Klangkörper, Andreas van Hooven

Klangkörper (eBook / ePub)

Andreas van Hooven

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  • 5 Sterne

    clary999, 17.10.2017

    „Klappentext: Sie ist voller Energie, sie ist schön und eine begnadete Singer-Songwriterin: Mit 27 Jahren wird Ela von Messingen plötzlich landauf, landab bei Konzerten gefeiert. Für ihre Band, die Stereos, kommt der Durchbruch spät und mit völlig anderer Musik, als ihre Mitglieder sie bislang gemacht haben. In ekstatischen Auftritten zelebriert Ela ihre neuen, von großem Pathos getragenen deutschen Songs. Sie zelebriert Messen radikaler Lebenslust, die das Publikum verzaubern, ihren Freund Phil jedoch, der als Bassist mit auf der Bühne steht, mehr und mehr verstören.

    Als Ela bei einem Konzert ohnmächtig auf der Bühne zusammenbricht, werden seine Zweifel immer größer. Phil kennt die dunkle Kehrseite von Elas ungezügelten Auftritten. Er weiß, dass sie schon seit Jahren an einer schweren Krankheit leidet. Nach und nach erfährt er, wie Ela sich für die Bühne aufputscht. Und dass sie alles, wirklich alles für den Erfolg in Kauf nimmt. Bis sie eines Tages mit Phil an ihrer Seite dahinfliegt, in eine Welt, in der alle Versprechungen eingelöst sind.

    Klangkörper ist ein Roman über ein Liebespaar, das miteinander bis ans Ende der Musik geht.“

    „“Diese Zeit ist dir gegeben, diese Zeit ist dir gegeben. Zu ahnen, wie es Scheiternden ergeht…“
    Zitat aus dem Buch, Seite 30

    Meine Meinung: Der Schreibstil des Autors ist fließend und detailliert. Die Geschichte wird aus der Sicht von Phil Cuijpers, dem Bassist der Stereos und Freund von Ela, erzählt und spielt abwechselnd in Deutschland und den Niederlanden im Jahr 2013. Die Erzählweise wirkte auf mich, besonders anfangs, sachlich, dennoch war es sehr ergreifend! Die Fachbegriffe zu Akkorden etc. aus dem Musikbereich sind für Laien wahrscheinlich etwas schwierig vorzustellen, aber gut erklärt.

    Es beginnt mit einem leidenschaftlichen Bühnenauftritt der Band Stereos auf einem Pop-Festival. Plötzlich stürzt die Sängerin Ela von Messingen. Wie erstarrt liegt sie da. Die Fans halten sie für betrunken. Nur die Musiker in ihrem näheren Umkreis wissen bisher, dass es ein Schwächeanfall auf Grund ihrer unheilbaren Krankheit ist. Wie schlimm es allerdings mittlerweile ist, weiß nur Phil und Elas Bruder Tom, der das Schlagzeug spielt. Zu den Stereos gehören noch Eggert am E-Piano und Christel mit der E-Gitarre, die im Handlungsverlauf eher Nebenrollen sind, aber auch überzeugend dargestellt.

    Ela liebt die Musik über Alles. Sie singt, komponiert und schreibt die Songtexte. Die Musik gibt ihr Kraft. Die Konzerte bringen sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Die Symptome und der Verlauf der Parkinson-Krankheit sind erdrückend. Man merkt, dass sich der Autor eingehend mit dem Krankheitsbild beschäftigt hat. Trotz allem will Ela mit der Musik nicht aufhören und geht ein gefährliches Risiko ein… Phil liebt ebenfalls die Musik. Er steht Ela immer zur Seite, aber wird zunehmend besorgter…

    „“Mir ist kalt“, sagt sie, während sie sich hinlegt. Draußen blitzt es wieder und der Regen prasselt auf den Wagen. Sie wirft zwei Decken über unsere Beine. „Ich habe Angst“, sage ich. „Ich auch“, sagt sie und blickt mir in die Augen: „Ich weiß es nur schon länger.““
    Zitat aus dem Buch, Seite 106

    Auch das Ende hat mich sehr bewegt. Traurig und doch mit einem wehmütigen Lächeln im Gesicht. Elas Songs strahlen neben der Melancholie auch Lebensmut aus, die ihre Fans mitreißen. Die Stimmung im Handlungsverlauf wirkte auf mich ebenfalls oft melancholisch, aber nicht nur! Verzweiflung, Ängste, Wut, aber auch die Liebe zwischen Ela und Phil haben mich sehr berührt!

    In der Geschichte geht es um die Liebe zur Musik und das Nachdenken über den Sinn des Lebens und den Tod! Der Autor hat diese Themen sehr eindrucksvoll in die Handlung einfließen lassen!

    Sehr bewegend!

    Leseempfehlung!
    4,5 Sterne

    “Music is a world within itself, with a language we all understand.” - Stevie Wonder

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    janein
  • 5 Sterne

    mabuerele, 09.01.2018

    „...Ihr Körper ist vom Licht der Scheinwerfer eingehüllt, zuerst orange, dann rot, nur das leise Zischen der Hi-Hat ist zu hören...“

    Die 27jährige Ela von Messingen war eine begnadete Cellistin. Dann trifft sie eine Diagnose hart. Sie hat Parkinson, allerdings ohne Tremors. Trotzdem wird sie nie wieder Cello spielen können. Was ihr bleibt, ist ihre Stimme: melancholisch und rau. Sie gründet die Band „Die Stereos“.
    Der Autor hat einen bewegenden Roman geschrieben. Es geht um die Frage, wie man damit umgeht, wenn sich das Leben von einem Moment auf den anderen ändert und die Lebenszeit begrenzt ist.
    Die Geschichte wird von Phil erzählt. Er ist Niederländer, der Freund von Elas Bruder Tom und nun der Partner an Elas Seite.
    Die junge Frau sprüht vor Lebenshunger. Sie will die Zeit, die ihr bleibt, bis zur Neige auskosten und mit ihrer Musik Spuren hinterlassen. Dabei nimmt sie durchaus in Kauf, dass die Anforderungen ihrer Gesundheit schaden. Ihre Einstellung geben die folgende Worte wieder:
    „...Die Musik bedeutet mir alles. Sie bedeutet mir mehr als jeder von euch. Weil ihr die Musik behalten dürft, wenn ich gehe...“
    Der Schriftstil ist ausgereift. Vieles, was die Protagonisten bewegt, wird durch die Musik ausgedrückt. Obiges Zitat ist ein Beispiel für die bildhafte Ausdruckskraft des Buches. Ausführlich wird in gut ausgearbeiteten Dialogen aufgezeigt, wie um jede Note, jeden Takt, jede Sequenz gerungen wird. Die Texte spiegeln Elas Seelenzustand wider.
    Auch andere Musikthemen werden angesprochen. So wird an einer Stelle die Musik von Richard Strauss analysiert.
    Das Leben in der Musikszene ist hart. Zwar werden Ela und ihre Band, der auch ihr Bruder Tom angehört, finanziell von ihren Eltern unterstützt. Doch Ela hofft auf den Durchbruch und einen Plattenvertrag. Das bedingt, dass sie jeden Auftrag annehmen müssen, um sich zu präsentieren. Ela geht zunehmend an die Grenzen ihrer psychischen Möglichkeiten. Zusammenbrüche nach Konzerten werden zur Regel. Phil ist derjenige, der sie auffängt. Ela lehnt medizinische Untersuchungen ab. Sie dosiert ihre Medikamente selbst und findet andere Wege, die Auftritte durchzustehen und ihren Zustand kurzfristig zu stabilisieren. Jeder Auftritt entscheidet über Sieg oder Niederlage. Auch hier möchte ich meine Ausführungen durch ein Zitat ergänzen:
    „...Nirgendwo presst das Leben mehr Musik aus deinem Körper als an dieser niedrigen Bühnenkante, wo du in jedem Augenblick Gewissheit spürst, dass sie nur einen Wimpernschlag von dir entfernt sind, jederzeit bereit, das Ende deines Weges hier und heute einzuläuten oder dich auf Händen durch die Nacht zu tragen...“
    Nur Phil gelingt es, sie zu kurzen Ruhepausen zu bewegen. Eine davon ist der Ausflug nach Amsterdam. Dort lernt Ela nicht nur Phils Vergangenheit, sondern auch die ihres Bruders neu kennen. Gut beschrieben werden die Orte der Begegnung und die Menschen, die unvoreingenommen auf Ela zugehen.
    Die anstrengenden Touren hinterlassen auch bei den anderen Bandmitgliedern Spuren. Sie haben ihren eigene beruflichen Weg zurückgestellt und hinterfragen das nun. Eggert flieht nach einer persönliche Enttäuschung in den Alkohol. Hinzu kommen finanzielle Probleme in Elas Elternhaus.
    Sehr intensive Gespräche gibt es zum Thema Tod. Hier zeigen sich im Laufe des Geschehens Veränderungen in Elas Gedankenwelt. Sprechen ihre Lieder von einer Ablehnung Gottes, so sieht sie das später anders.
    Gekonnt werden mir als Leser die Emotionen der Protagonisten vermittelt. Das geschieht einerseits durch ausgewogene Wortbilder, andererseits durch das Tun und Handeln der Protagonisten, sei es Elas Wut, Phils stille Duldsamkeit oder Eggerts Melancholie.
    Im Anhang befindet sich die Besetzung der Band und ein Lied von Ela mit Text und Noten.
    Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es thematisiert auf seine besondere Weise eine Grenzsituation im Leben.

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    janein
  • 5 Sterne

    Vampir989, 05.11.2017

    Klapptext:

    Sie ist voller Energie, sie ist schön und eine begnadete Singer-Songwriterin: Mit 27 Jahren wird Ela von Messingen plötzlich landauf, landab bei Konzerten gefeiert. Für ihre Band, die Stereos, kommt der Durchbruch spät und mit völlig anderer Musik, als ihre Mitglieder sie bislang gemacht haben. In ekstatischen Auftritten zelebriert Ela ihre neuen, von großem Pathos getragenen deutschen Songs. Sie zelebriert Messen radikaler Lebenslust, die das Publikum verzaubern, ihren Freund Phil jedoch, der als Bassist mit auf der Bühne steht, mehr und mehr verstören.
    Als Ela bei einem Konzert ohnmächtig auf der Bühne zusammenbricht, werden seine Zweifel immer größer. Phil kennt die dunkle Kehrseite von Elas ungezügelten Auftritten. Er weiß, dass sie schon seit Jahren an einer schweren Krankheit leidet. Nach und nach erfährt er, wie Ela sich für die Bühne aufputscht. Und dass sie alles, wirklich alles für den Erfolg in Kauf nimmt. Bis sie eines Tages mit Phil an ihrer Seite dahinfliegt, in eine Welt, in der alle Versprechungen eingelöst sind.
    Klangkörper ist ein Roman über ein Liebespaar, das miteinander bis ans Ende der Musik geht.

    Ich hatte große Erwartungen an dieses Buch und ich muss sagen das ich nicht enttäuscht wurde.Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig.Ich bin mit dem Lesen sehr gut voran gekommen.Die Seiten flogen nur so dahin.Und ich wollte das Buch kaum noch aus den Händen legen.
    Der Autor verführt uns in die Welt der Musiker.In dieser Geschichte geht es um Phil und Ela und Ihre Liebe zur Musik.Wir lernen die Protoganisten kennen,welche wunderbar beschrieben wurden.Ich konnte Sie mir klar und deutlich vorstellen.Besonders Phil und Ela fand ich sympatisch und habe sie in mein Herz geschlossen.Aber auch die anderen Bandmitglieder hatten interessante Charaktere.Sehr authentisch und realitätsnah beschreibt uns der Autor das Musikerleben und wie schwer es ist mit Erfolg aber auch mit Tiefen zu leben.Die Fachbegriffe aus der Musik wurden ausreichend für einen Laien erklärt.So war für mich alles sehr verständlich,Viele Szenen wurden sehr detailliert dargestellt und so war ich teilweise direkt im Geschehen dabei.Durch die sehr beeindruckende und bewegende Erzählweise des Autors wurde ich förmlich in Geschichte hinein gezogen.Ich konnte mir richtig vorstellen wie sich Ela und Phil fühlten.Emotional bewegt haben mich auch die Dialoge zwischen Ela und Phli.Die Verzweiflung,Angst,Wut und Hilflosigkeit kamen dabei deutlich zum Ausdruck.Gerade für Ela war es sehr schwer denn sie lebte für die Musik.Aber auch für Phil war es nicht sehr einfach mit anzusehen wie Ela litt.Die Gedanken und Gefühle konnte ich sehr gut nachvollziehen und teilweise war ich auch den Tränen nahe.Die ansprechenden und bildhaften Beschreibungen der Konzertauftritte und der anderen Schauplätze fand ich faszinierend.Ich hatte das Gefühl selbst an diesen Orten zu sein und alles mit zu erleben.Durch die guten Recherchen des Autors erfahren wir auch viel über das Thema Parkinson.Geschickt baut er diese Informationen in die Geschichte ein.Auch die Einbeziehung einiger Songtexte in die Handlung fand ich sehr passend und machten dieses Buch noch lesenswerter.Erwähnenswert sind auch dabei auch die Stereos ,welche vom Autor und Musikwissenschaftler selbst komponiert wurden,und als Anhang am Ende des Buches zu finden sind.Den Schluß fand ich sehr traurig aber nachvollziehbar.Das Cover finde auch wunderbar schön.Es passt perfekt zu dieser Geschichte und rundet das brilliante Werk ab.Ich hatte wunderbare emotional bewegende und berührende Lesemomente mit diesem Buch.Es hat mir sehr gut gefallen und mich zu Nachdenken über den Sinn des Lebens angeregt.Ich bin einfach nur begeistert und fasziniert von dieser Lektüre und danke dem Autor dafür.Ich hoffe das er noch viele weitere wunderschöne Romane schreiben wird.

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    janein