Nachhaltig leben
vor 2 Monate
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Ihr Garten - ein Paradies für Tiere!

Da piept es wohl! Schaffen Sie Lebensraum für die kleinen Gartenbewohner wie das Rotkelchen: Nistpätze und Futterstellen sind mit einfachen Mitteln hergezaubert

Von Vogelfutterhaus bis Insektenhotel – so wird Ihr Garten zum Paradies für Tiere

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens auf und werfen einen verzauberten Blick in Ihren Garten: Unzählige Vögel zwitschern fröhlich in den Bäumen, auf dem Blumenbeet summt und brummt es und die Schmetterlinge tanzen im Sonnenschein. Denn in dem Vogelfutterhaus und dem Insektenhotel, das in Ihrem Garten steht, fühlen sich die kleinen Tierchen unheimlich wohl. Das soll kein Traum mehr bleiben? Wie Sie Ihren Garten zum Paradies für Tiere machen, verraten wir Ihnen in diesem Beitrag.

Warum wir Insekten und Nützlinge brauchen

Insekten aller Art – und sind sie noch so klein – sind wichtig für unser Ökosystem. Einige bestäuben die Blüten und helfen so bei der Vermehrung von Pflanzen aller Art. Insekten sind darüber hinaus die wichtigste Nahrungsquelle für weitere Tiere wie Vögel, Igel oder Eidechsen. Von der Spinne bis zum Regenwurm dienen kleine Nützlinge dazu, unsere Böden locker und luftig zu halten. Ein lebendiger Boden bewirkt gesundes Pflanzenwachstum – und weniger Erosion, wenn es dann mal regnet. Doch in Zeiten des Klimawandels sind bereits 1 Million Insektenarten vom Aussterben bedroht. Höchste Zeit also, etwas dagegen zu tun!

Ein tierfreundlicher Garten für Flora und Fauna

Insekten fühlen sich besonders wohl, wenn es reichlich Vielfalt im Garten gibt. Dabei bieten ihnen heimische Blütenpflanzen sogleich Lebensraum und Nahrungsgrundlage. In verschiedenen Hecken und Blumenwiesen können sich die Tierchen ansiedeln und Unterschlupf finden. Zu den bienenfreundlichen Pflanzen gehören beispielsweise Rosengewächse, Apfelbäume und Löwenzahn.

Wer zudem einen Teich im Garten anlegt, sorgt nicht nur dafür, dass stets ausreichend Trinkwasser für alle Tiere vorhanden ist. In dem erfrischenden Vogelbad tummeln sich Amseln, Sperlinge und Eichelhäher. Selbst Fledermäuse sind gefährdet, wenn sie nicht genügend Nahrung finden: Ein Blumenbeet mit nachtblühenden Pflanzen lockt Nachtfalter an – die Lieblingsspeise der kleinen Säugetiere.

Lesetipp: Gartenteich anlegen

Schmucke Tankstelle für die Tierchen: Eine Vogeltränke ist eine echte Erfrischungsoase für die gefiederten Gartenbewohner

Tipps für Vogelfutterhaus und Vogelbad

Es gibt wohl nichts Schöneres als morgens mit vergnügtem Vogelgezwitscher vor dem Fenster aufzuwachen – und dann erst einmal den Gesang der Vöglein zu bestimmen. Damit sich also möglichst viele verschiedene Arten unserer gefiederten Freunde in Ihrem Garten niederlassen, gibt es ein paar hilfreiche Dinge zu beachten:

  • Wichtigstes Gebot für einen vogelfreundlichen Garten: lieber etwas Unordnung als Perfektionismus! Den Rasen also gerne mal länger stehen lassen statt direkt zu mähen; eine „wilde Hecke“ wachsen lassen; Stauden auch über den Winter stehen lassen – hier finden Vögel noch vielerlei Samen als Futter.
  • Viele verschiedene Bäume pflanzen: je mehr Vielfalt, desto besser. Das gilt auch für alle anderen Pflanzenarten.
  • Blumenwiese statt Betonwüste: Wer alles zupflastert, einen Weg durch den Garten etwa oder eine Terrasse, nimmt den Tierchen ihren natürlichen Lebensraum weg.
  • Einen Totholzhaufen aufschütten: Totholz wie ein alter Baumstamm, zerfallene Stängel oder ein Laubhaufen bieten Insekten und Nützlingen extra Schutz im Garten.
  • Ein Vogelbad/eine Vogeltränke einrichten: Gerade im Sommer freuen sich unsere gefiederten Freunde über eine kleine Abkühlung – zum Trinken und Baden.
  • Ein Vogelfutterhaus anbringen: Piepmatz und Co. finden in der freien Natur eigentlich genügend Nahrung. In besonders kalten Wintern kann ein Vogelhäuschen mit Futterquellen in Form von Spendern oder Meisenknödeln eine gute Alternative sein.

Naturschutz im eigenen Garten

Nicht nur Vögel, auch andere Wildtiere wie Insekten, Eichhörnchen und Igel freuen sich über ein Zuhause im Garten. Wie man einen Unterschlupf vorbereiten kann, um die Tiere auch gut über den Winter zu bringen, erzählen die Experten unser Partnerfirma Gärtner Pötsche (poetschke.de) in ihrem grünen Tipp.

Garten-Paradies mit Weltbild entdecken

Willkommen im Paradies: Schaffen Sie Oasen für Nützlinge in Ihrem Garten, zum Beispiel mit einem Insektenhaus.

So bauen Sie Ihr eigenes Insektenhaus

Insektenhotels sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Sie dienen unseren kleinen Freunden als Winterquartier sowie als Nistmöglichkeit. Und sie lassen sich ganz einfach selbst bauen – auch mit Freunden, Kindern oder Enkeln:

  • Die Wahl des richtigen Standortes: Ein Insektenhaus sollte in der Sonne hängen, allerdings vor Wind und Wetter geschützt sein. Eine bunte Wiese als Nahrungsquelle in der Nähe ist ideal.
  • Die Wahl des richtigen Materials: Bambusstäbe, Ziegelsteine, Lehm oder Holz – all diese Materialien eignen sich für ein Insektenhaus. In den kleinen Aushöhlungen können sich dann die Wildbienen einnisten.

Variante 1: Insektenhaus aus einer Baumscheibe

Sie benötigen:

  • eine 20 cm dicke Baumscheibe
  • 2-6 mm breite Holzbohrer
  • eine Bohrmaschine

Mehrere Löcher mit der Bohrmaschine in die Baumscheibe bohren. Darauf achten, dass im rechten Winkel gebohrt wird.

Variante 2: Insektenhaus mit Bambusstäben

Sie benötigen:

  • mehrere Bambusstäbe
  • eine leere Blechdose
  • ein Stück Bio-Baumwolle
  • einen dünnen Faden
  • Holzbohrer

Bambusstäbe auf etwa 15 cm kürzen. Mit Holzbohrern das Innere der Stäbe herausdrehen und an einem Ende ein Stück Bio-Baumwolle hineinschieben. Alle Stäbe zusammen in die Blechdose legen, bis alles so fest ist, dass kein Stab mehr reinpasst. Anschließend mit einem dünnen Faden etwa an einem Baum aufhängen.

Die ausführliche Anleitung für die Insekten-Nisthilfe finden Sie beim NABU. Eine Bastelanleitung für ein selbst gebautes Vogelhäuschen gibt es in unserem Weltbild Magazin. Diesen finden Sie hier

Ein Festmal für unsere gefiederten Freunde

Schaffen auch Sie für die kleinen Bewohner einen tierfreundlichen Garten und tragen Sie zum Schutz der Natur bei. Wenn Sie dann morgens aus dem Fenster blicken oder tagsüber durch den Garten spazieren, erleben Sie die bunte Vielfalt der lebendigen Natur rund um sich herum. Und auch die Vögel und Insekten fühlen sich pudelwohl in den selbstgebastelten Unterkünften.

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