Persönlichkeit. Die erste, die das erkennt, ist Julie, eine ebenfalls Suchende. Doch wie es zunächst aussieht, wird sich am Status quo kaum etwas ändern. Claire wird vorraussichtlich nach den Ferien in ihr geordnetes und gut strukturiertes Leben zurückkehren. Und Julie nimmt Nicolas Heiratsantrag an, um....Ja was? Julie weiß es nicht. So unterschiedlich die beiden Frauen sind - in ihren sorgsam verhüllten Sehnsüchten ähneln sie sich mehr, als ihnen bewusst ist. Der Blick der Autorin auf das Seelenleben ihrer Protagonistin Claire ist der einer Frau, die selbst bestimmt, wie sie leben will - und wenn nötig, das alte Leben abzustreifen, auszulöschen. Nina George findet kluge Worte, um Claires verhärtete Schale aufzubrechen, aber auch, um Julies Schutzhülle durchlässig zu machen - Verletzungen inklusive. Und ihr Ansatz, sinnliche Höheflüge ebenso wie verstörende Resignation darzustellen, ist absolut überzeugend. Wobei der maskuline Part - im Roman vorwiegend von Claires Mann, Sohn und Bruder besetzt - den Kontrast zur weiblichen Befindlichkeit gekonnt unterstreicht. "Die Schönheit der Nacht" ist ein in die Tiefe gehender Roman, der natürlich in erster Linie Frauen anspricht und lotet in beeindruckender Sprache, sinnlich, intensiv und präzise, Weiblichkeit in allen Facetten aus. Es ist eine Liebesgeschichte als so wunderbar französisch leichtfüßig daherkommende Erzählung im Plauderton, die gute Laune macht und dabei voller Ernst und intellektuellem Hintergund ist! Wunderschön und ohne jeden Kitsch... Eine packende Liebesromanze, die nur so vor Leidenschaft sprüht. Die Protagonisten sind sehr gut dargestellt, so dass man sich beim Lesen ganz in die Geschichte einfindet. Ein Plädoyer für die Liebe ohne Schuldgefühle. Nina George bringt das Kunsstück fertig, eine ganz einfache, überzeugende Liebesgeschichte zu schreiben! Vordergründig steht die Erotik, jedoch geht es ums Suchen des eigenen Selbst, sich zu behaupten in einer Welt die Ansprüche stellt, die überholt scheinen und in ein Korsett zwingen. Mir scheint, daß die Autorin sagen wollte: Die Liebe, sie ist doch kein leerer Wahn. Eine schwankende Geschichte ohne Scham, ohne Stolz und ohne eine Spur von Koketterie ... Mag jeder dieses Buch auf seine Weise verstehen. Abenteuerlich, aufregend, bewegend zu lesen.

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    janein
  • 5 Sterne

    booklover2011, 01.07.2018

    Als Buch bewertet

    Berührend, ergreifend, melancholisch, ein wahrer Lesegenuss

    Inhalt (dem Klappentext entnommen):
    Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.

    Meinung:
    Der sehr poetische, bildhafte, gefühlvolle und elegante (ich kann es nicht besser beschreiben) Schreibstil liest sich gut und flüssig. Jedoch habe ich langsam und genussvoll gelesen, damit ich wirklich alles erfassen konnte. Das Buch ist aus der dritten Erzähl-Perspektive von Claire und Julie geschrieben, so dass man ihre Gedanken und Gefühle hautnah miterleben kann.
    Claire ist eine berühmte Verhaltensbiologin, verheiratet mit dem Musiker Gilles, mit dem sie den Sohn Nicolas hat. Die Ehe funktioniert nur noch, ist zur Gewohnheit, zur Routine geworden. Die Leidenschaft, der Funke der Liebe ist nicht mehr da bzw. so tief versunken. Claire hat sich und die Träume, die sie als junge Frau hatte, verloren. Sie spielt die Rollen der Ehefrau, der Mutter, der Professorin, doch wer sie wirklich ist, was sie wirklich will, das hat sie (aus den Augen) verloren.
    Die junge Julie steht noch am Beginn ihres Lebens und weiß nicht wohin sie der Weg führen wird. Ob sie für sich und ihren Traum vom Singen kämpfen kann und wird, denn sie hat große Angst davor öffentlich zu singen.
    Sowohl Claire als auch die junge Julie sind auf der Suche nach sich selbst, während sie den Sommer am Meer verbringen. Im Vorwort stellt die Autorin die Frage „Sag: und wie willst du wirklich leben?“ (S. 5). Dieser Fragen gehen Claire und Julie im Laufe der Geschichte nach und entdecken auf diesem Weg sich selbst und ihre Träume (wieder).

    Das Buch enthält viele wichtige, traurige und schmerzhafte Wahrheiten, die einen auf jeden Fall zum Nachdenken bringen, wie beispielsweise das nachfolgende Zitat:
    „Die Söhne erkundeten, wie sie sich selbst gefielen. Die Töchter erkundeten, wie sie anderen gefielen“ (S. 69).
    Ein berührender, melancholischer Roman, der Leser-/innen dazu auffordert, für sich und seine Träume einzustehen, sich nicht nach gesellschaftlichen Konventionen zu richten, sich nicht in eine bestimmte Box bzw. Schublade stecken zu lassen. Der Roman zeigt, dass man wie die beiden Frauen, unabhängig von Alter und Lebenssituation, für sich und seine Träume kämpfen sollte, dass es nicht zu spät ist, sich selbst zu finden.
    Ein wunderschönes Lesevergnügen, welches ich sehr genossen habe, mit sehr wichtigen, aber auch schmerzhaften Botschaften.

    Fazit:
    Ein berührender, ergreifender und melancholischer Lesegenuss mit wichtigen und auch schmerzhaften Botschaften. Das war das erste Buch der Autorin und es ist sicherlich nicht das letzte gewesen, welches ich von ihr gelesen habe.

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  • 5 Sterne

    dj79, 09.07.2018

    Als Buch bewertet

    Bitte versteht mich nicht falsch. Ich liebe meinen Ehemann und meine beiden reizenden Kinder über Alles. Für nichts auf der Welt würde die Drei eintauschen. Unser Zusammenleben ist mit all den kleinen, täglichen Unwegbarkeiten, die das Leben so mit sich bringt, nahezu perfekt. Ich bin jedoch eine Meisterin im Hinterfragen, mich selbst, meine sogenannte Karriere, Ansätze von Kindererziehung und vieles mehr. Manchmal beneide ich Menschen, die ein anderes Leben führen, weil sie es scheinbar einfacher haben oder weil sie für dies oder jenes Zeit haben.

    Da geht es mir ähnlich wie Claire, der Verhaltensforscherin, mit deren Charakter ich mich am meisten identifizieren kann. Claire musste sehr früh in ihrem Leben einen Teil ihres Frau-Seins aufgegeben, um Mutter zu sein, ihre Konzentration von sich auf ihren Sohn, Nicolas, lenken. Unbeschwertheit im Leben wich Vernunft, Verantwortung und Sorge. Das geht wohl jeder Frau, die zur Mutter wird, so. Durch ihr Kind war sie dann auch an dessen Vater Gilles gebunden. Claire zweifelt, ob alle ihre Entscheidungen gut für sie waren. Sie glaubt, in ihrem Leben festgefahren zu sein, wie „versteinert“ zu sein. Als Verhaltensforscherin ist sie aus meiner Sicht doppelt bestraft, da sie fachlich in der Lage ist, jede ihrer Gefühlslagen zu deuten und dies dann zwangsläufig auch allzuoft tut.

    Julie, die neunzehnjährige Freundin des erwachsenen Nicolas, verkörpert die schüchterne, unentschlossene Jugend, der noch alle Türen offen stehen, die nur den ersten Schritt ins selbstverantwortliche Leben wagen muss. Sie ist der vorgehaltene Spiegel, der Claire einen bewussten Rückblick in ihre eigene Vergangenheit gestattet. Julie bringt fast vergessene Erinnerungen wieder zum Vorschein.

    Claire und Julie, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein könnten, sich doch aber auch so ähnlich sind, beäugen sich zunächst distanziert, tauschen Nicolas zu Liebe gehemmt Höflichkeiten aus, bis sie akzeptieren können, was sie unterbewusst schon längst wissen.

    Die sprachliche Gewalt dieses wundervollen Romans rollt in Wellen auf den Leser zu, spült ihn mit sich fort in die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden Protagonistinnen und spuckt einen mitten im eigenen Leben wieder aus. Nina George hat mich als Leser so gekonnt mitgenommen, dass ich schon nach kurzer Zeit die Rolle der Claire gedanklich angenommen habe. Nach dem Lesen bleibe ich nachdenklich zurück, fühle mich allerdings nicht mehr so allein mit meinem Drang zum Hinterfragen.

    Leseempfehlung: Ich möchte die „Schönheit der Nacht“ Frauen, aber insbesondere Müttern, als Lektüre an Herz legen.

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    janein
  • 5 Sterne

    bookloving, 28.07.2018

    Als Buch bewertet

    *Wunderbar poetisch*
    Mit ihrem neusten Werk „Die Schönheit der Nacht“ ist der deutschen Autorin Nina George erneut ein äußerst beeindruckender Roman gelungen, der mich sehr bewegt hat. Es ist eine unglaublich intensive, tiefgründige und sinnliche Geschichte über das Leben in all seinen Facetten, über unausgelebte Sehnsüchte und tief verborgene Geheimnisse. Zwei faszinierende Frauen stehen im Mittelpunkt der Handlung, die sich zunehmend zueinander hingezogen fühlen – beide auf der sehnsüchtigen Suche nach sich selbst, nach unstillbarer Leidenschaft und neuer Lebenslust. Clair, die selbstbewusste, lebenserfahrene, aber unglückliche Verhaltensbiologin, die sehr unnahbar wirkt und die Menschen wie keine andere zu lesen vermag. Julie auf der anderen Seite, die Freundin von Claires Sohn Nico, ein cleveres, aber recht unsicheren junges Mädchen und zugleich voller ungeduldiger Erwartungen. Wir erleben einen gemeinsamen Sommer an der bretonischen Küste, der mit großer, ungeahnter Wucht alles unwiderruflich in Gang setzt, und danach alle Beteiligten nie mehr dieselben sein lässt.
    In geschickt gesetzten Rückblicken erfahren wir nach und nach viele Hintergründe zu Claires Lebensgeschichte, die ihre Unzufriedenheit mit ihrem derzeitigen, festgefahrenen Leben verdeutlichen und uns ihre Persönlichkeit und Motive schrittweise näher bringen. Auf eine sehr sinnliche Weise fließen Gedanken, Emotionen und Betrachtungen ineinander und entfalten vor unserem inneren Auge ein bewegendes, schillerndes Gesamtbild. Nina George versteht es meisterlich, Stimmungen und Bilder einfühlsam und mit viel Feingespür einzufangen und eine unnachahmlich dichte, zuweilen melancholische Stimmung heraufzubeschwören. Ihre äußerst bildhafte, poetische Sprache konnte mich rasch gefangen nehmen und mich begeistern. Mit emotionaler Eindringlichkeit und Leidenschaft schickt sie uns Leser auf eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle.
    Einzigartig sind auch die sehr gelungenen, atmosphärisch dichten Beschreibungen des bretonischen Finistères, die das herbe Flair einfangen, die dort angesiedelte Handlung wundervoll treffend in Szene setzen und zudem neugierig auf diese einzigartige, ursprüngliche Küstenregion machen. Sehr gut gefallen hat mir auch das Spiel der Autorin mit dem Motiv des Meeres mit seiner Unendlichkeit, das immer wieder in den Mittelpunkt rückt und sehr schön die gewaltigen, aufwogenden Emotionen im Wandel der Geschichte widerspiegelt.
    FAZIT
    Ein außergewöhnlicher, aufwühlender und nachdenklich stimmender Roman mit einer wundervoll poetischen Sprache! Sehr lesenswert!

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  • 5 Sterne

    Ulrike R., 01.07.2018

    Als Buch bewertet

    Claire Cousteau ist Professorin, Mutter, Ehefrau. Ihr Metier ist die Verhaltensbiologie für Fossilien hegt sie ein Faible, seit sie mit 11 Jahren zum ersten Mal das Meer gesehen hat. Das Eheleben mit Gilles wirkt von außen harmonisch, gediegen, doch seit langem schon sprechen sie nur mehr in langgeübten Floskeln miteinander. Sie schweigen, berühren sich nicht, betrügen einander. Claire ist die Frau, die für alles einen Plan hat, außer für das Kind damals, das ist passiert. Sie ist diejenige, die eine Feier verlässt, bevor man sich zu duzen beginnt. Versteinert, wie die Fossilien, die sie liebt, wie der Talisstein, der ihr eines Tages abhandenkommt.
    Wie viele Frauen kann eine Frau sein, auch diese Frage stellt sich Julie, Nicholas angehende Verlobte. Ihr Zusammentreffen mit Claire beginnt mit einer gegenseitigen Lüge.
    Ein kleines Ereignis zieht sich fortan wie eine Ruptur durch Claires Sein. Claire und Julie, diese beiden unterschiedlichen Frauen, begeben sich in den gemeinsamen Wochen in der Bretagne am Meer auf die Suche, die eine wo sie sich verloren hat, die andere wohin sie sich begeben will.
    Nina George erzählt von zwei Frauen und doch von so vielen. Sie erzählt vom, Erblühen, vom Selbstglück und der Erfindungslust bis zum Zurückhalten, Zusammenfalten und Anpassen. Es ist eine Geschichte über Mut und Stärke, über den Wunsch, gesehen, gehört zu werden. Es ist ein Buch voll brennender Leidenschaft für das Leben, auch für die Liebe, aber vor allem ein Buch über den Willen zum Aufbruch und zur Veränderung.
    Eine Frau kann vieles sein, aber eines muss sie immer sein, sie selbst.
    Dieses Buch war für mich die Überraschung des Frühjahrs. Ein Buch mit dem Titel „Die Schönheit der Nacht“ mit diesem Cover kann auch vieles sein.
    Mich aber hat es auf der ersten Seite schon überzeugt. „Es gab sie, diese aus einem unbekannten Nichts emporschnellende, die Seele mit fester Hand packende Sehnsucht, sich einfach fallen zu lassen und in der Tiefe des Meeres zu versinken…“ vertigo marée, jetzt habe ich auch ein Wort für dieses unbändige Verlangen frei zu sein, von allem.
    Und neben all den klugen, richtigen, wichtigen Worten Georges erlebt man die Schönheit der Bretagne, als ob man dort wäre, ein Buch zum Hören ist es außerdem, ein wunderbarer Soundtrack begleitet den Leser vom klassischen Chanson bis hin zum Tango Argentino. Alors on danse!

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    janein
  • 5 Sterne

    schlaflos, 08.05.2018

    Als Buch bewertet

    Die Schönheit der Frauen

    > Charaktere und Handlung
    Nina George erzählt die Geschichte von zwei bezaubernden Frauen: Claire und Julie.
    Claire, 44, Professorin für Verhaltensbiologie, Mutter, Ehefrau, Geliebte, Betrogene – die ‚gewordene‘ Frau.
    Julie, 19, auf der Suche nach Liebe, zu sich selbst, nach dem echten Leben – die ‚werdende Frau‘.
    Die Liebe zwischen Claires Sohn Nicolas und Julie führt auch die beiden Frauen zusammen. Unter der Sonne der Bretagne lernen sich nicht nur die beiden kennen, sie lernen sich auch selbst besser kennen.

    > Leseerfahrung
    Als ich von diesem Buch gehört habe, fühlte ich mich sofort dazu hingezogen. Das liegt wohl daran, dass ich mich immer wieder in Julie wiedererkannt habe. Wie auch sie beschäftigen mich momentan die Fragen, wie und mit wem ich mein Leben verbringen möchte, wer ich bin und was mir wichtig ist. Ich habe mir von diesem Buch gewünscht, dass es mir ein paar Gedankenanstöße zu diesen Themen liefert. Dieser Wunsch hat sich erfüllt: nicht nur einmal habe ich Block und Stift zur Hand genommen und mir Zitate notiert oder eigene Gedankengänge formuliert.
    Nina George schreibt, es gibt so viele Julies und Claires auf dieser Welt. Und genau für diese Frauen ist dieses Buch geschrieben. Für die, die gerade erst zur Frau werden; für die, die es bereits geworden sind und auch für die, die sich selbst nicht so richtig einordnen können.

    > Fazit
    Ein wundervolles Buch, für das man Zeit und Muße braucht, um es wirklich zu verstehen. Die Handlung tritt hier einen Schritt zurück und überlässt großen Gefühlen und inspirierenden Worten die Bühne.
    Ich werde mir dieses Buch wohl neben mein Bett legen und immer wieder einen Blick hineinwerfen – ich möchte mich nämlich noch nicht von Claire und Julie verabschieden.

    > Tipp
    Sehr stimmig wird das Lesevergnügen mit der wunderbaren Musik von Nina Simone (die auch im Buch genannt wird) und einem guten Glas Wein auf der Terrasse.
    Dieses Buch ist eine wunderbare Einladung dazu, uns Zeit für uns und unsere Wünsche zu nehmen. Wieso sollten wir dann nicht gleich beim Lesen damit beginnen?

    > Eckdaten
    Titel: Die Schönheit der Nacht
    Autor: Nina George
    Verlag: Knaur
    ISBN: 978-3426654064
    Seiten: 256
    Preis: 18,99 €

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    janein
  • 5 Sterne

    nicigirl85, 26.05.2018

    Als Buch bewertet

    Titel: Wie es ist eine Frau zu sein...

    Ehrlich gesagt hatte ich mich vor Leseantritt gar nicht damit beschäftigt, was mich im Roman erwarten würde, denn das Buch ist aufgrund der Autorin einfach so eingezogen, da mich jedes Werk von ihr bisher verzaubert hat. Doch was ich dann bekam, war so viel mehr als ich mit dieser Rezension ausdrücken kann.

    In der Geschichte geht es um zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Da ist zum einen Ehefrau und Mutter Claire, die mit Mitte vierzig an ihrem Lebensentwurf zweifelt. Hat sie in all den Jahren die richtigen Entscheidungen getroffen? Zum anderen ist da Julie, noch keine zwanzig, am Anfang ihres Lebens und völlig frei zu entscheiden, was sie machen will. Doch dann treffen die Frauen zufällig aufeinander und nichts ist mehr wie zuvor...

    Der beobachtende Erzähler, der uns durch die Geschehnisse führt, verwöhnt den Leser mit einer bildgewaltigen Sprache, die seinesgleichen sucht. Fast hat man den Eindruck als würde man Liebe in Form von Worten erfahren. Es fällt schwer dies zu beschreiben, daher formuliere ich es so: einfach schön.

    Auch wenn ich noch weit von der Vierzig entfernt bin, so konnte ich mich dennoch gut mit Claire und ihrem Gefühl "versteinert zu sein" identifizieren. Durch sie wird wirklich sehr schön deutlich in welchem Zwiespalt wir Frauen oft stecken. Ihre Reaktionen waren stets nachvollziehbar und es fühlte sich beinahe so ans als wäre man als Leserin sie selbst.

    Was Julie betrifft, so kann sich wohl jeder über fünfundzwanzig an seine Jugend und seine Zerissenheit erinnern. Ihre Abneigung dem Meer gegenüber hat mich tief berührt und es hat mich gefreut, dass sie sich letztendlich ihren Ängsten stellt.

    Für mich ist dieser Roman etwas, dass meine Seele berührt hat, in mir tief verborgene Gefühle geweckt und mich doch arg nachdenklich gestimmt hat.

    Ein Genuss war es zudem von der bretonischen Landschaft zu lesen, was sich wie ein Kurzurlaub angefühlt hat.

    Fazit: Ein unglaublicher Roman, den in meinen Augen jede Frau gelesen haben sollte, um dann über sich selbst nachzudenken. Weltklasse und für mich in jedem Fall eine Lesehighlight im Jahr 2018.

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  • 5 Sterne

    Stephanie B., 02.05.2018

    Als Buch bewertet

    Die Schönheit der Nacht von Nina George

    Wie finde ich zu mir selbst zurück, wenn ich mich vor langer Zeit verloren habe?

    Diese Frage stellt sich Claire oft in letzter Zeit. Die Professorin für menschliches Verhalten an einer Pariser Uni, ist auf der Suche. In ihrer Ehe nach der Unbekümmertheit und Nähe von Damals, in ihrer Beziehung zu ihrem Sohn nach kindlicher Aufmerksamkeit, wird Sohn Nicolas doch grad erwachsen und nabelt sich von seinen Eltern ab.

    Sie und ihr Mann Gilles haben ein stillschweigendes Übereinkommen, so scheint es. Beide merken deutlich, dass etwas nicht stimmt und doch vergehen zu viele Möglichkeiten sich auszusprechen. Man spürt deutlich, dass da etwas unter der Oberfläche brodelt.
    Sie stürzt sich in Affären, weiß sie doch auch um die Affären von Gilles. Eines Morgens, nachdem sie das Hotel nach einem One-Night-Stand verlässt, begegnet sie einer jungen Frau, ohne zu wissen, dass Julie die neue Freundin ihres Sohnes ist und sie bald 8 Wochen gemeinsam Urlaub am Meer machen werden.

    Anfänglich zurückhaltend, nähern sich beide an und es wird klar, dass Beide zwei Seelen sind auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.
    Ist es falsch das Beste für sich zu wollen? Mehr als das was man hat?

    Die Erzählung ist wunderschön geschrieben, Nina George schreibt in einer ausdruckstarken Art und Weise eine Geschichte, die Hochs und Tiefs der Charaktere perfekt herausarbeitet. Claire’s melancholisches Wesen ist ebenso bezaubernd beschrieben, wie die Fröhlichkeit ihres Mannes, der mir oft schon fast unbekümmert erscheint. Ich liebe das Buch aufgrund des „geschriebenes Wortes“, weichgezeichnet und doch die Realität vor Augen führend.

    Der Leser taucht ein in sehr bedeutungsvolle Zwiegesprächen von Claire aber auch von Julie, umgeben von der französischen Bretagne, so al ob man das Salz wirklich auf der Haut spüren könnte.

    Mein Fazit:
    Ein klares Ja von mir für dieses Buch. Die Schönheit der Nacht ist keine leichte Urlaubslektüre, man sollte sich Zeit nehmen und es genießen.

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  • 5 Sterne

    Marie aus E., 29.05.2018

    Als Buch bewertet

    Zuerst zur Optik des Buches: ich mag es, wenn ein Buch schön in der Hand liegt und aus hochwertigem Papier besteht - dem ist hier so. Zudem noch farblich schön abgesetztes Vorsatzpapier mit je einem passenden Spruch zum Einstieg und Ausstieg - schön!
    Lediglich das Covermotiv hat mich nicht wirklich angesprochen.

    Claire, versteinert im Alltag, Hauptfamilienernährerin und von ihrem Mann, dem Künstler, nicht mehr richtig gesehen und Julie, die Freundin ihres Sohnes, sind die beiden weiblichen Hauptpersonen des Buches.
    Alle zusammen fahren in das Ferienhaus der Familie in die Bretagne, dort lernen wir Leserinnen (ich würde das Buch tatsächlich als Frauenbuch sehen) dann alle Urlaubenden nach und nach besser kennen und können tief in ihr Seelenleben eintauchen.
    Etwas später kommen auch noch Claires Geschwister und es blättert sich damit auch ein Stück von Claires Kindheit auf.

    Besonders die schöne Sprache hat mir hier sehr gut gefallen. Sätze wie "Im Meer kommt es nur darauf an, zu existieren. Niemandem fiel auf, wenn Menschen sich in den Wellen treiben ließen (...). An Land reicht dieser nichtssagenden Aggregatszustand nie aus. Man müsste von A nach B reden, eine Meinung haben (....). Und nirgends ein Jetzt, sondern nur "gleich", "später", (...) wenn die Kinder aus dem Haus sind" habe ich gleich mehrmals gelesen. Ab und an spitzt auch ein Humor durch, der mir gefällt, etwa bei der Beschreibung des Hausmeisters Padrig.

    Vordergründig hat der Roman gar keine große Handlung, doch dafür sind die Verletzungen, das Unglücklich sein, die geheimen Wünsche und schließlich das Aufbrechen aus der Versteinerung bzw. der Weg in die Selbstbestimmtheit wunderschön und ergreifend erzählt.

    Mein Fazit: ein Buch, das mich berührt hat und obwohl es kein leichter Sommerfrische-Roman ist, leicht zu lesen ist. Mein erstes Buch von Nina George, ich bin gespannt auf weitere Werke.

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    janein
  • 5 Sterne

    Lea O., 03.06.2018

    Als Buch bewertet

    „Die Schönheit der Nacht“ kann man einfach nur als poetisch beschreiben. So ein schönes Buch voller Poesie und Wahrheit ohne etwas zu beschönigen, habe ich noch selten gelesen.
    Es geht um Claire und Julie. Claire ist verheiratet und hat einen Sohn, doch sie befindet sich in einem Zustand innerer Zerrissenheit. Ähnlich geht es Julie, die mit Claires Sohn zusammenkommt. Auch sie kann sich nicht finden. Zwei völlig verschiedene Frauen in unterschiedlichen und doch so gleichen Situationen, die zusammen mit ihren Männern in Urlaub fahren und dort ganz besondere Dinge erfahren.
    Das Besondere an diesem Buch ist auf jeden Fall der einzigartige Schreibstil. Nina George beschreibt Situationen auf so eine poetische Weise, dass es einem richtig ans Herz geht. Sie hat einen Blick auf die Dinge, die anderen verborgen bleiben und weiß ganz wundervoll davon zu erzählen.
    Ich denke, mit Claire und Julie kann sich jede Frau auf die eine oder andere Weise identifizieren. Haben wir nicht alle Geheimnisse, die wir mit niemandem teilen wollen/können/dürfen? Darum geht es in diesem Buch. Und auch darum, wie solche Geheimnisse Frauen daran hindern wirklich frei zu sein und ihr Leben so zu leben, wie sie es wollen.
    Der Roman ist sicher keine Anleitung dafür, wie man es schafft, sich selbst zu finden und sich frei zu fühlen. Aber er zeigt, wie es sein kann und dass es manchmal nur eine Person an einem gewissen Ort braucht, um eine ganz neue Entwicklung durchzumachen.
    Dieses Buch ist so anders, als die meisten, die ich in letzter Zeit gelesen habe und darum hat es mich besonders gefangen genommen. Ich empfehle dieses Buch eher an weibliche Leserinnen, weil es für die Männer vielleicht schwer fällt, sich in die beiden Hauptfiguren reinzuversetzen. Interessant dürfte es trotzdem allemal sein!

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  • 5 Sterne

    AnnaMagareta, 06.05.2018

    Als Buch bewertet

    Innere Zerrissenheit

    „Die Schönheit der Nacht“ ist ein poetischer und gefühlvoller Roman der Autorin Nina George.

    Claire steht mitten im Leben, ist Mutter und erfolgreiche Verhaltensbiologin, aber dennoch fehlt ihr etwas in ihrem Leben. Julie – die neunzehnjährige Freundin von Claires Sohn - ist noch jung, unsicher und neugierig auf das Leben ist. Sie verbringen den Sommer gemeinsam in der Bretagne, sind fasziniert voneinander und entdecken dabei völlig neue Gefühle.

    Der Schreibstil von Nina George ist einfach wundervoll. Poetisch und detailliert beschreibt sie ihre Charaktere und die Begebenheiten vor Ort. Ihre bildhafte Sprache hat mir direkt Bilder vor die Augen gezaubert und ich musste während des Lesens immer wieder inne halten um sie auf mich wirken zu lassen. Das Buch besteht aus so viel mehr als nur den Worten, die in ihm stehen.

    Das Flair der Bretagne wird so authentisch beschrieben, dass man die Atmosphäre regelrecht spüren kann.

    Die Mischung aus Poesie, Melancholie und der leicht sarkastischen Art von Claire fand ich sehr gelungen.

    Die hochwertige Aufmachung des Buches mit der rauen Rückseite, der glatten Front und den geprägten Buchstaben, dem blauen Leseband haben das Leseerlebnis für mich perfekt abgerundet. Die unterschiedliche Haptik hat die Zerrissenheit der Charaktere eindrucksvoll widergespiegelt.

    Mich hat das Buch durch seine intensive und wortgewaltige Sprache gefesselt. Schonungslos und ehrlich berichtet die Autorin von zwei vollkommen unterschiedlichen Freuen auf der Suche nach sich selbst. Ihre Gefühle, Wünsche, Bedürfnisse und Empfindungen werden schonungslos und ehrlich dargestellt.

    Für mich war das Buch ein echtes Lesehighlight, das nicht einfach zu lesen war, aber absolut empfehlenswert ist.

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    janein
  • 5 Sterne

    leseratte1310, 21.05.2018

    Als Buch bewertet

    Ich hatte bisher noch kein Buch von Nina George gelesen und muss sagen, dass ich von der poetischen Sprache begeistert bin.
    Die Pariser Verhaltensbiologin Claire spürt eine zunehmende Unzufriedenheit mit ihrem Leben. Sie ist mit Gilles verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn namens Nicolas. Doch Claire fehlt etwas, das sie selbst nicht genau benennen kann, obwohl sie von Berufs wegen die Fachfrau ist. Gilles und sie versuchen Abstand zu wahren und beide sind nicht glücklich mit der Situation. Dann bringt Nicolas seine Freundin Julie mit und es wird etwas in Bewegung gesetzt, dessen Folgen nicht abzusehen sind. Sie beschließen, gemeinsam den Sommer in Claires Haus an der bretonischen Küste zu verbringen.
    Julie ist jung und hat ihren Weg im Leben noch nicht gefunden. Sie wünscht sich, auf der Bühne zu stehen und zu singen und hat doch nicht den Mut dazu. Als sie Claire begegnet, ist sie fasziniert von dieser interessanten und selbstbewussten Frau. Wie könnte sie auch ahnen, dass Claire sich in Wirklichkeit verloren hat.
    Zwischendurch erfahren wir immer mehr von Claires Leben, die schon als Kind große Verantwortung in ihrer Familie übernommen hat. Später dann wurde sie viel zu früh Mutter und hat sich selbst nicht entdecken können. Gilles ist Komponist und Claire sorgt mit ihrem sicheren Einkommen dafür, dass es an nichts mangelt. Sie hat also immer funktioniert und ihre Sehnsüchte nicht hochkommen lassen.
    Dieser Sommer verändert das Leben dieser Personen. Das Meer hilft dabei, zu ergründen, was man wirklich vom Leben will. Claire und Julie kommen sich näher und entwickeln Gefühle füreinander.
    Eine sehr sinnliche Geschichte über Sehnsüchte und das Sich-Finden, die nachdenklich stimmt.

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    janein
  • 5 Sterne

    Marion B., 24.05.2018

    Als Buch bewertet

    Gänsehaut pur
    Schon beim Lesen der Ersten Seiten vom dem Buch „Die Schönheit der Nacht“ bekam ich eine Gänsehaut und dieses Gefühl zog sich durch die ganze Geschichte durch.
    Folgendes Zitat Eingangs des Buches hat mich sehr berührt:
    „In jedem Blick suchen wir das Meer. Und in jedem Meer den einen Blick.“
    Zum Inhalt: Vor der beeindruckenden Kulisse der bretonischen Küste lässt Bestseller-Autorin Nina George zwei Frauen sich selbst neu entdecken: ihre Wünsche und Träume, ihre Sinnlichkeit, ihr Begehren. Die angesehene Pariser Verhaltensbiologin Claire sehnt sich immer rastloser danach, zu spüren, dass sie lebt und nicht nur funktioniert. Die junge Julie wartet auf etwas, das sie innerlich in Brand steckt – auf des Lebens Rausch, auf Farben, Mut und Leidenschaft. In der glühenden Sommerhitze der Bretagne, am Ende der Welt, entdecken die beiden unterschiedlichen Frauen Lebenslust und Leidenschaft neu – und werden danach nie wieder dieselben sein.
    Claire ist eine erfolgreiche und angesehene Verhaltensbiologin welche mit ihrem Mann und Sohn in Paris wohnt. Julie ist noch sehr jung, singt sehr gerne für sich alleine und arbeitet in einem Hotel. Dort findet auch die erste Begegnung zwischen den beiden Frauen statt. Dann begegnen sich die beiden erneut, denn Julie ist die neue Freundin von Claires Sohn Nicolas. Zusammen fahren alle vier in die Sommerferien.
    Kein „leichter Sommerroman“ doch eine wundervolle, sinnlich schöne Geschichte, welche sich im Sommer an der bretonischen Küste abspielt.
    Das Cover ist sehr sinnlich gestaltet, es passt super zu dieser gefühlvollen Geschichte!

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    janein
  • 5 Sterne

    Frank Z., 19.05.2018

    Als Buch bewertet

    BRETONISCHE LIEBE

    Claire wacht in einem Hotel neben einem fremden Mann auf.
    Ist ihre Ehe überhaupt noch in Ordnung? Sie genießt den
    Moment in den Armen des anderen Mannes. Dann ist dort die
    Sängerin Julie und die beiden Frauen schauen sich in die Augen.
    Claire ist es egal, denn schließlich wacht ihr Mann auch neben
    anderen Frauen auf. Ihr Sohn Nico ist ihr ein und alles. Und dann
    überschlagen sich die Ereignisse und der Sohn stellt seinen
    Eltern seine große Liebe vor. Erschrocken stellt Claire fest, das
    es Julie aus dem Hotel ist.
    Gemeinsam verbringen sie einen wunderschönen und sinnlichen
    Urlaub in der Bretagne. Dort wo der Atlantik das Land küsst.
    Claire sieht plötzlich ihr Leben aus vollkommen neuer Sicht
    und auch die junge Geliebte des Sohnes spielt eine große Rolle.
    Eine Romanze, die zart wie eine Blume im Frühling erwacht. Die
    beiden Frauen kommen sich sehr nah. Alles dreht sich wie im
    Kreis und neue Wege tun sich auf. Ist Claire mit ihrem Leben,
    so wie es ist, wirklich noch zufrieden? Mit der bretonischen
    Brandung kommt eine vollkommen neue Erkenntnis.

    Nina George erzählt diesen wunderschönen Roman der Selbstfindung
    in einer berührenden und mitreißenden Sprache. Die Leserinnen und
    Leser spüren die Magie und die Wellen des Atlantiks. Und eines ist
    ganz klar, man lässt sich gerne auf neue Wege entführen.

    Für Leser und Freunde anspruchsvoller und sinnlicher Literatur
    ist dieser Roman schlicht und ergreifend ein Geheimtipp für
    den Lesesommer.

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    janein
  • 5 Sterne

    Nela, 29.06.2018

    Als Buch bewertet

    Claire fühlt sich gefangen in ihren Rollen als Karrierefrau, Ehefrau und Mutter. Sie möchte frei sein, sich selbst und ihre echten Wünsche wieder spüren. Julie dagegen ist jung und sucht noch etwas ziellos nach dem Leben mit all seinen Facetten. Zusammen mit Claires Mann und ihrem Sohn – Julie´s Freund – verbringen die beiden Frauen einen Sommer in der Bretagne. In dieser Zeit reflektiert Claire ihr Leben, ihre Situation, ihren Platz im Leben.

    Ich liebe an den Büchern von Nina George immer die besondere, intensive, bildhafte Sprache. Bei diesem Buch ist die Menge an Sätzen, die man sich fast herausschreiben möchte oder die man zumindest zweimal liest so groß, dass der Lesefluss etwas darunter leidet. Der Text ist so reich an Bildern, Wortspielen, Weisheiten, dass ich diese beim erstmaligen Lesen gar nicht alle erfassen, aufnehmen und verarbeiten kann, sondern zum Teil einfach darüber hinweg lese.

    Trotz dieses kleinen Kritikpunktes handelt es sich um ein ganz besonderes Buch, dass man nicht einfach durchlesen kann, sondern auf das man sich einlassen muss. Die Handlung rückt zugunsten von Gedankengängen der Protagonistin öfter in den Hintergrund. Fast wirkt es, als sei sie nur der Rahmen für diese. Auch wenn ich Claires Hadern mit ihren Rollen als Frau nicht nachempfinden kann, so bringt es mich doch zum Nachdenken. Das ist für mich an einem Buch das Wichtigste. Insgesamt ein tolles Buch über Frauen, ihre Wünsche, Träume und Geheimnisse.

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    janein
  • 5 Sterne

    Ursula U., 22.05.2018

    Als Buch bewertet

    Claire fährt, wie jedes Jahr im Sommer, mit ihrem Mann und dem volljährigen Sohn Nicolas in das geerbte Haus ihrer Großmutter an der bretonischen Küste. Dieses Jahr kommt Julie, Nicolas Freundin mit. Julie ist eine junge Frau voller Hemmungen und Ängste, sie singt sehr gerne, doch keiner darf dabei zuhören. Sie hat Angst vor dem Meer und will keinen Fuß hineinsetzen. Vieles an Julie erinnert die Professorin der Verhaltensbiologie an ihre eigene Jugend. An ihre depressive Mutter und wie sie als Kind bereits gelogen hat, damit sie und ihre etwas älteren Geschwister zusammenbleiben konnten. Bei ihrer Großmutter hat sie sich frei gefühlt und die Freiheit im Meer kennengelernt. Sie erinnert sich auch an ihre Träume, wie ihr Leben aussehen sollte und was daraus geworden ist. Keinesfalls wollte sie so früh heiraten und ein Kind bekommen. Mit ihrem Mann Gilles, einem Filmkomponisten, hat sie sich immer weiter auseinandergelebt, beide haben wechselnde Verhältnisse.
    Ein sehr emotionaler Roman, der nie rührselig oder kitschig wird. Die Frage nach dem Frausein, wie man sein Leben gestalten möchte und welche Möglichkeiten sich bieten wird sprachlich hervorragend geschildert. Sex und Leidenschaft werden nehmen einen großen Raum ein, werden jedoch nie pornografisch. Bei vielen von Claires Beobachtungen und Erinnerungen denkt man selbst, ja, genauso ist es.

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    janein
  • 5 Sterne

    Rory, 01.07.2018

    Als Buch bewertet

    Die Schönheit der Nacht ist eines dieser seltenen Bücher, die nach dem Zuklappen ein neues Buch in einem selbst aufschlagen. Nina George hat mich mit ihren poetischen und klugen Worten, ihrer Geschichte von der Pariser Verhaltensbiologin Claire und der jungen Julie, und dem Sommer in der Bretagne, der alles verändert, mitten ins Herz getroffen.

    Nina George versteht es wie keine Zweite, weibliche Emotionen, Sehnsüchte, Stärken, Schwächen und Geheimnisse zu beschreiben - und das vor einer wunderschönen Kulisse, nämlich dem Meer. Immer wieder musste ich an das Buch „Das Erwachen“ von Kate Chopin denken, denn wie auch dort vereinen sich die Geheimnisse des Meers mit den geheimen Gedanken der Figuren, geben ihnen Kraft, symbolisieren alles was ist, was war und was sein könnte.

    Es fällt mir außerordentlich schwer, meine Gedanken zu diesem Buch zusammenzufassen, weil die Worte mir immer noch nachhängen. Ich kann es nur jedem wirklich ans Herz legen. Ich möchte dieses Buch eigentlich jedem schenken, den ich kenne und ich hoffe, dass es viele werdende und gewordene Frauen so tief berührt und nachhaltig prägt wie mich.

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    janein
  • 4 Sterne

    Marakkaram, 20.05.2018

    Als Buch bewertet

    "Letztlich ist jedes Leben, wie es ist, und am Ende weiß man auch nicht, wie man ausgerechnet dahin gelangt ist", sagte Claire laut und konnte nichts dagegen tun, dass sich eine einzige Träne aus ihrem Augenwinkel löste und die Wange hinabrann, leicht und schnell.

    Claire und Gilles haben nach aussen hin alles: verheiratet, mit einem Sohn, sie Verhaltensbiologin, er Komponist und liebender Ehe- und Hausmann, das Haus geschmackvoll eingerichtet, zudem ein Ferienhaus am Meer.... und doch fehlt etwas.
    Claire hat sich mehr und mehr zurückgezogen,ist wie versteinert und immer auf der Suche nach einem Gefühlskick, nach jemandem, der sie aufrüttelt. Und auch Gilles sucht Trost bei anderen Frauen.

    Julie, die Freundin ihres Sohnes, ist zwar noch jung, doch auch sie hat das Gefühl, dass ihr etwas fehlt. Das ihr Feuer nicht leidenschaftlich genug brennt.

    Bis alle zusammen den Sommer am Meer verbringen. Die beiden Frauen kommen sich näher und decken gegenseitig Gefühle und Geheimnisse auf, die sie doch so sorgfältig vor sich selber versteckt hatten...

    ~ * ~ * ~ *

    Sperrig!
    Ich mag Nina George und ihren so aussagekräftigen, oftmals leicht poetischen Schreibstil. "Die Schönheit der Nacht" ist eine interessante Geschichte, die mich noch lange zum Nachdenken gebracht hat.

    Und doch fiel es mir im Mittelteil sehr schwer dranzubleiben, den Schreibstil, auf den man sich einlassen muss, zu geniessen. Das lag eindeutig an den Charakteren.

    Anfangs haben mir beide Frauen gefallen; die spröde, unterkühlte Claire, die man näher kennenlernen möchte, von der man einfach wissen will, warum sie so geworden ist und die angepasste Julie, die sogar ihr Talent zum Singen verleugnet, die nicht auffallen möchte, sich nicht traut etwas einzufordern, zu sagen was sie möchte. Eine absolut interessante Konstellation und viel Raum für Entwicklungen, auf die ich gespannt war.

    Nur leider wurden mir im Laufe des Buches keine der Beiden wirklich sympathisch. Im Gegenteil, ich mochte Claire mit ihrer sehr Ich-bezogen rüberkommenden Art, der Kompromislossigkeit immer weniger. Ausserdem vermittelte sie mir unterschwellig immer das Gefühl, dass für sie Gilles einen großen Teil der Schuld für ihre Unzufriedenheit trägt.
    Es gibt eine Art Feministin und Frauentyp, der mir nicht gefällt und den verkörpert Claire auf den Punkt. Kurzum, ich mochte sie nicht und das machte es schwer, mir die Botschaft, die dieses Buch in sich trägt, zu vermitteln.

    Das hat erst der Schluss so wirklich geschafft, der, wie der Beginn, sehr überzeugend war und mich ein klein wenig mit den Figuren versöhnen konnte.

    Ob genau so gewollt oder ein bisschen hingerutscht (ich glaube ersteres), die Männer, auch die am Rand, sind in diesem Roman ausnahmslos die, die einfach nur lieben!

    Fazit:
    Ein Roman im typisch französischen, leicht melancholischen Stil und doch von einer deutschen Autorin.
    Ein Frauenroman, anspruchsvoll, mit einer unsympathischen Hauptfigur und einer jungen Frau, die ihren Weg sucht.
    Nina George konnte mich diesmal nicht vollends mitreissen, schafft es aber trotzdem, dass mir die Geschichte lange nachhängt.

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    janein
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