vor 3 Monate

Ruhe im Bett: Schluss mit Schnarchen!

Schnarchen ist nicht nur ein Problem für die Beziehung, sondern auch für die Gesundheit. In manchen Fällen kann ein sogenannter Nasenspreizer helfen.

Keine kleine Nachtmusik - Tricks gegen das Schnarchen

Das nächtliche Sägen und schnurchelnde Atmen hat schon so manche Beziehung in Gefahr gebracht. Der Partner leidet unter den lauten Geräuschen, fühlt sich gestört und schläft schlecht. Doch auch für den Betroffenen selbst kann das Schnarchen unangenehm sein und sogar gesundheitliche Probleme auslösen. 20 Prozent aller Frauen und ein Viertel aller Männer schnarchen regelmäßig. Darauf deuten verschiedene Studien hin, manche sehen sogar noch höhere Werte. Je älter, dicker und kränker, desto häufiger ist das Phänomen.

Dabei gibt es eine ganze Reihe an Strategien, die helfen können, das knatternde Geräusch zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Welche davon die richtige ist, hängt auch mit der jeweiligen Ursache zusammen. Deshalb stellen wir Ihnen sowohl die verschiedenen Gründe für das Schnarchen als auch medizinisch bewährte Mittel dagegen vor.

Fast so laut wie eine Bohrmaschine

Wussten Sie, dass der Rekord für das lauteste gemessene Schnarchgeräusch bei 93 Dezibel liegt? Das entspricht dem Lärm einer viel befahrenen Straße – eine Bohrmaschine erreicht etwa 100 Dezibel. Gute Nachricht für die Frauen: Sie schnarchen wesentlich leiser als Männer. Auch jüngere Menschen haben damit meist weniger Probleme als ältere Personen.

Nasenschnarcher, Rachenschnarcher, Zungenschnarcher, Mundschnarcher

Wie schafft es der Mensch, ein solch lautstarkes Geräusch, das in schlimmen Fällen dem einer Borhmaschine nahe kommt, zu erzeugen? Die Ursachen für das Schnarchen und die Orte, wo das Schnarchen entsteht, sind unterschiedlichIn allen Fällen sind die Atemwege betroffen.

Fall 1: Verstopfte Nase

Ist die Nase durch einen akuten oder allergischen Schnupfen verstopft, wird automatisch auf Mundatmung umgeschaltet. Der Luftsog bringt das Gaumensegel und das Zäpfchen ins Schwingen, was die typisch sägenden Geräusche herbeiführt.

Fall 2: Absinkendes Gaumensegel

Während des Schlafs erschlafft die Muskulatur der Atemwege bei etwa 20 Prozent der betroffenen Schnarcher besonders stark: Gaumensegel und Zäpfchen sinken auf die Zunge. Dadurch verengen sich die Zugänge zur Luftröhre. Der verstärkte Luftsog lässt dann das weiche, entspannte Gewebe vibrieren. Bei älteren Menschen tritt dieser Effekt noch häufiger zutage.

Fall 3: Zurückrutschende Zunge

Auch hier spielt die erschlaffte Muskulatur der Atemwege eine große Rolle. Bei etwa 30 Prozent der Schnarcher rutscht die entspannte Zunge in den Rachen und versperrt den Weg zur Luftröhre. Schnarchgeräusche sind vorprogrammiert.

Fall 4: Übergewicht

Mitunter kann auch Übergewicht für das Schnarchen verantwortlich sein. Entweder sammelt sich Fettgewebe im Rachen an und schnürt die Atemwege ab. Oder das Bauchfett drückt die Lunge und das Zwerchfell nach oben, wodurch sich die Atemwege ebenfalls verengen.

Fall 5: organische Ursachen

Eine verkrümmte Nasenscheidewand oder Nasenpolypen können ebenso die Ursache dafür sein, dass der Körper auf Mundatmung umschaltet. Darüber hinaus sind Allergien und Erkrankungen denkbar, welche die Atemwege betreffen. Eine genaue Diagnose kann nur ein Facharzt stellen.

Frauen schnarchen weniger häufig, leiden dafür oft unter dem "Sägen" des Partners. Einfache Abhilfe: Gegen Schnarchen hilft, den Kopf höher zu lagern.

Schluss mit Schnarchen: Was hilft?

Es gibt eine ganze Reihe von Mitteln und Methoden, um das Schnarchen zu reduzieren. In vielen Fällen lässt sich das Phänomen jedoch nicht vollständig vermeiden. Welche Strategie am besten hilft, hängt auch von der jeweiligen Ursache ab. In schwerwiegenden Fällen sollten Sie Ihren Arzt konsultieren.

Grundlegende Strategien

  • Verzichten Sie am Abend auf üppige Mahlzeiten und trinken Sie wenig vor dem Schlafengehen.

  • Meiden Sie Alkohol, Beruhigungs- und Schlafmittel, da sie die Muskulatur im Rachenraum zusätzlich erschlaffen lassen.

  • Bocken Sie das Kopfende des Bettes leicht auf, etwa mit einem dicken Kissen oder einem verstellbaren Lattenrost. Das erleichtert die Atmung in der Nacht – auch bei Schnupfen oder Husten.

  • Versuchen Sie, die Rückenlage zu vermeiden und stattdessen auf der Seite oder dem Bauch zu schlafen. Spezielle Kissen mit einer Erhebung in der Mitte, Schlafwesten oder Schlafrucksäcke können Sie dabei unterstützen.

  • Versuchen Sie, Ihr Gewicht zu reduzieren, wenn Sie an Übergewicht leiden.

  • Reinigen Sie die Nasengänge. Vor dem Schlafen eine heiße Dusche nehmen oder mit einer Salzlösung durchspülen. Prüfen, ob es Allergene oder Staubmilben im Schlafzimmer gibt, erst recht, wenn die Nase nur nachts verstopft ist. Hilfreich könnten Nasenpflaster sein, die es in Drogeriemärkten und Apotheken gibt.

  • Trainieren Sie Ihr Gaumengewebe mit besonderen Übungen: Spitzen Sie Ihre Lippen zum Kussmund, halten Sie diese Position zehn Sekunden. Lächeln Sie dann für zehn Sekunden. Mehrmals und am besten täglich wiederholen.

Weitere Tipps finden Sie unten.

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Strategien mit speziellen Hilfsmitteln

  • Mit Nasenpflastern oder Nasenklammern weiten Sie die Nasenflügel. Mit Nasenspreizern erweitern Sie diskret die Nasenöffnung und erleichtern dadurch das Atmenn

  • Protrusionsschienen fixieren Ober- und Unterkiefer, sodass sich der Mund nachts nicht öffnet. Das hilft etwa 50 Prozent der Betroffenen.

  • Gaumenspangen fixieren das Gaumensegel und vermeiden ein Absinken desselben.

  • Atemmasken mit Überdruckbeatmung helfen vor allem bei Schlafapnoe.

Letzte Option: chirurgische Eingriffe

Mittlerweile haben HNO-Ärzte verschiedene OP-Verfahren entwickelt, um das Schnarchen in schwerwiegenden Fällen zu reduzieren. Diese Variante sollte die letzte Option sein, wenn alles andere gescheitert ist, da chirurgische Eingriffe auch immer ein gewisses Risiko darstellen.

Tipps für den gestressten Partner

Wenn vor allem der Partner und damit die Beziehung unter dem nächtlichen Sägen leidet, können Ohrenstöpsel oder ab und zu eine Nacht in getrennten Schlafzimmern helfen. Das biegt den Haussegen sicherlich wieder gerade und sorgt für eine entspannte Beziehung und ausgeschlafene Gesichter.

Wenn Schnarchen lebensbedrohlich wird

Nicht nur für eine Partnerschaft kann Schnarchen bedrohlich sein, sondern auch für das Leben des Betroffenen. Etwa zehn Prozent der Männer und fünf Prozent der Frauen leiden an einer sogenannten Schlafapnoe. Dabei kommt es immer wieder zu Atemaussetzern, die bis zu 30 Sekunden und länger anhalten können – manchmal bis zu 15 Mal pro Stunde.

Der Körper verfällt dadurch immer wieder in Stresssituationen, was sich auf das Herz-Kreislaufsystem niederschlägt. Die Betroffenen haben ein erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, Schlaganfall oder Herzinfarkt. Sie fühlen sich zudem am nächsten Morgen wesentlich weniger ausgeruht und erholt. In solchen Fällen ist eine medizinische Behandlung dringend notwendig, um die Atmung während des Schlafs aufrecht zu erhalten.