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Nachhaltig leben
vor 2 Wochen
Nachhaltig leben

Omas Wunderwaffe Schmierseife

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Schmierseife war bis in das 20. Jahrhundert das beliebteste Putz- und Waschmittel. Dann erfand die Industrie viele Spezialprodukte. Heute erlebt der nachhaltige Klassiker eine Renaissance.

Omas Wunderwaffe – Schmierseife

Schmierseife gehört schon seit über 150 Jahren zur Grundausstattung im Haushalt. Die dickflüssige, cremige Paste ist nicht nur ein Alleskönner in puncto Haushalts-Reinigung, sondern war stets auch Bestandteil lustiger und weniger lustiger Jugendstreiche.

Omas Wunderwaffe geriet zwischenzeitlich in Vergessenheit, doch heutzutage gewinnt Schmierseife als nachhaltige Alternative im Haushalt neue Aufmerksamkeit. Kein Wunder, sie ist wirklich vielseitig einsetzbar, nicht nur zum Putzen, sondern sogar bei der Wundbehandlung.

Schmierseife: Vom Heilmittel zum Alleskönner

Die Ursprünge der Seife gehen auf die alten Summerer zurück, die vor rund 4.500 Jahren erste Seifenrezepte niedergeschrieben haben. Es handelte sich zunächst um Vorformen der Seife, die ausschließlich als Heilsalben genutzt wurden.

Die Römer entdeckten dann eher zufällig, dass die Mischung aus alkalischer Pflanzenasche und Ölen auch schmutzlösend wirkt. Seifen, so wie wir sie heute kennen, wurden im frühen Mittelalter erstmals von den Arabern gefertigt, und das Verfahren dann im Laufe der Zeit in Europa verfeinert.

Erst ab dem 19. Jahrhundert wurde regelmäßig gewaschen

  • Ab dem 19. Jahrhundert wurde das regelmäßige Waschen, Reinigen und Putzen von breiten Bevölkerungsschichten übernommen. Zum einen hatte man in der Wissenschaft die gesundheitliche Bedeutung von Hygiene und Sauberkeit erkannt, zum anderen erlaubten industrielle Fertigungstechniken die massenweise Herstellung von preiswerten Seifenprodukten.

  • Schmierseife blieb bis in das 20. Jahrhundert das beliebteste Putz- und Waschmittel. Viele Haushalte stellten Schmierseife sogar selber her. Mit dem Siegeszug der modernen Haushaltsgeräte und chemischen Spezialreinigern nahm die Verwendung der traditionellen Schmierseife kontinuierlich ab.

Renaissance der Schmierseife

  • Heute entdecken wir den umweltschonenden Alleskönner neu und müssen feststellen: Omas Geheimwaffe hat nichts von ihrer Wirkung verloren. Im Gegenteil: Schmierseife passt perfekt in unsere Zeit der effektiven Reduktion und Nachhaltigkeit.

Schmierseife selber machen: Seifensieden für Anfänger

Zutaten
Früher wurde in vielen Haushalten Schmierseife selber hergestellt. Wenn Sie das auch machen wollen, benötigen Sie im Wesentlichen drei Bestandteile:
Kaliumhydroxid
Pflanzenöl und
destilliertes Wasser.

Kaliumhydroxid ist in Apotheken und im Chemikalienhandel erhältlich.
Zubereitung

WICHTIGER HINWEIS: Bei der Seifenherstellung sollten Sie aber unbedingt Handschuhe und eine Schutzbrille tragen, damit Ihre Haut, Schleimhäute und Augen nicht versehentlich durch die Kalilauge gereizt oder verletzt werden.

  1. Als erstes lösen Sie Kaliumhydroxid im Verhältnis 1 zu 5 in kochendem destillierten Wasser auf.
  2. Nach dem die angesetzte Lauge leicht abgekühlt ist, geben Sie das Pflanzenöl (z.B. Rapsöl) dazu. Die Menge an Pflanzenöl sollte der Menge an destilliertem Wasser entsprechen.
  3. Das Ganze wird mit Hilfe eines Pürierstabes gründlich verrührt bis die Seifenmasse leicht andickt. Danach sollten Sie das Gemisch etwa für eine Stunde ruhen lassen.
  4. Im Anschluss wird die Schmierseife in ein Gefäß abgefüllt, wo sie mehrere Wochen reifen kann. Alle paar Tage sollten Sie die Masse etwas umrühren und dann den Deckel wieder gut verschließen.
  5. Nach etwa einem Monat ist Ihre selbstgemachte Schmierseife einsatzbereit.

Wer will nicht gern nachhaltiger leben - aber ohne ständig alles Mögliche beachten zu müssen? Ökologischer Putzen ist ein Weg, bei dem weniger mehr ist - viele Tipps gibt Trick 17

Kalium statt Natrium

Schmierseife besteht aus pflanzlichen oder tierischen Fetten, die mit einer Kalilauge vermischt werden. Früher nannte man sie auch Fassseife, da sie traditionell in Fässern gelagert wurde. Anders als die Kernseife enthält Schmierseife keine Natriumsalze. Natrium macht die Seife hart und damit für die Haushaltpflege eher ungeeignet.

Tipps zur Verwendung von Schmierseife

Schmierseife: Auf der Fläche einfach unschlagbar

Der praktische Vorteil der Schmierseife liegt in ihrer pastös-flüssigen Beschaffenheit, die sie ideal für die Reinigung von Böden, Küchen- und Badoberflächen macht.

  • Am besten löst man eine kleine Portion Schmierseife in warmen Wasser auf
  • taucht einen Wischlappen hinein und
  • wischt damit Böden und Oberflächen.
  • Die Schmierseife nimmt dabei sehr leicht Schmutzpartikel auf und löst zudem ölige und fettige Subtanzen.
    Schon gewusst? Verwendet man statt eines Wischlappens ein Mikrofasertuch zur Reinigung, macht man die Oberflächen zusätzlich noch wasser- und staubabweisend.

Bei Weltbild entdecken

Sogar mit medizinischer Nebenwirkung: Schmierseife eignet sich für hornhautlösende Fußbäder. Ehe die Waschmittel Einzug hielten, war Schmierseife auch für die Wäsche im Einsatz

Sanfte Schmierseife: Hautpflege inklusive

Schmierseife ist ein sehr sanftes Reinigungsmittel, das die Haut nicht belastet. Sie ist pH-neutral, so dass der Säureschutzmantel der Haut intakt bleibt. Ein gesunder Säureschutzmantel ist die Voraussetzung dafür, dass schädliche Mikroorganismen und negative Umwelteinflüsse abgewehrt werden können.

Schmierseife in der Medizin

Aber es geht noch weiter: in der Medizin wird hochwertige Schmierseife beispielsweise für Heilbäder bei Schuppenflechte eingesetzt, um Entzündungszustände zu lindern und Krusten zu entfernen. Auch für hornhautablösende Fußbäder wird Schmierseife gerne genutzt.

Schmierseife für Teller und Textilen

  • Dank ihrer fettlösenden Eigenschaften kann man Schmierseife stark verdünnt auch als Geschirrspülmittel einsetzen. Teller, Töpfe und Pfannen sehen danach wie neu aus.
  • Da sie keine Schleifpartikel besitzen, lassen sich selbst Gläser mit Schmierseife reinigen.
  • Wegen ihrer guten Waschkraft überzeugen sie außerdem in der Textilpflege. Sie entfernen Flecken aus Teppichböden und Polstermöbeln und
  • reinigen Feinwäsche ebenso wie Berufsbekleidung.
  • Schmierseife mit Wasser verdünnt ist ideal für * die **Vorbehandlung von stark verschmutzter Wäsche.

Nicht ohne Grund war Schmierseife bis weit ins 20. Jahrhundert hinein das am häufigsten verwendete Waschmittel.

Schmierseife draußen einsetzen: einseifen statt "kärchern"

Auch außerhalb des Hauses verrichtet Schmierseife verlässlich und effektiv ihren Dienst.

  • So kann man z.B. verdreckte und vermooste Terrassen, Pflaster, Balkonböden oder Gartenmöbel damit sehr gut reinigen.
  • Ein bisschen Schmierseife mit Wasser verdünnen und zunächst die Oberfläche gründlich einweichen.
  • Nach etwa einer Stunde mit einem Schrubber drüber gehen, und schon ist der Terrassenboden oder Gartenstuhl von Moos und Dreck befreit.

Grüne Seife - Nachhaltigkeit von Schmierseife

Schmierseife, die aus hochwertigen pflanzlichen Fetten wie z.B. Leinöl, Rapsöl oder Hanföl hergestellt wird, bezeichnet man im Volksmund auch als „Grüne Seife“.
Als echte Naturseife ist Schmierseife frei von künstlichen Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen. Sie ist vollständig biologisch abbaubar und damit ein Muster an Nachhaltigkeit.

Schmierseife im Garten: Blattläuse bekämpfen

Obendrein kann Schmierseife auch zur ökologischen Schädlingsbekämpfung im Garten eingesetzt werden, z.B. gegen Blattläuse. Einfach etwas Schmierseife mit Wasser verdünnen und großzügig über die befallenen Blätter verteilen. Den Läusen wird auf diese Weise der Sauerstoff entzogen, womit sich der Befall schnell erledigt.

Handseife aus Schmierseife selbst machen

Weil die Seife nicht nur schonend zur Haut ist, sondern auch antiseptische Eigenschaften besitzt, stellt sie eine ideale Komponente für selbst gemachte Flüssigseife dar. Wenn man Sie mit Wasser verdünnt und auf

  • ca. 100 g Schmierseife und
  • 250 ml Wasser
  • 7 bis 10 g Öl, z. B. von der Olive, Avocado oder Mandel gibt,
  • diese Zutaten gut mit einem Pürierstab mixt,
  • bekommt man eine wunderbare Flüssigseife für den Seifenspender, die garantiert nachhaltig ist.

Unser Tipp für Anfänger und Vorsichtige: Seifenworkshops

Es gibt zahlreiche lokale Seifenworkshops, in denen Sie die Grundlagen des Seifensiedens in kurzer Zeit erlernen können.

Egal ob nun gekauft oder selbst gemacht: mit Omas Schmierseife geht das Putzen garantiert deutlich leichter von der Hand.

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