vor 2 Wochen

Die Zeremonie des Räucherns

Räucherdüfte beeinflussen unsere Stimmung

Räuchern - eine Zeremonie, die die Achtsamkeit stärkt

Die Energien einer Vollmond- oder Neumond-Nacht nutzen

Es ist immer wieder faszinierend: Auf dem Sieb eines Räucherstövchens mischen sich Kräuter und harzige Holzstückchen. Langsam erwärmt die Flamme des Teelichts das Räucherwerk. Es dauert nicht lang und die Holzstückchen entzünden sich. Ein angenehm holziger Geruch breitet sich aus, die Substanzen verwandeln sich beim Verbrennen in Rauch, er überträgt die Essenz auf eine feinstoffliche Ebene. Über diesen Rauch soll unser irdisches Denken mit der Wahrnehmung von unsichtbaren Sphären verbunden werden, das ist der Sinn des Räucherns. Denn Düfte beeinflussen, bewusst oder unbewusst, unsere Stimmung und unser Wohlbefinden. Das Aroma verschiedener Räucherwerke lässt uns entspannen, zur Ruhe kommen und neue Seelenkraft schöpfen oder sorgt für Frische und Reinigung in Haus oder Wohnung. Wenn das Räuchern zudem mit einem kleinen Ritual verbunden ist, fällt es noch leichter, den Alltag mit seinem Stress und den täglichen Verpflichtungen für kurze Zeit zu vergessen und bewusst in sich hören.

Mondritual Räucherung

Seit vielen Jahrtausenden begleitet der Mond uns Menschen auf magische Weise. Dabei ist er viel mehr als eine Erscheinung am Himmel. Der Mond steht für das Unterbewusstsein, für träumerische Empfindungen, mit seiner Hilfe seiner Energie kann Verdrängtes bewusst gemacht und aufgelöst werden.

Wer sich intensiv mit seinen Wünschen und Sehnsüchten auseinandersetzen möchte, kann beim nächsten Vollmond oder Neumond eine Mondzeremonie zu einem bestimmten Thema vollführen und sich mit den Energien der magischen Nacht verbinden. Das Zusammenspiel von harmonisch abgestimmten Räucherdüften schafft einen stärkenden Moment der Achtsamkeit und eine wohltuende Atmosphäre, negative Schwingungen lösen sich auf.

Die Auswahl ist groß: jedes Räucherwerk hat seine Bedeutung.

Vor der Räucherung wählt man sein persönliches Thema für das Mondritual:

  • Reinigung: Die Reinigung-Räucherung löst innere Blockaden und Furcht

  • Schutz: Die Schutz-Räucherung lässt eine Kraft entstehen, die vor fremden Einflüssen schützt

  • Romantik: Die Romantik-Räucherung sorgt für liebevolle Energien, die die Sinnlichkeit öffnet und eine anziehende Aura schafft.

  • Meditation: Die Meditations-Räucherung schafft eine Verbindung zum Kraftzentrum und lässt in bewusster Achtsamkeit Ruhe, Gelassenheit und Klarheit wirken.

  • Befreiung: Die Befreiungs-Räucherung fördert die Auflösung einengender Muster und schenkt das Gefühl von Freiheit.

  • Vision: Die Visions-Räucherung mobilisiert ungeahntes Potenzial, die Stimulation innerer Bilder führt zu neuen Ideen und Lösungen.

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Zum Räuchern in der Wohnung oder des Hauses brauchen Sie:

  • ein feuerfestes Gefäß aus Metall, Stein, Terrakotta oder Ton, dazu Sand (Quarzsand, Feuersand oder Vogelsand) oder ein Räucherstövchen mit Teelicht. Für den Anfang genügt auch ein Blumentopf mit Erde.

  • Räucherkohle in Tablettenform und feuerfeste Zange, ggf. feuerfester Löffel

  • Räucherwerk – im Handel gibt es neben vielen Weihrauch-Harzen, Mischungen und einzelne Sorten aus getrocknetem Pflanzenwerk wie Kräutern, Blüten, Hölzern, Gräsern, Samen, Nadeln, Wurzeln, Harzen, Beeren, Flechten. Sie werden nach Anwendungsart bzw. gewünschter Wirkung oder auch nach Duftnote ausgesucht. Darauf achten, dass alles frei von künstlichen Aromen, Füll- und Zusatzstoffen ist. Vorsicht: Asthmatiker und andere geschwächte Personen sollten generell ärztlichen Rat einholen, bevor sie zu Hause das Räuchern ausprobieren.

Zur Geschichte des Räucherns

Seit Menschengedenken werden Harze wie Weihrauch sowie getrocknete Kräuter und Hölzer zum Räuchern genutzt. Bereits die Sumerer, Babylonier, Perser und alten Ägypter wussten um die vielfältige Wirkung von Weihrauch und anderer Räucherstoffe. Sie führten Räucherrituale mit dem „Schweiß der Götter“ etwa zur Stimmungsaufhellung und bei Totenfeiern durch.

Auch die Medizinmänner und Schamanen der indigenen Völker von Amerika und Australien verbrennen seit Urzeiten in ihren Ritualen Kräuter, Pilze und Hölzer. In Europa war das Räuchern auch früh bekannt: Germanen und Kelten begingen im Jahreslauf acht heilige Feste – jedes mit einer eigenen Räuchermischung. In vielen fernöstlichen Traditionen ist das Räuchern bekannt als Ritual zur Begleitung von spirituellen Riten und Praktiken wie Meditation. Der Rauch soll dazu beitragen, den Geist zu beruhigen und zu zentrieren.

Auch in der Bibel ist von Räucherungen die Rede. Die drei Weisen aus dem Morgenland überbrachten zur Geburt Jesu neben Gold und Myrrhe auch den wertvollen Weihrauch, vielleicht wusste man schon damals um die Heilkräfte des Weihrauchharzes. Bis heute wird Weihrauch in der katholischen und in vielen orthodoxen Kirchen verräuchert.

In der Ayurvedamedizin und ebenso in der klassischen europäischen Naturheilkunde kommt Weihrauch bei rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz. Wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Weihrauch Körper und Geist des Menschen positiv beeinflusst, entzündungshemmend, schmerzstillend und beruhigend wirkt. Der aromatisch würzige Weihrauch-Duft soll Linderung verschaffen auch bei Patienten, die unter Krankheiten wie Arthrose, Morbus Crohn oder Depressionen leiden. Eine der bekanntesten Weihrauchsorten stammt aus Indien. Dort ist der Salaibaum (Boswellia serrata) beheimatet, aus dem der „indische Weihrauch“ gewonnen wird.

Auch wenn das Räuchern in den meisten Traditionen einen spirituellen oder heilenden Hintergrund hat, nutzen es viele Menschen hierzulande vor allem für das Wohlbefinden und als Reinigung in den eigenen vier Wänden. Der Winter gilt als die beste Zeit für Räucher-Rituale, sei es für eine festliche Stimmung im Advent, zwischen den Jahren (Stichwort: Rauhnächte) oder für ein begrüßendes Neujahrsritual, für die Vertreibung von verbrauchten Energien und für Frische und Reinheit in Haus oder Wohnung, wenn der Frühling erwacht.

Kann jeder zu Hause räuchern?

Aber ja. Das Räucher-Ritual zur Reinigung beispielsweise beginnt im Wohnzimmer. Das Stövchen steht am besten jeweils ein paar Minuten an verschiedenen Stellen im Raum, so dass der Rauch überall hingelangt. Auch und vor allem in die Ecken, denn hier soll sich die Energie stauen und festsetzen. Wenn das gesamte Wohnzimmer leicht von Rauch und dem angenehmen Duft erfüllt ist, geht es langsamen Schrittes ins nächste Zimmer.

Am meisten Rauch erhält man mit Kohletabletten. Wem das zuviel ist oder wer befürchtet, den Rauchmelder zu aktivieren, nimmt als Alternative ein Räucherstövchen mit Sieb und Teelicht. Dabei kommt das Räucherwerk direkt auf das Sieb, und das Teelicht darunter bringt es zum Glimmen. Bei sehr feinem Räucherwerk am besten ein Stück Alufolie zwischen Sieb und Räucherwerk legen, das hat zudem den Vorteil, dass das Sieb nicht gereinigt werden muss.

Wenn die Wohnung gleichmäßig geräuchert wurde, wird das jeweilige Ritual mit einer Bitte und einem „Namasté“ – die Handflächen vor dem Oberkörper aneinandergelegt – abgeschlossen. Dann die Fenster öffnen, damit der mit negativen oder "verbrauchten" Energien angereicherte Rauch abziehen kann. Zurück bleibt eine angenehme Atmosphäre von Frische und Reinheit.