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Katherine Webb: Die Schuld jenes Sommers

Ihr persönlichstes Buch: "In die Schuld jenes Sommers" verwebt die britische Bestseller-Autorin Katherine Webb Historisches mit eigenen Erinnerungen.

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Was geschah wirklich damals im Sommer vor über 20 Jahren? In Katherine Webbs neuem Roman "Die Schuld jenes Sommers" muss sich Frances dieser Frage stellen. Auch wenn sie die Antwort darauf eigentlich verdrängt hat. Ihr Verstand weigert sich regelrecht die Erinnerungen zuzulassen. Doch es geht um das Leben gleich zweier Kinder: Ihrer Kindheitsfreundin Wyn, die als achtjähriges Mädchen damals spurlos verschwand. Und um das Leben des kleinen Davy, auf den Frances in einer Bombennacht im Jahr 1942 eigentlich hätte aufpassen sollen.

Katherine Webb im INTERVIEW über Kindesmissbrauch, Sprachlosigkeit und warum „Die Schuld jenes Sommers“ ihr persönlichstes Buch ist

„Die Schuld jenes Sommers“ spielt zur Zeit des zweiten Weltkriegs im britischen Bath. So authentisch das Setting auch beschrieben ist, der Roman ist doch kein klassischer historischer Schmöker. Sondern vielmehr eine Mischung aus Drama, Spannung und persönlichen Erinnerungen. Denn die britische Bestseller-Autorin Katherine Webb ("Die Frauen am Fluss") verarbeitet darin eigene Kindheitserlebnisse wie sie im Interview mit Weltbild erzählt. In ihrer Nachbarschaft lebte ein Mann, den das ganze Dorf liebte, bei dem auch Webb und ihre Schwester ein- und ausgingen. Später kam er wegen Kindesmissbrauchs ins Gefängnis. Webb hatte Glück, sie wurde nicht zum Opfer. „Aber er hatte sich in so eine vertrauensvolle Position gebracht, gegenüber all den verschiedenen Familien. Selbst als ich dachte, da stimmt etwas nicht, gab es keinen Weg darüber zu sprechen. Schließlich liebte jeder diesen Mann. Ich dachte, ich läge falsch“, erklärt sie im Interview.

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Das ganze Interview zum Nachlesen:

Im neuen Roman geht es unter anderem um das Thema Kindesmissbrauch. Was verstehen Sie unter dem Begriff „Grooming“?

Katherine Webb: „Grooming“ ist ein Begriff, den wir in Großbritannien verwenden, um die Art und Weise zu beschreiben wie Kinderschänder das Vertrauen eines Kindes oder eines jungen Menschen gewinnen. Wie sie sich eine Rolle im Leben des Kindes verschaffen, das Vertrauen der Eltern gewinnen oder ähnliches. Oder wie sie es schaffen, dass der junge Mensch zu ihnen kommt.

Welche eigenen Kindheitserfahrungen haben Sie hier verarbeitet?

Katherine Webb: Der Mann, der unser direkter Nachbar war, zu dem kamen viele Kinder aus dem Dorf nach Hause. Er ließ uns mit seinen Hunden spielen, er gab uns immer Süßigkeiten und Spielsachen. Er machte wirkliche lustige Sachen wie uns in seinem Traktor durch den Garten zu fahren. All das war das Verhalten eines Menschen, der sich an Kinder heranmacht. So dass der junge Mensch dem Kinderschänder vertraut. Und das macht es so schwierig für das Kind darüber zu sprechen, wenn Missbrauch stattfindet.

Sie wurden selbst aber kein Opfer von Missbrauch?

Katherine Webb: Meine Schwester und ich hatten Glück, wir wurden von diesem Mann nicht missbraucht. Aber er ging später ins Gefängnis, also hatten andere Kinder nicht so viel Glück wie wir. Aber er hatte sich in so eine vertrauensvolle Position gebracht, gegenüber all den verschiedenen Familien. Selbst als ich dachte, da stimmt etwas nicht, gab es keinen Weg darüber zu sprechen. Schließlich liebte jeder diesen Mann. Ich dachte, ich läge falsch.

Wie sind diese Erlebnisse ins Buch eingeflossen?

Katherine Webb: Ich wollte das Teil der Geschichte werden lassen. Frances Sprachlosigkeit, sie ist nie in der Lage darüber zu sprechen, was ihr wiederfahren ist. Sie hat einfach nicht die Worte dafür und glaubt nicht, dass irgendwer ihr glauben wird. Weil diese Person jemand ist, dem sie so sehr vertraut. Den jeder liebt. Es ist also ein wirklich schwieriges Thema. Und ich denke, wenn ich diese Erfahrung in meiner Kindheit nicht gemacht hätte, wäre es mir sehr viel schwerer gefallen, mir vorzustellen, wie das gewesen sein könnte. Es war sehr schwer, das wieder auferstehen zu lassen, das zu beschreiben, dieser Prozess, was geschehen ist, das war knifflig.

Haben Sie sich erst beim Schreiben an Ihre eigenen Erlebnisse erinnert oder lieferten die Erinnerungen die Idee zum Roman - was kam zuerst, Ihre Erinnerungen oder das Buch?

Katherine Webb: Ich denke, zuerst kamen die Erinnerungen und dann das Buch. Eine andere Inspirationsquelle für die Geschichte war ein Fall, auf den ich gestoßen bin, als ich Australien besucht habe. Ich besuchte das Gefängnis von Melbourne. Es gibt dort Geschichtstafeln von ehemaligen Insassen. Und ich habe dort von einem Mann namens Colin Ross erfahren, der in den 1920er Jahren hingerichtet wurde, weil er ein kleines Mädchen missbraucht und getötet haben soll. Das war ein fürchterlicher Justizirrtum. Die Polizei hat den Fall regelrecht erfunden. 2008 wurde er – posthum –umfassend freigesprochen. Das bedeutet, dass wir hier gleich eine zweifache Tragödie haben: Er war ein unschuldiger Mann, der gehängt wurde. Aber die richtige Person, die das kleine Mädchen angegriffen hatte, wurde nie vor Gericht gestellt. Als ich über diesen Fall gelesen habe, begann ich über die Situation nachzudenken, in der ich als Kind war.

Wie kam die Wahrheit über Colin Ross ans Licht?

Katherine Webb: Der Grund, warum dieser Mann begnadigt wurde, waren die Recherchen eines investigativen Journalisten namens Kevin Morgan, der sich den Fall, den ungelösten Fall, nochmal angesehen hatte. Und beweisen konnte, dass es mit ziemlicher Sicherheit nicht Colin Ross war. Er war unschuldig. Und das hat mich darüber nachdenken lassen, was mir als Kind wiederfahren ist. Und es gibt Hinweise, dass es jemand aus der eigenen Familie des Kindes war, der ihr das angetan hatte. Nicht aus ihrer engen Familie, aber aus der weiteren Familie. Und das ließ mich an den Mann denken, der so nah bei uns lebte und dem wir alle vertrauten. Diese zwei Aspekte kamen in meinem Kopf zusammen und formten die Geschichte, an der ich arbeitete. Das Buch fühlt sich tatsächlich ziemlich persönlich an für mich.